Auslandssemester in Europa

Wenn es an die Planung eines Semesteraufenthalts geht, entscheiden sich nach wie vor viele Studenten aus Deutschland für ein Auslandssemester in Europa. Das hat seine Gründe. Zwar ist Europa nach Australien der zweitkleinste Kontinent der Welt - dennoch hat er eine unglaubliche Vielfalt zu bieten.

Hoch im Kurs stehen die südeuropäischen Länder für ein Semester in Europa. Spanien, Italien oder Portugal versprechen während der Sommermonate Sonne pur und haben neben traumhaften Stränden auch eine reiche Kulturgeschichte und umwerfende Landesküchen zu bieten.

Einen besonderen Reiz bietet das Studium für ein oder zwei Semester in Großbritannien. England, Schottland, Wales oder Nordirland haben auf der einen Seite romantische, grüne Landschaften, alte Kathedralen und verwunschene Burgruinen. Auf der anderen Seite laden hippe Städte wie die Weltmetropole London oder Irlands Hauptstadt Dublin zum Verweilen ein.

Ost- und südosteuropäische Länder sind in den letzten Jahren stark im Kommen und werden immer häufiger als Zielländer für ein Auslandssemester in Betracht gezogen. Polen, Tschechien und Kroatien bieten nicht nur so reizvolle Landschaften wie den Balaton oder die masurische Seenplatte. Das eigentliche Highlight sind nämlich die Städte. Prag, Zagreb oder Krakau gehören derzeit zu den spannendsten Städten Europas. Sie locken mit ihren prachtvollen historischen Stadtbildern, großen kulturellen Angeboten und jeder Menge Möglichkeiten, die Nacht zum Tag zu machen.


Gründe für ein Auslandssemester in Europa

Noch viele weiße Flecken auf der eigenen Europalandkarte? Ein Auslandssemester in Europa ist die perfekte Möglichkeit, dem entgegenzuwirken.

Aufgrund der kulturellen und sprachlichen Vielfalt, die der Kontinent zu bieten hat, ist ein Semester in Europa für nahezu jeden Geschmack geeignet. Wer sein Englisch auf Vordermann bringen und Studienerfahrung an einer renommierten Hochschule sammeln möchte, geht nach Großbritannien. Wer eine romanische Sprache erlernen und während des Studiums auch etwas „dolce vita“ erleben will, hat die Möglichkeit, nach Frankreich, Spanien oder Italien zu gehen.

Die osteuropäischen Länder punkten hingegen mit relativ geringen Lebenshaltungskosten und bieten zunehmend englisch- oder sogar deutschsprachige Studiengänge an. Auch die relativ kurzen Wege und somit niedrigen Reisekosten sowie der geringe organisatorische Aufwand sprechen für einen Semesteraufenthalt in Europa.

Die einfachste Möglichkeit stellt dabei ein Auslandssemester dar. Eine wachsende Zahl europäischer Hochschulen bietet sogenannte Study-Abroad-Programme an. Diese ermöglichen es internationalen Studenten, für ein oder zwei Semester an der jeweiligen Gasthochschule zu studieren. Während ihres Semesteraufenthalts in Europa haben die Studenten oft freie Kurswahl. Sie können sowohl Kurse belegen, die dem Studienverlaufsplan an der Heimathochschule entsprechen als auch etwas ganz Neues ausprobieren. Sie besuchen die Kurse gemeinsam mit den einheimischen Studenten und legen am Ende des Semesters die gleichen Prüfungen ab.

Fast alle Hochschulen in Europa haben in den letzten Jahren auf das European Credit Transfer System umgestellt. Daher gestaltet sich die Anrechnung der während des Auslandssemesters erworbenen Credit Points an der Heimathochschule in aller Regel recht einfach. Wer seine Kurse an der ausländischen Hochschule geschickt wählt, sammelt internationale Erfahrung und verbessert seine Sprachkenntnisse, ohne dabei seine Regelstudienzeit zu verlängern.

Neben dem Study-Abroad-Programm bieten einige Hochschulen in Europa in sich geschlossene Semesterprogramme an, etwa zu Themengebieten wie International Business. In diesen Fällen ist die Kurswahl stärker vorgegeben; zum Teil werden die Studenten ausschließlich zusammen mit anderen internationalen Studenten unterrichtet. Häufig sind in die themenbezogenen Programme Exkursionen und Freizeitaktivitäten integriert.


Bewerbung für ein Semester in Europa

Egal für welche Art von Semesterprogramm ihr euch letztendlich entscheidet: Die Bewerbungsverfahren für ein Auslandssemester in Europa gestalten sich in der Regel deutlich einfacher als die Bewerbung für ein Vollstudium. Dies liegt daran, dass die deutschen Bewerber nicht mit einheimischen Studenten um die zum Teil raren Studienplätze konkurrieren.

Bei der Bewerbung für ein Semester in Europa müssen die Studenten lediglich ihr (Fach-)Abiturzeugnis und einen Nachweis über ausreichende Sprachkenntnisse der jeweiligen Landes- oder Unterrichtssprache vorlegen. Bei englischsprachigen Studiengängen verlangen die Hochschulen zumeist einen standardisierten Sprachtest wie den TOEFL oder IELTS. Eine frühzeitige Bewerbung für ein Auslandssemester in Ländern wie Spanien oder England ist ratsam.

Semester Europa: Kosten und Finanzierung

Die Kosten für ein Auslandssemester in Europa unterscheiden sich von Studienland zu Studienland. Durchschnittlich ist mit Studiengebühren zwischen 2.000 und 4.000 Euro pro Semester zu rechnen. In Großbritannien liegen die Gebühren in der Regel noch höher. In einigen Ländern, wie etwa Dänemark, gibt es hingegen gar keine Gebühren.

Auch die Lebenshaltungskosten sind in den einzelnen Staaten unterschiedlich hoch. In Tschechien könnt ihr beispielsweise mit 500 Euro im Monat gut auskommen, wohingegen ihr in London mindestens 1.000 Euro pro Monat einplanen solltet. Aufgrund der geringen Reisekosten und der niedrigeren Studiengebühren ist ein Auslandssemester in Europa dennoch deutlich günstiger als beispielsweise ein Semester in Nordamerika oder Ozeanien.

Es gibt eine Vielzahl an Förderprogrammen, die einen Semesteraufenthalt in Europa erschwinglich machen. So kann es sich für viele lohnen, einen Antrag für Auslands-BAföG zu stellen. Die Förderung erhalten teilweise auch Studenten, die in Deutschland keinen Anspruch auf BAföG haben. Das Amt für Auslands-BAföG übernimmt.

  • die Studiengebühren bis zu 4.600 Euro und
  • Zuschüsse zu Reisekosten und Krankenversicherung

Wo ihr den Antrag für das Auslands-BAföG einreichen müsst, hängt davon ab, in welchem Land in Europa ihr studieren wollt.

Für Studenten mit besonders guten Studienleistungen gibt es die Möglichkeit, Stipendien für ein Auslandssemester in Europa zu erhalten. Diese vergeben beispielsweise der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und diverse Stiftungen. Auch ein günstig verzinster Bildungs- oder Studienkredit kann euer Semester im europäischen Ausland Realität werden lassen. Wenn der Stundenplan es zulässt, haben deutsche Studenten die Möglichkeit, ihr Studium durch einen Nebenjob zu finanzieren. In den EU-Mitgliedsstaaten ist dafür keine besondere Arbeitserlaubnis erforderlich.


Visum und Einreise

Für ein Auslandssemester in Europa ist es nicht nötig, ein Visum zu beantragen. Zur Einreise reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. In einigen Ländern braucht ihr bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten allerdings eine Aufenthaltserlaubnis.

Innerhalb der EU sind gesetzlich Versicherte durch die jeweiligen Gebietskrankenkassen versichert. Dabei werden allerdings nicht immer die gleichen Leistungen übernommen wie bei deutschen Krankenversicherungen. Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, die alle eventuell anfallenden Kosten übernimmt, ist in manchen Fällen sinnvoll.