18 Dez 2019
Academic Gap Year in Kalifornien

Michelles Schnupperstudium an der California State University San Marcos

Autor: Niklas Gruber

Für Michelle begann das Studentenleben direkt in Kalifornien!

Kaum ist der Abi-Stress vorbei, plagen einen schon die nächsten Sorgen. Etwas Zeit im Ausland verbringen klingt gut, aber sollte man sich nicht auch für einen Studienplatz bewerben? Und was, wenn man nicht weiß, ob einem das Studieren überhaupt taugt? Und welche Studienfächer kommen überhaupt in Frage?

Wer darüber hinaus seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und interkulturelle Kompetenzen sammeln möchte, sollte es wie Michelle machen und sich für ein Academic Gap Year entscheiden. Bevor sie sich für ein Studium im Fach Eventmanagement an der accadis Hochschule in Bad Homburg entschieden hat, verbrachte Michelle ein Schnuppersemester an der California State University San Marcos im sonnigen Kalifornien. Im Interview erzählt sie uns von den ersten Eindrücken ihres Studentenlebens, ihrer Unterkunft im Homestay und ihren liebsten Reisezielen in und um San Marcos.


Wer in Kalifornien studiert, sollte so viel Zeit wie möglich am Strand verbringen!

College Contact:
Wie kam dir eigentlich der Gedanke, ein Gap Year nach dem Abitur zu machen?

Michelle:
Das kam dadurch, dass ich noch nicht sicher war, was ich eigentlich studieren wollte. Ich wollte unbedingt noch mal ins Ausland, gleichzeitig trotzdem schon einmal einen Einblick ins Studienleben bekommen, um sicher zu gehen, ob das auch wirklich etwas für mich ist. Ich habe nach einem Studienfach gesucht, das in Richtung meines Hobbys Musik geht und da in Deutschland die Aufnahmebedingungen relativ streng sind, wenn man nicht schon professionell Musik macht, hat sich das Gap Year in San Marcos angeboten. Natürlich spielten bei der Entscheidung der Hochschule auch die Lage, die Nähe zum Strand und das gute Wetter in Kalifornien eine Rolle. (lacht)

College Contact:
Du warst vor deinem Gap Year also schon einmal im Ausland?

Michelle:
Ja, sogar mehrmals! In der elften Klasse habe ich in den Sommerferien ein Praktikum an der Südküste Englands gemacht und ein Jahr später war ich einen Monat lang als Austauschschülerin in Louisiana. Damals schon hat mich die amerikanische Kultur interessiert und die Zeit an der High School hat mich dazu inspiriert, noch einmal in die USA zu gehen.

College Contact:
Also ging’s dann direkt nach dem Abi zum Studieren an die Cal State San Marcos oder wie lief das bei dir ab?

Michelle:
Bevor ich im Januar losgeflogen bin, habe ich während der Vorbereitungsphase noch ein halbes Jahr gearbeitet, damit ich ein bisschen Geld ansparen konnte. Als ich dann angekommen bin, war es anfangs ziemlich ungewohnt und ehrlich gesagt auch ein bisschen kompliziert, da ich leider nicht direkt in die Kurse reingekommen bin, für die ich mich in Deutschland entschieden hatte. Damit muss man auch rechnen, da die amerikanischen Studenten bei der Kurswahl Vorrang haben und einen Kurs mit der gleichen Anzahl von Units zu finden, gestaltete sich schwieriger als gedacht. Im Endeffekt lief dann aber alles gut und nach einer Woche konnte ich richtig loslegen.

College Contact:
Wie hat sich das so angefühlt als frische Studentin an einer ausländischen Uni?

Michelle:
Nachdem alle Probleme mit den Kursen geklärt waren, lief es dann richtig entspannt. Die Vorlesungen waren vom Tempo so, dass man es gut verstehen konnte und die Tatsache, dass es keine deutsche Uni war, war überhaupt kein Problem, weil man auch von den ganzen Betreuern gut angeleitet wurde und immer Unterstützung bekam, wenn man Probleme hatte. Dadurch, dass immer ein Ansprechpartner da war, hatte man die Garantie, dass, wenn man mal nicht weiterkommt, man immer noch jemanden fragen kann und nicht komplett auf sich alleine gestellt ist.

College Contact:
Konntest du Unterschiede zwischen dem Schulleben in Deutschland und dem Unileben in den Staaten feststellen?

Michelle:
Ja, definitiv, es ist einfach ein komplett anderes Umfeld. Im Fach Geschichte war es zum Beispiel so, wie man sich das in der Uni so vorstellt, der Professor trägt vor und man sitzt und schreibt mit. Andererseits hatte der Spanisch-Kurs mit Vokabeltests und laut Vorlesen schon eine große Ähnlichkeit zur Schule. Der größte Unterschied war natürlich der Campus, der war einfach riesig, bestimmt viermal so groß wie der meiner Schule. In der Einführungswoche haben wir auch eine Campusrallye gemacht, die von Studenten der CSU San Marcos geleitet wurde. Da hat man erst einmal gemerkt, wie komplex die ganzen Gebäude sind und wie weitläufig die Uni ist. In den ersten Tagen verläuft man sich daher noch leicht, weil sich ständig Wege in alle Richtungen abzweigen, aber zum Glück gibt es ja auch eine Campus-Karte und Studenten, die man nach dem Weg fragen konnte (lacht).

College Contact:
Was gibt es denn alles so auf dem Campus?

Michelle:
Neben der Sporthalle mit einem riesigen Fitnessstudio gab es eine Bibliothek, die bestimmt vier oder fünf Stockwerke hatte. Da konnte man immer ungestört lernen und im Keller des Gebäudes fanden auch einige Veranstaltungen für internationale Studenten statt. Darüber hinaus gab auch so eine Art Cafeteria, mit Essensangeboten wie Panda Express, Subconnection oder Starbucks - der war aber immer voll. Egal zu welcher Uhrzeit man kam, es gab dort immer eine Schlange. Ganz am Anfang wurde uns auch gesagt, dass, wenn man sich vor der Vorlesung dort etwas holen möchte, man zehn Minuten früher kommen sollte, weil dort immer viel los ist (lacht).

College Contact:
Du hast eben schon erzählt, dass du wegen deines Hobbys Musik ein Academic Gap Year in Betracht gezogen hast. Auf welche Kurse ist deine Wahl denn schließlich hinausgelaufen?

San Marcos ist der perfekte Startpunkt für Trips zu anderen Städten in der Umgebung.

Michelle:
Dadurch, dass ich noch eine weitere Sprache lernen wollte, hatte ich den Spanisch-Kurs sowieso schon geplant und wegen der Nähe zu Mexiko bietet sich das natürlich auch in San Marcos an. Im Bereich Musik fiel die Wahl zuerst auf Musiktheorie, aber das war ein Kurs für Fortgeschrittene und für mich dann doch etwas zu schwierig. Anstelle von Musiktheorie habe ich dann Geschichte und Hip Hop gewählt, das war eigentlich nicht geplant, aber Hip Hop wurde schlussendlich sogar zu meinem Lieblingskurs. Ein weiteres Fach war Chor, da hatten wir sogar einen Auftritt am Ende des Semesters, der Kurs war echt beliebt. Rückblickend haben mir Chor und Hip Hop echt am besten gefallen.

College Contact:
Ihr hattet sogar einen Auftritt mit dem Kurs?

Michelle:
Ja, der fand im Proberaum der Uni statt und wurde von unserer Chorleiterin organisiert. Die hat noch zwei hawaiianische Freunde eingeladen, die traditionelle Stücke vorgespielt haben. Viele Leute aus der Umgebung und Freunde der Chorleiterin kamen und das hat echt Spaß gemacht!

College Contact:
Wie kann man sich denn einen Hip Hop-Kurs an der Uni vorstellen?

Michelle:
Ich selbst hatte anfangs auch keine Ahnung, was man da so machen würde. Wir hatten einen relativ jungen Lehrer, der den Fokus aufs Tanzen gelegt hat. Zudem kamen dann Inhalte aus anderen Bereichen von Hip Hop hinzu, zum Beispiel Lyrik und Graffiti. Ich würde sagen, wenn einem Tanzen liegt, dann ist der Kurs wirklich super. Es war so entspannt, weil das zwischen Public Speaking und Spanisch lag, zwei eher trockene Fächer, und Hip Hop hat das immer etwas aufgelockert. Man hat das gar nicht so richtig als Veranstaltung wahrgenommen, weil man so viel getanzt hat.

College Contact:
Und worum ging’s bei Public Speaking?

Michelle:
In dem Kurs mussten wir Vorträge über spezifische Themen halten. Das Fach wurde eigentlich für Leute aus dem Ausland empfohlen, ich war aber irgendwie die einzige internationale Studentin, alle anderen waren Amerikaner (lacht). Im Endeffekt war das aber alles gut so und hilft mir immer noch für Vorträge in meinem jetzigen Studium.

College Contact:
Das hört sich ja nach einem bunten Mix an Kursen an! Für welchen Studiengang hast du dich denn eigentlich in Deutschland entschieden?

Michelle:
Während des Gap Years habe ich mir schon Gedanken gemacht, was ich denn studieren könnte. Anfangs habe ich an Musikmanagement gedacht, habe mich dann aber schließlich für Eventmanagement an der accadis Hochschule in Bad Homburg eingeschrieben.

College Contact:
Und konntest du Inhalte aus deinem Semester an der CSU San Marcos für dein jetziges Studium mitnehmen?

Michelle:
Auf jeden Fall! Mit dem System in einer Uni hatte ich ja schon Erfahrung. Vom Ablauf einer Vorlesung, über die Vor- und Nachbereitungszeit und den Workload, den man für ein Fach einplanen muss, bis zum Bearbeiten der Aufgaben war mir schon viel bekannt, was für mich echt hilfreich war!

College Contact:
Wie war denn eigentlich deine Wohnsituation während des Gap Years?

Michelle:
Ich bin privat im sogenannten Homestay untergekommen. Ursprünglich wollte ich auf dem Campus wohnen, aber das war ein Stückchen teurer und ich dachte mir, damit bekommt man eine andere Perspektive auf das Leben in Kalifornien, die sich nicht nur auf die Uni beschränkt. Anfangs ging ich davon aus, ich würde in eine Familie kommen, in der auch Schüler leben und die Person, bei der ich schließlich gewohnt habe, war eigentlich meine fünfte Wahl, deswegen hatte ich im Vorhinein eine andere Erwartungshaltung. Aber im Endeffekt war es super toll und ich würde die Zeit mit meiner Gastmutter für nichts eintauschen wollen! Das Beste war eigentlich, dass sie selbst Gesangslehrerin war und sich extrem gut mit Musik auskannte. Man konnte mit ihr aber auch über so viele andere Dinge reden und sie konnte neben Spanisch auch ein bisschen Deutsch.

Sie hat es echt sehr ernst genommen, dass man auch Teil ihres Alltags wird und hat einen da auch richtig eingebunden. Zusammen waren wir zum Beispiel auf Familienfeiern, mit ihren Freunden Essen und sogar auf einer Hochzeit! Da war ich echt sprachlos, wer hätte das gedacht?!

College Contact:
Das klingt nach einem echten Highlight! Wie weit hattest du es denn von deiner Unterkunft bis zur Uni?

Michelle:
Das waren so 15 bis 20 Minuten mit dem Rad, mit dem Auto keine zehn Minuten. Ich habe eigentlich immer das Rad genommen, was für die amerikanischen Autofahrer schon ungewohnt war, die haben immer einen riesigen Bogen um mich gemacht (lacht). Für mich gab's aber leider keine andere Möglichkeit, ich war noch nicht 21 und konnte mir kein Auto mieten und meine Gastmutter konnte mich nicht immer fahren, weil sie meistens in der Zeit, wo ich zur Uni musste, Unterricht hatte. Sie hatte ein Fahrrad und meinte, sie könnte es momentan sowieso nicht nutzen, ob ich es denn nicht haben möchte - das dann hat gepasst. Ihr Nachbar war Fahrradmechaniker und hat es für mich eingestellt, was echt richtig lieb war.

Ein Sonnenuntergang mit anschließendem Lagerfeuer gehörte zu Michelles Highlights.

College Contact:
Gab es in deiner Zeit an der CSU San Marcos auch andere Gap Year-Studenten?

Michelle:
Ja, da gab es einige. Die meisten kamen aus Frankreich, aber es gab auch Leute aus Deutschland, Peru, Spanien und Mexiko. Zwar hatte ich auch amerikanische Freunde, aber den größten Teil meiner Freizeit habe ich mit Internationals unternommen, die waren da irgendwie offener und abenteuerlustiger.

College Contact:
Wow, da waren ja echt einige Nationen vertreten. Was hast du denn in deiner Freizeit mit deinem Freundeskreis so unternommen?

Michelle:
Spontan fallen mir da Ausflüge ins Disney- und Legoland ein, weil wir Leute kannten, die dort gearbeitet haben. Über Springbreak war ich mit einer Amerikanerin, meinem Bruder und einer deutschen Freundin in San Francisco, die dort in der Nähe wohnte und uns über Springbreak eingeladen hatte. Wir waren in der Kirche, Baseball spielen, hatten ein Barbecue und haben sogar auf Tontauben geschossen – eben ein richtig amerikanischer Tag. Ansonsten haben wir uns auch den Zoo und Sea World angeschaut. In der Region gibt es einfach unzählige Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen!

College Contact:
Blieb denn da noch Zeit für Trips zu anderen kalifornischen Städten?

Michelle:
In der zweiten Woche ging es für uns schon nach San Diego, dort haben wir uns die Stadt und den Hafen angeschaut. Außerdem waren wir noch in der Umgebung von San Marcos, zum Beispiel in Escondido oder Palomar. In Escondido war ich ziemlich oft, da hat eine gute Freundin von mir gewohnt. Ansonsten gibt es natürlich noch die tollen Strände wie zum Beispiel Oceanside. Dort war ich auch das erste Mal in meinem Leben surfen, das war echt anstrengend, aber ziemlich lustig.

Natürlich durfte bei Michelles Städtetrips ein Abstecher nach San Francisco nicht fehlen!

College Contact:
Und bis Ende Mai warst du dann an der California State University San Marcos, richtig?

Michelle:
Nicht ganz, ich bin im Juni zurück nach Deutschland gekommen. Ende meines Semesters ist mein Vater nach San Diego gekommen und wir sind zusammen noch ein wenig herumgereist. Zuerst haben wir uns die Umgebung von San Marcos angeschaut, danach ging es die Westküste hoch bis Seattle, von wo aus wir nach New York geflogen sind – zum Glück sind die Inlandsflüge in den Staaten nicht so teuer (lacht). Dort habe ich mich noch mit einer Freundin getroffen, die ich von der CSU San Marcos her kannte.

College Contact:
Hast du abschließend noch einen Rat für zukünftige Studenten, die Lust auf ein Academic Gap Year in San Marcos haben?


Michelle:
Eine der tollsten Sachen, die wir gemacht haben, war ein Lagerfeuer am Strand. Wenn man die Möglichkeit dazu hat, sollte man das unbedingt machen! Außerdem bietet es sich durch das Visum an, nach dem Gap Year noch weiterzureisen! Als generellen Rat würde ich den Leuten mitgeben, dass, auch wenn alles anfangs ein bisschen komisch ist, das Gap Year eines eurer tollsten Erlebnisse sein wird! Das ist eine Erfahrung, die man sein Leben lang behält!


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