Studieren in Thailand

In der Form eines Elefantenkopfes erstreckt sich der südostasiatische Staat Thailand auf einer Fläche von über einer halben Millionen Quadratkilometern. Der Staat ist zum einen von den Ländern Myanmar, Laos, Kambodscha und Malaysia und zum anderen durch den Golf von Thailand und die Andamanensee begrenzt.

Zahlreiche kleine Inseln umgeben das Festland. Weltbekannt ist das "Land des Lächelns" für seine Traumstrände, die zum Baden und Surfen anlocken. Insbesondere die Hauptstadt Bangkok ist ein gefragtes Reiseziel, aber wird auch für ein Auslandsstudium in Thailand immer beliebter.

Studieren in Thailand: Fakten zum Königreich

Das Klima ist größtenteils tropisch, in wenigen Regionen gemäßigt und für gewöhnlich ganzjährig um die 30–35 °C warm. Nachts kühlt es nur unerheblich ab. Im Norden ist es kühler, im Süden feucht und im Landesinneren schwül-heiß, während an den Küsten eine kühlende Brise geht. Thailand liegt im Einflussbereich der Monsunwinde, die in unterschiedlichem Maße Niederschläge mit sich bringen. Während im Süden eine zehnmonatige Regenzeit herrscht, sind im Norden vor allem die Monate Mai bis Oktober regenreich. Immer wieder kommt es in Thailand zu teils heftigen Taifunen und Überschwemmungen. Die angenehmste Reisezeit ist im Winter von November bis Februar.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bestand Thailand zum größten Teil aus tropischen Regenwäldern. Heutzutage machen sie nur noch etwa ein Viertel des Landes aus. Das Landschaftsbild der Küstenregionen bestimmen Mangrovenwälder und -sümpfe, im Landesinnern sind es fruchtbare Schwemmlandebenen, aber auch trockenere Steppengebiete. Im Norden liegen die Ausläufer des Himalayas und im Nordosten diverse Hochplateaus. Dementsprechend groß ist die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.

Das bis zum Jahr 1939 als Siam bezeichnete thailändische Königreich war im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Ländern nie unter europäischer Kolonialherrschaft. Auch heute ist es noch eine konstitutionelle Monarchie, der seit 1946 König Bhumibol vorsteht. Er regiert über 69 Millionen Einwohner, von denen 75 % Thai und 15 % Chinesen sind. Hauptsächlich gehören sie dem buddhistischen Glauben an.

Der südostasiatische Staat ist ein wirtschaftliches Schwellenland und hat zuletzt einen großen Wandel durchlaufen. Die Landwirtschaft wurde in ihrer Primärstellung von dem Export und der industriellen Produktion abgelöst. Inzwischen ist Thailand der zehntwichtigste Autohersteller der Welt. Andere bedeutende Wirtschaftszweige sind die Produktion von Stahl, von Elektro- und Elektronikgeräten sowie die Textilindustrie. Daneben spielen der Dienstleistungssektor und der Tourismus eine große Rolle. Diese technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen machen ein Auslandsstudium in Thailand für reisefreudige Studenten so attraktiv.


Hochschulformen Thailands

Das Land des Lächelns: Immer mehr internationale Studierende zieht es zum studieren nach Thailand.

Die Gründung der beiden ersten Universitäten des Königreichs Ende des 19. Jahrhundert diente der Ausbildung buddhistischer Mönche. Sukzessive folgten Militärakademien, Berufsschulen, technische Institute und königliche Regierungsinstitute, die im ganzen Land Lehrer ausbildeten. Die ursprünglichen Lehrerkollegien zählen heute zum Rajabhat-Hochschulverbund, der in den 1970er Jahren Universitätsstatus erhielt. Die neun sogenannten Rajamankhala-Universitäten, die heute Universities of Technology heißen, waren ursprünglich technische Institute. Im Gegenzug entwickelten sich aus einigen der Technical Colleges technische Institute mit Universitätsstatus.

Momentan existieren insgesamt 79 staatliche Universitäten in Thailand, die komplett von der Regierung finanziert werden. 63 von ihnen sind zulassungsbegrenzt, und 14 sind autonom, aber dennoch vom Staat subventioniert. Zu den staatlichen Universitäten kommen 71 private Hochschulen hinzu.

Ein Studium in Thailand ist auch an den verschiedene Arten von Colleges, die eine praxisbezogene Ausbildung gewährleisten, möglich: Technical, Community, Professional und Teacher Colleges. Während manche Universitäten nur grundständige Studiengänge anbieten, ist an bestimmten Colleges auch eine Promotion möglich.


Hochschulförderung und Qualitätssicherung

Wie wichtig der Bildungssektor für die thailändische Regierung ist, zeigt die Tatsache, dass seine Förderung circa ein Viertel der gesamten Regierungsausgaben ausmacht. Etwa 12 % davon fließen in die tertiäre Bildung. Das thailändische Ministry of Education (MoE) steht als oberste Instanz über allen Bildungsinstitutionen. Sowohl die staatlichen als auch die privaten Institutionen müssen vom MoE akkreditiert werden. Ihm angegliedert ist das Office of the Higher Education Commission (OHEC, ehemals Ministry of University Affairs), das die internationalen Kooperationen regelt und die Qualität von Forschung und Lehre sichert.

Die Zahl internationaler Hochschulniederlassungen wächst beständig und spiegelt die zunehmende Bedeutung Thailands für den asiatischen wie globalen Markt wider. Die Rahmenbedingungen für thailändische Studenten und Studenten weltweit, die zum Studieren nach Thailand kommen möchten, werden durch internationale Studienangebote von staatlicher Seite in besonderer Weise gefördert. Sie richten sich sowohl an einheimische als auch an internationale Studenten und bieten vor allem englischsprachige Kurse. In besonderen Fällen gibt es auch Kurse auf Hochchinesisch. An manchen Hochschulen lehren semesterweise Gastdozenten renommierter europäischer und US-amerikanischer Universitäten.

Zum studieren in Thailand kamen 2010 über 20.000 ausländische Studenten - fast 6 % mehr als noch im Vorjahr. Zum größten Teil stammten sie aus China, Laos, Myanmar oder anderen Teilen Asiens und zu einem eher geringen Anteil aus Europa. Darunter waren Vollzeitstudenten, die ihren Bachelor in Thailand ablegt haben, aber auch zahlreiche Studenten, die für ein Auslandssemester nach Thailand gekommen sind. Insbesondere in den Fachbereichen Management, Wirtschaft, Technologie und Ingenieurwissenschaften sind Auslandsstudien oder -semesteraufenthalte in Thailand beliebt.

Für internationale Studenten ist ein Studium in Thailand äußerst gewinnbringend, da sie sich während des Studiums mit der asiatischen Geschäftswelt, Kultur und Mentalität vertraut machen. Der Staat Thailand profitiert gleichermaßen von den internationalen Studenten und den Hochschul-Kooperationen, die Knowhow, Finanz- und Wirtschaftskraft (durch Studiengebühren und Fördermittel) und Prestige mit sich bringen. Die Bildungseinrichtungen steigern Thailands Bekanntheitsgrad jenseits der Tourismusbranche.


Studiensystem

Das thailändische akademische Jahr ist in zwei Semester von Juni bis Oktober beziehungsweise November bis März gegliedert; manche Hochschulen zählen aber auch in Trimestern. Die Studienleistungen sind mit Credit Points bemessen.

In der Regel ist Thai die an den Universitäten gesprochene Sprache. Zunehmend wächst das Angebot an englischsprachigen Studiengängen. Dennoch bleibt es grundsätzlich empfehlenswert, Thai-Sprachkurse zu besuchen, die jede Universität anbietet.

Traditionell setzen die thailändischen Hochschulen in ihren Kursen und Vorlesungen auf konservativen Frontalunterricht, ein strenges Curriculum und systematisches Lernen anhand bestimmter Lehrbücher. Mittels der seit dem Jahrtausendwechsel laufenden Bildungsreform sind die Lehrmethoden aber modernisiert und internationalisiert worden.

Das Bachelorstudium in Thailand

Thailands Studiensystem orientiert sich am angelsächsischen Modell und ist dreifach untergliedert in die Studiengänge Bachelor, Master und Doctor of Philosophy. Der zu den grundständigen Studienangeboten gehörende Bachelorstudiengang (Bhandit) umfasst normalerweise vier Jahre. Ausnahmen bilden unter anderem die Fächer Architektur, Pharmazie und Grafikdesign mit fünf Jahren beziehungsweise Human-, Zahn- oder Tiermedizin mit sechs Jahren Studiendauer. Alle medizinischen Fächer enden mit den sogenannten Berufsdoktoraten, dass heißt ohne die Vergabe einer expliziten Promotionsleistung.

Das Masterstudium in Thailand

Aufbauend auf den Bachelorabschluss kann ein Masterstudium angeschlossen werden. Dieses führt zu einer fachlichen Vertiefung des bisherigen Wissens und endet jeweils mit einer eigenständig erarbeiteten schriftlichen Thesis. Bis zum Masterabschluss (Mar Bhandit) ist in der Regel mit zwei Studienjahren zu rechnen.

Die Promotion in Thailand

Falls sich die Masterabsolventen weiterhin verstärkt der Forschung und Wissenschaft widmen möchten und die bisherigen Leistungen stimmen, ist eine zwei- bis vierjährige Promotion zum Doctor (Dutsadibandit) empfehlenswert. Bei herausragenden Studienleistungen immatrikulieren sich Bachelorabsolventen bereits für einen dreieinhalb Jahre dauernden Promotionsstudiengang.

Alternative Abschlüsse

Nichtuniversitäre Abschlüsse sind der zwei bis drei Jahre dauernde Associate Degree, der in Hinblick auf die Berufstätigkeit strukturiert ist und der ersten Hälfte des Bachelorstudiums entspricht. Daneben bieten technische und berufsbildende Colleges und Institute und manche Hochschulen einjährige Certificates und zweijährige Diplomas. Die Diplomas sind einerseits berufsqualifizierend und ermöglichen eine Lehrtätigkeit an Schulen. Andererseits können die Absolventen mit ihnen auch in das fortgeschrittene Bachelorstudium im dritten Studienjahr wechseln.

Als postgraduale Abschlüsse und zur weiteren Berufsqualifikation nach einem erfolgreich mit einem Bachelor oder Master abgeschlossenen Medizinstudium kann ein sogenanntes ein- bis dreijähriges Graduate Diploma oder ein einjähriges Higher Graduate Diploma nachfolgen.


Studieren in Thailand: Die Voraussetzungen

Vor allem Studierende der Wirtschaftswissenschaften zieht es für ein Auslandsstudium in die thailändische Hauptstadt Bangkok.

Um an einer thailändischen Hochschule zu studieren , werden grundsätzlich mindestens 12 Schuljahre mit Abschluss vorausgesetzt. Das entspricht im Deutschen der Allgemeinen Hochschulreife. Eine weitere Rolle spielen der Gesamtnotendurchschnitt und die Zensuren in bestimmten Fächern.

Den Zugang zum Masterstudiengang ermöglicht ein erfolgreich abgeschlossener Bachelor. Teilweise sind zusätzliche eine bestimmte Mindestnote und eine weitere Prüfung notwendig. Für den Ph.D.-Studiengang wird ein sehr guter Masterabschluss benötigt.

Vor allem bei internationalen Studienprogrammen mit Englisch als Unterrichtssprache ist das Erreichen einer bestimmten Mindestpunktzahl in standardisierten Sprachtests wie der TOEFL oder IELTS erfordlich.


Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums in Thailand

An thailändischen Hochschulen werden Studiengebühren erhoben, die je nach Institution, Studienfach, Kursprogramm und Abschlussart stark variieren. In der Regel sind sie für ausländische Studenten etwas höher als für Einheimische. Jährlich zahlen internationale Studenten etwa EUR 2.000-10.000 für ein Studium in Thailand. Manchmal werden außerdem die einzelnen Kurse separat angerechnet. Bei privaten Einrichtungen sind die Studiengebühren für gewöhnlich höher als an öffentlichen.

Um das Auslandsstudium in Thailand finanziell weniger belastend zu gestalten, können verschiedene Förderprogramme in Anspruch genommen werden: Die Bundesregierung bietet zum Beispiel das Auslands-BAföG, das unter anderem Zuschüsse zu den Studiengebühren von bis zu EUR 4.600 zahlt und teilweise auch für Studenten zugänglich ist, die kein Anrecht auf Inland-BAföG haben. Darüber hinaus ist auch ein Studienkredit eine Finanzierungsmöglichkeit.

Allgemein sind die Lebenshaltungskosten in Thailand niedrig. Selbstverständlich hängen sie immer vom individuellen Lebensstil und vom gewählten Studienort ab. Eine typische Unterkunftsmöglichkeit sind die den Hochschulen angegliederten Studentenwohnheime mit Einzel- und Mehrbettzimmern in einer Preislage von EUR 200-400 im Monat, je nach Stadt und Komfort. Eine rechtzeitige Bewerbung ist hier in jedem Fall von Vorteil. Ansonsten können private Unterkünfte bei Gastfamilien, Wohngemeinschaften mit Kommilitonen oder privat geführte Apartmentkomplexe eine Option sein.


Visum und Einreise in Thailand

Für ein Auslandsstudium in Thailand besteht für deutsche Touristen Visumspflicht ab einem Aufenthalt von über 30 Tagen. Das heißt, um in Thailand zu studieren, ist entweder ein Nicht-Einwanderer-Visum für drei Monate oder eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr notwendig. Sie können bei der thailändische Botschaft und dem General-Konsulat beantragt werden.

Zu dem Visumsantrag gehören ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass, zwei Passbilder, die Immatrikulationsbescheinigung für eine thailändische Hochschule, eine offizielle Bescheinigung über den Zweck der Einreise und ein Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel. Bei der Einreise sind Impfvorschriften und auch aktuelle Warnhinweise des Auswärtigen Amtes zu beachten. Vorab sollte in Deutschland eine Auslandskrankenversicherung für Thailand abgeschlossen werden.