30 Jan
Erfahrungsbericht von Laura B.

Universidad de Vina del Mar


Stadt: Viña del Mar
Land: Chile
Kontinent: Südamerika
Studienrichtung: BWL, Wirtschaft
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 07/2018 bis 12/2018
Heimathochschule: Bonn-Rhein-Sieg HS

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbungsverfahren

Schon zu Beginn meines Studiums war mir klar, dass ich unbedingt ein Auslandssemester machen möchte. Da ich Englisch fließend beherrsche und gerne eine neue Sprache lernen wollte, habe ich mich dafür entschieden, in den spanischsprachigen Raum zu gehen. Zunächst überlegte ich nach Spanien zu gehen, aber ich wollte gerne etwas Neues erleben, das sich von Deutschland total unterscheidet. Mit der Hilfe der Auslandskoordinatorin an unserer Hochschule wurde ich auf die Universidad Viña del Mar in Chile aufmerksam und war direkt überzeugt! Es waren schon einige Studentinnen von unserer Uni in Chile und haben das Land und die Universität sehr empfohlen.

Die Bewerbung war, dank College Contact, ganz leicht und der Bewerbungsbogen war schnell ausgefüllt. Weder Motivationsschreiben, noch andere Unterlagen waren nötig und bei Fragen stand mir das Team von College Contact immer zur Seite. So einfach habe ich mich noch nie auf etwas beworben!

Da die Universität in Chile eine private Uni ist, ist es ziemlich sicher, dass man akzeptiert wird und so muss man keine Angst haben, am Ende ohne Studienplatz dazustehen. Eine Bewerbung auf Alternativen war damit nicht nötig.

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Vorbereitung

Als ich dann ein paar Wochen später meinen „Offer Letter“ von College Contact zugeschickt bekam und so in Chile angenommen war, konnten die Vorbereitungen beginnen.

Meinen Flug habe ich selbst über das Internet gebucht, einige haben dies auch mit Hilfe verschiedener Reiseorganisationen gemacht. Bei der Flugsuche sollte man sich überlegen, ob man nach dem Semester noch reisen möchte oder nicht, da man gegebenenfalls einen Abflug von einem anderen Flughafen als Santiago braucht.

Von anderen Studentinnen, die bereits in Viña ihr Auslandssemester gemacht haben, wusste ich, dass es nicht nötig ist, sich vor Anreise um eine Wohnung zu kümmern. Ich fand es wesentlich einfacher, sich für die erste Woche in ein Hostel einzumieten und von dort eine Wohnung zu suchen. Da es in Viña und auch der Nachbarstadt Valparaíso einige Studenten gibt, gibt es immer viele Wohnungsangebote. Weiteres zu meiner Wohnungssuche später.

Vor meiner Abreise habe ich zwar einen Spanischkurs besucht, konnte jedoch leider nicht sehr viel mitnehmen und bin mit sehr wenigen Spanischkenntnissen nach Chile. Natürlich hat dies die Sache am Anfang etwas erschwert, aber für mich persönlich war es gerade aus dem Grund schön zu sehen, wie schnell ich die Sprache während des Semesters gelernt habe. Trotzdem würde ich einen Sprachkurs vorweg empfehlen, es macht die Sache wesentlich einfacher, da in Chile kaum jemand Englisch spricht.


Ankunft in Chile

Ende Juli ging es also von Düsseldorf über Nordamerika nach Chile. Meine erste Nacht verbrachte ich in Santiago und nahm am nächsten Tag den Abholservice der UVM vom Flughafen wahr. Es waren einige andere Studenten und Studentinnen aus anderen Ländern vor Ort und man hatte so die Gelegenheit, bereits am ersten Tag Kontakte zu knüpfen.

Unterkunft

In Viña kam ich zunächst im Street Garden Hostel unter und suchte mir von dort dann eine Wohnung. Über eine Freundin bekam ich den Kontakt zu einer chilenischen Frau, die Wohnungen an Studenten vermietet und fand so innerhalb einer Woche ein Zimmer. Ich wohnte mit drei Chilenen und einer Österreicherin, die auch an der UVM ein Auslandssemester studierte, zusammen und wir haben uns alle super verstanden. Die Wohnung war direkt gegenüber von der Uni und kostete umgerechnet 270 Euro im Monat.

Orientation

Am Montag nach meiner Ankunft begann direkt die „Orientation Week“, wo uns die Universität, Viña und Chile an sich vorgestellt wurden und viele Aktivitäten von der Uni für uns geplant waren. Es gab beispielsweise eine Tour durch Viña und Valparaíso, Vorträge über Sicherheit und Leben in Chile und natürlich auch eine Welcome Party. Die Woche war sehr hilfreich, um die anderen Studenten kennenzulernen und sich ein bisschen besser in Chile zurechtzufinden. Die internationalen Studenten sind in englisch- und spanischsprachige Studenten aufgeteilt und in unserer Orientation Week waren wir ziemlich getrennt, was das Kennenlernen spanischsprachiger Studenten etwas erschwert hat. Im Laufe des Semesters kommt man jedoch durch Uni-Veranstaltungen, Veranstaltungen des International Clubs, Partys und so weiter relativ schnell in Kontakt mit dem Rest der Gruppe!

Kontakte knüpfen

Der International Club an der Uni besteht aus chilenischen Studenten und internationalen Studenten. Der Club organisiert viele Veranstaltungen während des Semesters, so zum Beispiel einen Tag für jedes Land, was unter den internationalen Studenten vertreten ist. Diesem kann man zu Anfang des Semesters für eine kleine Summe beitreten, was ich sehr empfehlen würde. Man wächst sehr schnell sehr eng zusammen, alle haben sich bei uns sehr, sehr gut verstanden und wir waren nach einiger Zeit wie eine große Familie. Wir waren über 100 internationale Studenten, aber trotzdem kannte man sich irgendwann und starke Grüppchenbildung gab es kaum!

Außerdem wird einem ein/e chilenische/r Hermano/Hermana (Bruder/Schwester) zugeteilt und noch jemand aus einem anderen Land. Es gibt dann während des Semesters ein paar Aufgaben, die man zusammen erfüllen kann und auch so unternimmt man einige Dinge zusammen und die hermanos/hermanas helfen einem bei Fragen und Problemen.


Studium

Da ich mich für das English Programm entschieden hatte, waren alle meine Kurse auf Englisch, bis auf meinen Spanischkurs. Um dafür eingestuft zu werden, mussten in der ersten Woche alle Studenten einen Spanischtest machen. Um auch spanischsprachige Kurse zu belegen, brauchte man ein Level von B2/C1, was bei mir bei Weitem nicht der Fall war. Ich würde jedoch jedem empfehlen, einen Sprachkurs an der Uni zu machen. Es erleichtert das Lernen der Sprache ungemein und es geht so viel schneller. Ich konnte vor meinem Auslandssemester, wie gesagt, so gut wie kein Spanisch und die ersten 1-2 Monate waren teilweise wirklich nicht einfach, aber umso mehr freut man sich, wenn man irgendwann alles versteht und sich auf Spanisch unterhalten kann. Wirklich das beste Gefühl!

Mit den Kursen an der Uni in Chile konnte ich an meiner Heimathochschule das Schwerpunktfach „International Management“ abdecken und musste so kein Semester länger für einen Auslandsaufenthalt einplanen. Ich wählte die Fächer „Negotiation Strategies“, „“Management Skills“ und „Indigenous People of Chile“ und hatte damit alles abgedeckt. Die Kurse sind im Vergleich zu Deutschland nicht sehr anspruchsvoll, aber sehr interessant.

In den ersten beiden Wochen hat man Zeit, sich die Kurse alle in Ruhe anzugucken, bevor man endgültig seine Kurse wählt, was die Kurswahl ungemein erleichtert hat.

Unser Ansprechpartner während des Semesters, Carlos Torres, stand einem immer bei Fragen zur Seite und im Laufe der Zeit haben wir alle ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihm aufgebaut und ihn sehr ins Herz geschlossen.


Freizeit und Reisen

Natürlich wollte ich nicht nur studieren, sondern auch Chile und die umliegenden Länder kennenlernen. Die UVM unterstützt einen in dieser Hinsicht sehr, da freitags keine englischsprachigen Kurse stattfinden und man, da die Anwesenheitspflicht „nur“ 80% beträgt, auch das ein oder andere Mal fehlen darf.

Chile ist so vielfältig und die verschiedenen Landschaften einfach beeindruckend. Im Norden liegt die Atacama Wüste, eine Salzwüste mit verschiedensten Ausflugszielen, die man entweder mit einem Mietwagen oder vor Ort angebotenen Touren erreichen kann. Der Süden von Chile hat es mir besonders angetan, dort bin ich 5 Tage durch den Nationalpark Torres del Paine gewandert und im Anschluss mit dem Bus nach El Chaltén und El Calafate in Argentinien gefahren. Valle de Elqui und La Serena im mittleren Teil von Chile sind von Viña sehr gut mit dem Bus erreichbar und auch sehr sehenswert.

Außerdem war ich in Buenos Aires und Mendoza in Argentinien und habe eine Woche in Rio de Janeiro verbracht und konnte so auch andere Länder in Südamerika kennenlernen.

Da Viña direkt am Meer liegt, haben wir viel Zeit am Strand verbracht, sei es zwischen den Vorlesungen, nach der Uni oder abends, bevor es zur nächsten Party ging. Da es in Viña viele Studenten gibt, gibt es so gut wie jeden Tag irgendwo eine Party und man bekommt vom International Club oft „Free Entry Passes“, mit denen man vor einer bestimmten Uhrzeit umsonst in die Clubs kommt. Dies war auch immer eine gute Möglichkeit, sich unter die Chilenen zu mischen und neue Leute in Viña und Umgebung kennenzulernen.

Viña war für mich von der Größe und der Lage perfekt, man hat alles, was man braucht und ich habe mich sehr schnell Zuhause gefühlt. Chile an sich, vor allem Viña, ist sehr sicher und ich habe mich nicht einmal unwohl gefühlt. Die Nachbarstadt Valparaíso ist nur 10 Minuten mit dem Bus entfernt und mit ihren bunten Straßen sehr beeindruckend und sehenswert. Auch Santiago (und der Flughafen) sind nur knapp 1,5 Stunden entfernt und mit dem Bus ganz einfach zu erreichen.


Fazit

Geht alle nach Chile, ich kann es nur empfehlen! Es war die beste Erfahrung meines Lebens und ich würde es nicht missen wollen. Da das Land so anders ist als Deutschland, lernt man sehr schnell sehr viel dazu und sieht Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive. Die Leute sind so freundlich und hilfsbereit und nehmen einen mit offenen Armen auf. Ich habe während meiner Zeit in Chile so viel über mich, über andere Kulturen und über das Land an sich gelernt und das hat mich sehr geprägt. Man lernt Freunde fürs Leben kennen, die aus verschiedenen Ländern und Kulturen kommen und mit denen man in kürzester Zeit sehr eng zusammenwächst. Die vier Monate in Chile waren bei Weitem nicht genug und ich vermisse das Land und die Leute jeden Tag!