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Medizinstudium in Osteuropa 2 Beiträge

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Verfasst: 27.05.13, 16:56
Webanfrage von Eddie:

Hallo liebes college-contact- team,

ich bin nach langem und intensiven Überlegungen dazu gekommen euch zu kontaktieren. interessiere mich sehr für ein Medizinstudium. Dies kann ich in Deutschland aufgrund meines NC\'s nicht machen, ohne eine beachtliche Zahl an Wartesemestern in Kauf zu nehmen. Ich wollte aber, da der Gedanke mich nicht los lässt, schauen ob sich ein Studium in Osteuropa realisieren lässt. Bis vor ein paar Wochen habe ich in Holland(Public Health) studiert, ein NC freier englischsprachiger Studiengang.
Ich bin jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass ich viel näher dran sein möchte am Menschen und habe deshalb das Studium vorzeitig beendet.

Osteuropa interessiert mich vor allem deshalb, weil ich schon russisch spreche, und ich glaube damit einen leichteren Einstieg zu haben.
Könnt ihr mir helfen meinem Traum näher zu kommen ?

Liebe Grüße Eddie
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Betreff des Beitrags: Re: Medizinstudium in Osteuropa
Verfasst: 27.05.13, 16:57
Hallo Eddie,

vielen Dank für deine Nachricht und dein Interesse an einem Medizinstudium im Ausland! Meine Kollegin Gesa hat deine Nachricht an mich weitergeleitet, da ich hier bei College Contact den Bereich rund um das Medizinstudium im Ausland betreue.
Gerne helfe ich dir bei all deinen Fragen rund um die Bewerbung an einer unserer Partneruniversitäten weiter.

Was den Studiengang Medizin angeht, stellen die englischsprachigen Studiengänge, die es seit mehreren Jahren an einigen Universitäten in Osteuropa gibt, eine gute Alternative zum Studium in Deutschland dar. Wir arbeiten mit fünf dieser Universitäten in Lettland, der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik zusammen. Diese Studiengänge dauern 6 Jahre und bestehen aus einem vorklinischen und klinischen Teil bzw. aus einer Mischung aus Vorlesungen und Praxis. Der hohe Praxisanteil, die kleinen Lerngruppen, der enge Kontakt zu den Lehrenden und die hohe akademische Qualität insgesamt bieten optimale Studienbedingungen.

Mehr über unsere Partneruniversitäten kannst du hier erfahren:
https://www.college-contact.com/studienfaecher/medizin

Auf den Profilseiten findest du Informationen zu den Kosten, Zulassungsvoraussetzungen, Unterkunftsmöglichkeiten und Erfahrungsberichte von Medizinstudenten, die wir an diese Unis vermittelt haben. Über den Link "Gratisbroschüren und Bewerbungsformulare" kannst du dir die Bewerbungsunterlagen herunterladen, zusammen mit unseren deutschsprachigen Bewerbungsanleitungen, die als Ausfüllhilfe für die Bewerbungsformulare dienen und eine Auflistung der einzureichenden Unterlagen für die Bewerbungen enthalten.

An unseren Partnerhochschulen in Tschechien und der Slowakei kann man sich immer nur einmalig pro Jahr mit Studienbeginn zum jeweiligen Wintersemester bewerben. Die hierfür aktuellen Bewerbungsunterlagen werden uns im Laufe des Frühjahres 2013 von den einzelnen Partnerhochschulen zugeschickt, was bedeutet, dass man sich auch erst ab dann bewerben kann. An der Riga Stradins University in Riga, Lettland ist eine Bewerbung allerdings zwei Mal pro Jahr möglich.

Die Zulassung in Tschechien hängt nicht von der Abiturnote, sondern von einer Aufnahmeprüfung ab. Die Aufnahmeprüfung an der Charles University – Third Faculty of Medicine in Prag bezieht sich auf die naturwissenschaftlichen Fächer und besteht aus einem englischsprachigen Multiple-Choice-Test mit Fragen in Biologie und Chemie und zusätzlich Physik auf Oberstufen-Niveau. Um ein Studienplatzangebot zu erhalten, muss der Test erfolgreich bestanden werden. In unserer Bewerbungsanleitung kannst du Informationen zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen finden (Themengebiete, Beispielfragen, empfohlene Vorbereitungsliteratur):

[Links veraltet]

Die Aufnahmeprüfung wird in der Regel an unserer Partnerhochschule in Prag durchgeführt. Ein Studienbeginn an dieser Universität ist immer zum Wintersemester möglich. Bewerbungen können ab Frühjahr für das Wintersemester des selben Jahres entgegengenommen werden, sobald die aktualisierten Bewerbungsunterlagen von der Hochschule veröffentlicht worden sind. Bewerbungsschluss war im Jahr 2012 der 31. Mai, in diesem Zeitraum wird voraussichtlich auch im Jahr 2013 der Bewerbungsschluss liegen.

In der Regel umfassen die ersten beiden Jahre den theoretischen Teil und ab dem dritten Studienjahr hat man dann im klinischen Teil auch mit Patienten zu tun. Die Landessprache muss daher an allen unseren Partnerhochschulen immer schon gleich vom Studienbeginn an mit gelernt werden, so dass man dann später mit den Patienten kommunizieren kann.

Was einen Wechsel während des Medizinstudiums nach Deutschland angeht, gestaltet sich dies sehr schwierig, da die Anerkennung einzelner Studienleistungen zwar generell möglich ist, jedoch in der Regel nicht in vollem Umfang gewährleistet ist. Du solltest beachten, dass sich die Studiensysteme insofern unterscheiden, als dass es ein Physikum im deutschen Sinne nicht gibt. Die Lehrpläne basieren auf den Studiensystemen des jeweiligen Landes und sind zwar EU-Richtlinien-konform, aber die Studiensysteme sind nicht zwangsweise kompatibel mit dem deutschen System.
Daher ist z.B. die Anerkennung des vorklinischen Teils als Äquivalent zum deutschen Physikum eher nicht gegeben. Es handelt sich um internationale Studienprogramme, und die Studierenden kommen aus vielen verschiedenen (meist anderen EU-) Ländern, so dass die Lehrpläne an diesen Unis nicht an das deutsche System angelehnt sind wie z.B. in Ungarn.

Außerdem ist ein Wechsel natürlich auch eine Frage der Kapazität an den deutschen Universitäten, die in höheren Semestern nicht unbedingt zusätzliche Studienplätze zur Verfügung haben, und wenn ein Wechsel klappt, muss man sich auf erneute Wartezeit einstellen. Für die Anrechnung bereits erbrachter Studienleistungen sind die Landesprüfungsämter (LPA) für Heilberufe in dem Bundesland zuständig, in dem du geboren wurdest. Nähere Informationen und die Kontaktdaten der LPAs findest du auf den Internetseiten des DAAD unter

http://www.daad.de/ausland/studieren/be ... luessen/#3

Die Anerkennung des Studienabschluss ist jedoch EU-weit geregelt und damit auch in Deutschland gesichert. Es gibt in der EU Richtlinien, die die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen innerhalb der EU regeln.
Dabei geht es um die Richtlinie 2005/36/EG bzw. 2005/36/EC.

Hier einmal der entsprechende Text:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/Lex ... 142:DE:PDF

(Die relevanten Informationen beginnen ab Seite 10 und auf Seite 17.)

Innerhalb der EU gelten also gegenseitige Anerkennungsverträge bezüglich der Ausbildung. Bei der Bundesärztekammer finden sich zudem weitere Informationen zur Anerkennung und Beantragung der Approbation in Deutschland mit einem medizinischen Abschluss aus einem anderen EU-Land. Hier mehr:

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte ... probation/

Beispiel: Die Riga Stradins Universität ist staatlich akkreditiert und darf den Abschluss "ārsta diplom" (medical doctor) vergeben.

http://www.aiknc.lv/en/index.php

Dieser Abschluss, genauso wie die Abschlüsse aus der Slowakei, aus Tschechien und auch anderen EU-Ländern, ist in Deutschland durch die EU Richtlinien anerkannt. In der Bundesärzteordnung findet sich eine Auflistung der anerkannten Abschlüsse (Anlage(zu:§3 Abs.1 Satz2)

http://www.gesetze-im-internet.de/b_o/B ... 70961.html

Durch die EU-weite Anerkennung des Studienabschlusses ist daher gesichert, dass du in Deutschland oder auch in einem anderen EU-Land deine Facharztausbildung machen kannst und die Approbation beantragen kannst. Dies bietet dir also optimale Berufschancen auf dem gesamten europäischen (und teilweise auch außereuropäischen) Arbeitsmarkt, auch weil du ein englischsprachiges Studium absolviert hast.

Bei einer Bewerbung an unseren Partneruniversitäten können wir dir unseren kostenlosen Bewerbungsservice anbieten, der Hilfe bei der Bewerbung, eine Überprüfung durch uns und die Weiterleitung der Bewerbung an die Universität beinhaltet. Außerdem stehen wir als Vermittler zwischen dir und der Universität, so dass wir alle eventuellen Rückfragen für dich bearbeiten können und als lokaler Ansprechpartner für dich zur Verfügung stehen.

Ich hoffe, diese Informationen helfen dir erstmal weiter. Wenn du weitere Fragen haben solltest, melde dich einfach wieder bei mir, ich helfe dir dann gerne weiter!

Viele Grüße,

Heike
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