Studieren in Spanien

Spanien weckt bei den meisten Erinnerungen an Urlaubstage voller Sonnenschein, und ein Lebensgefühl zwischen mittäglicher Siesta und abendlicher Fiesta. Spanien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Besonders populär sind die Strände der Balearen oder Kanaren.

Gleichzeitig bietet das Königreich aber auch zahlreiche malerische Dörfer und Fincas. Die Mentalität der Spanier lässt sich als temperamentvoll und gelassen zugleich beschreiben. Allgegenwärtig für Besucher ist zudem die spanische Gastfreundschaft.

6 Hochschulen in Spanien

Kulturell ist Spanien ist die Heimat der Akustikgitarre, des leidenschaftlichen Flamenco-Tanzes oder wegbereitender Künstler wie Picasso und Dalí. Im Sport liefern allen voran die Fußballclubs bestes Entertainment. Es gibt also eine Vielzahl von Gründen, die für ein Studium in Spanien sprechen.

Hochschul­landschaft in Spanien

Kulturelle Highlights, sympathische Einwohner, Fiesta und noch viel mehr bietet ein Auslandsstudium in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Universitäten und Facultades

Aktuell gibt es in Spanien circa 80 Universitäten. Sie sind zu zwei Dritteln in staatlicher Hand, das restliche Drittel wird privat getragen. Die Hochschularten unterscheiden sich in die Universidades und Facultades. Sie sind mit ihren Studienprogrammen mit deutschen Universitäten zu vergleichen.

Technische Hochschulen und Fachhochschulen

Die Escuelas Técnicas Superiores und Escuelas Politécnicas Superiores entsprechen einer Technischen Hochschule. An Fachhochulen erinnern dahingegen die Escuelas Universitarias. Sie haben berufsqualifizierende Kurzstudiengänge mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren.

Universitäts­kollegs

Zu der Hochschullandschaft in Spanien gehören des Weiteren die Universitätskollegs und -schulen, die Colegios Mayor oder Colegio Universitarios. An den Institutos Universitario besteht die Möglichkeit weiterbildende Studiengänge zu absolvieren.

Regionale Unterschiede in Spanien

Das spanische Erziehungsministerium ist für die Mehrzahl der öffentlichen Universitäten zuständig. In den autonomen Regionen bestimmt die entsprechende Regionalregierung über die Universitäten. Das zeigt sich in den unterschiedlichen Unterrichtssprachen: Katalanisch im Osten, Galicisch im Nordwesten und Baskisch im Norden.


Studieren in Spanien: Voraussetzungen

Zum Studieren in Spanien sind ausreichende Sprachkenntnisse nötig. Ein gängiges Sprachzertifiakt zum Nachweis von Spanischkenntnissen für Nicht-Muttersprachler ist das DELE-Zertifikat. Viele Hochschulen haben entsprechende Sprachkurse zur Vorbereitung in ihrem Programm. Zu beachten ist bei einem Studium in Spanien, dass in den autonomen Gemeinschaften Galicien, Katalonien und im Baskenland nicht selten in den Regionalsprachen unterrichtet wird.

Direkt nach dem Abitur nach Spanien

Für einen Studienplatz in Spanien können sich deutsche Studenten mit ihrem Abitur bewerben. Die Anerkennung ihres Abiturs (homologación) läuft über die Universidad Nacional de Educación a Distancia (UNED). Der entsprechende Antrag kann online auf der Website der UNED gestellt werden.

Die eigentliche Bewerbung für ein Studium in Spanien erfolgt dann direkt an der ausgewählten Hochschule. Die Hochschule entscheidet über die Zulassung und ob es zu zusätzlichen Aufnahmetests kommt.

Nach dem Bachelor nach Spanien

Die Zulassung zu einem spanischen Masterstudiengang ist mit einem in Deutschland erworbenen Bachelor normalerweise problemlos möglich. Auch hier liegt die Entscheidungsgewalt bei der Hochschule. Allgemein ist es ratsam, die exakten Zulassungsbedingungen rechtzeitig bei der jeweiligen Institution in Erfahrung zu bringen.

Schaubild: Deutsche Studierende im Ausland 2012 (Spanien), Quelle: Statistisches Bundesamt

Auslandssemester in Spanien

Internationale Studenten, die gerne in Spanien studieren, aber kein komplettes Studium absolvieren möchten, haben die Chance, ein Auslandssemester in Spanien zu verbringen. Eine wachsende Zahl spanischer Hochschulen bietet international ausgerichtete Studiengänge an und kooperiert mit ausländischen Universitäten. Auch die Zahl englischsprachiger Semesterprogramme nimmt weiter zu. Somit besteht grundsätzlich die Möglichkeit, in Spanien auf Englisch zu studieren.

Die Zusammenarbeit mit freien Unternehmen spielt eine wichtige Rolle. Manche Dozenten arbeiten hauptberuflich in der freien Wirtschaft und lehren zusätzlich an der Universität. Dadurch nehmen Studenten an aktuellen Fällen aus der Praxis teil. Die Aktualität von Forschung und Lehre ist somit gewährleistet.

Studiensystem und akademisches Jahr

L'auberge espagnole: Wer in Barcelona studiert, sieht neben Gaudís Bauten noch viele andere architektonische Besonderheiten.

Im vierjährigen Bachelorstudium erwerben die Studenten in den ersten Fachsemestern ein fachübergreifendes Grundwissen. Im Anschluss wählen sie Ergänzungsfächer hinzu und spezialisieren sich abschließend fachlich.

Das spanische Studienjahr reicht von Oktober bis Juni und ist nicht in Semester eingeteilt. Die mündlichen und schriftlichen Prüfungen für einheimische Studenten finden am Ende jedes akademischen Jahres statt.

Unterricht und Leistungs­nachweise

Vermittelt wird der Stoff in Spanien traditionell über den klassischen Frontalunterricht. Die Studenten protokollieren das Gesagte in Form der sogenannten apuntes (Mitschriften). Einen besonderen Wert legen Dozenten auf die Lektüre der ausführlichen Literaturlisten und die Anwesenheitspflicht. Eine Hausarbeit mit eigener Forschungsleistung ist bei der Abschlussprüfung die Ausnahme.

Abschlüsse und Anerkennung

Der Bachelor und Master lösen die bisherigen akademischen oder berufsspezifischen Abschlüsse in Spanien ab. Dabei handelte es sich um die staatlich anerkannten Abschlüsse licenciatura, diplomatura, ingeniería oder einen Titel der jeweiligen Hochschule. Wer sich für ein Studium in Spanien entscheidet, muss sich in der Regel keine Gedanken über die Anerkennung machen. Die in Spanien erbrachten Leistungen sind aufgrund des Bologna-Prozesses problemlos anrechenbar.


Kosten für ein Studium in Spanien

Für ein Studium in Spanien fallen Studiengebühren an, die je nach Hochschule, Studienfach und -abschluss variieren. Alljährlich werden in der Zeitschrift Boletín Oficial de Estado die aktuellen Studiengebühren aufgeführt. An einer staatlichen Universität sind für ein Bachelorstudium jährlich etwa EUR 300 - 700 einzukalkulieren. Im Master liegen die Gebühren circa bei EUR 900 - 1000. Semesterprogramme an staatlichen und privaten Universitäten sind teuer. Aufgrund des zusätzlichen Rahmenprogramms und der Betreuung sind zwischen EUR 2.000 - 4.000 einzuplanen.

Private Wohnung oder Studentenheim

Durch die spanische Wirtschaftskrise hat sich die Wohnungssuche für internationale Studenten in bestimmten Städten vereinfacht. Viele einheimische Studenten ziehen zum Studieren in Spanien wieder bei ihren Eltern ein. Die Mieten wurden zum Anreiz dementsprechend gesenkt. Auf dem freien Wohnungsmarkt kostet ein Einzelapartment durchschnittlich rund EUR 300 - 340 im Monat. Die genauen Mietkosten sind von der Größe der Stadt und der Lage der Wohnung abhängig.

In einem Studentenwohnheim (Colegio Mayor Residencia) können internationale Studenten in einem Ein- oder Mehrbettzimmer für ca. EUR 150 - 400 monatlich unterkommen. Das Internationale Büro der jeweiligen Universität gibt hier gerne Auskunft.

Studieren in Spanien - Wege der Finanzierung

Es ist ratsam, sich schon rechtzeitig vor Beginn des Aufenthalts in Spanien über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Besonders begabte oder bedürftige Studenten werden im Rahmen hochschulinterner Projekte, Begabtenförderungsprogramme oder Stipendien gefördert. Von Seiten des Bundes aus existiert das Auslands-BAföG, mit dem auch Studenten unterstützt werden können, die kein Inlands-BAföG erhalten. Dieses kann sowohl für einzelne Semester als auch für komplette in Spanien absolvierte Studiengänge beantragt werden.

Daneben gibt es verschiedene wissenschaftliche, politische und kulturelle Stiftungen, bei denen man sich über ein Teilstipendium informieren kann. Auch Studienkredite sind eine Möglichkeit, das Auslandsstudium in Spanien zu finanzieren.


Visa- und Einreise­bestimmungen

Für EU-Bürger genügt ein gültiger Personalausweis, um nach Spanien einzureisen. Für einen Aufenthalt der länger als 90 Tage dauert, muss man vor Ort eine Aufenthaltsgenehmigung (Tarjeta de Residencia) beantragen. Sie wird von der örtlichen Polizeibehörde ausgestellt und kann bis zu fünf Jahre gültig sein. Außerdem ist es sinnvoll, sich einen Internationalen Studienausweis zum Studieren in Spanien ausstellen zu lassen.

Krankenversicherung für ein Studium in Spanien

Ist man gesetzlich krankenversichert, kann man im Krankheitsfall auf die Leistungen der Europäischen Krankenkasse zurückgreifen. Dies können Studenten bei ihrer Krankenkasse in Erfahrung bringen. Außerdem sollten sie prüfen, inwiefern der Abschluss einer zusätzlichen privaten Auslandskrankenversicherung angebracht ist.