Unterkunft im Auslandsstudium

Ob Auslandssemester, Summer Session oder komplettes Bachelor- oder Masterstudium, ob in den USA, Neuseeland, Großbritannien, Kanada, Chile oder Malaysia: Studenten müssen während ihres Auslandsstudiums irgendwo wohnen. Für Studierende im Ausland gibt es verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten, die wir im Folgenden vorstellen möchten.

Studentenwohnheim für das Auslandsstudium

Ein Studentenwohnheim ist eine beliebte Form der Unterkunft im Auslandsstudium, aber es gibt auch noch andere Optionen.

Eine typische Unterkunft im Auslandsstudium sind Studentenwohnheime der ausländischen Hochschulen. Viele ausländische Universitäten unterhalten solche Unterkünfte für Studierende, aber nicht alle. Studentenwohnheime können sowohl direkt auf dem Campus der Hochschule liegen als auch abseits des Campus.

Leben im Studentenwohnheim auf dem Campus

Gerade bei Wohnheimen direkt auf dem Campus profitieren Studierende davon, alle Einrichtungen der Uni, wie Vorlesungssäle und Kursräume, nahebei zu haben. Auch alle wichtigen Ansprechpartner sind in der Nähe. Zu den Mensen oder Food Courts und den hochschuleigenen Sportstätten ist es ebenfalls nicht weit. Wer gern die Freizeitangebote an der Hochschule nutzen möchte, muss keine längere Anfahrt einplanen. Wohnen auf dem Campus ist eine tolle Gelegenheit, das typische Campusleben kennenzulernen, für das besonders die USA berühmt sind.

Studentenwohnheime bieten besonders am Anfang des Auslandsstudiums eine gute Gelegenheit, schnell neue Kontakte zu anderen Studierenden zu knüpfen. Allerdings kann man sich seine Mitbewohner nicht immer aussuchen. Wer im Studentenwohnheim leben möchte, sollte deshalb schon ein gewisses Maß an Toleranz und Gelassenheit mitbringen. Zum Beispiel, wenn es bei einer Party im Wohnheim mal wieder etwas lauter wird. In den Studentenwohnheimen müssen die Studierenden sich für gewöhnlich an gewisse Regeln halten. Diese betreffen beispielsweise die Nachtruhe oder den Umgang mit Alkohol. Es schadet also nicht, sich über die Hausordnung des Wohnheims zu informieren, bevor man ein Zimmer anmietet.

Ein Zimmer im Studentenwohnheim mieten

Ein Zimmer im Studentenwohnheim lässt sich schon vor der Abreise gut organisieren. Das Studentenwohnheim ist deshalb als Unterkunft gut für Studierende geeignet, die bereits vor der Ankunft im Studienland eine feste Bleibe haben möchten. Es ist ratsam, sich für ein Wohnheimzimmer möglichst früh zu bewerben. Die Bewerbungsfristen für Wohnheimplätze variieren je nach Hochschule.

Übrigens verpflichten manche Hochschulen, beispielsweise in den USA, die Studierenden im Undergraduate-Bereich dazu, zumindest einige Semester auf dem Campus zu wohnen.

Wohnen im Studentenwohnheim: Kosten

Für den Preis von Zimmern im Studentenwohnheim gilt häufig: Je näher das Wohnheim an der Hochschule liegt, desto höher ist auch der Mietpreis für die Unterkunft. Wie teuer genau ein Wohnheimzimmer ist, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Das hängt vom Studienland, der Hochschule, dem Wohnheim und der Art des Zimmers ab. Viele Wohnheime bieten Einzel- und Doppelzimmer mit oder ohne Badezimmer und teilweise auch mit einer gemeinsamen Küche für mehrere Zimmer an. Auch, dass die Uni vollmöblierte Apartments vermietet, die sich mehrere Studenten teilen können, ist nicht unüblich. Je „luxuriöser“ ein Quartier im Wohnheim ist, etwa hinsichtlich der Größe, der Anzahl der Betten und der Ausstattung, desto teurer ist es normalerweise auch. Im Mietpreis enthalten sind in der Regel bereits die Nebenkosten wie Strom und Gas. In einigen Ländern ist es häufig verpflichtend, zum Wohnheimzimmer die Verpflegung über einen Mealplan dazu zu buchen. Das ist etwa in den USA und Kanada nicht unüblich. Ein verpflichtender Mealplan trägt dazu bei, dass das Studentenwohnheim nicht die kostengünstigste Variante einer Unterkunft im Auslandsstudium darstellt. Dabei hat ein Mealplan natürlich den Vorteil, dass die Studenten zumindest unter der Woche meist nicht einkaufen und kochen müssen.

Vor- und Nachteile des Studentenwohnheims im Überblick

Vorteile Nachteile
Buchung des Zimmers im Wohnheim bereits von zuhause aus Zum Teil teurer als andere Unterkunftsmöglichkeiten wie etwa eine WG
Nebenkosten sind in der Regel im Mietpreis enthalten Teilweise keine eigene Kochmöglichkeit und verpflichtender "Meal Plan"
Verpflegung kann dazu gebucht werden Oft größere Entfernung zur (Innen-)Stadt
Schnelles Knüpfen von Kontakten zu anderen Studierenden Lautstärke durch andere Bewohner
Kurze Wege Mehr Regeln als beispielsweise in WG oder einer eigenen Wohnung
Geringe Transportkosten  
Campusleben  

WG oder eigene Wohnung im Auslandsstudium

Wer sich für die Zeit des Studiums im Ausland gegen das Wohnen im Studentenwohnheim entscheidet, kann sich eine private Unterkunft suchen. Wer lieber für sich ist, fühlt sich in einer eigenen Wohnung bestimmt gut aufgehoben. Allein eine Mietwohnung zu beziehen, ist allerdings die teuerste Unterkunftsmöglichkeit für ein Auslandstudium.

Viele Studierende entscheiden sich dazu, im Auslandsstudium in einer privaten WG zu wohnen. Wie auch bei uns üblich, können sie der neue Mitbewohner in einer bereits bestehenden Wohngemeinschaft werden oder zusammen mit anderen eine neue WG gründen. Es gibt allerdings Länder, in denen das Konzept der Wohngemeinschaft eher unbekannt ist.

Für eine geeignete Wohnung für das Auslandsstudium oder Auslandssemester hat jeder individuelle Kriterien. Ein wichtiges Kriterium ist häufig die Lage. Die einen bevorzugen eine Wohnung in der Nähe der Universität, andere möchten lieber in Stadt- oder Strandnähe leben – je nach den örtlichen Gegebenheiten.

Wer im Auslandsstudium in einer privaten Unterkunft wohnen möchte, sollte wissen, dass es nicht immer möglich ist, eine möblierte Wohnung zu mieten. Somit können durch die Anschaffung neuer Möbel weitere Kosten entstehen. In der Regel fallen zu den Miet- auch noch Nebenkosten an, etwa für Strom und Gas.

Wohnungssuche für das Auslandsstudium

Für die Suche nach einer privaten Unterkunft im Auslandsstudium ist es empfehlenswert, sich bereits vor der Abreise einen Überblick über den Wohnungsmarkt in der entsprechenden Stadt zu verschaffen. Studierende können sich schon einmal darüber informieren, wie die Wohnungen ausschauen, wie hoch die Mieten sind, und was sie für welchen Mietpreis bekommen. Die Höhe des Mietspiegels ist natürlich immer abhängig von Studienland und -stadt und der Lage der Wohnung.

Es ist jedoch dringend davon abzuraten, bereits von zuhause aus einen Mietvertrag zu unterschreiben oder gar eine Anzahlung für eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu leisten! Studierende sollten keine Wohnung mieten, die sie nicht vor Ort besichtigt haben - auch nicht aus Angst, hinterher im Auslandsstudium ohne Bleibe dazustehen. Eine solche Angst ist auch in den allermeisten Fällen unbegründet, denn anders als bei uns ist es in vielen Ländern normalerweise üblich, eine Wohnung sehr kurzfristig zu beziehen. Wer vor Ort ist, kann die Vermieter von Wohnungen auf ihre Anzeigen hin auch viel einfacher anrufen und spontane Besichtigungstermine wahrnehmen.

Studierende, die vor Ort eine Wohnung suchen möchten, sollten, wenn möglich, bereits vor dem Beginn des Semesters anreisen. So kollidiert die Wohnungssuche nicht mit den ersten Wochen an der Uni und das Auslandsstudium lässt sich entspannter angehen. Als erste Bleibe für die Zeit der Wohnungssuche wählen viele Studierende im Ausland ein Hostel.

Teilweise sind die ausländischen Hochschulen bei der Suche nach einer privaten Unterkunft für das Studium im Ausland behilflich.

Vorteile und Nachteile einer WG oder Single-Wohnung im Auslandsstudium

Vorteile Nachteile
Privatsphäre Wohnungssuche erst vor Ort möglich
Man kann sich die Mitbewohner aussuchen Viel Eigeninitiative erforderlich
Wohnung in bevorzugter Lage, etwa in Strand- oder Stadtnähe größere Entfernung zur Uni und damit verbundene Transportkosten
Mehr persönliche Freiheiten und Unabhängigkeit als in Studentenwohnheim oder Gastfamilie Weniger Kontakt zu anderen Studierenden abseits der Uni
Möglichkeit, das Leben im Studienland abseits des Campus besser kennenzulernen Zusätzlich zur Miete fallen noch (anteilig) Nebenkosten an

Unterkunft in einer Gastfamilie im Auslandsstudium

Eine weitere Möglichkeit zum Wohnen im Auslandsstudium ist eine Gastfamilie, auch als Homestay bekannt. Wer sich für diese Option entscheidet, lebt während des Auslandsstudiums bei einem einheimischen Gastgeber. Das kann nicht nur eine „klassische“ Familie mit Kindern sein. Ein älteres Ehepaar beispielsweise oder auch eine alleinstehende Person können ebenfalls einen Homestay anbieten. Wer als Gastfamilie Studenten aufnehmen möchte, wird im Normalfall im Vorfeld von den Homestay-Organisationen überprüft. Die ausländischen Hochschulen sind in häufig bei der Suche nach einer geeigneten Gastfamilie behilflich.

Die Studierenden haben in der Gastfamilie in der Regel ein eigenes Zimmer und oft auch ein eigenes Bad und dürfen die Küche mitbenutzen. Im Mietpreis sind im Normalfall die Nebenkosten sowie teilweise auch Mahlzeiten bereits enthalten. Das macht die Gastfamilie zu einer recht kostengünstigen Option zum Wohnen im Auslandsstudium.

Im Studium im Ausland in einer Gastfamilie zu leben ist eine tolle Gelegenheit, Land und Leute noch besser kennenzulernen. Studierende können die Kultur und den Lebensalltag der Einheimischen aus nächster Nähe erleben. In einige Gastfamilien haben die Studierenden sogar einen richtigen Familienanschluss und bekommen so noch mehr vom Alltag mit.

Nicht zu kurz kommt bei einem Aufenthalt in einer Gastfamilie die Weiterentwicklung der Fremdsprachenkenntnisse. Wer in den USA, Australien oder Großbritannien ein Auslandsstudium absolviert, ist so „gezwungen“ auch abseits der Hochschule English zu sprechen. Dies ist ja auch in WGs und Studentenwohnheimen der Fall, sofern man nicht nur mit Landsleuten zusammenwohnt. Studierende, die beispielsweise an einer Uni in einem spanischsprachigen Land wie Spanien, Peru oder Chile vorwiegend auf Englisch studieren, können in der Gastfamilie ihr Spanisch und an der Universität ihr Englisch verbessern. So schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wer sich für das Auslandsstudium für eine Unterkunft in einer Gastfamilie entscheidet, sollte bedenken, dass diese nicht unbedingt immer in unmittelbarer Uni- oder Stadtnähe leben. Als Gast sollten Studenten sich natürlich auch an bestimmte Regeln des Hauses halten. Das kann gerade für Studierende, die bereits allein gewohnt haben, ungewohnt sein.

Gastfamilien als Unterkunfts­möglichkeit im Auslandstudium: Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Land und Leute kennenlernen Transportkosten zur Uni
Sprachkenntnisse verbessern Man muss sich an die von der Familie aufgestellten Regeln halten
Nebenkosten und Verpflegung häufig im Mietpreis inbegriffen Oftmals größere Entfernung zur (Innen-) Stadt, da die Gastfamilien in Wohngebieten leben
Familienanschluss  

Für kurze Zeit: Im Hostel oder Hotel wohnen

Ein Hostel oder ein Hotel ist unter anderem aufgrund der Kosten nur als kurzfristige Unterkunft zu Beginn des Auslandsstudiums geeignet. Teilweise gibt es dort aber zu bestimmten Zeiten Sonderangebote für Studenten. Hostels sind eine beliebte Übergangslösung für Studierende, die nach der Ankunft im Studienland eine feste Bleibe suchen möchten. Einige dieser Unterkünfte sind besonders stark von internationalen Studenten frequentiert, sodass sich hier schon erste Kontakte untereinander knüpfen lassen.

Wichtig!
Lest euch in jedem Falle den Mietvertrag für eure Unterkunft im Auslandsstudium gründlich durch, um böse Überraschungen zu vermeiden. Häufig gibt es an den Gasthochschulen auch Anlaufstellen, die euch bei Fragen oder Unsicherheiten in Bezug auf den Mietvertrag zur Seite stehen können.