14 Nov 2017
Live aus Kalifornien

College-Contact-Stipendiat Calvin Ohly im Interview

Autor: Layla Nieden

Calvin Ohly, unser Semesterstipendiat für Gesellschaftswissenschaften, absolviert ein Auslandssemester an der California State University Channel Islands.

Das Lebensgefühl in Kalifornien beschreibt Calvin Ohly wie 365 Tage Sommer. Die herzliche und zurückgelehnte Art der Amerikaner haben es unserem Semesterstipendiat für Gesellschaftswissenschaften besonders angetan. Was er während seines Auslandssemesters an der California State University Channel Islands schon erlebt hat, erzählt er uns im Interview.

College Contact:
Hallo Calvin! Super, dass es heute klappt mit dem Interview. Wie geht es dir?

Calvin:
Ja so weit so gut eigentlich. Wir haben hier ja gerade 8 Uhr morgens.



College Contact:
Bist du gerade aus dem Bett gekommen?

Calvin:
Ja, genau (lacht). Wie man sehen kann, wird es hier früher hell. Du kennst wahrscheinlich die Santa-Ana-Winde. Wir haben nachts über 25 Grad. Ist hier wie im Hochsommer.


College Contact:
Du bist ja schon seit ein paar Monaten in Kalifornien. Hast du dich mittlerweile gut eingelebt?

Calvin:
Exakt, also seit round about zwei Monaten bin ich hier und ich muss sagen, die Eingewöhnung ging relativ fix. Für mich war das ja das erste Mal überhaupt in den USA, das erste Mal auch hier an der Westküste.


College Contact:
Und was war neu für dich in den ersten Wochen deines Auslandssemesters?

Das traumhafte Wetter an der amerikanischen Westküste ist für Calvin ein großer Pluspunkt. Sogar im Oktober herrscht in Kalifornien ein Gefühl von Hochsommer.

Calvin:
In Deutschland gibt es ja vier Jahreszeiten. Und hier fühlt es sich so an als wäre immer Juli. Ich finde der Campus ist viel größer und wird gehegt und gepflegt bis zum geht nicht mehr. So ein Gefühl von Campusleben kommt hier viel mehr auf als an meiner deutschen Uni. Und die Leute nehmen einen schnell auf. Sie fragen immer nach, keine Zurückhaltung bei den Locals hier.


College Contact:
Du hast dir die CSUCI gezielt ausgesucht, da sie eine eher kleinere Universität ist. Profitierst du von den kleinen Kursen und der familiären Atmosphäre in den Seminaren?

Calvin:
Ich wurde hier ziemlich herzlich begrüßt und das hat mich ein bisschen ans Gymnasium zurückerinnert. Die Kurse sind nicht so unpersönlich wie eine Vorlesung in Deutschland mit 500 Leuten. Das ist schon echt cool. Wir sind circa 25 Leute in den Seminaren. Wir Studenten haben meistens Anwesenheitspflicht, wir müssen hingehen sonst bekommen wir Abzüge in der Note. Aber das ist ja auch nicht unbedingt schlecht und ich lerne dadurch die amerikanischen Studenten kennen. Hier gibt es das Mid-term System. Wir schreiben einmal in der Mitte des Semesters Examen. Und zwischendrin stehen auch kleine Quizze und Assignments an. Ist nicht wie an einer Uni in Deutschland, dass am Ende des Semesters alles auf einen zukommt. Am Anfang war es natürlich eine Umstellung. Aber jetzt finde ich das amerikanische System eigentlich gar nicht so schlecht.


College Contact:
Letzte Woche standen ja deine Mid-term Examen an. Wie sind sie gelaufen?

Calvin:
Wir haben noch keine Rückmeldung bekommen, aber vom Gefühl her würde ich sagen liefen die Klausuren relativ stabil. In der letzten Klausur ging ich echt auf dem Zahnfleisch. Ich habe alle drei Mid-terms an einem Tag geschrieben. Aber wie gesagt wenn man sich darauf vorbereitet und auch sonst immer unter der Woche am Ball bleibt, dann schafft man das eigentlich.


College Contact:
Welche Kurse belegst du denn an der CSUCI?

Calvin:
Mein Major ist Politikwissenschaft, deswegen belege ich drei Kurse aus diesem Bereich. American Political Institution heißt der eine. Wir setzen uns in diesem Kurs mit dem politischen System der USA auseinander. International Politics, wie der Name schon sagt, ist die Disziplin der internationalen Politikwissenschaften. Global Studies ist ein Mix Kurs aus Politik und Geschichte. Als Minor in Wirtschaftswissenschaften belege ich auch Marketingkurse. Wir machen ziemlich viel Projekt- und Gruppenarbeit, das ist nicht so trocken wie in Deutschland.


Ein Auslandssemester an der CSUCI ist auch eine tolle Gelegenheit, um die spektakuläre Landschaft Kaliforniens zu erkunden. "Die Bixby Creek Bridge in Big Sur sieht malerisch aus" erzählt uns Calvin.

College Contact:
Hast du durch dein Auslandssemester neue Sichtweisen entwickelt?

Calvin:
Ja, die Amerikaner haben natürlich eine teilweise andere Sicht auf Dinge, die in der Welt abgehen als wir in Deutschland. Dementsprechend war das ein Blick über den Tellerrand. Mein Professor, bei dem ich zwei Politikkurse belege meinte, dass er deutsche Vorfahren hat. Und daher macht er immer ziemlich viele Beispiele damit. Weil ich der einzige International in diesem Kurs bin, versucht er mich immer zu löchern und die anderen amerikanischen Studenten sind auch an meiner Meinung interessiert. Ein Austauschprozess ist also schon gegeben.


College Contact:
Du wolltest ja auch am Campusleben teilnehmen. Bist du denn schon Mitglied eines Campusclubs geworden?


Calvin:
Ich habe mich am Anfang mit ein paar Leuten im Hiking Club angemeldet. Die Gegend gibt das ja gut her, in den Canyons ein bisschen hiken zu gehen. Sunset Kayaking ist auch cool, weil wir vor der Küste mit dem Kayak rumfahren können. Indoor Soccer haben wir auch ausprobiert. Also es gibt hier echt viele Möglichkeiten sich zu betätigen.


College Contact:
Das klingt super. Und wo wohnst du?

Calvin:
Ich wohne in einer Gastfamilie und nur acht Minuten vom Campus entfernt.


College Contact:
Wie verstehst du dich denn mit deiner Gastfamilie?

Calvin:
Ich muss sagen wir verstehen uns relativ gut. Am Anfang mussten wir uns natürlich erst aneinander gewöhnen. Wir reden relativ viel miteinander, ich bekomme Einblicke in ein amerikanisches Leben und lerne gut Englisch. Meine Hostmum hat mir in den ersten Wochen die Küste und den Weg zur Uni gezeigt, was ich ganz cool fand, weil ich mich ja noch nicht auskannte. Und nach der O-Week traf ich relativ schnell die anderen Internationals. Wir sind eine große Gruppe: aus den USA, aus Südkorea, ein paar Deutsche. Das heißt, dass ich in der Gruppe zwangsläufig auch Englisch sprechen muss. Es ist ganz cool ein paar Leute zu kennen und sich Autos zu teilen, die wir uns selbst gekauft haben.


Roadtrips zu den Weltmetropolen Los Angeles und San Francisco stehen auf Calvin's Liste von unvergesslichen Erlebnissen ganz weit oben.

College Contact:
Habt ihr denn schon viele Ausflüge gemacht?

Calvin:
Ja, ich würde sagen wir haben bis jetzt alles mitgenommen was da war. Der größte Roadtrip von der Entfernung her war bislang San Francisco. Und da haben wir uns alles angeguckt: zum Beispiel die Golden Gate Bridge und Fisherman’s Wharf. Die Bixby Bridge in Big Sur sieht malerisch aus. Nach Los Angeles fahren wir auch ganz oft, weil die Stadt nur 50 Minuten von der Uni entfernt ist. Wir machen auch noch Ausflüge nach Las Vegas, zu dem Joshua Tree Nationalpark, dem Grand Canyon und Hoover Dam. Das haben wir schon für Thanksgiving geplant.


College Contact:
Am Grand Canyon zu stehen war ja ein Kindheitstraum von dir.

Calvin:
Ja genau, da habe ich schon immer ein bisschen drauf gedrängt, dass wir da unbedingt noch hinfahren müssen.


College Contact:
Wie gefällt dir denn die Studentenstadt Camarillo ?

Calvin:
Dafür, dass in Camarillo angeblich nur 60.000 Einwohner leben, wirkt die Stadt relativ groß. Das Camarillo Outlet ist bekannt dafür, dass es so ziemlich alles hat was man braucht was Kleidung angeht. Im Oldtown gibt es kleine Geschäfte und da wo ich wohne ist alles im spanischen Stil gebaut und hübsch gelegen. Da kann ich es ein Semester aushalten (lacht).


College Contact:
Hast du schon ein persönliches Highlight erlebt?

Calvin:
Als wir in San Francisco waren, sind wir in ein Schnellrestaurant gegangen, ich glaube das hieß „In & Out Burger“. Und da sind auf einmal alle Leute ausgeflippt und haben Fotos gemacht. Wir wussten nicht warum. Und dann haben wir festgestellt, dass NFL Football Spieler reingekommen sind. Weißt du, wir waren nichts ahnende Internationals und um uns rum flippten alle aus. Das war echt cool.


College Contact:
Das kann ich mir vorstellen. Dein College Contact Stipendiengeld wolltest du ja verwenden, um nach New York zu fliegen. Hast du das noch geplant?

Calvin:
Genau, im Dezember vor Weihnachten wollen wir nach New York fliegen. Das ist ja auch nicht die schlechteste Zeit, dann kann ich dort noch Weihnachtseinkäufe erledigen. Und mit etwas Glück liegt dann auch Schnee.


College Contact:
Und wie fällt deine Zwischenbilanz aus?

Calvin:
Wenn man von einer Punkteskala ausgehen würde, sind es fast acht, neun oder sogar zehn von zehn Punkten. Die Vorbereitung war sehr stressig und ich musste sehr viel Papierkram ausfüllen. Aber wenn man hier erstmal Fuß auf den Boden gesetzt hat - das entschädigt echt alles. Die Amerikaner sind alle gechillt, sie sind ein bisschen zurückgelehnt und alle super freundlich. Ist vom Lebensgefühl echt wie 365 Tage Sommer.

College Contact:
Vielen Dank für das ausführliche Interview. Wir wünschen dir weiterhin eine tolle Zeit!


Wenn ihr nun Lust bekommen habt, selbst an der California State University Channel Islands zu studieren, könnt ihr euch gern bei uns melden. Unsere Studienberaterin Katleen Schünemeyer beantwortet all eure Fragen und unterstützen euch bei eurer Bewerbung. Viele weitere Infos zur CSUCI findet ihr im Hochschulprofil auf unserer Website.