1 Feb
Erfahrungsbericht von Jakob E.

University of California Santa Barbara

Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2006 bis 12/2006

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

LA International Airport, September 2006. Etwas verloren stehe ich wartend am Busstop um das nächste Airport Shuttle nach Santa Barbara abzupassen. Zunächst zu müde für visionäre Gedanken, wirkt die Busfahrt auf dem wunderschönen Küstenhighway wie Adrenalin und weckt die Vorfreude auf die kommenden Monate.

Santa Barbara:

SB ist eine wunderschöne Stadt, mit spanisch angehauchter Architektur, Palmen gesäumten Strassen und gediegenem Flair. Das Zentrum bildet die State Street, eine Flaniermeile auf der man locker einen ganzen Tag beim Bummeln verbringen kann. Nie weit ist auch das nächste Cafe oder Restaurant das zum verweilen einlädt. Für die Abendunterhaltung sorgt ein breites Sortiment an Bars und Clubs. Vor allem donnerstagabends bietet sich auf Grund der vielen Happy-Hours (z.B. Cocktail 2$) eine Kneipentour durch SB an. Ganz wichtig ist allerdings den Ausweis nie zu vergessen, ganz egal wie weit der 21ste Geburtstag schon zurückliegt.

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Die UCSB befindet sich nicht direkt in Santa Barbara, sondern in Goleta, somit ca. 15 km von Downtown entfernt. Das sollte man auf jeden Fall bei der Unterkunftswahl berücksichtigen. Ansonsten kann das Pendeln sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und wird auf die Dauer sehr nervig.
Der Campus an sich ist sehr schön, wunderbar grün und direkt am Ozean gelegen. Der eigene Campus Beach bietet die Möglichkeit sich zwischen den Vorlesungen an den Strand zu legen oder zu surfen. Es gibt eine breite Palette an geisteswissenschaftlichen Fächern und Ingeneurwissenschaften. Es gibt zwar ein Economics Department aber keine Business school, somit beschränkt sich das wirtschaftswissenschaftliche Angebot auf VWL-Kurse und eine Hand voll BWL-Kurse (z.B. Accounting).
Eine Mensa zu suchen ist auch vergeblich, komplett privatisiert, sorgt für die Verpflegung eine grosse Anzahl an Fast-Food Läden, wobei man sich irgendwann nach etwas abwechslungsreicherer Kost sehnt.


Kurswahl:

Bei der Kurswahl sollte man sich am Besten auf Campus-Kurse beschränken. Die Extension-Kurse sind zu trivial und bewegen sich auf dem Niveau der Volkshochschule.
Dem (zeitlichen) Aufwand entsprechend sind jedem Kurs eine bestimmte Anzahl an Units zugeordnet, in der Regel vier Units pro Kurs. Um den Verpflichtungen des Studentenvisums nachzukommen müssen in jedem Quarter mindestens 12 Units Undergraduate (also 3 Kurse) oder 8 Units Graduate (2 Kurse) belegt werden. Mehr sollte man auch nicht nehmen, da fast jeder Kurs mit Präsentationen, Ausarbeitungen oder wöchentlichen Hausaufgaben verbunden ist. Zusätzlich finden zwei Klausurphasen statt (Midterm und die Finals).
Um an Campus-Kursen teilnehmen zu dürfen bedarf es der Zustimmung des jeweiligen Professors. Die fest immatrikulierten Studenten haben hierbei Vorrang und gerade die Undergraduate-Kurse im Bereich Economics zählen zu den begehrtesten der ganzen Uni. Nichtsdestotrotz hab ich von keinem gehört, dass er letztendlich nicht den Kurs gekriegt hat den er wollte. Auch wenn es beim ersten Mal nicht klappt sollte man einfach hartnäckig bleiben. Viele einheimische Studenten wechseln bis zu drei Wochen ins neue Quarter noch die Kurse.
Allen fortgeschrittenen Studenten (6. Semester und aufwärts) kann ich nur empfehlen Graduate-Kurse zu wählen. Die Klassen sind klein, der Unterricht sehr interaktiv und es ist überhaupt kein Problem auf Anhieb einen Platz zu bekommen. Man kann sich damit auch die Kosten für einen dritten Kurs sparen, weil man nur 8 Units Graduate belegen muss. Die Graduate Kurse sind durchaus anspruchsvoll aber mit deutlich weniger Aufwand als in Deuschland zu meistern.
Wenn ihr im Vorfeld für euch interessante Kurse aus dem General Catalogue aussucht, beachtet bitte ob sie auch in dem Quarter angeboten werden indem ihr vorhabt an der UCSB zu studieren.


Unterkunft:

Obwohl für amerikanische Verhältnisse Santa Barbara und die Umgebung relativ überschaubar ist, sollte man doch die Entfernungen nicht unterschätzen. Wie schon erwähnt ist die Uni außerhalb Santa Barbaras gelegen. Da sich auch ein Großteil des Studentenlebens auf und in der Nachbarschaft des Campus abspielt, sollte man auf jeden Fall in Nähe der Uni wohnen.
Direkt an den Uni-Campus schließt sich das (Studenten)viertel Isla Vista an. Auch wenn es schwierig sein kann etwas zu finden, kann ich nur raten auf jeden Fall zu versuchen in Isla Vista unterzukommen. Das Viertel hat sich vieles vom Charme seiner 68er Zeit erhalten und ist der soziale Nabel des außeruniversitären Studentenlebens.
Vor allem am Wochenende (und ganz besonders an Halloween) ist in IV an jeder Ecke etwas los. Da viele Studenten noch nicht 21 gibt es eine große Privatparykultur. Dabei wird einfach in WG-Häusern und vor allem bei den Verbindungen kräftig gefeiert. Auch wenn einem die Gastgeber nicht bekannt sind, ist man mit einem Sixpack Bier und einem europäischen Akzent in der Regel herzlich willkommen.
Um im Vorfeld schon zu suchen bietet sich das virtuelle schwarze Brett www.craigslist.com an. Falls sich nichts findet kann die Unterbringung bei einer Gastfamilie im Notfall auch vor Ort noch kurzfristig arrangieren.


Mobilität:

Gleich nach der Ankunft sollte man sich auf jeden Fall ein Fahrrad besorgen. Entweder gebraucht oder neu und günstig (ca. 70-80$) bei K-Mart. Auf jeden Fall in ein gutes Schloss investieren und das Rad nach Möglichkeit nicht über Nacht an öffentlichen Plätzen stehen lassen. Auch wenn Kriminalität in SB normalerweise kein großes Thema ist, ist Fahrradklau häufig an der Tagesordnung.
Es gibt ein relativ gutes Bussystem, mit dem man alles in und um Santa Barbara erreicht. Leider sind die Busfahrzeiten sehr begrenzt, auf den Hauptlinien bis maximal 23 Uhr, und somit definitiv nicht für Nachtschwärmer geeignet. Wenn man dann auf ein Taxi angewiesen ist wird das ein teurer Abend.


Diverses:

Das wichtigste ist sich am Anfang gleich ein Handy zulegen. Die meisten Studenten haben Cingular als Provider, die ein sehr gutes Prepaid-Angebot haben, mit einem Dollar pro Tag unbegrenzt im Cingularnetz zu telefonieren. Empfehlenswert ist auch sich gleich bei www.facebook.com anzumelden, dem geistigen Vorbild von StudiVZ. Viele Partyeinladungen werden oftmals einfach nur dort gepostet und Einladungen an den Freundeskreis bei facebook verschickt.

Zu guter Letzt kann ich nur allen wünschen, die sich dazu entschließen an der UCSB zu studieren, dass ihr eine ebenso grandiose Zeit erlebt wie ich sie hatte und schließe frei nach Hunter S. Thompson:

Santa Barbara 2006 was a very special place and time to be a part of. But no explanation, no mix of words or music or memories can touch that sense of knowing that you were there and alive in that corner of time in the world.