2 Dez
Erfahrungsbericht von Fabian R.

University of California, Santa Barbara

Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: VWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 03/2005 bis 09/2005

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Zur Stadt Santa Barbara sage ich nur, dass sie alles hat, was man sich von einer echten Westcoast-City erträumt!
Etwa 20.000 Studenten sind an der UCSB eingeschrieben. Diese kommen zu über 90% aus Kalifornien, so dass es sich also um eine echt kalifornische Uni handelt.
Unter den Professoren finden sich gleich fünf Nobelpreisträger, davon vier in Physik und Chemie und ein weiterer in den Wirtschaftswissenschaften. Aber nicht nur in diesen Fächern ist die Uni gut aufgestellt, sondern auch in vielen anderen. An dieser Stelle sei aber den BWLern gleich gesagt, dass sich das betriebswirtschaftliche Angebot auf Finance and Accounting beschränkt. Ansonsten besteht das wirtschaftswissenschaftliche Fächerangebot hauptsächlich aus VWL-Vorlesungen, aber zum Studienalltag später mehr. Von den Extension-Kursen solltet ihr die Finger lassen; das sind bessere Hausfrauenkurse, deren Niveau weit unter den Campus-Kursen liegt. Nichts für Studenten!
Der Campus steht direkt am Strand an einer Lagune und ist einfach fantastisch, nicht nur wegen der Lage am Strand und des angrenzenden Biotops, es gibt dort ein Gym, Shops uvm. Auf dem Campus bewegt man sich oft per Skateboard oder Fahrrad fort, zu lang sind sonst meist die Wege auf dem riesigen Gelände. Auch sonst kommt man mit diesen beiden Transportmitteln in Verbindung mit dem Bus innerhalb von Santa Barbara gut zurecht, ich hab jedenfalls kein Auto gebraucht.
Das akademische Jahr ist in Quartale unterteilt. Das ist günstig, da man sich so die passenden Zeiten aussuchen kann und nicht etwa drei Monate nach Ende des hiesigen Semesters warten muss, bis es denn nun endlich in Amerika losginge. Wie üblich in den USA schreibt man nicht nur am Semester- bzw. Quartalsende eine einzige Abschlussklausur, sondern bekommt meist auch noch Zwischenklausuren, Tests und sogar Hausaufgaben vorgesetzt. Im Endeffekt schneiden dann die ausländischen Studenten souverän ab, während die amerikanischen den Durchschnitt brutal runterziehen.
Jedem Kurs ist eine bestimmte Anzahl von Units zugeordnet, deren Anzahl den Arbeitsaufwand anzeigt und die den Credit Points ähneln. Die meisten Kurse umfassen vier Units, das entspricht meistens drei Vorlesungen pro Woche. Die Mindestanzahl an Units liegt bei zwölf. Mehr habe ich persönlich auch nicht genommen, ich wollte ja nicht nur studieren.
Die Kurswahl gestaltete sich anfangs zunächst schwierig: als externer Student kann man sich nämlich nicht vorab für einen bestimmten Kurs anmelden. (Möglicherweise gibt es diesbezüglich jetzt Änderungen, aber das werdet ihr ja sehen.) Ist dieser dann belegt, und das ist außerhalb der Summer Sessions oft der Fall, muss man versuchen, den Kurs zu „crashen“, d.h. man muss in den ersten Vorlesungen immer den Prof um Aufnahme bitten. Dabei darf man nicht gleich aufgeben, auch wenn der Kurs in der ersten Stunde hoffnungslos überbelegt zu sein scheint. Geduld ist dabei extrem wichtig!
Eine Kurs-Unit kostete in 2005 $185; macht beim Minimum von zwölf pro Quartal also $2220. Hinzu kommen natürlich noch weitere Gebühren, etwa die $800 DYO-Fee pro Quarter etc.
Die Lebenshaltungskosten liegen etwas über den deutschen, zumindest die der Lebensmittel. Wohnen ist in Santa Barbara ziemlich teuer, mindestens $500-800 monatlich müsst ihr einkalkulieren. In dieser Preisklasse liegt auch das Homestay Arrangement. Wenn ihr in Downtown SB wohnt, seid ihr relativ weit von der Uni entfernt und braucht immer ca. 30 Minuten mit dem Bus oder Auto. Goleta (westlich der Uni)ist da günstiger, weil näher. Isla Vista (IV) ist sogar noch näher, liegt nämlich direkt neben dem Campus. IV bietet definitiv das coolste und authentischste College Life von allen genannten Orten, denn in diesem 18.000 Einwohnerstädtchen wohnen fast nur Studenten, die der UCSB mal zum Ruf des Party-College der USA schlechthin verhalfen. Und auch wenn die Cops seit einigen Jahren ihre Kontrollen verstärkt haben, geht es meist immer noch ziemlich crazy ab. Am Wochenende ist partymäßig immer der Bär los. Wer da mal eine zeitlang gelebt hat, glaubt, dass all die US-College-Komödien a lá „American Pie“ auf Tatsachen beruhen. Da gibt ´s nur eins: Mitmischen!! *g
Freilich sind Wohnungen, außer im Sommer, recht schwer zu finden. Die Studentenwohnheime stehen Extension Students nur im August offen. Wohnungsanzeigen finden sich unter santabarbaranewspress.com. Meistens kann man aber immer auf die Homestay Arrangements zurückgreifen. Vor Ort lässt sich dann meist schon irgendwie etwas finden. Wer länger als ein Quarter bleibt, kann das so wie ich machen: zunächst ein Quartal bei einer Gastfamilie verbringen und von dort aus eine neue Wohnung suchen, z.B. einen Platz in einer echt kalifornischen Studenten-WG in Isla Vista – sehr empfehlenswert, dank des hohen Spaßfaktors ;-)
In Santa Barbara zu studieren ist jedenfalls der absolute Hammer, die Zeit für mich dort war der Wahnsinn, einfach „awesome“! Yeah dude...