9 Dez 2019
Auslandssemester an der Kwantlen Polytechnic University

BWL-Student Max' Tipps für Vancouver

Autor: Niklas Gruber

Im Interview erzählt euch Max von seinem Study Abroad-Semester an der KPU!

Wer sich für ein Auslandssemester in Kanada entscheidet, profitiert nicht nur von der unglaublichen Natur im Great White North, sondern auch vom exzellenten Bildungssystem des Landes. Nicht umsonst entscheiden sich Jahr für Jahr tausende internationaler Studenten aufgrund der hohen Lebensqualität und der kulturellen Vielfalt dafür, für ein Semester oder länger an einer kanadischen Universität zu studieren.

So zog es auch Max von der TU Dresden für ein Auslandssemester an die Kwantlen Polytechnic University in Vancouver, der größten Stadt British Columbias. Im Interview erzählt er uns von den Unterschieden zum Studium in Deutschland, von seiner kanadischen WG und von seinen liebsten Freizeitaktivitäten.


College Contact:
Max, du bist jetzt seit knapp zwei Monaten an der Kwantlen Polytechnic University in Vancouver. Wie geht’s dir so?

Max:
Mir geht’s prima hier, vielen Dank! Dadurch, dass in der Einführungswoche ein relativ breitgefächertes Programm angeboten wurde und die KPU sogar einen Online-Orientierungskurs vorab angeboten hat, war der Einstieg hier echt reibungslos. Natürlich muss man sich anfangs etwas einleben und lernen, wo sich welche Sachen befinden und wie die Apps funktionieren. Das ist alles nicht ganz so einfach, aber keinesfalls unmöglich. Falls man doch mal Fragen hat, gibt es hier viele Ansprechpartner und alles in allem findet man sich hier gut zurecht. Für alle Erstis der KPU wurden zudem auch Ausflüge angeboten, aber die Plätze für Internationals waren da leider recht fix ausgebucht, da hätte ich schneller sein müssen (lacht).

Die beeindruckende Natur der Region Vancouver ist nur ein Katzensprung von der KPU entfernt!

College Contact:
Du hast gerade von Apps geredet, was hat es damit auf sich?

Max:
Die KPU bietet ihren Studenten mehrere Apps an, um ihnen den Studienalltag zu erleichtern. Zum Beispiel gibt es eine App, mit der man die Umgebung erforschen kann.  Ich benutze zurzeit aber nur noch eine App, mit der ich auf meinen Stundenplan und meine Noten zugreifen kann.

College Contact:
Das hört sich super praktisch an! Magst du uns kurz mehr über deinen Studiengang und deine Kurse erzählen?

Max:
An meiner Heimatuni, der TU Dresden, studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen. Hier an der KPU konzentriere ich mich auf den BWL-Teil meines Studiums und belege vier Kurse im Studiengang Business. Auf jeden Fall kann ich die Lehrkräfte hier loben - sowohl im Fach Business Negotiations als auch in der Veranstaltung Human Resource Management bin ich echt von den Dozenten angetan. Hinzu kommen noch International Business, was ich persönlich recht spannend finde, und Organisational Behaviour, wo es um den richtigen Umgang mit seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten geht. Leider gefällt mir Organisational Behaviour nicht so gut, da es relativ allgemein und unwissenschaftlich gehalten ist.

Das Hafenviertel Vancouvers gehört zu Max' Lieblingsorten.


College Contact:
Bis auf das letzte Fach hört sich das doch durchweg positiv an! Was genau gefällt dir denn an der Struktur und den Lehrkräften an der KPU?

Max:
Vorweg muss man erklären, dass die Kwantlen Polytechnic University generell eine sehr schulisch orientierte Uni ist. Jeder Kurs geht drei Stunden lang, findet dafür aber nur einmal die Woche statt. Daher besteht hier auch Anwesenheitspflicht, was wirklich Sinn macht, da man am Stoff dranbleiben muss. In einigen Fächern hat man sehr viel praktischen Unterricht, in Business Negotiations zum Beispiel findet jede Woche eine Verhandlung statt, das ist ganz cool. Das ganze Lehrpersonal hat eine starke Bindung zur Industrie und kann dadurch auch praktisches Wissen vermitteln. Zudem wird das Ganze noch durch theoretisches Wissen aus dem Bereich Psychologie unterstützt.

College Contact:
Kann man denn die Prüfungsleistungen mit denen deiner Heimatuni vergleichen?

Max:
Der Workload hier ist auf jeden Fall größer. Man muss kontinuierlich lernen, da es fast in jedem Fach Quizzes gibt, manchmal sogar unangekündigt. Hinzu kommen noch Midterms, Einzel- und Gruppenprojekte und zum Schluss noch ein Final Exam. Ein Gruppenprojekt besteht beispielsweise aus einer Arbeit von 10 bis 20 Seiten, an der man zusammen forscht und später über die Ergebnisse eine Präsentation hält. Das ist schon viel und mehr als vier Fächer würde ich hier nicht schaffen. Dafür kann man aber auch sagen, dass es vielleicht ein wenig leichter hier ist. Der Stoff an und für sich ist nicht so schwer, aber man bekommt extrem viele Aufgaben. Das Positive dabei: die ganze Schreibarbeit ist natürlich extrem gut für dein Englisch!

College Contact:
War das einer der Gründe für dich nach Kanada zu gehen?

Ein Besuch im BC Place Stadium ist während des Auslandssemester natürlich Pflicht!

Max:
In meinem Studiengang ist ein Auslandssemester nicht verpflichtend, ich hatte einfach nur Lust auf Kanada und Vancouver hat sich da angeboten. Ich war während meiner Schulzeit schon einmal ein Vierteljahr in West Virginia, das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich bin auch privat schon viel herumgereist, zum Beispiel in Südamerika, Indien und China.

College Contact:
Hattest du spezielle Erwartungen an Kanada und die Kwantlen University?

Max:
Natürlich gibt es das Klischee, dass die Kanadier sehr freundlich und umweltbewusst sein sollen und das hat sich schon zum größten Teil erfüllt. In Vancouver selbst gibt es auch eine große chinesische und indische Community - wenn man selbst offen für andere Kulturen ist, lernt man hier eine Menge dazu! Verwunderlich war für mich, dass hier relativ wenige Leute mit dem Rad unterwegs sind, das bin ich selbst gar nicht gewohnt. Außerdem gibt es hier auch Studenten, die Vollzeit neben ihrem Studium arbeiten und daher sehr viel um die Ohren haben.

College Contact:
Das heißt, du hast eher wenig Kontakt mit kanadischen Studenten?

Max:
Nein, das will ich damit gar nicht sagen. Die Gruppenprojekte zum Beispiel werden von den Dozenten eingeteilt und sind daher meistens gemischt. Hier kann man sich übrigens schon einmal darauf einstellen, dass man eine sehr starke Hand und ein aufmerksames Auge in der Verteilung der Aufgaben haben sollte, die Arbeitsweise ist hier nämlich ein bisschen lascher als ich es von zu Hause aus gewohnt bin (lacht). In Deutschland ist die Arbeitsweise oft zuverlässiger und die verteilten Aufgaben werden gewissenhafter bearbeitet, wohingegen man hier die Leute ein wenig motivieren muss, damit sie richtig mitmachen.

College Contact:
Gibt es denn sonst noch Unterschiede zwischen der KPU und deiner Heimatuni?

Mit dem Rad lässt sich die tolle Berglandschaft der Gegend entdecken!

Max:
Der größte Unterschied zur TU Dresden ist, dass ich hier kontinuierlich in die Uni gehe (lacht). Zwar ist es das Semester über hier nicht so super entspannt, dafür sitzt man aber Ende nicht zwei Monate im Keller und lernt, das hat auch etwas Positives. Abgesehen davon finde ich es ein bisschen schade, dass es hier keine richtige Cafeteria gibt. Zwar haben wir hier Tim Horton‘s, aber ein ordentliches Essen für einen schmalen Taler wie in einer Mensa zu bekommen, gestaltet sich eher schwierig.

College Contact:
Erzähl uns doch ein wenig über den Campus.

Max: Der Standort der KPU, an dem ich studiere, ist der Richmond Campus. Im Gegensatz zum Hauptcampus in Surrey ist mein Campus eher ein großes Gebäude mit Science und Computer Labs, einer Bücherei und verschiedenen Bereichen zum Lernen oder Chillen. Dafür ist der Richmond Campus aber auch nicht so weit ab vom Stadtzentrum Vancouvers. Alle, die in Vancouver wohnen möchten, sollten sich daher eher in Richtung Richmond orientieren.

College Contact: Wenn wir gerade schon übers Wohnen reden, wie sieht deine Wohnsituation eigentlich aus?

Max: Ich wohne hier in einer WG zusammen mit fünf Kanadiern, alle in ihren Endzwanzigern. Wir haben hier ein eigenes Haus und ich zahle EUR 480 monatlich, das ist kein schlechter Preis für meine Wohnsituation. An die Wohnung bin ich über Craigslist gekommen, nachdem ich nach meiner Ankunft in Vancouver zwei Wochen lang Couches gesurft und aktiv nach einer Wohnung gesucht habe. Das kann ich allen empfehlen, denen eine passende WG wichtig ist. Obwohl fast alle schon arbeiten, verbringen wir viel Zeit miteinander, kochen zusammen oder gehen auch gerne mal gemeinsam feiern. Neben meinem internationalen Freundeskreis verbringe ich meine Zeit aber auch mit ein paar Deutschen hier, die auch an der KPU studieren (lacht).

College Contact: In Vancouver gibt es also genug Möglichkeiten, in seiner Freizeit auszugehen und zu feiern?

Max:
Auf jeden Fall, in Vancouver gibt es so ziemlich alles, worauf man Bock hat. Wenn man ein bisschen auf elektronischer Musik feiern will, hat man hier genug Optionen, aber natürlich gibt es auch ein Angebot für die, die es ein wenig ruhiger angehen wollen. In meiner Freizeit gehe ich gerne in Cafés, erst recht in Mount Pleasant, der Gegend, wo ich wohne. Das ist ein extrem schönes Viertel mit viel Street Art, hippen Läden, tollen Cafés und Restaurants. Ansonsten fahre ich auch gerne mit dem Rad, das bietet sich für jeden an, weil es hier gute Radwege gibt, das ist ganz cool. Es ist super schön, umringt von Bergen zu sein und mit dem Rad herumzufahren, und die Skyline von Vancouver zu sehen, ist der Hammer.

Wer genug vom Stress der Stadt hat, kann bei einer Wanderung die wunderbare Natur British Columbias bewundern!

College Contact:
Hast du auch Insidertipps für uns?

Max:
Ich persönlich bin zwar nicht so der Sightseeing-Typ, kann aber jedem empfehlen, Vancouver unbedingt auszuchecken. Am Fairview, dem Hafen der Stadt, gibt es sehr viele Essensstände, wo man einfach nichts verpassen kann. Es gibt zum Beispiel richtig viele Ramen- & Pho-Restaurants, probiert euch selbst mal durch!

Ansonsten gibt's dann noch die Vancouver Art Gallery, die hat immer interessante Ausstellungen und macht coole Events mit Feiern in der Galerie selbst, das macht richtig Laune. Außerdem sollte man den Commercial Drive auf jeden Fall mal besucht haben, da findet man schon ein paar coole Bars.

College Contact:
Das hört sich spitze an! Wie sieht es denn mit der Umgebung aus?

Max:
Victoria am südlichen Zipfel von Vancouver Island ist richtig schön. Im Westen der Insel sollte man auch in Tofino vorbeischauen. Das hippe Surfer-Paradies ist zwar ein wenig weiter weg, aber auf jeden Fall ganz cool. Dann sind natürlich für jeden Wanderbegeisterten die Rocky Mountains direkt um die Ecke, die Natur ist unglaublich. Auch wenn es seinen Preis kostet, ist Ski fahren im Winter hier richtig cool!

Ich glaube, würde ich nochmals ein Auslandssemester in Vancouver machen, würde ich früher kommen. Der Sommer muss hier gigantisch sein: Es gibt einen Haufen Strände überall und die Leute lassen es sich bei schönem Wetter gut gehen, davon habe ich ja nur noch so einen Rest mitbekommen. Aber irgendwann werde ich mal im Sommer zurückkommen (lacht).

Ein Auslandssemester an der KPU bietet das ganze Jahr über tolle Freizeitangebote!

College Contact:
Hast du schon Pläne für die Zukunft?

Max:
Bevor ich nach Hause fahre und Prüfungen schreibe, gönne ich mir noch einen Monat in Mexiko. Danach war der Plan, dass ich für ein halbes Jahr Praktikum mache, für welches ich mich derzeit Bewerbungen losschicke. Ich Deutschland habe ich dann noch zwei reguläre Semester bevor es mit meiner Diplomarbeit losgeht.

College Contact:
Das klingt nach einem guten Plan! Kannst du denn schon ein erstes Fazit über deine Zeit an der KPU ziehen?

Max:
Ich habe hier eine extrem gute Zeit, obwohl die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten hier ungewohnt hoch sind, darauf muss man sich leider im Vorhinein einstellen. Das Stadtbild ist dafür der Hammer, die Möglichkeiten sind grenzenlos und es gibt immer irgendwelche Freizeitaktivitäten, die einem Spaß machen. Ich würde auf jeden Fall wieder nach Vancouver und vor allen auch nach Kanada kommen wollen. Es ist von der Kultur nicht so unterschiedlich, das macht einem den Einstieg einfach und trotzdem hat man aber die Auslandserfahrung.

Die Leute sind am Anfang sehr kommunikativ und haben Bock mit dir zu quatschen, im Supermarkt kommt man ganz easy mal in ein Gespräch und nach etwas Zeit bilden sich hier auch tolle Freundschaften. Nicht entmutigen lassen, wenn man nicht sofort von der anderen Person hört! Viele Leute sind es einfach nicht gewohnt, mit Austauschstudenten befreundet zu sein, aber, wenn man sich nicht von der ersten Absage entmutigen lässt, lernt man hier wunderbare Leute kennen!

College Contact:
Vielen Dank für deine Eindrücke von der KPU und weiterhin viel Erfolg im Studium!


Max‘ Bericht von der Kwantlen Polytechnic University hat euch Lust auf ein Study Abroad-Semester in Kanada gemacht? Alle Infos und kostenlos Beratung zur KPU gibt es bei unserem Kanada-Spezialisten Elias.

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