24 Nov 2016
Politischer Umbruch in den USA

Ein Auslandssemester während der US-Wahl

Im nächsten Jahr können Studierende während eines Auslandssemesters in den USA den Einzug des neuen Präsidenten in das Weiße Haus miterleben.

Am 8. November wählten die USA einen neuen Präsidenten. Weltweit diskutierten die Menschen in sozialen Netzwerken und Zeitungen heftig über die beiden Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump. Das knappe Ergebnis der Wahl ruft nicht weniger gespaltene Reaktionen hervor. Während die eine Hälfte der USA über den Sieg Trumps jubelte, versuchte die andere, ihre Enttäuschung zu überwinden.

Celina und Johannes verbringen derzeit mit College Contact ein Auslandssemester in den USA. Die beiden Studierenden erzählten bereits von der politischen Stimmung während des Wahlkampfes auf ihrem jeweiligen Campus an der UCSD in Kalifornien und am Brooklyn College in New York. Wie haben sie nun den Wahlabend und die ersten Reaktionen auf den Sieger in diesen beiden politisch liberalen Staaten erlebt? Und welche Uni eignet sich eigentlich besonders, um die US-amerikanische Politik auf wissenschaftlicher Ebene genauer zu erforschen?

Reaktionen auf das Wahlergebnis in New York und Kalifornien

Celina und Johannes setzten ihren Plan für den Tag der Wahl in die Tat um und mischten sich am Abend der Stimmauszählung unter das amerikanische Volk. Bei einem kühlen Getränk verfolgten sie an ihrem jeweiligen Wohnort die ersten Ergebnisse auf dem Fernsehbildschirm einer Bar.

Kalifornien und New York gelten als Staaten, die traditionell die Kandidaten der demokratischen Partei wählen. So auch bei dieser Wahl: In Kalifornien gewann Hillary Clintons Partei mit etwas über 61% und in New York waren es knapp 59 %. Als jedoch im Laufe der Auszählung immer mehr Staaten an die republikanische Partei gingen, wurde schnell klar, dass ein politischer Wechsel bevorstand. Gegen halb 3 Uhr Ortszeit in Washington, D.C. stand Donald Trump als Gewinner und zukünftiger Präsident der USA fest. Das Ergebnis widersprach den vielen Umfragen und Prognosen, die zuvor veröffentlicht wurden, und ließ viele fragende Gesichter zurück.

Johannes war am Tag nach der Wahl überrascht von der ungewohnt politischen Stimmung auf dem Campus der University of California San Diego.

Am Tag nach der Wahl wurde die politische Spaltung im Land deutlich. „Ich hatte das Gefühl, dass die Menschen am Mittwoch in der Stadt sehr bedrückt waren“, beschreibt Celina die Stimmung in New York City. Auf dem Campus der UCSD bemerkte Johannes morgens einen einzelnen Demonstranten: „Da saß ein junger Mann im Schneidersitz vor der Bibliothek mit zugetapetem Mund und einem Schild in der Hand „He is not my President. She is my President“.“ Nachmittags hatten sich viele Studierende um den Protestler herum versammelt, um ihn zu unterstützen. Plötzlich sprachen Johannes zufolge alle auf dem kalifornischen Campus über das Wahlergebnis.

Im Laufe des Tages häuften sich die Berichte über lautstarke Proteste im ganzen Land. Celina ging abends zum Trump Tower in New York City, um sich selbst einen Eindruck von den Demonstrierenden dort zu verschaffen. „Es waren friedliche Proteste“, erzählt sie, „aber trotzdem sehr intensiv.“ Mit Postern und einer Wand voller Klebezettel am belebten Union Square hätten die Menschen ihrem Unmut Luft gemacht und ihre Gedanken festgehalten.


Wahlbeteiligung der jungen Wähler

An der UCSD und am Brooklyn College versuchten Kampagnen die jungen Wähler an der Uni zur Stimmabgabe zu motivieren. Nach derzeitigen Schätzungen taten dies 23,7 Millionen Wähler in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von etwa 50%. Insgesamt gingen etwa 57% der Wahlberechtigten wählen, die Wahlbeteiligung der Jungen lag also einige Prozentpunkte unter dem Durchschnitt.

Die genaue Aufschlüsselung der Wählerschaft nimmt noch etwas Zeit in Anspruch. Sowohl insgesamt als auch in der Gruppe der jungen Wähler erhielt Donald Trump weniger Stimmen als Hillary Clinton. Im amerikanischen Wahlsystem führt allerdings nicht die absolute Zahl der Stimmen, sondern die Anzahl der jedem Staat zugeteilten Wahlmänner zum Sieg, die je nach Bevölkerungsgröße variiert. Mit 290 zu 232 Wahlmännern gewann Trump die Wahl. Johannes resümiert: „Letztendlich wurde er demokratisch gewählt, auch wenn das Wahlsystem veraltet ist.“


Den politischen Umbruch erleben: Politik in den USA studieren

Wer Politikwissenschaften studiert und neugierig auf die US-amerikanische Politik geworden ist, kann sich während eines Auslandssemesters selbst ein Bild vor Ort machen. Neben dem Brooklyn College und der UCSD bieten viele unserer Partnerunis in den USA umfangreiche Studienprogramme auch im Bachelor- und Masterbereich an.

Während eines Studiums der Politikwissenschaften setzen sich Studierende immer wieder mit der Historie des Landes auseinander und nutzen die umfangreichen Archive der Universitäten.

  • Die University of California Los Angeles zählt College Factual zufolge zu den besten zehn Universitäten für Politikwissenschaft in den USA. Der Fachbereich ist einer der beliebtesten unter den Studierenden. Mit einem ausgezeichneten Betreuungsschlüssel von 16:1 ist die vielfältige Universität eine der renommiertesten unter den amerikanischen Hochschulen. Im Rahmen eines Auslandstrimesters oder einer Summer Session können internationale Studenten Kurse wie Introduction to American Politics oder World Politics and U.S. Foreign Policy after September 11 belegen.
  • Eine der traditionsreichsten Universitäten im Bereich Politikwissenschaft ist die University of Chicago. Zahlreiche Nobelpreisträger und Koryphäen hat die Uni hervorgebracht. Das Social Science Department, dem Political Science angehört, landet im aktuellen QS World University Ranking auf Platz acht. Während eines Auslandssemesters können politikinteressierte internationale Studierende Kurse aus dem B.A. Political Science oder M. A. International Relations belegen.
  • Zu den renommiertesten Unis für Politik in den USA zählt auch die University of Washington in Seattle. Im U.S. News & World Report Best Global Universities Ranking nimmt die Hochschule einen sehr guten Platz 11 ein. Während des Global-Connections-Programms belegen Studierende der Politikwissenschaft unter anderem Kurse aus dem Bereich International Studies oder aus dem B.A. Political Science mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie International Security oder Political Economy.

Weitere spezialisierte Studienprogramme finden sich beispielsweise an der Hawaii Pacific University mit Diplomacy and Military Studies oder Political Theory and Constitutional Democracy an der Michigan State University. Unsere Studienberaterinnen helfen euch gerne bei der Suche nach einer geeigneten Hochschule für ein Auslandssemester oder Vollstudium in den USA. Erreichbar sind sie persönlich, per Mail oder telefonisch.