19 Mai 2020
Auslandssemester in San Diego

Interview mit CoCo-Alumna Maren

Autor: Niklas Gruber

Maren erzählt uns von ihren Roadtrips und dem Leben an der SDSU

Eingeweihte wissen sofort Bescheid: Wenn vom berühmten Taco Tuesday, dem Studentenwohnheim BLVD 63 oder dem Mission Beach die Rede ist, dann kann nur eine Stadt gemeint sein: San Diego – oder auch „America’s Finest City“.

Um einen besseren Einblick in das Studentenleben in der südkalifornischen Großstadt zu bekommen, haben wir mit Maren gesprochen, die über uns ein Auslandssemester an der San Diego State University verbracht hat.

Im Interview erzählt uns die BWL-Studentin von ihren Kursen an der SDSU, ihren zahlreichen Roadtrips und dem Leben als Studentin in einer Gastfamilie.


College Contact:
Hi Maren! Wann bist du denn in dein Auslandssemester an der San Diego State University gestartet?

Maren:
Ich war letztes Jahr im Wintersemester dort. Die Vorlesungen gingen Mitte August los und liefen bis circa Mitte Dezember.

College Contact:
Bist du danach noch in den USA geblieben oder ging es für dich an Weihnachten nach Hause?

Maren:
Ursprünglich hatte ich geplant, länger zu bleiben, aber für mich ging's dann doch spontan nach Deutschland. Pünktlich zu Weihnachten kam ich zur Überraschung meiner Familie wieder nach Hause, das hatte niemand auf dem Schirm und alle haben sich gefreut. Ich bin aber bereits zweieinhalb Wochen vor Semesterbeginn rübergeflogen und ein wenig herumgereist.

College Contact:

Schon vor Semesterbeginn ging es für Maren auf eine Reise!

Das klingt spannend, direkt zum Start eine Erkundungstour! Wo ging es denn für dich hin?

Maren:
Ich bin direkt nach San Francisco geflogen und zwei Wochen lang die Westküste entlang gefahren, runter bis nach San Diego. Unterwegs habe ich immer ein paar Menschen getroffen, drei Tage war aber auch mal ganz alleine unterwegs, da ich nur Leute gefunden habe, die Richtung Norden gefahren sind - aber ich musste ja in die andere Richtung nach San Diego (lacht). Ich hab immer in Hostels geschlafen, da ist man ja nie alleine und man findet ganz schnell Leute, mit denen man zusammen reisen kann, das war echt cool.

College Contact:
Das hört sich wirklich gut an! Hattest du schon länger geplant, ein Semester in den Staaten zu verbringen?

Maren:
Im Jahr davor war ich für vier Tage in New York und da hat's mir super gut gefallen. Ursprünglich wollte ich auch für mein Auslandssemester gerne nach NYC, aber dort ist es echt teuer und dazu ist das Wetter in New York auch nicht ganz so toll. Du musst wissen, ich liebe einfach die Sonne, den Strand und das Meer und daher habe ich weiter nach der perfekten Uni fürs Auslandssemester geschaut. Ich wollte auf jeden Fall irgendwo studieren, wo Englisch gesprochen wird, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. San Diego kam dann relativ schnell in die engere Auswahl, dort ist einfach immer Sommer (lacht). Zwar ist es auch nicht gerade billig, aber doch etwas günstiger im Vergleich zu New York.

College Contact:
Gab es auch einen Grund, warum es genau die SDSU wurde?

Maren:
Als BWL-Studentin waren die Business-Kurse der Special Sessions der ausschlaggebende Punkt, da hatte man die Sicherheit, dass man zumindest eine Zusage für zwei Wunschkurse bekommt, die dann zu einhundert Prozent an der Heimatuni anerkannt werden.

College Contact:
Das ist auf jeden Fall klug! Erzähl uns doch ein bisschen von deinen ersten Eindrücken an der San Diego State.

Maren: Am Anfang war ich ziemlich überwältigt (lacht). Die ganze Uni ist einfach so riesig, den ersten Tag bin ich noch alleine auf dem Campus rumgeirrt und habe mich dann mit einem Studenten getroffen, den ich vorab in der Facebook Gruppe von College Contact bereits kontaktiert hatte, der hat mich dann ein wenig herumgeführt. Die SDSU ist quasi wie eine eigene Stadt, da gibt's wirklich alles. In der ersten Woche läufst oft nur von A nach B und weißt nicht mehr, wo du bist (lacht).

Vor Semesterbeginn gab es in der Einführungsphase neben den normalen Informationsveranstaltungen eine Bustour durch San Diego, da konnte man die ersten Eindrücke sammeln und neue Leute kennenlernen, das hat Spaß gemacht. Aber als die Zeit mit den Football Games anfing, war vollkommen hin und weg. Dort treffen sich alle Studenten, das ist einfach so eine Gemeinschaft, die man in Deutschland überhaupt gar nicht kennt, das ist der Wahnsinn. Das vermisse ich hier total!

College Contact:
Hast du denn schnell neue Leute kennenlernen können?

An der SDSU ist es fast unmöglich, keine neuen Freunde zu finden!

Maren:
Ja, das lief sofort! Am zweiten Unitag habe ich ein paar Leute kennengelernt, mit denen ich witzigerweise schon im Bus von Los Angeles nach San Diego gesessen habe. Wir haben dann unsere Nummern ausgetauscht und einen Abend sind wir zusammen zu einer Party für die SDSU-Studenten gegangen. Das waren zwar fremde Leuten, aber da musste man sich einfach mal selbst ins kalte Wasser werfen und dann lief das auch (lacht). Der Bus zur Party fuhr vom berühmten BLVD 63 ab und dort standen bestimmt 40 Studenten, die auch dorthin wollen. Du bist einfach in die Menge, im Nu hast du mit Leuten gequatscht und dann hat man auch schnell rausgefunden, mit wem man sich gut versteht. Solche Partys sind auch eigentlich immer der beste Anfang, um einfach Leute kennenzulernen und das Eis zu brechen.

College Contact:
Lass uns ein bisschen über deine Kurse reden. Du studierst hier in Deutschland eigentlich BWL mit Schwerpunkt internationales Handelsmanagement und Logistik. Welche Kurse hast du denn an der SDSU gewählt?



Maren:
Lustigerweise hatte ich anfangs vier Special Sessions gewählt, wovon sich aber zwei überschnitten haben. Daher musste ich eine der Special Sessions mit einem General Course austauschen. Im Endeffekt habe ich dann die Kurse Leadership and Organization, Management and Organizational Behavior, Introduction to Operation and Supply Chain Management und Human Resource Management belegt.

College Contact:
Und wie haben dir die Kurse gefallen?

Maren:
Mein Lieblingskurs war Leadership und Organization, obwohl ich direkt nach der allerersten Vorlesung dachte: „Oh mein Gott, das werde ich nie schaffen!" (lacht). Das Hauptziel der ganzen Veranstaltung war ein Gruppenprojekt, mit dem wir etwas in den USA langfristig verändern sollten. Das Beispiel des Professors war, die Situation der örtlichen Obdachlosen zu verbessern. Anfangs wusste ich gar nicht, wie man da rangehen soll. Er hat so auf den Aspekt der Nachhaltigkeit gepocht, wir sollten das so gestalten, dass das Projekt weiterläuft, auch nachdem wir wieder in unserer Heimat sind. Ich habe mich echt gefragt, wie man das innerhalb der drei Monate schaffen soll, man hat ja keine Connections, kennt keine Leute oder Vereine, das war total schwierig.

Ich wurde in eine Gruppe mit zwei Schweden und einer Dänin eingeteilt. Auch wenn wir uns nicht vorher kannten, war das ein echt cooles Team. Ziel unseres Projekts war es, die Situation der Verschmutzung der Meere und der Strände zu verbessern. Im Endeffekt war das der coolste Kurs, wir haben uns super viel getroffen, am Strand Umfragen gemacht und Leute interviewt, um sie auf das Thema aufmerksam zu machen. Das war echt interessant und dadurch, dass ich den Strand und das Meer sowieso liebe, konnte ich mich damit echt identifizieren. Es war sehr anspruchsvoll und man hat sehr viel über sich selbst gelernt. Das war der Kurs, von dem ich am meisten mitgenommen habe und der mir auch am meisten Spaß gemacht hat.

College Contact:
Wow, das klingt ja echt nach einem coolen Kurs! Wie sah es mit den anderen Veranstaltungen aus?

Maren:
Human Resource Management war zeitlich ein bisschen gestraft, weil wir das mittwochsabends von sieben bis halb zehn hatten. Da war die Motivation bei vielen schon am Tiefpunkt, inklusive die des Professors, der auch öfter mal früher Schluss gemacht hat (lacht). Supply Chain Management war abermals gestraft wegen der Uhrzeit, das war nämlich mittwochmorgens um neun und dienstags ist ja bekanntlich Taco Tuesday (lacht). Das war auch sehr anspruchsvoll, aber eigentlich ganz cool. Im Gegensatz zur Uni in Deutschland haben wir in dem Kurs weniger Theorie gemacht und uns mehr auf Kalkulationen fokussiert - und das auf Englisch, das war nochmal eine ganz andere Hausnummer. Es gab zwar viel zu tun, aber wenn man die Assignments regelmäßig bearbeitet hat, kam man ganz gut mit, auch wenn es ein sehr komplexes Fach war. Organizational Behavior war dienstags und donnerstags von acht bis neun morgens, das war ziemlich chillig. Die Professorin hat den Stoff gut vermittelt und faire Klausuren gestellt.

College Contact:
Könntest du sagen, welches Studiensystem du besser findest, wenn du dich entscheiden müsstest?

Trotz der vielen Klausuren blieb Maren noch genug Zeit, am Wochenende Highlights in der Gegend zu besuchen!

Maren:
Das ist echt schwer zu sagen. Zuhause genieße ich es, dass ich während der Vorlesungszeit relativ wenig zu tun habe. Dafür habe ich dann am Ende des Semesters gefühlt vier Wochen lang kein Leben, weil ich mich von morgens bis abends an den Schreibtisch setze und lerne. Eigentlich konnte ich mich damit bis jetzt immer ganz gut abfinden, bis auf die Zeit am Ende hast du zwischendurch ein relatives entspanntes Arbeitspensum. In San Diego hatte ich noch mehr das Bedürfnis, neue Sachen zu entdecken, viel zu reisen und zu unternehmen, das war manchmal ein wenig stressig. Es gab eine Phase, in der hatte ich sieben oder acht Wochen am Stück jede Woche eine Klausur, das war schon ein bisschen ätzend, weil man ja doch am Wochenende irgendwohin fahren wollte und versucht hat, das irgendwie zu kombinieren.

Ich kann mir aber vorstellen, wenn man das System mit den vielen Hausaufgaben und mehreren Klausuren auch in Deutschland hätte, wäre es vielleicht sogar angenehmer, weil man hier nicht den Drang hat, jedes Wochenende wegzufahren. Dann würde ich das sogar glaube ich ganz cool finden. In San Diego ist schon deutlich mehr vom Stoff hängengeblieben, auch wenn es währenddessen ein bisschen nervig war, weil du lieber reisen wolltest.

College Contact:
Wie war es denn generell so mit der Sprache? War das eher eine Hürde oder lief’s von Anfang an problemlos?

Maren:
Prinzipiell lief es echt gut, die einzige Hürde war eigentlich nur, dass man im ersten Moment ein wenig reinkommen musste, speziell auch, um das Englisch der anderen Internationals zu verstehen. Aber die Roadtrips mit anderen Nicht-Muttersprachlern an Wochenenden haben da ganz gut geholfen, du wirst einfach selbstbewusster und lockerer dadurch, das hilft ungemein.

College Contact:
Hattest du mit vielen Internationals zu tun oder hast du eher darauf geachtet, auch mal Zeit mit den Locals zu verbringen?

Maren:
Richtigen Kontakt mit Amerikanern herzustellen war schon ein bisschen schwierig, das hätte man fast schon erzwingen müssen. Dadurch, dass man durch die Special Sessions in einer internationalen Gruppe ist, hat man schon weniger Kontakt zu den Locals. Im Nachhinein hätte ich vielleicht nur zwei Special Sessions und noch einen zweiten General Course gewählt, ich glaube, dadurch wäre ich eher in Kontakt mit Amerikanern gekommen. Allerdings, wenn du in einem großen Hörsaal mit 400 Leuten sitzt, sind auch die Amerikaner nicht so gesprächig, das kennt man ja von den Hörsälen zuhause.

Studieren unter Palmen - Maren hat ihren Traum Wirklichkeit werden lassen

College Contact:
Wie würdest du den Campus für jemanden beschreiben, der noch nie an der SDSU war?

Maren:
Der Campus sieht fast aus wie eine schöne Stadt mit den großen Türmen rechts und links und der Brücke, die man auf vielen Fotos in Erfahrungsberichten sieht. Die Bibliothek ist auch riesig, dort haben wir uns öfter für irgendwelche Ausarbeitungen getroffen. Es gibt aber auch überall Außenbereiche, wo man seinen Unikram mehr in einer in einer Café-Atmosphäre erledigen konnte.

Ich fand's total cool, dass man direkt nach der Vorlesung mit Kommilitonen ins Gym gehen konnte, das war sogar umsonst. Oft sind wir danach noch weiter ins Schwimmbad gegangen, was windgeschützt lag und wo man sich auch im Dezember noch problemlos im Bikini hinlegen und schwimmen konnte. Trotzdem ging es für mich eher an die Strände, dadurch, dass in Strandnähe gewohnt habe.


College Contact:
Lass uns doch mal über deine Unterkunft reden. Wie verlief denn die Wohnungssuche in San Diego?

Maren:
Anfangs wusste ich überhaupt nicht, wo ich wohnen wollte. Ein Freund hat mir dann erzählt, dass ein Bekannter vor fünf Jahren in einer Gastfamilie in San Diego gewohnt hätte und dass er da total happy war. Mein ursprünglicher Plan war eigentlich, mir vor Ort etwas zu suchen, das hätte auch prima geklappt, ich Nachhinein bin ich aber froh, dass ich zusammen mit fünf Schweizern, die in San Diego Sprachzertifikate gemacht haben, bei einer achtzig-jährigen Oma in einer Gastfamilie gewohnt habe. Ich hatte mein eigenes Zimmer inklusive Bad, einmal pro Woche kam eine Putzkraft und die Gastmutter kochte abends immer für alle Essen. Für das Frühstück hat sie auch alles eingekauft, was man so wollte. Für mich war das super der Luxus, ich musste nicht einkaufen gehen, nicht kochen, nicht putzen, ich hatte so einfach viel weniger Stress und mehr Zeit, die ich mit meinen Mitbewohnern im Pool im Garten und mit Freunden am Strand verbringen konnte.

College Contact:
Und wie war die Lage deiner Unterkunft?

Maren:
Ich habe so circa 20 Minuten von der Uni weg gewohnt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte das viel länger gedauert, dementsprechend habe ich mir dann ein Auto gemietet, damit ich auch am Wochenende Roadtrips machen kann. Außerdem war ich in nicht mal 10 Minuten am Strand. Dadurch, dass ich auch mehrmals pro Woche eine Surf-Class der Uni am Mission Beach besucht habe, war das total praktisch, aber auch mega anstrengend (lacht).

College Contact:
Surfen klingt schon mal cool. Gab es noch weitere Freizeitangebote von Seiten der Uni?

Maren:
Da gab es jede Menge, gerade auch in den ersten zwei Wochen war auf dem Campus total viel los. Jede Woche donnerstags gab es zum Beispiel einen Farmers Market, in der ersten Woche konnte man als Attraktion Bullenreiten auf dem Campus und in der letzten Woche im Winter haben sie eine Eisbahn auf dem Campus aufgebaut, auf der man Schlittschuh laufen konnte. Darüber hinaus hat das American Language Institute noch eine Safari-Tour und einen Ausflug zum San Diego Zoo angeboten.

College Contact:
Was hast du sonst noch so privat unternommen?

Die Canyons der Umgebung gehören zu den Highlights vieler unserer Studenten!

Maren:
Ich glaube, ich habe insgesamt neun Canyons abgefahren, darunter den Grand Canyon, den Bryce Canyon, den Antelope Canyon und den Horseshoe Bend. Außerdem war ich insgesamt dreimal in Las Vegas und zweimal auch in Los Angeles. Zusammen mit einer Freundin habe ich fünf Tage einen Roadtrip gemacht – da sind wir sogar mal 11 Stunden am Stück unterwegs gewesen. Einmal sind wir auch mal in Tijuana gewesen und haben uns da einen schönen Tag gemacht. Als es dunkel wurde, war ich aber wieder froh, zurück in den Staaten zu sein (lacht).

College Contact:
Hast du einen heißen Tipp für alle Studierenden, die sich für die SDSU interessieren?

Maren:
Spontan fällt mir der Taco Tuesday ein, ich hab mich echt in Tacos verliebt (lacht). Ich kann euch echt nur raten, nehmt jeden Taco Tuesday mit, den ihr kriegen könnt. Man lernt jeden Dienstag neue Leute kennen und beim Feiern hat man im Backyard immer wieder neue Leute getroffen, das war echt der Studentenspot schlechthin. Ich muss auch sagen, Vegas würde ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen, die ganzen nachgebauten Städte sind super beeindruckend und du weißt gar nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist oder in welchem Land du gerade bist.

Für mich waren das absolute Highlight der Bryce Canyon und der Antelope Canyon, die fand ich echt schön. Ich habe ja neun Canyons abgefahren und davon keinen einzigen bereut, ich hätte gerne noch mehr gesehen. Aber irgendwann schafft man's einfach nicht mehr (lacht).

Wenn man in San Diego ist, sollte man auf jeden Fall auch zum Joshua Tree National Park gehen, der ist nur zwei Stunden entfernt, da kann man auch locker nur für einen Tag hinfahren und einen kleinen Campingtrip machen, ohne das groß planen zu müssen.

College Contact:
Danke für die Tipps und das tolle Interview, Maren!


Das Interview mit CoCo-Alumna Maren hat euch Lust auf ein Auslandssemester in „America’s Finest City“ gemacht? Bei unseren Studienberatern Elias und Maya bekommt ihr alle Infos zur San Diego State University!


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