22 Nov
Erfahrungsbericht von Steffen H.

University of California Los Angeles Extension


Stadt: Los Angeles
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Geschichte, Anglistik / Amerikanistik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2016 bis 06/2017
Heimathochschule: Passau U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Kurzüberblick

Das akademische Jahr 2016/2017 verbrachte ich im Study Abroad Programm an der University of California Los Angeles (UCLA) Extension. Die Extension ist der Weiterbildungsarm der Universität, über den sich internationale Studierende auch in reguläre Undergraduate-Kurse der UCLA einschreiben können. Da ich meine Studieninteressen in den Feldern Ethnic Studies, insbesondere Chicana and Chicano Studies, sowie US-amerikanischer Geschichte gezielt-individuell vertiefen wollte, war mir die Wahl einer Universität und eines Standortes, die dies abdecken, besonders wichtig. So organisierte ich den Studienaufenthalt außerhalb eines bestehenden Austauschabkommens meiner Heimatuniversität.

Finanzieren konnte ich meinen Aufenthalt durch ein Jahresstipendium für Studierende des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und durch ein fortlaufendes Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. In akademischer Hinsicht konnte ich vom breiten Kursangebot, den engagierten Dozierenden, einer engen Verbindung zwischen Lehre und der außeruniversitären Gemeinschaft sowie den zahlreichen Ressourcen der UCLA profitieren. So haben sich meine Erwartungen in Bezug auf das Studium vollauf erfüllt. Lediglich die Rahmenbedingungen und Organisation des Study Abroad Programms durch die UCLA Extension sind nicht ideal.

Wer jedoch ausschließlich reguläre UCLA-Kurse belegen will, wird mit Selbstinitiative, Eigenständigkeit und Flexibilität dennoch von den exzellenten Studienbedingungen auf dem eigentlichen UCLA-Campus profitieren können. Abgesehen davon hat die Stadt natürlich auch in puncto Freizeit viel zu bieten, wie auch als Ausganspunkt für Ausflüge, zum Beispiel an verschiedene Orte der Westküste oder in die Nationalparks.

Schon Fernweh bekommen?

Ansonsten haben wir noch viele weitere Erfahrungsberichte zu unseren Partnerhochschulen. Alternativ beraten wir dich auch gern und helfen dir, eine passende Hochschule für dich zu finden!

Weitere Erfahrungsberichte Kostenlose Beratung


Wahl der Gastuniversität

Zeitgleich mit der Recherche nach möglichen Gastuniversitäten begann ich mit der Bewerbung um Finanzierungsmöglichkeiten. Dies geschah losgelöst von der eigentlichen Bewerbung an der Gastuniversität. Die Bewerbungsfrist für ein Jahresstipendium des DAAD lag im Juli des Vorjahres und damit mehrere Monate vor der eigentlichen Bewerbung an der Gastuniversität. Deswegen ist eine langfristige Planung unglaublich wichtig, am besten sollte man mindestens anderthalb Jahre vor Beginn des Aufenthalts anfangen. Vor allem für die Bewerbung beim DAAD gibt es oft lange Vorlauffristen, denn neben dem eigentlichen Motivationsschreiben und Studienplan müssen Hochschulgutachten, Sprachzeugnisse und Ähnliches eingeholt werden. Besonders für Bachelorstudierende ist das wichtig zu wissen – auch wenn ich meinen Auslandsaufenthalt erst im fünften Studiensemester begann, bewarb ich mich schon im zweiten Semester beim DAAD.

Nachdem die DAAD-Bewerbung und das Auswahlgespräch erfolgreich waren und ich eine Zusage für die Förderung durch den DAAD erhalten hatte, stand die Bewerbung an der Gastuniversität an. Für das Study Abroad Programm der UCLA Extension war dies erst ab März möglich. Dafür waren ein ausgefülltes Bewerbungsformular, Passkopien, ein Nachweis über die Finanzierung, die mögliche Kurswahl, Notenauszüge, ein Sprachnachweis, ein Empfehlungsschreiben und ein kurzes Motivationsschreiben nötig. Die Unterlagen schickt man zur Durchsicht an die Studienberaterin von College Contact, die sie dann für ein Feedback, ob die Bewerbung aussichtsreich ist, an die UCLA Extension weiterleitet. Ist dies der Fall, bezahlt man die Bewerbungsgebühr und wartet auf das offizielle Zusagepaket. Solange man die Mindestanforderungen erfüllt und über die finanziellen Mittel verfügt, ist die Zulassung dann eigentlich eher eine Formsache.


Vorbereitung

Visum

Nach erfolgreicher Bewerbung stellt die UCLA Extension das für den Visumsantrag nötige Formular (I-20) aus. Auch für die Beantragung des Visums hat College Contact einen Leitfaden. Meiner Erfahrung nach ist die Beantragung des F1-Visums relativ unkompliziert: Grob zusammengefasst füllt man online einen Antrag aus, bezahlt die Gebühren und vereinbart online einen Termin bei der Botschaft oder beim Konsulat. Dort gibt man seine Unterlagen, Fotos und Fingerabdrücke ab und muss nochmal vorsprechen. Das hat bei mir allerhöchstens fünf Minuten gedauert und war wirklich harmlos. Nach wenigen Tagen habe ich meinen Pass mit Visum dann auch per Post bekommen.

Flüge

Nach Erhalt des Visums kann man dann auch guten Gewissens einen Flug buchen. Mit einem F1-Visum kann man bis zu 30 Tage vor Vorlesungsbeginn (laut I-20-Formular) einreisen. Diese Zeit kann man natürlich gut nutzen, um vorher noch zu reisen oder eine Wohnung zu suchen. Bei einer Aufenthaltsdauer von einem Jahr kann man den Rückflug natürlich noch nicht so weit im Vorhinein buchen. Das war aber auch kein Problem, ich musste bei der Einreise keinen Rückflug vorweisen und habe ihn erst während des Aufenthalts gebucht. Auch da ist zu beachten, dass man nach Vorlesungs-/Prüfungsende noch 60 Tage im Land bleiben darf.

Kosten

Neben den Lebenshaltungskosten fallen außerhalb eines Austauschprogramms natürlich auch Studiengebühren an. Für Zahlungen in den USA habe ich mir vor meiner Abreise eine Kreditkarte zugelegt. Das ist sicherlich sinnvoll, da in den USA fast alles, sogar kleine Einkäufe, mit Kreditkarte bezahlt werden und man sich somit das Hantieren mit Bargeld erspart. Für mich hat sich das kostenlose Konto mit MasterCard der N26 Bank angeboten. Für Auslandszahlungen, auch in Fremdwährung, muss man keine Gebühren zahlen. Für Bargeldabhebungen zahlt man einen Prozentsatz, doch das war für mich kein großes Problem, da ich eben eh kaum Bargeld genutzt habe.

Krankenversicherung

Im Study Abroad Programm muss man sich direkt über die UCLA Extension krankenversichern lassen. Die Kosten dafür sind bereits in der Program Fee enthalten.


Unterkunft

Ein Großteil der Lebenshaltungskosten entfällt natürlich auf die Miete. Für die Unterbringung während des Auslandsstudiums gibt es verschiedene Möglichkeiten, die unterschiedlich gut von Deutschland aus zu organisieren sind, unterschiedlich teuer sind und für unterschiedliche Arten von Menschen besser oder schlechter geeignet sind:

Wohnheime

In den offiziellen Wohnheimen (dorms) der Universität, die direkt auf dem Campus liegen, kann man als Teilnehmer des Study Abroad Programms nicht wohnen. Wenn man dennoch inmitten des Geschehens leben will, wird die Unterbringung in einem der privat betriebenen Wohnheime unmittelbar am Campus einer „typischen“ College-Erfahrung wohl am nächsten kommen. Soweit ich weiß, wird diese Option auch gerne von internationalen Studierenden gewählt, weil sie relativ einfach aus dem Ausland zu organisieren und für kurze Zeiträume möglich ist. Auch in diesen Wohnheimen teilt man sich das Zimmer in der Regel mit mindestens einer anderen Person und die Verpflegung ist inklusive. Dazu gehört zum Beispiel die Westwood Hall (http://westwoodhallla.com/). Ein Sonderfall ist das University Coop (http://uchaonline.com/), dessen Preise im Vergleich sehr günstig sind. Im Gegenzug verpflichtet man sich, pro Woche eine bestimmte Anzahl von Stunden beim Putzen oder Kochen mitzuhelfen.

Wohnungssuche auf eigene Faust

Für Studierende, die mehr Privatsphäre und Ruhe möchten, unabhängiger sein wollen – in den Wohnheimen gibt es viele Regeln -, oder auch mal selber kochen möchten, ist die Suche nach einer WG auf eigene Faust vermutlich eher geeignet. Zudem hat man dabei in der Regel die Möglichkeit, seine potenziellen MitbewohnerInnen vorher kennenzulernen. Generell zahlt man auch hier definitiv für eine campusnahe Lage. Meiner Erfahrung nach kosten WG-Zimmer in Westwood, wo die Uni liegt, oft mehr Miete, auch wenn diese in schlechterem Zustand sind oder man sich das Zimmer mit mehr Leuten teilt. Wenn man bereit ist, etwas weiter entfernt zu wohnen und mit dem Bus/Fahrrad/Auto zur Uni zu fahren, kann man auch günstiger unterkommen. So habe ich im Stadtteil Palms in einem eigenen Zimmer für etwa $1000 Warmmiete pro Monat gelebt. In Campusnähe teilt man sich für die gleiche Miete oft ein Zimmer.

Weitere Stadtteile, die sich anbieten, sind Brentwood, Sawtelle, West LA, Santa Monica, Century City und Culver City. Hier empfiehlt es sich vor allem zu schauen, ob die Wohnung gut an die Buslinien zur UCLA angebunden ist (mehr zu öffentlichem Nahverkehr weiter unten). Ich persönlich fand es sehr bereichernd, nicht direkt am Campus zu wohnen, weil ich das Gefühl hatte, nochmal etwas anderes kennenzulernen. Das war umso mehr so, weil mein Mitbewohner nicht mehr studierte. Ein großer Teil meiner sozialen Kontakte und Freizeit in den USA kamen über ihn zustande. Letztendlich kommt es darauf an, wie wichtig es einem ist, eine den US-amerikanischen Studierenden möglichst ähnliche College-Erfahrung zu haben, die sich fast ausschließlich auf dem Campus abspielt. Wenn man Interessen jenseits des Campuslebens hat, die Stadt und seine Leute kennenlernen sowie den Campus – anders als viele UCLA-Studierende – auch mal verlassen möchte, ist eine Unterbringung außerhalb durchaus sinnvoll.

Gut zu wissen ist dabei, dass es auf dem Campus keine frei zugängliche Mensa gibt, in der man günstig essen kann. Es gibt verschiedene Franchise-Restaurants und einige von der Studierendenvereinigung betriebene Restaurants. Dort zahlt man für eine Mahlzeit allerdings ungefähr genauso viel wie außerhalb des Campus. Das Angebot ist auch nicht sonderlich abwechslungsreich. Allerdings gibt es über den Campus verteilt auch Mikrowellen, an denen man sich selber mitgebrachtes Essen aufwärmen kann.

Anlaufstellen für die Wohnungssuche

Wenn man auf eigene Faust eine Unterkunft sucht, gibt es verschiedene Anlaufstellen. Ich bin zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn in Los Angeles angekommen und habe mich zuerst in ein Airbnb einquartiert, während ich vor Ort nach einer Unterkunft geschaut habe. Natürlich bin ich mit der Unsicherheit in die Stadt geflogen, ob ich pünktlich etwas finde, allerdings ist auf dem Wohnungsmarkt gerade vor Beginn des akademischen Jahres zum fall quarter viel Bewegung. Ich habe auf mehreren Kanälen gesucht und bin nach einigen Tagen auf ein Zimmer in einer 2er-WG gestoßen, mit der ich das ganze Jahr über unglaublich zufrieden war.

Wohnungssuche online

Zur Suche eignet sich vor allem Craigslist (https://losangeles.craigslist.org/), allerdings gibt es dort auch viele unseriöse Angebote. Da sollte man am besten gesunden Menschenverstand walten lassen, so habe ich zumindest mein Zimmer finden können. Die UCLA hat ein eigenes Portal (http://www.data.cho.ucla.edu/cfapps/mainpublic.cfm), auf dem man Angebote anschauen und Gesuche anlegen kann. Weitere UCLA-spezifische Plattformen sind:

  • http://dailybruin.com/classification/room-for-rent/
  • https://ucla.uloop.com/housing/index.php/sublets

Außerdem lassen sich zahlreiche Facebook-Gruppen finden, die speziell der Zimmersuche für UCLA-Studierende dienen.

Wohnungssuche über Agenturen

Eine WG kann man auch über Agenturen oder größere Hausverwaltungen finden. Dazu habe ich persönlich keine Erfahrungen. Vermutlich ist es teurer, aber auch einfacher im Vorhinein aus dem Ausland zu organisieren. Einige Agenturen spezialisieren sich auf UCLA-Studierende, die eine WG suchen. Dazu gehören:

  • http://www.ushstudent.com/
  • http://www.solutionsinla.com/
  • http://www.kamohousing.com/losangeles/
  • https://www.rentinwestwood.com/home.html
  • http://studentinternationalhousing.com/
  • http://www.zumahousing.com/

Andere Agenturen/Hausverwaltungen wiederum vermitteln ganze Wohnungen und bieten sich dann eher an, wenn man eine WG gründen möchte. Das sind zum Beispiel folgende:

  • https://www.westsiderentals.com/
  • http://www.howardmanagement.com/
  • http://www.433midvale.com/
  • http://studio11024.com/
  • http://www.midvaleplaza.com/

Gastfamilien

Weiterhin ist die Unterbringung in einer Gastfamilie möglich. Das habe ich nie recherchiert und ich kenne auch niemanden, der sich für diese Art der Unterbringung entschieden hat. Sicherlich lassen sich dazu mehr Informationen über Google, die UCLA-Webseite oder die Webseite der UCLA Extension finden.


Studiumsverlauf und -organisation

Orientierung

Vor Beginn des Auslandsstudiums muss man online an einer verpflichtenden Orientation teilnehmen, die über die Organisation des Studiums (vor allem Kurswahl und -einschreibung) und das Leben vor Ort informiert. Einige Inhalte sind durchaus hilfreich, andere scheinen teilweise überflüssig. Zudem sind manche Informationen veraltet und einige Links funktionieren nicht. Am ersten Vorlesungstag gibt es zudem eine Orientation vor Ort, in der die Inhalte zum größten Teil wiederholt und einige Unterlagen eingesammelt sowie ausgehändigt werden.

Akademisches Jahr

Das akademische Jahr an der UCLA ist in vier Quartale (quarters) unterteilt, wobei die meisten Studierenden nur im Herbst, Winter und Frühling regulär Kurse belegen. Der Sommer ist für freiwillige und verkürzte Sommerkurse, Praktika, Ferien und Ähnliches angedacht. Jedes quarter umfasst zehn Wochen Vorlesungszeit und eine Woche Prüfungen. Außer über Weihnachten sind die Ferien zwischen den Quartalen mit etwa einer Woche eher kurz.

Arbeitspensum

Da ein quarter sehr kurz ist, ist das Arbeitspensum pro Kurs dementsprechend hoch. Deswegen belegen die meisten Studierenden auch nur drei Kurse. Als Austauschstudierender muss man pro quarter Kurse im Umfang von zwölf Leistungspunkten belegen, um den Visumsstatus aufrechtzuerhalten. Die meisten Kurse haben vier Leistungspunkte, sodass drei Kurse sowieso empfehlenswert sind. Damit ist man meiner Erfahrung nach auch ausreichend ausgelastet.

Kursangebot der UCLA Extension

Wie bereits erwähnt, ist man als Study Abroad-Studierender in keinem Studiengang fest eingeschrieben. Einerseits gibt es die Möglichkeit, Kurse der UCLA Extension zu belegen. Dies ist der Weiterbildungsarm der UCLA, an dem sich vor allem Berufstätige einschreiben. Daher finden viele Kurse auch abends statt. Einige der angebotenen Kurse sind inhaltsgleich mit regulären UCLA-Kursen. Es gibt viele internationale Studierende, die dort Zertifikate erwerben, sodass zusätzlich Englischkurse angeboten werden. Für das Kursangebot der UCLA Extension kann man sich schon vor Vorlesungsbeginn unkompliziert online einschreiben und die Kursgebühren bezahlen.

Kurse aus dem regulären Angebot der UCLA

Andererseits besteht auch die Möglichkeit, sich über das sogenannte concurrent enrollment in regulären UCLA-Kursen auf Bachelorniveau am College of Letters and Sciences einzuschreiben. Das umfasst vor allem Geistes-, Gesellschafts- und Naturwissenschaften. Eine Teilnahme an Kursen in einigen Fachbereichen ist jedoch ausgeschlossen. Zudem gibt es für einige Lehrstühle Einschränkungen oder zusätzliche Anforderungen zur Einschreibung. Über das concurrent enrollment nimmt man regulär an den Kursen und Prüfungen teil, eingeschrieben ist man jedoch über die UCLA Extension, die am Ende des Aufenthalts auch das Zeugnis ausstellt. Schwierigkeiten bei der Anerkennung des Auslandsstudiums oder der Anrechnung einzelner Kurse ergeben sich daraus – zumindest an meiner Heimatuniversität – nicht.

Aus mehreren Gründen habe ich mich dazu entschieden, ausschließlich reguläre Kurse an der UCLA zu belegen: Zum einen ist das Kursangebot dort größer, besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Zum anderen ist man besser in das akademische Leben einer der renommiertesten Universitäten des Landes integriert, kann von der größtenteils exzellenten Lehre profitieren, hat besseren Zugang zu den dort lehrenden WissenschaftlerInnen und bekommt in akademischer Hinsicht allgemein mehr mit. Schlussendlich bieten reguläre UCLA-Kurse eine bessere Möglichkeit, zusammen mit regulär eingeschriebenen, gleichaltrigen Menschen aus den USA zu studieren – statt, wie an der UCLA Extension, mit Berufstätigen und anderen internationalen Studierenden – und am Campusleben teilzunehmen.

Kurswahl

Die Kurswahl und -einschreibung bei UCLA-Kursen ist jedoch aufwendiger und erfordert eine umsichtige Planung sowie Flexibilität. Als Study Abroad-Studierender der UCLA Extension hat man keine Garantie, in bestimmte Kurse zugelassen zu werden, da die Plätze nachrangig vergeben werden. Regulär eingeschriebene Studierende werden zuerst zugelassen und nur wenn dann noch Platz ist, kann man sich einschreiben. Bereits vor Vorlesungsbeginn sollte man sich über das aktuelle und, falls das nicht vorhanden ist, das Vorlesungsverzeichnis vergangener Quartale über das Kursangebot informieren. Dabei sollte man flexibel planen und möglichst viele Kurse aussuchen, die in Frage kommen.

Für Bachelorstudierende, die den Auslandsaufenthalt in der zweiten Hälfte des Studiums verbringen, empfehlen sich hinsichtlich des Niveaus upper division Kurse (Nummern 100-200). Teilweise werden bestimmte Kurse als Voraussetzung benötigt, in dem Fall sollte man mit den Dozierenden Rücksprache halten, ob man diese durch schon an der Heimatuniversität belegte Kurse erfüllt. Ein Anhaltspunkt für die Kurswahl kann die Webseite http://www.bruinwalk.com sein, auf der Studierende die Kurse bewerten.

Course Crashing

In den ersten ein bis drei Vorlesungswochen ist dann das sogenannte course crashing nötig. Dabei sollte man so viele Kurse wie möglich besuchen, um die Chancen zu erhöhen, in genug passende Kurse zugelassen zu werden (falls das nicht der Fall ist, kann man zur Not auch immer noch einen UCLA Extension-Kurs belegen). Da sich viele Studierende nach ausgiebigem course shopping erst nach zwei oder drei Wochen endgültig für ihre Kurse entscheiden, können sich Teilnehmendenzahlen oft noch stark verändern. Deswegen kann es sich durchaus lohnen, auch in anfangs volle Kurse zu gehen und am Ball zu bleiben.

Zudem hat man die Möglichkeit zu prüfen, ob einem die Kurse wirklich gefallen. Manchmal ist der Kurs, der sich im Vorlesungsverzeichnis unglaublich vielversprechend anhört, eben doch nicht das Richtige. Wie einfach es ist, in die Wunschkurse zu kommen, hängt auch vom Fachbereich ab. In meinen Bereichen (History, Chicana and Chicano Studies, African American Studies, Labor and Workplace Studies) habe ich immer meine drei Wunschkurse oder zumindest andere zufriedenstellende Alternativen bekommen.

Einschreibung

Sobald man sich für seine Wunschkurse entschieden hat und dort Plätze frei sind, gibt es ein Formular, das ausgefüllt und von den Dozierenden unterschrieben werden muss. Wenn in einem meiner Wunschkurse noch kein Platz frei war, habe ich mich dennoch kurz vorgestellt und um eine Einschätzung gebeten, ob, und wenn ja, wann noch Plätze frei werden. Teilweise waren Dozierende auch bereit, die Kapazitätsgrenze zu überschreiten. Meiner Erfahrung nach war es auch hilfreich, wenn die Dozierenden mich bereits aus Kursen in den vorigen Quartalen kannten.

Wenn man eine Kopie des oben erwähnten Formulars schon ohne Unterschrift des Dozierenden bei der Programmverantwortlichen im American Language Center abgibt, erhält man online auch von Anfang an bereits einen Gastzugriff auf die Kursmaterialien. Sobald man die Unterschrift der Dozierenden hat, kann man sich im Erdgeschoss der UCLA Extension am Schalter offiziell in die Kurse einschreiben und die Kursgebühren per Kreditkarte zahlen. Diese fallen zusätzlich zur program fee an, die vor Beginn jedes quarters gezahlt werden muss. Zu beachten ist, dass die course fees nicht pro Kurs, sondern pro unit berechnet werden. Belegt man also Kurse im Umfang von mehr als den vorgeschriebenen zwölf units, steigen auch die Studiengebühren.


Lehre

Interaktive Kurse

Grundsätzlich gibt es auch an der UCLA Vorlesungen und Seminare. Die Vorlesungen, die ich belegte, waren nie größer als etwa 70 Studierende. Auch wenn das natürlich meistens von den Dozierenden abhängig ist, waren meine Kurse – vor allem Seminare, aber auch die meisten Vorlesungen – sehr interaktiv gestaltet. Vor allem in den Seminaren konnte ich von einer geringen Kursgröße profitieren, diese war in meinen Kursen nie größer als 20, teilweise waren es auch unter zehn. Zusätzlich zu den regulären Sitzungen haben einige Vorlesungen, vor allem diejenige für Studierende der ersten zwei Jahre, oft auch discussion sections, die von einem/einer teaching assistant (TA) geleitet werden. Die meisten Vorlesungen und Seminare finden zweimal wöchentlich statt.

Arbeitspensum

Um die geforderten zwölf Leistungspunkte zu erreichen, belegt man in der Regel nur drei Kurse. Die Auslastung ist damit allerdings schon hoch, im Vergleich zu meinen Kursen in Deutschland erforderten diese weitaus mehr Nachbereitung und kontinuierliche Mitarbeit während der Vorlesungszeit. So fallen neben den Midterms (Zwischenprüfungen nach fünf Wochen) und final exams oft noch Hausaufgaben, quizzes, Berichte, Reflexionen zur Lektüre und Ähnliches an. Diese müssen von Anfang der Vorlesungszeit an regelmäßig abgegeben werden. Zu jeder Sitzung gibt es in der Regel Pflichtlektüre, deren Umfang in meinen Kursen von wenigen Seiten bis zu mehreren Artikeln und ganzen Büchern pro Sitzung reichte. Hinsichtlich des Arbeitspensums waren alle meine Kurse fordernd.

Prüfungen

In meinen Kursen gab es oft weniger oder einfachere Prüfungen: Neben multiple choice oder open book exams gab es teilweise take-home exams, die man meist in Essay-Form in einer bestimmten Zeit zu Hause bearbeiten musste. Dafür waren weitaus mehr schriftliche Ausarbeitungen gefordert. In einigen Kursen waren beispielsweise wöchentliche reflection papers zu der jeweiligen Lektüre fällig. Teilweise musste ich auch schon zur Hälfte der Vorlesungszeit Entwürfe von Hausarbeiten abgeben und diese dann zum Vorlesungsende fertigstellen.

Betreuung

Generell war die Betreuung durch die Dozierenden sehr gut. Sie waren sehr zugänglich, gut per E-Mail und in den Sprechzeiten erreichbar und sehr darum bemüht, ihre Studierenden bei den verschiedenen Arbeiten zu unterstützen.


Rahmenbedingungen an der Universität

Unterstützungsangebote

Die UCLA hat unglaublich viele Ressourcen, was das Studium, die Studienorganisation, Gesundheit, Karriereplanung, Freizeit und mehr angeht. Vor allem am Anfang scheint das vielleicht eher wie ein erschlagendes Überangebot. Auch mir blieb die Sinnhaftigkeit einiger Angebote verborgen, generell lohnt es sich aber definitiv, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Ressourcen individuell hilfreich sein können. Einige Beispiele, die für mich besonders wertvoll waren, waren die Research Assistance in der Charles E. Young Research Library, das History Writing Center und das Undergraduate Writing Center.

Allgemein wird Studierenden eine große Servicementalität entgegengebracht, was vermutlich nicht zuletzt den Studiengebühren geschuldet ist. Für mich war das zuerst ungewohnt, man sollte aber auf keinen Fall davor zurückscheuen, dies zu nutzen. Sowohl Dozierende als auch die Verwaltung und andere Stellen an der Universität sind meiner Erfahrung nach sehr entgegenkommend und daran interessiert, so schnell und einfach wie möglich weiterzuhelfen.

Netzwerk und Veranstaltungen

Als eine der großen und renommierten Universitäten in den USA zeichnet sich die UCLA natürlich auch durch ihre Forschung und ihr Netzwerk inner- und außerhalb des Forschungsbetriebs aus. Deswegen sollte man sich die Veranstaltungen der verschiedenen Departments wie Gastvorträge oder Konferenzen nicht entgehen lassen. Oft kann man dort bekannte ForscherInnen, JournalistInnen, PolitikerInnen oder andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hören. Gute Anlaufstellen, um sich zu informieren, sind die Webseiten der verschiedenen Departments und Lehrstühle, die oft ihre eigenen Mailverteiler oder RSS-Feeds haben. Der allgemeine Veranstaltungskalender der Universität findet sich unter http://happenings.ucla.edu/.


Besonderheiten des Study Abroad Programms

Studierendenstatus

Als Study Abroad-Teilnehmender, der offiziell an der UCLA Extension eingeschrieben ist, gibt es einige Besonderheiten im Vergleich zu regulär eingeschriebenen Bachelor-Studierenden an der UCLA. Zwar kann man einen Kurs, sobald man zugelassen ist, uneingeschränkt besuchen und die Prüfungen ablegen. Allerdings bekommt man nur einen „UCLA Guest“-Ausweis und hat damit nicht den gleichen Studierendenstatus. Dies hat beispielsweise Auswirkungen auf die Nutzung der Bibliothek und des Fitnessstudios.

Die Abstimmung zwischen der UCLA Extension und den verschiedenen Einrichtungen an der UCLA ist teilweise ungenügend. So habe ich nur nach mehreren Nachfragen einen Bibliotheksausweis und Zugang zum Fitnessstudio erhalten, obwohl die Nutzung dieser Angebote in der program fee enthalten ist. Auch der Zugang zu den Kurswebseiten der UCLA funktionierte am Anfang nicht. Andere Angebote kann man im Study Abroad Programm überhaupt nicht nutzen, wie die Reservierung von Räumen in der Bibliothek oder die Terminreservierung in den Writing Centers.

Betreuung durch die UCLA Extension

Insgesamt beschränkte sich die Betreuung durch die UCLA Extension eher auf ein Mindestmaß. Bei Fragen per E-Mail bekam ich immer schnell und unkompliziert eine Antwort. In den eigens für Study Abroad-Studierende eingerichteten Sprechstunden war die Ansprechperson allerdings manchmal gar nicht da. In der orientation vor Ort ging es auch bloß um Organisatorisches; Kennenlernaktivitäten, eine Campusführung oder Ähnliches blieben aus. Insgesamt hielt sich die UCLA Extension im Hintergrund, bis auf die anfängliche orientation und die Kurseinschreibung zu Beginn jedes Quartals hatte ich kaum mit ihr zu tun.

Eigeninitiative gefragt

Man sollte sich dessen auf jeden Fall bewusst sein und überlegen, ob man dies – insbesondere angesichts der sehr hohen Kosten – in Kauf nehmen möchte. Wenn man aber aus gutem Grund UCLA-Kurse belegen möchte und das Study Abroad-Programm dafür der einzige mögliche Weg ist, sollte dies kein Ausschlusskriterium sein. In den wenigen Fällen, in denen mich die Besonderheiten des Programms einschränkten, habe ich Wege gefunden, damit ohne nennenswerte Einbußen der Studienqualität umzugehen. Besonders für selbständige und flexible Studierende mit Eigeninitiative sehe ich die Besonderheiten des Programms nicht als Hindernis.


Leben und Freizeit in Los Angeles

Um neben den Kursen persönlich möglichst viel vom Auslandsaufenthalt mitzunehmen, lohnt es sich, aktiv zu sein, auf Leute zuzugehen und Eigeninitiative zu zeigen.

Activity fair

Auf dem Campus ist besonders zu Beginn des Studienjahrs im September die Activity Fair in der Week Zero ein guter Anlaufpunkt. Dort stellen sich alle Studierendengruppen vor. Das Angebot ist riesig, von ehrenamtlichen Organisationen über Musikgruppen, fraternities und sororities, Sportclubs bis zu kulturellen Gruppen ist alles dabei. Hier kann man sich unverbindlich in Mailinglisten eintragen und Flyer mitnehmen. Oft haben die Gruppen in der ersten Vorlesungswoche Treffen, auf denen man mehr über die Aktivitäten erfahren kann.

Center für Internationals

Auch wenn ich bewusst mehr mit lokalen als internationalen Studierenden in Kontakt sein wollte, habe ich an vielen vom Dashew Center, dem Auslandsamt, organisierten Veranstaltungen teilgenommen. Diese stehen grundsätzlich sowohl internationalen als auch lokalen Studierenden offen. Zum Angebot gehören viele kostenlose Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Spieleabende oder Einführungen in American Football, aber auch einige kostenpflichtige Ausflüge und Reisen. Letztere sind recht teuer, ich habe sowas lieber auf eigene Faust organisiert.

Einige Programme eignen sich besonders, wenn man auch lokale Studierende kennenlernen möchte. Dazu gehören Language Exchange, ein klassisches Sprachtandem-Programm, und Global Siblings, bei dem je ein internationaler und ein lokaler Studierender gepaart werden und in nach Interessen organisierten „Familien“ an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen. Beide Programme kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen. Die Internetseite des Dashew Center ist http://www.internationalcenter.ucla.edu/, die Veranstaltungen sind hier gelistet: http://www.internationalcenter.ucla.edu/Event/Events.

Sportangebote

In den Programmgebühren ist der Zugang zum Fitnessstudio (John Wooden Center) und einem Freibad enthalten. Zusätzlich kann man sich für $25 pro Quartal einen Fitness Pass kaufen, mit dem man ohne weitere Anmeldung an verschiedenen Kursen wie Spinning, Yoga, Aerobic, Zumba, etc. teilnehmen kann, die mehrmals täglich stattfinden. Die Outdoor Adventures Unit bietet geführte Wanderungen und mehrtägige Backpacking-Touren an, außerdem kann man sich dort Equipment ausleihen. Für alle Wassersportliebhaber gibt es das Marina Aquatic Center am Pazifik, an dem man sich Ausstattung mieten oder an Kursen teilnehmen kann.


Los Angeles kennen lernen

Das Leben auf und um den Campus herum ist sehr angenehm und als Studierender besteht nicht zwingend die Notwendigkeit, ihn zu verlassen. Daher wagen sich viele nie über die Grenzen Westwoods oder der Westside hinaus. Los Angeles ist aber eine unglaublich spannende und vielfältige Stadt, deswegen kann ich nur wärmstens empfehlen, dies auszunutzen und die Stadt von mehreren Seiten kennenzulernen!

Zu Beginn meines Aufenthalts habe ich ein digitales Abo bei der Los Angeles Times abgeschlossen, das im ersten Jahr sehr günstig ist. So bekommt man schon einiges über das aktuelle Tagesgeschehen mit. Außerdem bieten sich das Time Out (https://www.timeout.com/los-angeles) und Los Angeles Magazine (http://www.lamag.com/) an, um sich über Ausflugs-, Veranstaltungs- und Essenstipps zu informieren. Beide Seiten haben eigene Newsletter.


Lebenshaltungskosten

Bei all dem muss allerdings auch gesagt werden, dass die Lebenshaltungskosten in Los Angeles enorm hoch sind. Mit steigender Anzahl der Freizeitmöglichkeit steigen dann natürlich auch die Möglichkeiten, Geld auszugeben. Es gibt viele kostenlose Veranstaltungen und Wege, seine Freizeit zu gestalten, allerdings ist es meiner Erfahrung nach auch sehr üblich, Essen zu gehen oder mit Freunden Dinge zu unternehmen, die Geld kosten. Da können sich die Ausgaben schnell summieren.

Sparen kann man, wenn man Gegenstände gebraucht auf Craigslist oder yard sales in der Nachbarschaft kauft. Bei Lebensmitteln kann man in 99 Cents Only Stores sparen, wo man vor allem frisches Obst und Gemüse und andere Lebensmittel in Markenqualität günstig bekommen kann. Bei einigen Supermärkten gibt es außerdem Kundenkarten, mit denen man für bestimmte Produkte günstigere Preise bekommt.

Amerikanisches Konto

In den USA ist es üblich, monatliche Zahlungen für Miete und Ähnliches per Scheck zu bezahlen. Dazu braucht man ein US-amerikanisches Bankkonto. Das konnte ich sehr unkompliziert und kostenlos bei der Chase Bank in Westwood mit meinem Reisepass und den Visumsunterlagen bekommen. Um darauf von einem deutschen Konto Geld zu überweisen, habe ich den Dienst TransferWise benutzt. Dort zahlt man eine geringe Gebühr, diese ist jedoch geringer als die Überweisungsgebühr deutscher Banken oder die Abhebungsgebühr, wenn man das Geld mit meiner deutschen Karte in den USA abhebt und auf das amerikanische Konto einzahlt.

Handyanbieter

Auch Handyanbieter sind in den USA vergleichsweise teuer. Es lohnt sich, nicht direkt zu den großen Anbietern wie T-Mobile, AT&T oder Verizon zu gehen, sondern zu recherchieren. Bei Ultramobile habe ich für 4GB Datenvolumen und unbegrenzte Telefonate und SMS etwa $30 pro Monat gezahlt. Praktischerweise kann man damit ohne zusätzliche Kosten ins deutsche Festnetz und in andere Länder telefonieren. Das Angebot war ohne Vertragsbindung und ich habe es monatlich per Kreditkarte bezahlt. Wenn man sich mit mehreren Leuten zusammenschließt, kann man bei einigen Anbietern zu günstigeren Konditionen auch einen family plan abschließen.


Fortbewegung

Fortbewegung in Los Angeles ist ein etwas leidiges Thema: Die Stadt ist für ständigen Stau bekannt, Parkplätze sind rar und teuer, die Versicherungsprämien sind hoch. Auch wenn man mit einem Auto definitiv weiterkommt und an Orte gelangt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen sind, habe ich mich dagegen entschieden. Viele meiner Freunde hatten Autos, außerdem kann man sich für Wochenendausflüge auch gut eines mieten.

Mietautos

Für mich hat sich die Buchung über Check24 am einfachsten erwiesen, weil die sonst sehr teure Jungfahrergebühr (unter 25 Jahren) dort schon inbegriffen ist. Empfohlen wurde mir außerdem www.supercheapcar.com, die keine Jungfahrergebühr erheben und bei denen man auch für einen längeren Zeitraum günstig Autos mieten kann, die dafür nicht mehr allzu neu sind. Per-sönliche Erfahrungen habe ich mit dem Anbieter nicht. Mit der UCLA-E-Mail-Adresse kann man sich außerdem vergünstig bei Zipcar, einem Carsharing-Anbieter anmelden. Das eignet sich vor allem, wenn man spontan für weniger als einen halben Tag ein Auto braucht, ist allerdings relativ teuer. Ridesharing-Dienste wie Uber und Lyft sind günstiger als Taxis – besonders Uber Pool und Lyft Line, bei denen man mit anderen auf der gleichen Route fährt - allerdings wird auch das bei regelmäßiger Nutzung teuer.

Öffentliche Verkehrsmittel

An der UCLA kann man mit dem Gastausweis vergünstigt den Flash Pass für Big Blue Bus und Culver City Bus bekommen. Diese fahren vor allem im Westen der Stadt, ich habe sie zum Beispiel auf meinem Weg zwischen Wohnung und Universität genutzt. Für insgesamt $65 pro Quartal bekommt man den Flash Pass und den Metro Pass, mit dem man auch die Metro Busse und Bahnen nutzen kann, die im gesamten Stadtgebiet von Los Angeles fahren. Diese Option habe ich jedes Quartal gewählt, weil ich besonders nah an der Bahnlinie nach Santa Monica und Downtown Los Angeles wohnte. Gerade wenn man verschiedene Stadtteile von Los Angeles sehen möchte, bietet sich auch der Metro Pass an. Allgemein funktioniert der öffentliche Nahverkehr nicht so gut wie in deutschen Großstädten, oft muss man längere Verbindungen mit Umstiegen in Kauf nehmen.

Fahrrad

Eine weitere Möglichkeit ist das Fahrrad. Das Wetter ist fast immer gut und während der Stoßzeiten war ich manchmal schneller als mit dem Bus. Allerdings gibt es wenig Radwege und nur selten Radspuren auf der Straße, die meisten AutofahrerInnen sind auch nicht sehr rücksichtsvoll. Auch wenn man generell eher wenig RadfahrerInnen sieht, habe ich mich oft so fortbewegt, sowohl zur Uni als auch in der Freizeit. Für die Planung von Fahrradrouten auf weniger befahrenen Straßen oder Straßen mit Radspur funktioniert Google Maps ziemlich gut. Mein Rad habe ich gebraucht bei einer Art Repariercafé gekauft, eine andere Möglichkeit ist Craigslist. Im UCLA Bike Store kann man sich außerdem quartalsweise Räder mieten.


Fazit

Sowohl in akademischer als auch in persönlicher Hinsicht habe ich von dem Jahr ungemein profitieren können, wofür ich unglaublich dankbar bin. Wie bei eigentlich jedem Vorhaben gilt auch hier, dass der Erfolg natürlich davon abhängt, was man aus dem Aufenthalt macht. Deswegen kann ich zum Ersten wirklich nur dazu raten, die Kurswahl umsichtig zu planen. So bekam ich eine perfekte Ergänzung zu den Studieninhalten in Deutschland, bei der ich meine eigenen Interessen gezielt vertiefen konnte. Generell konnte ich während des Jahres viele Angebote nutzen, die mir in der Form in Deutschland nicht zur Verfügung standen, seien es die Kurse und Ressourcen an der Universität, die sinnvolle Ergänzung meiner Studieninhalte durch das Leben in Los Angeles oder die unzähligen Freizeit- und Reisemöglichkeiten. All das sollte man wirklich ganz bewusst und gezielt nutzen!

Die UCLA und die Stadt haben einfach so viel zu bieten, dass meine Liste der geplanten Aktivitäten und zu besuchenden Orte auch nach der Rückkehr noch immer lang ist. Gerade wer Interesse an Geschichte, Kultur und Gesellschaft hat, wird ständig neue spannende Stadtviertel, Veranstaltungen, Museen oder Ähnliches finden. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, von A nach B zu gelangen, lohnt sich wirklich jede Anstrengung, die Stadt auch abseits der touristischen Pfade kennenzulernen und mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen. Damit dafür auch noch Zeit bleibt, kann ich abschließend empfehlen, sich möglichst von Beginn an gut zu organisieren, um das Arbeitspensum an der Universität so effizient wie möglich zu meistern.

Also, auf an die Planung – und dann: so viel mitnehmen, wie es nur geht!