Studieren in Europa

Die alte Welt neu entdecken

Die wechselhafte Geschichte des Kontinents spiegelt sich in den großen Metropolen wider: Ein Studium in Europa ist auch immer eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Mit einer Größe von gut zehn Millionen Quadratkilometern ist Europa der zweitkleinste Kontinent der Welt. Trotz der vergleichsweise geringen Größe, ist Europa gerade für seine kulturelle Vielfalt bekannt. Das liegt vor allem an seiner dichten Besiedelung: In Europa leben fast 750 Millionen Menschen, die mehr als hundert unterschiedliche Sprachen sprechen. Die 47 Länder, die derzeit zu Europa gehören, blicken auf ihre ganz eigene Kulturgeschichte zurück.

Europa ist der einzige Kontinent, der nicht vollständig vom Ozean umgeben ist. Im Osten Europas grenzt das Uralgebirge, an das sich Asien anschließt. Einige Länder, wie Russland oder die Türkei, liegen teilweise auf dem asiatischen Kontinent und teilweise in Europa. Die europäische Landschaft ist abwechslungsreich und beeindruckt mit ihrem Formenreichtum. Studieren in Europa bedeutet also nicht gleich Studieren in Europa, denn jedes Land bringt seine kulturellen Eigenheiten und landschaftlichen Besonderheiten mit.

Nordeuropa

Kopenhagen, Amsterdam, Le Havre: Die traditionsreichen Hafenstädte Europas versprühen ihren ganz eigenen Charme.

Zum Norden von Europa werden die skandinavische Halbinsel mit den Ländern Norwegen und Schweden, aber auch die Länder Finnland, Dänemark und Island gerechnet. Die Landschaft hier zeichnet sich durch abwechslungsreiche Küstenstriche, malerische Fjordlandschaften, ausgedehnte Seen und weite Wälder aus. In Kontrast zu dieser oft einsamen und schroffen Natur stehen die Metropolen Oslo, Stockholm, Helsinki und Kopenhagen.

Ost- und Südosteuropa

Ein Studium in Europa ist alternativ auch in einem osteuropäischen Land möglich. Zu Osteuropa werden gemeinhin so unterschiedliche Länder wie Weißrussland, Estland oder Ungarn gezählt. Angesichts der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt der Region ist diese zusammenfassende Definition streitbar. Folgende Länder fallen geografisch unter den Begriff Osteuropa: Der europäische Teil Russlands, Weißrussland, Ukraine, Lettland, Slowakei, Slowenien, Polen, Tschechien, Litauen, Estland und Kasachstan.

Im osteuropäischen Teil Europas befinden sich einige der interessantesten Städte des Kontinents. Daher zieht es immer mehr internationale Studenten zum Studieren in Europa in Städte wie Prag, Riga, Krakau oder Budapest. Wie auch die einzelnen Länder sind diese vom Flair her völlig unterschiedlich. Ihnen gemeinsam ist jedoch der große Reichtum an historischen Bauwerken und die lebendige Kneipen- und Kulturszene.

Unter den Überbegriff Südosteuropa fallen geografisch im weiteren Sinne die Länder Albanien, Bosnien/Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowenien und Ungarn.

Südeuropa

Museen mit weltberühmten Gemälden und eindrucksvolle Gebäude bekannter Architekten: Europa ist voller kultureller Highlights.

Zu den beliebtesten Urlaubsländern und einigen der beliebtesten Ziele für ein Studium in Europa zählen Spanien, Portugal, Italien und Malta. Sie locken im Sommer mit traumhaften Temperaturen und sonnenverwöhnten Stränden. Angesichts der reichen Kulturgeschichte, den berühmten Landesküchen und ihrem südländischen Lebensgefühl sind diese Länder jedoch auch abseits der Hochsaison eine Reise wert.

Mittel- und Westeuropa

Deutschland und seine Nachbarländer, die Niederlande, die Schweiz, Frankreich, Belgien und Österreich werden Mittel- und Westeuropa zugerechnet. Norddeutschland, die Niederlande und Belgien sind vor allem für ihre ebenen Landschaften und rauen Küstenstriche bekannt. Ganz im Gegensatz dazu stehen der Schwarzwald im Süden Deutschlands oder die hohen Gebirgszüge der Alpen in der Schweiz und in Österreich.

Zum Studieren in Europa auf die „Insel“

Eine Sonderstellung nimmt Großbritannien, mit den drei Nationen England, Schottland und Wales ein. Insbesondere die für ihren schwarzen Humor bekannten Engländer differenzieren manchmal scherzhaft zwischen „dem Kontinent“ und „der Insel“ und halten an Linksverkehr und britischen Pfund fest.

Zu den britischen Inseln zählt ebenfalls Irland, dessen nördlicher Teil, Nordirland, zum Vereinigten Königreich gehört.


Studieren in Europa: Studienmöglichkeiten

Verfallene Burgen und prächtige Schlösser - in jedem Land Europas stößt ihr auf Überreste glanzvoller Zeiten.

Studieren in Europa? Na klar! Nach wie vor steht der Kontinent bei deutschen Studenten auf der Prioritätenliste ganz oben. Das liegt auch an den relativ kurzen Wegen. In so gut wie alle europäischen Länder gibt es mittlerweile günstige Flug- oder Bahnverbindungen. Im Gegensatz zu einem Studium in Übersee sind die Reisekosten, die zum Studieren in Europa anfallen, überschaubar. So ist es außerdem möglich, während der Semesterferien der Heimat einen Besuch abzustatten.

Der organisatorische Aufwand für ein Studium in Europa ist gering: Ein Visum ist für deutsche Staatsbürger in keinem Land erforderlich. In einigen Ländern ist lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung nötig, wenn sich internationale Studierende dort länger als drei Monate aufhalten möchten.

Aufgrund des Sozialversicherungsabkommens innerhalb der EWR-Staaten und der Schweiz erhaltet ihr außerdem als gesetzlich Versicherte im Gastland weiterhin die gleichen Leistungen. Trotzdem kann es nicht schaden, sich vorab zu informieren, ob der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist.

Hochschullandschaft in Europa

Wälder, Flüsse, Auen: Europas Landschaften sind so vielfältig und abwechslungsreich wie seine einzelnen Länder und Städte.

Nicht nur die organisatorischen Vorteile, sondern auch die europäische chschullandschaft an sich spricht dafür, sich für ein Studium in Europa zu entscheiden. Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Tschechien haben traditionsreiche Universitäten und auch Dänemark, Schweden und Finnland verfügen über ein mehrfach ausgezeichnetes Bildungssystem. In anderen Ländern Europas ist das Studienniveau ebenfalls hoch und die Hochschulen bieten erstklassige Studienprogramme an.

Das Studiensystem ist fast überall auf die Bachelor-, Master- und PhD-Abschlüsse umgestellt. Somit lassen sich die während eines Studiums in Europa erbrachten Studienleistungen in der Regel problemlos auf das Studium in Deutschland anrechnen. Wer nicht an einem kompletten Studium in Europa interessiert ist, hat auch die Möglichkeit, ein Auslandssemester in Europa zu absolvieren.

In den europäischen Ländern findet der Unterricht normalerweise in der Landessprache statt, was erheblich zur Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse beiträgt. In einigen osteuropäischen Ländern bieten die Hochschulen außerdem deutsch- oder englischsprachige Studiengänge an. Insbesondere die Studienprogramme in Ungarn, Tschechien und die Slowakei sind bei deutschen Medizinstudenten beliebt. Die Zulassung ist nicht abhängig von der Abiturnote, sondern erfolgt über eine Aufnahmeprüfung. So lassen sich mehrjährige Wartezeiten in Deutschland vermeiden.


Kosten und Finanzierung eines Studiums in Europa

Studieren in Europa ist nicht kostenlos möglich. Die Studiengebühren in den meisten europäischen Ländern fallen jedoch niedriger als auf anderen Kontinenten aus. In einigen Ländern wie Dänemark ist das Studium an den staatlichen Hochschulen für EU-Bürger sogar kostenfrei.

Auch die Möglichkeiten der finanziellen Förderung sind vielfältig. Besonders hervorzuheben ist das Auslands-BAföG. Dieses unterstützt Studenten mit bis zu EUR 4.600 Zuschuss zu den Studiengebühren und weiteren Zuschüssen zu Krankenversicherung und Reisekosten. Im Gegensatz zu einem Studium in Ländern wie den USA, Australien oder Neuseeland erhalten Studierende diese staatliche Förderung sogar für komplette Bachelor- und Masterstudiengänge.

Für diejenigen, die keinen Anspruch auf Auslands-BAföG haben und auch nicht in den Genuss eines Stipendiums kommen, könnte ein Studien- oder Bildungskredit eine Option sein.