Auslands­semester in Italien

Sehnsuchtsort Italien! Bella Italia ist nicht nur das Land mit der weltweit einflussreichsten und beliebtesten Küche, sondern auch das Land mit den meisten UNESCO-Welterbestätten. Tatsächlich braucht man mit Superlativen nicht zu sparen, wenn man Italien adäquat beschreiben möchte. Italiener selbst sind schließlich keine Freunde des Understatements, ihre ausprägte Lebensfreude und ihr Temperament macht ihre besondere Mentalität und Kultur aus.

Ab dem 18. Jahrhundert war die Bildungsreise nach und durch Italien nicht nur für Adlige, Schriftsteller, Architekten und Maler aus ganz Europa obligatorisch, sondern gehörte auch in vielen wohlhabenden Familien in Frankreich, England und Deutschland zum Pflichtprogramm. Der berühmteste deutsche Bildungsreisende war sicherlich Goethe, der seine Erlebnisse in seiner „Italienischen Reise“ verewigte und dem Land, „in dem die Zitronen blühen“, etliche Gedichte widmete. Die deutsche Italiensehnsucht ist bis heute ungebrochen. So gehört das Land in der Form eines Stiefels nicht nur zu den beliebtesten Urlaubsländern Europas, sondern ist auch als Zielland für ein Auslandsstudium, insbesondere in Form eines Auslandssemesters, extrem populär.

Gründe für ein Auslands­semester in Italien

Wenn es um ein Auslandssemester geht, liegt Italien bei vielen internationalen Studenten ganz weit vorn.

Es gibt viele gute Argumente für ein Auslandssemester in Italien. Die meisten internationalen Studenten zieht es wohl hauptsächlich aus folgenden Gründen dorthin:

  • Studieren an geschichtsträchtigen Universitäten: Die italienische Hochschullandschaft ist die älteste der Welt und natürlich reich an Traditionen. Häufig findet der Unterricht in beeindruckenden historischen Gebäuden statt.
  • Eine andere Lern- und Lehrkultur kennenlernen: Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für die universitäre Wissensvermittlung. Andere Unterrichtsmethoden kennenzulernen ist immer eine bereichernde Erfahrung. Außerdem lohnt es sich, im Auslandssemester in Italien ebenfalls Lehrveranstaltungen mit Landesbezug zu besuchen und somit eine andere fachliche Perspektive zu gewinnen.
  • Italienisch lernen beziehungsweise perfektionieren: Wer ein oder zwei Auslandssemester in Italien verbringt und jeden Tag auf Italienisch kommuniziert, lernt die Sprache am besten. Kein Sprachkurs in Deutschland kann das bieten.
  • Studieren, wo andere Urlaub machen: Kulturschätze, Sonne, Strand – Italien hat unglaublich viel zu bieten und wohl kaum ein Land besitzt so viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten. Ein Auslandssemester bietet aber vor allem auch die Möglichkeit, das Land jenseits der Touristenhochburgen zu entdecken.
  • Entspannte Lebensweise und Dolce Vita: Wenn es darum geht, das Leben in vollen Zügen zu genießen, dann seid ihr in Italien genau richtig. Gutes Essen, guter Wein und Geselligkeit werden in diesem sonnenverwöhnten Land groß geschrieben. Diese Lebensart ist ansteckend und wird euer Auslandssemester zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
  • Ein Auslandssemester ist unkompliziert und leicht zu realisieren: Im Gegensatz zu einem kompletten Bachelor- oder Masterstudium ist ein Auslandssemester in Italien leicht zu organisieren und die Bewerbung kann häufig auch noch kurzfristig erfolgen.

Spezielle Semester­programme in Italien

Viele Hochschulen in Italien bieten internationalen Studenten die Möglichkeit, dort für ein oder zwei Semester zu studieren und fach- und semesterübergreifend Kurse zu besuchen. Da auch im italienischen Studiensystem das ECT-System gilt, ist die Anrechnung der Studienleistungen problemlos möglich. Die Studenten sollten jedoch zuvor unbedingt ein sogenanntes Learning Agreement mit der Heimathochschule abschließen. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Reihe an Alternativkursen mit aufzulisten.

Viele Universitäten, so etwa auch die Università Cattolica del Sacro Cuore, haben sogar englischsprachige Kurse im Angebot. Das ist besonders für diejenigen interessant, die ein Auslandssemester in Italien verbringen wollen, jedoch die Landessprache noch nicht beherrschen und parallel zum Fachstudium Sprachkurse besuchen wollen. Die Università Cattolica del Sacro Cuore bietet dementsprechend zwei verschiedene Curricula an – eines in englischer und eines in italienischer Sprache. Internationale Studenten sollten während ihres Semesters in Italien natürlich die einmalige Gelegenheit nutzen und Kurse besuchen, die sich mit der Kultur und Geschichte des Landes befassen.

Semesterstudenten wird es aufgrund der umfangreichen Betreuung seitens der italienischen Hochschulen und spezieller Freizeitprogramme, wie beispielsweise einer Orientierungswoche und diverser Ausflüge, leicht gemacht, sich im Gastland einzuleben und schnell Freundschaften zu schließen.


Bewerbungs­voraussetzungen für ein Auslands­semester in Italien

Die Bewerbung für ein Auslandssemester in Italien ist denkbar unkompliziert und kann im Grunde auch noch kurzfristig erfolgen. Um die Vorbereitung jedoch stressfrei zu gestalten, empfiehlt sich eine Vorlaufzeit von mindestens drei Monaten.

Die spezifischen Zulassungsvoraussetzungen hängen von der jeweiligen Gasthochschule ab. In der Regel genügt jedoch das (Fach-)Abitur und der Nachweis, dass ihr an einer deutschen Hochschule eingeschrieben seid. Gegebenenfalls verlangt die italienische Hochschule einen Sprachnachweis über eine gewisses Italienisch- beziehungsweise Englischniveau.


Kosten und Finanzierungs­möglichkeiten

Während eines Auslandssemesters in Italien gehört ein Abstecher in die Hauptstadt unbedingt dazu!

Wer ein Auslandssemester in Italien absolvieren möchte, muss sich natürlich mit der Kosten- und Finanzierungsfrage auseinandersetzen. Von Studiengebühren über die Unterkunft bis hin zur Verpflegung – ein Auslandsstudium kostet immer Geld. Doch keine Sorge – gerade für ein Kurzzeitstudium in Italien gibt es zahlreiche Finanzierungmöglichkeiten!

Studien­gebühren in Italien

Ein Auslandssemester in Italien als Freemover ist in der Regel mit Studiengebühren verbunden. Die Höhe der Studiengebühren ist in erster Linie abhängig von der gewählten Gasthochschule. Sie können sich aus einem Grundbetrag pro Kurs und weiteren Zusatzgebühren zusammensetzen oder aber die Studenten zahlen eine fixe Gebühr, die eine gewisse Anzahl an ECTS abdeckt. Generell sind private Hochschulen teurer als öffentliche Einrichtungen – im Gegenzug profitieren die Studenten jedoch von einer individuellen Betreuung und kleineren Kursgrößen.

Lebens­haltungskosten in Italien

Die Lebenshaltungskosten in Italien entsprechen im Großen und Ganzen denen in Deutschland. Entscheidend bezüglich der Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung ist aber natürlich auch in Italien der konkrete Studienort. In den großen Metropolen wie Mailand oder Rom müsst ihr grundsätzlich mehr einplanen als in kleineren Städten wie Piacenza oder Brescia. Der Norden Italiens hat übrigens einen höheren Lebensstandard als der Süden – dementsprechend müsst ihr dort auch tiefer in die Tasche greifen.

Auslands-BAföG, Stipendien und andere Finanzierungs­möglichkeiten

Die oben genannten Kostenpunkte sollten euch jedoch nicht davon abhalten, euren Traum vom Auslandssemester in Italien zu verwirklichen. Immerhin gibt es eine ganze Reihe an Finanzierungsoptionen:

  • Auslands-BAföG:Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um die Finanzierung eines Semesters in Italien geht, sollte das zuständige BAföG-Amt sein (für Italien ist dies das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin). Dies gilt auch für diejenigen, die in Deutschland keinen Anspruch auf BAföG haben, da die Bemessungsgrenzen bei einem Auslandsstudium höher liegen. Wer individuellen Anspruch auf Auslands-BAföG hat, erhält neben einem Zuschuss zu den Studiengebühren bis maximal EUR 4600 unter anderem auch einen monatlichen Grundbedarf und einen pauschalen Reisekostenzuschlag.
  • Stipendien: Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit bieten Stipendien. Gerade für ein Kurzzeitstudium im Ausland gibt es derer einige, wie beispielsweise vom DAAD. Auch College Contact vergibt pro Semester fünf Teilstipendien an Studenten verschiedener Fachrichtungen.
  • Studienkredite: Auch die Aufnahme eine Studienkredits kann eine Option darstellen, um das Semester in Italien zu finanzieren. Wichtig ist es, sich zuvor gut über Verzinsung und die Rückzahlungsmodalitäten zu informieren, um eine zu hohe Verschuldung zu vermeiden.
  • Nebenjob: Um ihr Taschengeld aufzubessern ist, es Semesterstudenten gestattet, in Italien zu jobben. Dies ist zudem eine tolle Möglichkeit, die Sprache und Kultur besser kennenzulernen.

Visum und Einreise

EU-Bürger benötigen für ein Auslandssemester in Italien keine Aufenthaltsgenehmigung. Wer länger als 90 Tage in Italien bleibt, was bei einem Auslandssemester in der Regel der Fall ist, muss sich allerdings bei der örtlichen Polizeibehörde anmelden. Für die Einreise genügt der (natürlich gültige) Personalausweis oder Reisepass.

Krankenversicherung für ein Auslandssemester in Italien

Italien ist ein EU-Land und daher ist auch die Krankenversicherung für die Zeit des Auslandssemesters unkompliziert, da ihr als gesetzlich Krankenversicherte aus Deutschland weiterhin versichert seid. Den Nachweis über die EU-weite Krankenversicherung (European Health Insurance Card, EHIC) findet ihr auf der Rückseite eurer Versichertenkarte.

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese würde beispielweise einen Krankenrücktransport abdecken, welche die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland nicht übernimmt.