1 Mär
Erfahrungsbericht von Daniel S.

Universidad de Chile - Facultad de Economia y Negocios


Land: Chile
Kontinent: Südamerika
Studienrichtung: Internationale BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 07/2016 bis 11/2016

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Wieso Chile?

Da ich an meiner Heimathochschule Spanisch als zweite Fremdsprache gewählt habe und der Schwerpunkt meines Studiengangs auf der englischen Sprache liegt, hatte ich mich entschlossen, in einem spanischsprachigen Land zu studieren um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Des Weiteren ist Chile eines der sichersten, entwickeltesten und vortschrittlichsten Länder Südamerikas, was meine Entscheidung weiter bekräftigte. Ich wusste bereits vor meinem Auslandsaufenthalt, dass ich anschließend 2 Monate durch Südamerika reisen werde und hielt Chile für ein geeignetes Reiseland und für einen guten Ausgangspunkt, um weitere Länder zu besuchen. Mit diesen Annahmen sollte ich auch Recht behalten. Außerdem ist die Universidad de Chile eine der besten Universitäten des Landes und da College Contact diese in ihrem Programm hat, fiel es leicht, eine Entscheidung zu treffen.

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Vorbereitung

Die Vorbereitung auf mein Auslandssemester fiel deutlich leichter aus als gedacht. Da eigentlich nur einige Formulare auszufüllen sind und sich College Conact sehr gut um alles kümmert, gestaltet sich die Organisation leichter und unkomplizierter als man es sich vielleicht vorstellt. Des Weiteren verlangt die Universidad de Chile kein Studentenvisum, man kann also einfach als "Tourist" einreisen, was einfacher und günstiger als die Beschaffung eines Studentenvisums ist. Man muss lediglich innerhalb der ersten 90 Tage das Land einmal verlassen und kann anschließend wieder für 90 Tage in Chile bleiben. Da es sehr einfach ist, von Santiago z.B. nach Mendoza in Argentinien zu reisen, ist das absolut kein Problem. Ansonsten muss man sich, falls noch nicht vorhanden, einen Reisepass besorgen und los gehts!


Wohnungssuche

Am einfachsten findet man eine Wohnung mit Hilfe der zahlreichen Vermittlungsportale wie z.B. "Roommate and flat finder" auf Facebook oder über andere Austauschstudenten, die bereits eine Wohnung gefunden haben. Die Faculdad de Economia y Negocios bietet ein Buddy-Programm an, welches den Studenten die Orientierung an der UDC und in Santiago erleichtern soll. Mein Buddy war sehr hilfsbereit und holte mich am Flughafen ab, zeigte mir die Stadt und half mir sogar bei der Wohnungssuche. Dieses Glück hatte allerdings nicht jeder. Ich würde empfehlen von Deutschland aus ein Hostel (z.B. Hostal Providencia- 3min Fußweg zur Uni) oder eine AirBnb-Unterkunft zu buchen und dann vor Ort eine Wohnung zu mieten, da man sich selbst ein Bild von der Wohnung und der Lage machen kann. Ich weiß, dass es ein komischen Gefühl ist, ohne eine feste Wohnung ins Ausland zu reisen aber es ist wirklich kein Problem innerhalb der ersten 1-2 Wochen eine gute Wohnung zu finden. In Uni-Nähe zu wohnen bedeutet in diesem Fall auch in der Innenstadt zu leben, was natürlich gerade für Studenten ziemlich cool ist. Deswegen würde ich auf jeden Fall empfehlen in Uni-Nähe zu wohnen.


Leben in Santiago de Chile

Es gibt sicher schönere Städte in Südamerika als Santiago, dennoch habe ich es sehr genossen, dort 4 Monate zu leben und zu studieren. Es gibt nicht extrem viele Sehenswürdigkeiten und der Smog sowie die schmutzige Luft sind schon etwas störend, allerdings macht die Lage in Zentralchile am Fuße der Anden und in der Nähe zu Badeorten die Stadt zum perfekten Ausgangspunkt zu vielen verschiedenen Reisen und Ausflügen. Trekking und Ski-Fans kommen voll auf ihre Kosten und man kann wunderbar Richtung Süden und Norden reisen, was absolut empfehlenswert ist. Santiago bietet eine Reihe von Supermarktketten, in denen man eigentlich alles bekommt, was man braucht und im Costanera Center( höchstes Gebäude in Südamerika) gibt es eine sehr moderne Mall mit guten Einkaufsmöglichkeiten nach europäischem Standard. Billig ist Chile jedoch nicht, darüber sollte man sich im Klaren sein. Jedoch bieten große Märkte die Möglichkeit günstiges Obst und Gemüse zu kaufen. Zum Thema Sicherheit kann ich sagen, dass ich mich immer sehr sicher gefühlt habe und nie Probleme hatte, nachts alleine nach Hause zu laufen auch wenn das vielleicht nicht unbedingt zu empfehlen ist. Dass meine Wohnung gegenüber einer Polizeistation lag, trug hierzu natürlich bei. Man hört ab und zu Geschichten von Überfällen oder Taxifahrern, die einen bedrohen und die Kreditkarte entwenden, mir selbst ist sowas allerdings nie passiert. Trotzdem würde ich von normalen Taxis abraten und stattdessen die App "Uber" benutzen, das haben bei uns eigentlich alle gemacht.


Studium an der UDC

Das Studium an der FEN (Faculdad de Economia y negocios) ist durchaus mit Arbeit verbunden, da die meisten Kurse aus zwei Klausuren und der Abgabe von Essays und Präsentationen bestehen. Wenn man sich dazu entschließt nur englische Kurse zu besuchen, nimmt man an Kursen teil, die größtenteils von Austauschstudenten belegt werden. Da mir meine Heimathochschule nur wenige Kurse anerkannte und sich dann auch noch der Studenplan überschnitt, belegte ich nur zwei Kurse -"Latin America in Worlds Affairs" und "International Marketing". Das fachliche Niveau fand ich ehrlich gesagt sehr niedrig und es war kein Vergleich zu meinen Fächern in Deutschland. Bei den spanischen Kursen gestaltet sich das jedoch ganz anders und man wird durchaus richtig gefordert, was ich bei meinem Mitbewohner sehen konnte. Es handelt sich schließlich um eine der besten Universitäten des Landes. Gerade "Latin America in Worlds Affairs" ist sehr zu empfehlen, da Prof. Walter Sanchez wirklich ein klasse Typ ist, mit dem man wirklich eine gute Zeit haben kann. Mehr als 4 Kurse zu belegen würde ich nicht empfehlen, da man sein Auslandssemester ja auch etwas genießen sollte.

Die Betreuung durch das International Center war wirklich klasse. Egal welches Problem man hatte, Mrs. Rooney und Mrs. Dazin standen einem immer mit Rat und Tat zur Seite und man pflegte ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihnen. Sie organisierten auch viele Aktivitäten für Austauschstudenten, was durchaus für Abwechslung sorgte und ich muss wirklich sagen, dass die Damen perfekte Arbeit leisten.

Der Campus liegt sehr zentral in der Nähe der Plaza Italia und verfügt über einen großen Kunstrasenplatz, ein Fitnessstudio, eine Kletterwand, einen Mehrzweckplatz und Tischtennisplatten.


Land und Leute

Die Eingewöhnung in Chile sollte nicht allzu schwer fallen, da Chile das wohl europäischste Land in Südamerika ist. Zwar geht alles etwas langsamer und komplizierter vonstatten, jedoch ist Chile im Vergleich zu anderen Ländern in Südamerika relativ fortschrittlich. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass man sich nicht in Europa befindet und sehr gut auf seine Wertsachen aufpassen sollte, was speziell für die U-Bahn gilt! Hier kommen sehr gerne einmal Sachen abhanden und mir selbst wurde einmal in einem Bus meine gesamte Tasche inklusive Wertsachen gestohlen, hier ist also Vorsicht geboten.

In Sachen Vielfalt sucht Chile wohl seinesgleichen und eignet sich somit perfekt zum Reisen. Ob Wüsten, Gletscher, Strände oder Fjorde und tolle Flusslandschaften - Chile bietet wirklich alles.

In Sachen Sprache solltet ihr wissen, dass die Chilenen äußerst schnell und undeutlich sprechen, was am Anfang ziemlich schwierig ist, sich mit der Zeit aber natürlich bessert. Um Spanisch zu lernen gibt es wohl bessere Länder, allerdings ist dies natürlich auch in Chile möglich, es erfordert einfach etwas mehr Anstrengung.


Reisen

Ihr solltet auf jeden Fall etwas Geld ansparen, um Südamerika zu erkunden. Während der Midterms habt ihr zwei Wochen frei und nach dem Semester solltet ihr euch auf jeden Fall noch etwas Zeit nehmen, um zu reisen. Wenn ihr euch für ein Touristenvisum entscheidet, müsst ihr ohnehin das Land verlassen, wofür sich Mendoza in Argentinien anbietet. Bei uns ist eigentlich jeder einmal dort gewesen. Dann gibt es natürlich noch die Highlights in Chile wie z.B. die Atacamawüste und Patagonien, allerdings sind auch La Serena im kleinen Norden sowie der kleine Süden absolut empfehlenswert. Mein persönliches Highlight war der Torres del Paine Nationalpark, in dem ich mit 4 anderen Studenten eine 8-tägige Wanderung machte. Die Landschaft dort ist absolut atemberaubend und die Wanderwege dort gehören zu den besten der Welt. Anschließend kann man auch noch die Insel Feuerland besuchen, die quasi das Ende der Welt darstellt. Die Atacamawüste kann man mit Ausflügen nach Bolivien (das Salar de Uyuni ist ein muss) und Peru verbinden, was ich auch getan habe und euch nur ans Herz legen kann. Flugreisen sind in Chile glücklicherweise relativ günstig und es gibt super Anbindungen nach Rio, Buenos Aires, Kolumbien etc..


Fazit

Die 6 Monate in Südamerika waren die wohl besten meines Lebens und eine absolut einmalige Erfahrung. Es wird euch menschlich definitiv nach vorne bringen und ganz nebenbei poliert ihr natürlich eure Sprachkenntnisse und euren Lebenslauf auf. Man lernt unheimlich viele Menschen aus aller Welt kennen und bildet wirklich gute Freundschaften. Traut euch den Schritt ins Ausland zu, es ist wirklich halb so wild und mit der Hilfe von College Contact ist auch die Organisation ein Kinderspiel.