Wege zum Auslandsstudium

Der Wunsch, im Ausland zu studieren, ist da - wie geht es nun weiter? Es gibt viele Wege, ein Auslandsstudium zu organisieren. Welcher Weg der „richtige“ für dich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In welchem Land und an welcher Hochschule möchtest du studieren? Handelt es sich um ein Teil- oder Vollstudium? Wie wichtig ist dir Flexibilität?

Im Folgenden werden die möglichen Wege zum Auslandsstudium näher erläutert.

184 Hochschulen im Ausland

Teilstudium im Ausland

Es gibt verschiedene Wege zum Auslandsstudium. Vermittlungsorganisationen wie College Contact helfen Studierenden kostenlos bei der Planung ihres Vorhabens.

Für ein Teilstudium im Ausland gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Organisation und Unterstützung. Abhängig davon, ob du an einem Austauschprogramm teilnimmst oder ob du das Abenteuer Auslandsstudium als Freemover selbst in die Hand nimmst.

Austauschprogramme der Heimathochschule

Ein weit verbreiteter Weg zum Auslandsstudium sind die universitären Austauschprogramme. Die meisten deutschen Universitäten und Fachhochschulen unterhalten Kooperationen zu ausländischen Hochschulen und unterstützen dementsprechend den gegenseitigen Austausch. Die Teilnahme an einem solchen hochschuleigenen Austauschprogramm ermöglicht einen organisierten Semester- oder Jahresaufenthalt an einer der vorhandenen ausländischen Partnerhochschulen.

Vorteile:

  • Es fallen keine zusätzlichen Studiengebühren an der Gasthochschule an
  • Einfache Anrechnung der im Ausland besuchten Kurse an der Heimathochschule
  • Der organisatorische Aufwand für die Studenten ist niedrig
  • Bei Fragen oder Problemen hilft das Akademische Auslandsamt oder International Office der Heimathochschule

Nachteile:

  • Begrenzte Flexibilität
  • Die Auswahl an Partnerhochschulen ist begrenzt
  • Die Kooperationen gelten nicht unbedingt für alle Fachbereiche
  • Aufgrund des festen Reglements für die Anrechnung von Scheinen, ist die Kursauswahl oft nicht völlig frei
  • Die Bewerbungsfristen enden früh
  • Die Kapazitäten der Programme sind begrenzt und nicht jeder Interessent erhält am Ende einen Platz

Das ERASMUS+ Programm in Europa

Das ERASMUS+ Programm ist ein EU-weites Kooperationsprogramm für den internationalen Austausch von Studenten. 1987 unter dem Namen ERASMUS gegründet, verfolgt es das Ziel, die internationale Zusammenarbeit europäischer Hochschulen sowie die Mobilität von Studenten zu fördern. Der Name ERASMUS steht abgekürzt für European Action Scheme for the Mobility of University Students. Der Name verweist außerdem auf den niederländischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam, der im 15./16. Jahrhundert lebte und weite Teile Europas bereiste.

2014 erhielt das Programm, zusammen mit den bisherigen EU-Programmen zum lebenslangen Lernen, Jugend und Sport, einen neuen Namen: ERASMUS+.

Die wichtigsten Neuerungen im Rahmen von ERASMUS+:

  • Studenten können in jedem Studienzyklus (Bachelor, Master, Promotion) mehrfach gefördert werden
  • Pro Studienphase darf die Gesamtförderdauer bis zu zwölf Monate betragen
  • In begrenztem Maße fördert das Programm Studienaufenthalte außerhalb Europas
  • Neue Möglichkeiten für Hochschulen, sowohl untereinander als auch mit nicht-akademischen Organisationen zwei- oder dreijährige strategische Partnerschaften abzuschließen

Kern von ERASMUS+ im Hochschulbereich ist weiterhin die finanzielle Förderung von Studienaufenthalten im europäischen Ausland. Die Stipendien gewähren monatlich etwa EUR 200 als Mobilitätszuschuss, um den Lebensunterhalt im Ausland zu bestreiten. Darüber hinaus fallen in der Regel keine zusätzlichen Studiengebühren an. Die finanzielle Entlastung ist durch diese doppelte Förderung bei ERASMUS+ also besonders hoch.

Voraussetzung für einen Austausch über das ERASMUS+ Programm: Die Heimathochschule und die ausländische Zielhochschule haben ein gegenseitiges Austauschabkommen und beide nehmen am ERASMUS+ Programm teil.

Die Vor- und Nachteile eines Austauschs über ERASMUS+ sind ähnlich gelagert wie bei den rein universitären Austauschprogrammen. Die Organisation und die Anrechnung der ausländischen Studienleistungen sind durch die bestehenden Hochschulkooperationen und das bewährte Austauschformat gesichert. Der organisatorische Aufwand für die Teilnehmer hält sich somit in Grenzen. Vor allem für finanziell weniger gut ausgestattete Studierende ist das Programm durch den Wegfall der Studiengebühren und den monatlichen Zuschuss attraktiv.

Nachteilig wirken sich auch hier die Einschränkungen aus, die ein relativ starr organisiertes Programm mit sich bringt. ERASMUS+ ist überwiegend auf Europa begrenzt und somit nicht für Studenten geeignet, die den Kontinent für ihren Auslandsaufenthalt verlassen und beispielsweise in Asien, Ozeanien oder Nordamerika studieren möchten. Die Auswahl an Partnerhochschulen ist ebenfalls eingeschränkt, sodass auch innerhalb Europas nicht alle Ortswünsche realisiert werden können. Gerade in besonders beliebten Ländern für ein Auslandssemester wie Großbritannien oder Spanien gibt es häufig weit mehr Bewerber, als Plätze zur Verfügung stehen.

Die festen Richtlinien für die Anrechnung von Leistungen bedeuten zwar organisatorische Erleichterung, aber auch eine Einschränkung der Kurswahl. Die Kapazität des ERASMUS+-Programms ist darüber hinaus sehr begrenzt, die Plätze sind insbesondere wegen der größeren finanziellen Unterstützung begehrt.

Private Organisation als Freemover

Natürlich ist es auch möglich, einen Semesteraufenthalt im Ausland jenseits von hochschulinternen Austauschprogrammen zu realisieren. Wer dort keinen Platz ergattert oder kein Interesse an einem der angebotenen Austauschziele hat, kann sein Auslandssemester privat organisieren. Als sogenannter Freemover kannst du dir eine ausländische Hochschule aussuchen, die deinen individuellen Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Dabei ist es allerdings gar nicht so leicht, sich nicht im Wust an Informationen und Angeboten zu verlieren.

Grundsätzlich ist es ist möglich, sich an allen ausländischen Hochschulen für ein Auslandssemester zu bewerben. Es ist jedoch zu empfehlen, sich bei der Wahl einer Gasthochschule vor allem auf solche Hochschulen zu konzentrieren, die spezielle Semesterprogramme für internationale Studenten anbieten.

Diese Study Abroad- oder Open Semester-Programme sind auf die Bedürfnisse von Freemovern zugeschnitten und erleichtern den Weg zum Auslandsstudium enorm. Sie bieten eine flexible Kurswahl und der Bewerbungsprozess ist unkompliziert. Das sind entscheidende Vorteile gegenüber einem Semester an einer Hochschule, die kein entsprechendes Programm anbietet. Ohne ein Programm sind die Aufnahmechancen deutlich geringer und die Kurswahl ist oftmals eingeschränkt. Die Hochschulen unterscheiden in diesem Fall meist nicht zwischen Semesterstudenten und Vollstudenten. Du konkurrierst in diesem Fall mit allen anderen Bewerbern um einen regulären Studienplatz.

Unterstützung durch private Vermittlungs­organisationen

Wenn du deinen Auslandsaufenthalt als Freemover planst, entfällt die Unterstützung durch das Akademische Auslandsamt oder International Office. Dafür gibt es andere Möglichkeiten der Unterstützung und Beratung. Private Organisationen wie College Contact bieten verschiedene Serviceleistungen an, um Freemovern ihren Weg ins Ausland zu erleichtern. Sie verfügen über eine unterschiedlich große Auswahl an ausländischen Partnerhochschulen, die Study Abroad-Programme anbieten und unterstützen Studenten beim Bewerbungsprozess an diesen Hochschulen.

Dazu gehört sowohl die Hilfe bei der Entscheidungsfindung als auch bei der konkreten Bewerbung und den damit verbundenen Formalitäten. Daneben stehen die Studienberater als Ansprechpartner für alle Fragen, Probleme und Unklarheiten zur Verfügung, die bei der Planung eines Auslandsaufenthalts auftreten können. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der vollkommen selbständigen Organisation eines Auslandssemesters.

Ein weiterer Vorteil liegt vor allem in der größeren Flexibilität hinsichtlich der Hochschul- und Kurswahl. Je nachdem, für welche Vermittlungsorganisation du dich entscheidest, steht eine sehr große Auswahl an Partnerhochschulen und Studienoptionen zur Verfügung. In aller Regel ist die Auswahl deutlich größer als bei Hochschul- oder ERASMUS-Kooperationen. Die kompetente Beratung und Hilfestellung erleichtert zudem den Entscheidungs- und Bewerbungsprozess enorm, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Das Serviceangebot privater Vermittlungsagenturen wird meist von den jeweiligen Partnerhochschulen finanziert und ist für Studenten daher in aller Regel kostenlos. Die konkreten Modalitäten unterscheiden sich aber möglicherweise.

Im Gegensatz zu den meisten Hochschulkooperationen und zum ERASMUS-Programm ist bei einem Auslandsaufenthalt als Freemover auch noch eine andere Studienform möglich. Summer Sessions bieten euch die Möglichkeit, während der vorlesungsfreien Zeit in Deutschland an einer ausländischen Hochschule Kurse und Vorlesungen zu besuchen.

Die Chancen, in einem Study Abroad-Programm unterzukommen, sind in der Regel gut. Zum einen konkurrierst du nicht mit anderen Bewerbern um einen regulären Studienplatz. Zum anderen sind durch die vielfältigen Möglichkeiten der Kursauswahl die Kapazitäten nicht so stark begrenzt wie bei einer Hochschulkooperation.

Der Nachteil, wenn du als Freemover an einer ausländischen Hochschule studierst, liegt in der Finanzierung. Teilnehmer an Study Abroad-Programmen zahlen Studiengebühren. Die finanzielle Belastung fällt hier also in der Regel höher aus. Es gibt aber auch für Freemover viele verschiedene Wege, das Auslandssemester bezahlbar zu machen. Vielleicht hast du Anspruch auf Auslands-BaföG oder es gibt ein passendes Stipendium für dich.


Vollstudium im Ausland

Wer sich entscheidet, ein komplettes Studium im Ausland zu absolvieren, hat ebenfalls verschiedene Wege der Organisation und Unterstützung zur Auswahl.

Binationale Doppelabschlüsse

An manchen deutschen Hochschulen gibt es die Möglichkeit, in Kooperation mit einer ausländischen Hochschule einen Doppelabschluss (Double Degree) zu erwerben. Die Studierenden verbringen in der Regel einen längeren Zeitraum an der ausländischen Hochschule, meist zwischen einem Semester und der Hälfte der Studiendauer. Am Ende des Studiums verleihen beide beteiligten Hochschulen einen akademischen Abschluss. Dafür ist es nicht notwendig, zwei komplette Studiengänge parallel zu studieren. Dies ermöglichen festgelegte Richtlinien zur Anrechnung von Studienleistungen.

Ein großer Vorteil dieser Studienvariante ist sicherlich, dass die Absolventen über zwei akademische Abschlüsse aus zwei verschiedenen Ländern verfügen. Sie sind sowohl für den deutschen als auch für den internationalen Arbeitsmarkt bestens qualifiziert.

Ein binationales Doppelstudium ist eine gute Option für diejenigen, die gerne einen ausländischen Studienabschluss erwerben möchten, aber nicht mehrere Jahre im Ausland verbringen wollen oder können.

Um den Double Degree zu erhalten, ist selbstverständlich ein gewisser Mehraufwand nötig. Die Studierenden leisten zwar nicht das doppelte Pensum, mehr Arbeit als bei einem einzelnen Studiengang kommt jedoch in der Regel schon auf sie zu. Die Auswahl an Studienfächern und Partnerhochschulen ist bei dieser Studienform stark begrenzt, sodass sie nicht für jeden Interessenten in Frage kommt. Und auch ein Studienplatz ist aufgrund der knappen Kapazitäten nicht unbedingt garantiert.

Private Organisation

Ein Weg zum Vollstudium im Ausland stellt auch hier wieder die private Organisation dar. Dieses Vorhaben ist aufwändiger als die Organisation eines Auslandssemesters und bedarf einer längerfristigen Planung. Es ist auch hier grundsätzlich möglich, sich komplett auf eigene Faust zu bewerben.

Allerdings kann der Bewerbungsprozess für ein Vollstudium vor allem an renommierten ausländischen Hochschulen sehr umfangreich ausfallen. Die Universitäten fordern oftmals mehrseitige Motivationsschreiben oder Bewerbungsessays und mindestens zwei Empfehlungsschreiben. In den USA ist außerdem eine bestimmte Punktzahl in Zulassungstests wie dem SAT oder ACT nötig.

Private Vermittlungsagenturen wie College Contact helfen euch, hier den Überblick zu behalten. Die Berater kennen außerdem meist hilfreiche Tipps und Tricks für die Bewerbung an den einzelnen Hochschulen. Auch für ein Vollstudium gibt es bei diesen Organisationen meist eine große Auswahl an möglichen Hochschulen. Die Beratung und Unterstützung bei der Bewerbung für ein Vollstudium ist in aller Regel ebenfalls kostenlos. In Studiengängen wie Medizin oder Zahnmedizin verlangen manche Agenturen jedoch teilweise vierstellige Beträge für ihre Vermittlungsleistungen. Hier lohnt sich in jedem Fall ein genauer Vergleich, bevor man sich für einen Anbieter entscheidet.