29 Jan
Erfahrungsbericht von Simon P.

University of California Santa Barbara

Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2014 bis 12/2014

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Infos zum Bewerbungsverfahren:

Das Bewerbungsverfahren habe ich über die Organisation College Contact kostenlos und ohne Probleme abwickelt. Der Ablauf ist folgendermaßen:

  • Der Student entwickelt ein Interesse an einer oder mehrerer Partner-Universitäten von College Contact (weltweit)
  •  Im Anschluss stellt College Contact dem Student kostenloses Informationsmaterial zu den entsprechenden Universitäten zur Verfügung und hilft bei der Entscheidungsfindung des Studenten (E-Mail-Verkehr)
  • Der Student beschafft die notwendigen Unterlagen zur Bewerbung an der priorisierten Universität und schickt diese zu College Contact, wo die Unterlagen auf ihre Vollständigkeit geprüft werden
  •  College Contact leitet diese Unterlagen an die Universität weiter und ist für die gesamte Kommunikation mit der Universität im Ausland verantwortlich
  • Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung bestätigt College Contact dem Student die Zusage zum Auslandssemester und es kann losgehen!

Schon Fernweh bekommen?

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Versicherungen:

Die Wahl für mein Auslandssemester fiel letztlich auf die University of California, Santa Barbara (UCSB). In den Studiengebühren dieser Universität ist eine Versicherung für die internationalen Studenten enthalten. Allerdings werden mit dieser Versicherung nicht alle potentiellen Versicherungsfälle zu 100% abgedeckt, so dass es sein kann, dass für den Studenten unerwartete Kosten entstehen können. Daher habe ich mich dazu entschieden, im Vorfeld eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung über den ADAC abzuschließen. Diese deckt alle wesentlichen Versicherungsfälle ab und ist im Verhältnis zu den anderen Auslandskrankenversicherungen etwas preiswerter.


Visum

Die Beantragung des Visums wurde über ein Online-Portal durchgeführt und die Bestätigung war noch knapp einer Woche verfügbar. Im Anschluss war es notwendig, einen Termin bei einer der drei Botschaften in Deutschland (Berlin, Frankfurt, München) zu machen. Das Gespräch bei der Botschaft war entspannt und hat ca. 3min gedauert. Danach wurden die Visumsunterlagen direkt ausgehändigt.


Gepäck

Das kostenlose Gepäck bei den Flügen mit der Lufthansa & United betrug jeweils 23kg. Für ein Semester in Kalifornien ist dieses Gewicht auf dem Hinflug definitiv ausreichend, da man vorwiegend Sommersachen braucht und sich vor Ort gut und größtenteils billiger Kleidung kaufen kann. Allerdings sollte man die Temperaturen in Kalifornien nicht unterschätzen, da diese in den Abendstunden durchaus unter die 10 Grad Marke fallen können und man entsprechend wärmere Kleidung benötigt. Besonders in den Nationalparks kann es im Winter auch frieren.

Auf dem Rückflug besteht die Möglichkeit, dass man einen zusätzlichen zweiten Koffer aufgibt, der bei United 90 Euro pro Koffer kostet und somit im Vergleich zu einem Paket nach Deutschland (ca. 150 Euro) wesentlich billiger ist. Zusätzlich hat man während der gesamten Zeit seine Sachen dabei und trägt nicht das Risiko, dass das Paket verloren geht.


Anreise

Die Anreise habe ich zusammen mit einem Kommilitonen organisiert und es empfiehlt sich auf jeden Fall rechtzeitig vor Ort zu sein. In unserem Fall sind wir drei Wochen vor dem Start des Semesters von Frankfurt aus geflogen und haben noch einen Zwischenstopp in Vancouver eingelegt, was ich definitiv empfehlen kann. Die Buchung haben wir über das Unternehmen STA Travel durchgeführt, welches auf Studenten spezialisiert ist und den Studenten von College Contact einen Rabatt von 4% auf die Flüge gewährleistet. Zusätzlich haben uns die Mitarbeiter geholfen, die Zwischenstopps (auf dem Rückflug Miami & New York) sinnvoll mit in die Reise einzubauen und entsprechende Hostels für die Aufenthalte dort zu buchen.


Unterkunft und Verpflegung

Die Wohnsituation in Santa Barbara bzw. Isla Vista, dem Studentenviertel von der UCSB, ist momentan sehr schwierig. Den internationalen Studenten wurde empfohlen, sich erst vor Ort eine Wohnung bzw. ein Zimmer zu suchen, was sich im Nachhinein als ein durchaus anspruchsvolles und nervenaufreibendes Unterfangen herausstellte. Viele internationale Studenten (und insbesondere diejenigen, die nur ein Quarter an der UCSB waren) hatten große Problem eine Unterkunft zu finden und mussten teilweise bis zu 6 Wochen im Hostel übernachten, bis sie eine Unterkunft hatten. Zusätzlich war es nahezu unmöglich, ein Zimmer in Isla Vista zu bekommen, da die Nachfrage viel zu groß war.

Ich habe letztendlich knapp 5km entfernt von der Universität in einem kleinen Gästehaus in Goleta mit einer weiteren Person gewohnt, was Vor- und Nachteile hatte. Vorteile waren, dass es ein schönes kleines Haus in einer netten Wohngegend war und eine gewisse Ruhe im Vergleich zu Isla Vista herrschte. Auf der anderen Seite musste man jeden Tag mit dem Fahrrad knapp 5km zur Universität fahren, was besonders in den Abendstunden nicht sehr schön war oder wenn man das Fahrrad nach ein paar Kaltgetränken am nächsten Tag wieder in IV abholen musste. Zusätzlich fehlte gelegentlich die Überwindung nur für ein Bierchen nach Isla Vista zu fahren.

Bezüglich der Verpflegung muss man sich mit Sicherheit an den amerikanischen Lebensstil gewöhnen. Es ist häufig billiger zu einer der zahlreichen Fast-Food-Ketten zu gehen, als eigene Mahlzeiten zu kreieren. Das liegt daran, dass die Preise dieser Ketten sehr billig sind und zusätzlich einige gesunde Produkte im Vergleich zu Deutschland teuer sind. Zu empfehlen ist definitiv Habbit (Burger-Kette) oder auch Freebirds, was allerdings etwas teurer ist. Mittwochabend ist die Woodstock-Pizzeria ein Muss, da es an diesen Abend eine günstige Bierflatrate gibt. Wenn man dann doch mal kochen will, kann man allerdings auch viele Produkte finden, die in etwa den gleichen Preis, wie in Deutschland, haben. Zu empfehlen sind die beiden Supermärkte Ralphs & Vons, die beiden im Nahen Goleta zur Verfügung stehen.


Hochschule


Belegung von Lehrveranstaltungen

Die Belegung von Lehrveranstaltungen stellte sich als recht entspannt heraus. Im Vorfeld konnten sogenannte „Extension Courses“ gewählt werden, welche größtenteils abends oder zum Teil am Wochenende stattfanden und somit neben den internationalen Studenten auch von Berufstätigen oder normalen Studenten zur Weiterbildung belegt werden konnten. Es war kein Problem, dass man einen Platz in den Kursen bekommt und man hatte bereits einen Teil von zu Hause aus organisiert. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es durchaus vorkommen kann, dass man einen Kurs mit nur internationalen Studenten belegt bzw. in meinem Fall mit über 90% Deutschen. Vor Ort bestand dann zusätzlich die Möglichkeit Kurse zu „crashen“. In diesem Prozedere geht man zu den für alle Studenten offenen Kursen und fragt den entsprechenden Dozent, ob noch Platz in dem Kurs ist. Sollte dieses der Fall sein, füllt man ein entsprechendes Formular aus und schreibt sich in den Kurs ein. Bei den von mir gewünschten Kursen war dieses kein Problem. Außerdem würde ich empfehlen, dass man mindestens einen dieser Kurse belegt, um besser in Kontakt mit den Amerikanern zu kommen. Nachteil bei diesen Kursen ist, dass die Kurse um die $1000 pro Kurs kosten.


Empfehlenswerte Lehrveranstaltungen

Ich hatte die folgenden Kurse und war sehr zufrieden:

  • Business Development for the Global Marketspace (BUSAD X411.1)
  • Fundamentals of the Practical Project Management (ENGR X452.09)
  • Speaking Skills for the Global Marketspace (LING X491.4)
  • Group Communication (COMM XSB 150)
  • Organizational Communication (COMM XSB 122)

Die Extension-Courses sind in der Regel von dem Niveau nicht so schwer, wie die Open-Courses. Allerdings muss man relativ viele Prüfungsleistungen während des Semesters abgeben, so dass sich die Endnote meistens aus mehreren Noten zusammensetzt. Der Kurs „Group Communication“ bringt einiges an Aufwand mit sich, aber die Vorlesungen sind sehr spannend. In dem Kurs „Organizational Communication“ stand in den letzten drei Wochen ein Gruppenprojekt an, welches den Bezug zur Praxis herstellen sollte und entsprechend viel Spaß gemacht hat.


Sport- und andere Freizeitmöglichkeiten

Das Recreation-Center des UCSB ist perfekt, um Sport zu machen. Für 60$ für drei Monate können die gesamten Sportfelder, Tennisplätze und Fitnessräume sowie ein großer Schwimmbereich (inklusive Whirlpool) unbegrenzt genutzt werden. Zusätzlich gibt es ein Angebot im Bereich Intramural Sports, in dem sowohl internationale Studenten als auch fest eingeschriebene Studenten die Möglichkeit besitzen, in verschiedenen Sportarten (z.B. Fussball, Beach-Volleyball) ein Team zu gründen und aus Spaß gegen andere Teams anzutreten. Wer gerne Surfen oder Stand-Up Paddling ausprobieren möchte, kann sich im Exkursion-Club anmelden und für 30$ pro Semester kann kostenlos gebrauchte Surfboards und generell Equipment für Campingtrips oder verschiedene Arten von Wassersport ausleihen. Zusätzlich bietet der Exkursion-Club verschiedene Touren an.


Studentenrabatte

Obwohl die fest eingeschriebenen Studenten zu den Sportveranstaltungen der Universität kostenlos gehen können, müssen die internationalen Studenten hierfür Eintritt zahlen. Dieses ist meiner Meinung nach nicht verständlich bei den hohen Studiengebühren, die wir zahlen, und deshalb ein Kritikpunkt. Zusätzlich gibt es bestimmte Veranstaltungen, die nur für fest eingeschriebene Studenten zugänglich sind.


Was man gesehen und getan haben sollte

Während des Auslandssemesters sollte man sich genug Zeit zum Reisen nehmen. Es gibt generell viele Reiseziele und einiges zu erleben in Kalifornien und den umliegenden Bundesstaaten. Meine Highlights waren San Francisco (inklusive dem Highway 1) und Las Vegas (inclusive dem Grand Canyon). Beim nächsten Mal würde ich jedoch versuchen, den Trip nach Las Vegas im Sommer zu machen, um die legendären Pool-Partys mitzuerleben. Außerdem bieten sich einige Touren nach Los Angeles an, welche nur knapp 1einhalb Stunden von Santa Barbara entfernt ist. Lohnenswert sollen auch der Yosemite Nationalpark und San Diego sein, allerdings möchte man tendenziell auch nicht jedes Wochenende unterwegs sein und stattdessen das Studentenleben vor Ort genießen. Das ist es nämlich auf jeden Fall wert!


Sonstiges

Ein Semester an der UCSB ist definitiv eine einmalige und unvergessliche Erfahrung und ihr werdet eine tolle Zeit haben! Wenn ihr Euch die Kurse gut legt, habt ihr so um die 2-3 Tage die Woche Uni und den Rest der Woche Freizeit. Diese Zeit könnt ihr nutzen, um das vielfältige Sportangebot zu nutzen, den Strand und das größtenteils super Wetter zu genießen oder das häufig ausschweifende Partyleben kennen und lieben zu lernen. Meiner Meinung nach bietet die UCSB eine gute Mischung aus all dem, was das Studentenleben ausmacht.