3 Feb
Erfahrungsbericht von Pia P.

James Cook University Singapore

Stadt: Singapur
Land: Singapur
Kontinent: Asien
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 10/2014 bis 02/2015

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbung

Durch einen Vortrag einer Mitarbeiterin der JCU an unserer Hochschule in Deutschland kam ich ziemlich spontan auf die Idee, dass ich mein Auslandssemester in Singapur verbringen möchte. Der Vortrag hat mich so begeistert, dass ich und eine Freundin beschlossen uns an dieser Uni zu bewerben. Da die JCU keine Partnerhochschule unserer Hochschule zuhause ist mussten wir uns selbst um die Bewerbung kümmern. Im Regelfall sucht man sich dazu eine Agentur, die einen in allen Fragen und bei Problemen weiterhilft. Diese Agentur ist dann der Vermittler zwischen Student und Uni. In unserem Fall trafen wir mit College Contact eine sehr gute Wahl und konnten problemlos den ganzen Papierkram - und es war wirklich eine Menge und hat viel Zeit in Anspruch genommen - erledigen. Durch das Hin-und Herschicken der Unterlagen bekamen wir schließlich nach ein paar Wochen die Zusage.

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Ankunft und Unterkunft

Die JCU bietet Austauschstudierenden kostenlos die Möglichkeit, dass ein Fahrer bei der Ankunft am Flughafen wartet und zu der entsprechenden Unterkunft bringt. Dieses Angebot ist sehr hilfreich, um nicht alleine am Flughafen zu stehen mit schweren Koffern und nicht zu wissen, wo genau man überhaupt hinmuss. Unser Fahrer war sehr kommunikativ und hat uns schon einmal die wichtigsten Sachen über Singapur erzählt, die man wissen sollte. Außerdem stellt die JCU die Möglichkeit für zwei Wochen kostenlos in einem Hostel zu wohnen, um sich von da aus in Singapur auf Wohnungssuche zu machen. Wer von zuhause aus noch kein Zimmer gefunden hat sollte diese Chance auf jeden Fall nutzen, denn die Wohnverhältnisse in Singapur unterscheiden sich schon von deutschen Standards. Von daher ist es nicht schlecht, sich einen persönlichen Eindruck der Wohnungen zu machen.

Es gibt verschiedene Auswahlmöglichkeiten für ein Zimmer. Da Singapur aber eine Insel ist und von daher nur begrenzt Baumöglichkeiten hat sind diese oft nicht besonders günstig.

Von der Uni aus gibt es eine Art Studentenwohnheim, bei dem man sich das Zimmer mit 1-3 Leuten teilt, was für Singapurer Verhältnisse relativ billig ist. Eine Küche gibt es dabei aber nicht.

Andere Optionen sind zum Beispiel die staatlichen HDBs, bei denen man in Hochhäusern ein Apartment hat. Diese sind oft recht einfach ausgestattet.

Die teuerste Wahl ist, eine Wohnung in einem Condo zu nehmen. Diese Condos sind ausgestattet mit einem Swimmingpool und Sportmöglichkeiten wie zum Beispiel Tennis oder Basketballplätzen, einem Fitnessraum usw. Für diese Zimmer zahlt man je nach Größe ab 900 SGD aufwärts. Bei den Klimabedingungen in Singapur ist es aber sehr angenehm einen Pool zu haben und oft wünscht man sich einfach nur schnell ins Wasser zu springen für eine Abkühlung.

Wer vorab schon ein Zimmer sucht oder schon einmal erste Besichtigungstermine machen möchte kann entweder bei der Uni nachfragen oder im Internet auf Seiten wie easyroommate.com.sg beziehungsweise Facebookgruppen wie Deutsche-in-Singapur schauen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr hilfreich ist schon ein paar Besichtigungstermine für die ersten Tage zu haben, um möglichst schnell etwas zu finden und sich einzuleben bevor die Uni losgeht.


Uni

Die JCU ist eine private Uni mit zwei verschiedenen Campussen in Singapur und zwei weiteren Standorten in Australien. Da es eine Privatuni ist sind die Studiengebühren auch dementsprechend hoch mit ca 5000 Euro pro Semester beim Bachelor und etwas mehr für einen Masterstudiengang. Ich muss zugeben, dass ich etwas enttäuscht war, als ich das erste Mal an der Uni war. Meine Hochschule zuhause ist sehr modern, was man von der JCU nicht behaupten kann. Im Laufe der Zeit hat sich mein Eindruck aber gebessert. Vor allem muss man auch bedenken, dass die JCU ab März 2015 an einen neuen Campus zieht, der moderner gestaltet ist.

Die erste Woche war eine Orientierungswoche, in der man wieder eine Menge Papierkram ausfüllen musste, aber auch viel erklärt bekam zum Ablauf. Überall liefen auch ältere Studenten rum, die immer bereit waren einem weiterzuhelfen. Durch die relativ geringe Anzahl an Studierenden hat man einen sehr persönlichen Kontakt zu Professoren und anderen Studierenden, die aus alles Welt kommen. Sehr gut fand ich, dass der größte Teil der Studenten auch Austauschstudenten waren und man so sehr viel unterschiedliche Kulturen kennen gelernt hat. Während Gruppenarbeiten konnte dies aber oft auch sehr anstrengend sein, dadurch das man andere Einstellung zu Pünktlichkeit und Arbeitsweise hatte.

Insgesamt ist die Uni nicht so sehr auf die finalen Klausuren fixiert, sondern auf mehrere kleine Arbeiten. So wurden die Endklausuren oft nur mit 30-40% bewertet, die übrigen % erlangte man schon während des Semesters durch Präsentationen, Hausarbeiten oder Midterm-klausuren. Das Englisch der Professoren war gut verständlich und das Niveau stellte für uns keine Probleme dar. Es war deutlich anspruchsloser als in Deutschland, trotzdem wurde strenger bewertet. Auch wenn Professoren begeistert von der Arbeit waren bekam man oft nur eine Note zwischen 70-80%. Diese Teilaufgaben nahmen uns während der Klausurenphase aber viel Arbeit ab und so waren die Endklausuren viel entspannter als in Deutschland. Um in Deutschland 30 Credits zu bekommen belegt man an der JCU vier Kurse die jeweils 7,5 Credits geben.

Die Angebote der Uni was Aktivitäten außerhalb der Uni angeht ist auch sehr gut. Andauernd gibt es irgendwelche Events am Campus und es werden viele Clubs angeboten von Sprachen über Musik bis zu Sport. Wir sind wöchentlich zum Toastmaster Club gegangen, bei dem Studierende Reden gehalten haben, um sich darin zu verbessern, außerdem gab es dort freies Essen. Am Anfang des Semesters gab es auch ein Angebot der Uni, an einer Fahrradtour entlang der Eastcoast teilzunehmen. Das würde ich jedem empfehlen. Erstens ist es total schön dort bei Sonnenuntergang zu sein, zweitens lernt man schon einmal andere Studierende kennen und die Mitarbeiter der JCU erklären einem viel über Essen und andere typische Dinge von Singapur.

Was ich auf jeden Fall raten kann ist, sich ein Zimmer in Uninähe zu suchen, da an der JCU eine tägliche Anwesenheitspflicht von drei Stunden besteht, die mit dem Fingerabdruck geprüft wird. Da man also jeden Tag zur Uni muss und während des Semesters sowieso einige Aufgaben für die Uni erledigen muss ist es einfacher nah an der Uni zu leben, um nicht jeden Morgen lange mit dem Bus oder der MRT zu fahren. An sich ist die Anwesenheitspflicht aber kein Problem. Wir waren zuerst auch etwas schockiert, das lässt sich aber ganz einfach machen.


Leben in Singapur

Singapur wird oft als das „Asien für Anfänger“ bezeichnet. Man befindet sich mitten in Asien und bekommt durch die Einwohner hier (viele Chinesen, Inder, Malaien usw.) sehr viel von „Asien“ mit, andererseits ist Singapur aber so modern, sicher und sauber, dass man genauso gut in irgendeiner europäischen Großstadt sein könnte. Oft ist es sogar noch extremer als in Europa mit den vielen Gesetzen und verboten die man in Singapur findet. So kann man zum Beispiel keine Kaugummis kaufen in diesem Land, in Bus und Bahn darf nicht gegessen und getrunken werden und geraucht werden darf nur an bestimmten ausgeschilderten Plätzen. Missachtet man eine dieser Vorschriften kann es sein, dass man direkt verwarnt wird oder eine hohe Strafe zahlen muss.

Das Leben in Singapur ist trotzdem sehr schön und hat viel von Urlaub, alleine aufgrund des Wetters. Singapur hat unglaublich viel zu bieten an Sehenswürdigkeiten und Kulturen. Außerdem liegt es so zentral, dass man von hier aus perfekt für wenig Geld in Länder wie Indonesien, Thailand oder Malaysia fliegen kann oder einfach am Wochenende mit der Fähre zu einer der umliegenden Inseln fahren kann.

Die Infrastruktur ist sehr modern. Alles ist innerhalb kürzester Zeit mit Bus oder MRT (Mass Rapid Transit - Straßenbahn oder Zug ähnlich) zu erreichen für gar nicht allzu viel Geld. So kommt man zu vielen Anziehungspunkten, wie Marina Bay, Gardens by the Bay, Chinatown, Little India oder Clarke Quay, wo man am Wochenende hunderte von Jugendlichen trifft. Was das Feiern am Wochenende betrifft ist Singapur aber deutlich teurer als Deutschland.

Trotzdem hat Singapur unglaublich viel zu bieten. Eine weitere typisch asiatische Sache ist, dass man kaum zuhause kochen braucht, da man genauso gut in einer der food courts oder hawker centre essen kann, bei denen man ab 2 Euro viele unterschiedliche Speisen findet. Diese haben oft 24 Stunden auf und für viele Singapurer fängt sie Geselligkeit erst an, wenn die Sonne untergegangen ist.


Fazit

Bezogen auf das Studium bevorzuge ich zwar meine deutsche Hochschule, aber ein Auslandssemester ist ja vor allem dafür da um neue Erfahrungen zu sammeln. Unter diesem Aspekt ist Singapur zu 100% eine sehr gute Wahl. Man lernt unglaublich viele neue Menschen aus aller Welt kennen und erfährt etwas über ihre Kulturen. Auch Singapur als Stadt ist faszinierend und hat so viel zu  bieten, dass einem nie langweilig wird.

Diese Erfahrung getroffen zu haben bereue ich absolut nicht und möchte sie ich auf keinen Fall missen. Die Zeit in Singapur gehört definitiv mit zu einer der interessantesten meines Lebens. Ich würde mich immer wieder dazu entscheiden nach Singapur zu gehen!