Studieren in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) setzen sich aus den sieben autonomen Emiraten zusammen:

  • Abu Dhabi
  • Adschman
  • Dubai
  • Fudschaira
  • Ras Al Khaimah
  • Schardscha
  • Umm al-Qaiwain

Geographische Lage der VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen an der Ostküste der Arabischen Halbinsel und grenzen nordwestlich an Katar, südlich an Saudi Arabien und östlich an Oman. Im Norden bildet der Persische Golf die natürliche Grenze. Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen sind extrem: An der Küste wird es bis zu 50 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit kann nahezu 100 Prozent betragen. Im Landesinnern ist es ebenso heiß, aber trocken. Hinzu kommen zeitweise trockene Wüstenwinde und Sandstürme.


Bevölkerung in den VAE

Die Emirate sind in ihrer Stellung mit autonomen Bundesstaaten zu vergleichen. Gegründet wurde die Föderation im Jahr 1971, ihre Hauptstadt ist Abu Dhabi im gleichnamigen Emirat. Heute leben knapp 5 Millionen Menschen in den VAE, von denen die Einheimischen (die sogenannten locals) nur noch eine Minderheit bilden. Sie machen lediglich 10 bis 20 Prozent der Einwohner aus, während die restliche Bevölkerungsanteil aus Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan, Bangladesch, Europa und Nordamerika besteht. Ebenso zieht es mittlerweile viele junge Menschen dorthin, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten studieren wollen. Wie enorm die Bevölkerungszahl angestiegen ist, zeigt der Vergleich mit dem Gründungsjahr. Damals wurde sie auf 180.000 geschätzt.


Wirtschaft und Kultur der VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate stehen für eine moderne Infrastruktur und eine erfolgreich aufstrebende Wirtschaft. Gleichzeitig verkörpern sie traditionelle Strukturen und bestimmte religiöse, kulturelle und politische Wertvorstellungen. Insbesondere in den letzten 30 Jahren erfuhr die Föderation einen massiven volkswirtschaftlichen Boom. Er ging hauptsächlich von der Ölindustrie aus, da in dem Staatsgebiet die siebtgrößten Ölvorkommen weltweit liegen. Dies erklärt auch den immensen Reichtum der Emirate.

Da der Öl-Boom jedoch nicht unbegrenzt anhalten kann, orientieren sich die VAE zunehmend in Richtung weiterer Wirtschaftszweige. Dabei konzentrieren sie sich auf die Bau- und Tourismusindustrie, den Handel und auf verschiedene (Hoch-)Technologien. In besonderer Weise hat sich die föderale Regierung auch der Verbesserung der Bildungssituation und der Etablierung der VAE als Top-Hochschulstandort am Persischen Golf verschrieben. Nicht zuletzt deshalb zieht es mehr und mehr internationale Studierende für ein Studium in die Vereinigten Arabischen Emirate.


Hochschul­landschaft in den VAE

Hightech und Tausendundeine Nacht: Studieren in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)

Der Großteil des Haushalts der VAE fließt inzwischen in den Bildungssektor. Auf diese Weise soll qualifizierter Nachwuchs im eigenen Land herangezogen werden. Die Maßnahmen der Regierung beziehen sich neben Alphabetisierungskampagnen und der Einführung moderner Lehrmethoden ebenso auf universitäre Neugründungen und Kooperationen mit dem Ausland.

Staatliche Universiäten

Bisher gibt es drei staatliche Universitäten in den VAE. Die älteste Universität ist die United Arab Emirates University in al-Ain im Emirat Abu Dhabi aus dem Jahr 1976. An ihr dürfen bisher nur Einheimische studieren. Die beiden weiteren staatlichen Universitäten sind die 1997 gegründete University of Sharjah im Emirat Schardscha und die Zayed University mit einer Niederlassung in Dubai (1998) und in Abu Dhabi (2011).

Higher Colleges of Technology

Neben den Universitäten spielen die Higher Colleges of Technology (HCT) mit 17 verschiedenen Standorten in allen sieben Emiraten eine große Rolle. Diese Technischen Hochschulen sind die größten Bildungseinrichtungen der VAE und vermitteln in englischer Sprache eine praxisorientierte Ausbildung.

Dependencen

Zu den staatlichen Einrichtungen kamen in den letzten Jahren zahllose private Neugründungen. Sie stellen eine Antwort auf die steigenden Bevölkerungs- und Bewerberzahlen in den Emiraten dar. Zunehmend werden renommierte, internationale Bildungs- und Forschungsinstitutionen als Partner gewonnen, die Know-how und Prestige mit sich bringen.

So haben sich inzwischen einige Campus-Dependancen in der Hochschullandschaft der VAE angesiedelt. Einer der ältesten Ableger ist die American University in Dubai aus dem Jahr 1995, die inzwischen privatisiert und autonom verwaltet ist. Weitere bekannte Dependancen sind zum Beispiel die New York University in Abu Dhabi oder die ebenfalls dort niedergelassene Pariser Sorbonne.

Einerseits zieht sie die ökonomische Bedeutung der Emirate an, andererseits sind es der hohe Ausländeranteil, die moderne Infrastruktur und die günstigen Mieten. Die Hochschulen werden von der Wirtschaft, von Privatpersonen oder Scheichs gefördert. Sie selbst ziehen wiederum internationale Studenten für ein Studium in den Vereinigten Arabischen Emiraten an, indem sie Stipendien vergeben und großzügig Studiengebühren erlassen.

„Wissensviertel“

Eine Besonderheit der Hochschullandschaft in den VAE sind die Viertel, in denen zahlreiche internationale Institutionen konzentriert sind. Hierzu gehören zum Beispiel das 2003 gegründete Dubai Knowledge Village. Es befindet sich mit seinen über 400 Institutionen inmitten der Freihandelszone und des Technologieparks in Dubai. Die noch größere Dubai International Academic City lässt sich sogar schon als „Wissensstadt“ bezeichnen.

Geschlechtertrennung in den VAE

An den öffentlichen Hochschulen und den HCTs herrscht Geschlechtertrennung, deren Einhaltung rigoros kontrolliert wird. Sichtbarrieren, getrennte Nutzungszeiten für die Bibliothek und separierte Vorlesungen sind hier normal. Männliche Dozenten dürfen aber Studentinnen unterrichten. Bei den internationalen Hochschulen in den Emiraten besteht in der Regel keine Geschlechtertrennung.


Studiensystem in den VAE

An den staatlichen Einrichtungen der VAE herrscht das britische Studiensystem mit der Aufteilung in Undergraduate und Graduate Studies vor. Der akademische Grad Bachelor kann nach drei oder vier Jahren, der Master nach weiteren ein bis zwei Jahren und der PhD nach weiteren zwei bis drei Jahren erreicht werden.

Die Studienleistungen berechnen sich in Credit Points und allgemein besteht das akademische Jahr aus zwei Semestern. Bei ausländischen Dependancen sind allerdings das Studiensystem und das akademische Jahr der Mutteruniversität relevant. So absolvieren die Studierenden an der Sorbonne in Abu Dhabi die reformierten französischen Abschlüsse License-Master-Doctorat (LMD).

An den HCTs können die Studenten entweder nach zwei Jahren ein Diplom, nach drei Jahren das Higher Diploma oder nach vier Jahren den Bachelor erwerben. Das Studienprogramm orientiert sich an US-amerikanischen Strukturen und setzt auf Praktika bei örtlichen und internationalen Unternehmen.

Zusätzlich bieten in den VAE verschiedene Akademien praxisorientierte Studiengänge in Studienbereichen wie Global Management, Journalismus oder Tourismus. Auch sie kooperieren mit Partnerhochschulen und Firmen, wie etwa Hotels, Restaurants oder Medienunternehmen.

Qualitativ hochwertige Lehre auf Englisch

Allgemein zeichnet sich das Studium in den Vereinigten Arabischen Emiraten durch geringe Kursgrößen aus. Das ist sowohl bei den staatlichen Hochschulen als auch bei den ausländischen Niederlassungen der Fall. Eine rege Mitarbeit der Studenten bei den Diskussionen und in der Gruppenarbeit wird genauso vorausgesetzt wie die Lektüre fachspezifischer Kursbücher. Bei den internationalen Hochschulen entsprechen die Lehrpläne fast genau jenen im Heimatland. Die Lehrenden sind international. Sie kommen sowohl aus den VAE als auch vom jeweiligen Muttercampus.

Obwohl die Amtssprache in den VAE arabisch ist, finden die Studienprogramme an den HCTs und den internationalen Zweigstellen auf Englisch statt. Englisch ist außerdem die geläufige Handelssprache und auf Straßen- und Ortsschildern, Speisekarten und in den meisten Geschäften herrscht Bilingualität. Das ist für ein Auslandsstudium in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewiss von Vorteil.


Studieren in den VAE: Voraus­setzungen

Orientalisches Flair pur während des Studiums in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Ein Bummel in den Gassen der traditionellen Suqs.

Die Zulassung an den staatlichen Hochschulen und den HCTs erfolgt über das National Admissions and Placement Office des Bildungsministeriums. Allgemein benötigen alle Bewerber - sei es für öffentliche oder private Institutionen - das General School Leaving Certificate. Für Deutsche bedeutet das die Allgemeine Hochschulreife. An den internationalen Hochschulen herrschen zumeist strenge Aufnahmeregeln, um die hohe Qualität der Studiengänge zu bewahren. Internationale Bewerber sollten daher sehr gute Noten vorweisen können.

Unerlässlich ist ein Nachweis guter Englischkenntnisse über Mindestpunktzahlen in Standardtests wie TOEFL und IELTS. Empfehlenswert ist es auch, bereits in Deutschland oder spätestens nach der Ankunft in den Emiraten Kurse in Arabisch zu belegen, so dass problemloser mit der Bevölkerung kommuniziert werden kann.

An den HCTs wird die Zulassung durch den Einstufungstest Common English Placement Assessment (CEPA) geregelt. Nach dessen Ergebnissen stufen die Hochschulen ihre Bewerber in Preparatory Courses ein. Mit dem CEPA überprüfen sie die schriftlichen und mündlichen Englischkenntnisse in Grammatik und Vokabular sowie die Mathematikkenntnisse.


Kosten und Finanzierungs­möglichkeiten

Für die Einheimischen ist die Ausbildung an den öffentlichen Hochschulen generell kostenfrei ist und auch an den privaten Einrichtungen haben sie ein Anrecht auf Rückerstattung der Studiengebühren. Ausländischen Studierenden stehen diese Ermäßigungen nicht zu. Die Gebühren variieren stark nach Institution, öffentlichem oder privatem Träger, Studienfach und Semesteranzahl. Ihre Höhe solltet ihr direkt bei der jeweiligen Hochschule in Erfahrung bringen.

Die Lebenshaltungskosten sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland. Allerdings variieren sie je nach Emirat und sind momentan in Dubai am höchsten. Importierte Lebensmittel sind im Vergleich zu regionalen Speisen teuer. Gleichzeitig sind die Nebenkosten in den VAE oft geringer, wenngleich die notwendigen Klimaanlagen weitere Kosten verursachen.

Die Mietkosten sind nach einem starken Anstieg nun wieder rückläufig. Üblicherweise kommen ausländische Studenten in uniinternen Wohnheimen unter, die entweder direkt auf dem Campus oder etwas außerhalb liegen. Die Kosten liegen bei einem Einzelzimmer oder Single-Apartment pro Semester bei circa EUR 2.000-3.500 beziehungsweise EUR 1.500 für ein Mehrbettzimmer. Zumeist gibt es in den modernen Anlagen Gemeinschaftsräume wie Fitnessräume, Swimmingpools und Gärten. Gleichzeitig herrschen strenge Vorschriften, die durch Wachpersonal kontrolliert werden.

Falls der Aufenthalt in den Emiraten nur mit Hilfe gewisser finanzieller Unterstützungen möglich sein sollte, gibt es verschiedene Anlaufstellen. Eine Möglichkeit ist das vom Bund gestellte Auslands-BAföG. Es gewährt auch Studenten Zuschüsse für die Lebenserhaltungs- und Reisekosten, die keine Ansprüche auf Inlands-BAföG haben. Eine andere Variante sind Stipendien, die verschiedenste Einrichtungen, wie Hochschulen, Wirtschaft, Kultur oder Politik, vergeben. Auch ein Studienkredit oder Bildungsfonds kann das Studieren in den Vereinigten Arabischen Emiraten möglich machen. Ein Hinzuverdienst durch Jobben während des Studiums ist aufgrund des Visumsstatus in der Regel nicht möglich.


Visa- und Einreise­bestimmungen der VAE

Das für die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate benötigte Studentenvisum stellt die Berliner Botschaft aus. Bei der Einreise muss der Reisepass dann noch ab Abreisedatum für mindestens sechs Monate gültig sein. Außerdem müsst ihr ein bestätigtes Rückreiseticket sollte vorweisen. Das Abschließen einer Auslandskrankenversicherung ist für ein Studium in den Emiraten unerlässlich.