21 Jan
Erfahrungsbericht von Johannes S.

University of California Berkeley

Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL, Marketing
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 05/2006 bis 06/2006

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Was erwartet man, wenn man zur Summer Session nach Berkeley fährt? Bei mir war es klar: zum Ende meines Studiums wollte ich gerne noch die Möglichkeit genießen, mein perfektes Englisch zu verbessern… Naja, deshalb bin ich auch rübergefahren, aber hauptsächlich ging es mir darum, am Schluss meiner Studentenkarriere herauszufinden, wie es ist, an einer der Top-Adressen für Universitäten in den Vereinigten Staaten zu lernen und zu leben. Ist es wirklich so, dass die Bedingungen so gut sind? Und laufen die Studenten eher mit Büchern oder Surfboards unterm Arm herum, wo wir uns doch in Kalifornien befinden? Zugegebenermaßen, San Francisco verspricht nicht immer das beste Wetter, aber im Sommer wird doch wohl ein bisschen zu holen sein. Außerdem war ich gespannt, woher aus der Welt die Studenten nach Berkeley zur Summer Session pilgern.
Zusammen mit meinem Kommilitonen Mark setzte ich mich also im Februar an den Rechner und wir recherchierten, wie teuer der ganze Spaß wohl werden würde. Durch Berichte von Freunden, die ein Jahr vorher da waren, wussten wir ungefähr, was auf uns zukommen würde, deshalb war unser Budget mit einigen tausend Dollar ausreichend, wie sich feststellte.
Angekommen, waren wir überwältigt: Parkähnliche Anlagen, modernste Gebäude und vor allem Sportmöglichkeiten, was man so noch nicht gesehen hat! Die Lage der Uni ist dafür typisch amerikanisch: geht man 2 Querstraßen Richtung Süden, befindet man sich im ärmsten Viertel der Stadt. Deshalb war auch das erste Geschenk am Einführungstag eine Pfeife, mit der man im Notfall nachts auf der Straße die Cops rufen kann. Für uns allerdings kein Problem, da wir sehr schnell zig Leute kennengelernt haben, so dass wir, ob Tag oder Nacht, nie alleine unterwegs waren.
Der Unterricht war sehr strukturiert und arbeitsintensiv. In Marketing ging es letztlich darum, in einer Gruppe einen Business Plan für ein selbst ausgedachtes, fiktives Produkt aufzustellen und diesen professionell vor der Klasse zu präsentieren. Vorbereitend dazu wurde die Theorie im typisch amerikanischen Lehrstil beigebracht: in Diskussionen, Hausaufgaben und einem abschließendem Multiple-Choice Test. In Business Communication lief es ähnlich ab: Reden vorbereiten und halten, Diskussionen lernen, Geschäftsbriefe schreiben und korrigieren, zum Schluss eine Gruppenpräsentation. Die Professoren waren sehr nett, gesprächsbereit, diskussionsfreudig und offen für neue Ansätze. Man merkte, dass es für sie ebenso eine Herausforderung ist, mit Studenten aus aller Welt zu arbeiten.
Die Studenten, die wir in Berkeley getroffen haben, kamen wirklich von überall her. Halb Europa war vertreten, Indien, China, … Amerika natürlich. Es war wirklich unglaublich, wie viele unterschiedliche Leute man kennengelernt hat. Dadurch ist ein sehr intensives und nachhaltiges Netzwerk entstanden, so dass wir noch heute in Kontakt stehen.
Zusammen mit den ganzen anderen Studenten wohnten wir in der Residence Hall, ein großes Studentenwohnheim mit 2, 3 und 4-Bett Zimmern. Relativ spartanisch eingerichtet, aber mit allem, was man braucht. Für relativ abwechslungsreiches Essen war durch ein Buffet gesorgt (2x pro Tag im Wohnpreis mit drin), oder man ging 2 Blocks weiter in eines der verschiedenen Restaurants, Pizzerias, Fast-Food-Läden etc., wo es auch preiswertes Essen gab. Das Nachtleben in Studentenwohnheimen ist gewohnt aktiv, so dass wir uns um Beschäftigung nicht sorgen brauchten. Allerdings gibt es strenge Regeln, was den Verzehr von Alkohol betrifft, aber da wir alle über 21 waren, war dies für uns kein Problem.
Für das Rahmenprogramm wurde durch die Resident Assistants gesorgt, ansässige Studenten, die mit uns im Wohnheim lebten. Ob Clubbing in San Francisco, Sportprogramm, Videoabende, Partys, Fallschirmspringen… Fast alles wurde geboten. San Francisco, neben Hamburg wohl die schönste Stadt der Welt, war bequem mit der Bahn oder einem Bus (sogar umsonst) in 30 min erreichbar. Hier gab es wirklich viel zu entdecken (zu shoppen) und die unterschiedlichsten Leute zu sehen. Aber auch vor anderen Sehenswürdigkeiten im Westen der USA haben wir nicht Halt gemacht. So konnten wir Las Vegas, Lake Tahoe, Los Angeles und den Highway No. 1 sehen, was den ganzen Trip nochmal abgerundet hat.
Insgesamt war dieser Aufenthalt eine geniale Sache. Wer also, vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld übrig, einen interessanten Trip zu einer Top-Uni machen will, macht mit diesem Programm nichts verkehrt! Mir hat es nicht geschadet… Viel Spaß also dabei!