Finanzierungs­möglichkeiten für ein Studium in den Nieder­landen

Nach der Wahl der Hochschule und des Studienprogramms beschäftigen sich Studierende vor allem mit den Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium in den Niederlanden. Die finanzielle Vorbereitung berücksichtigt, dass die Lebenshaltungskosten in den Niederlanden etwas höher liegen als in Deutschland und in der Regel Studiengebühren anfallen. Daher ist es wichtig, sich einen Überblick über die verschiedenen Optionen der Finanzierung zu verschaffen.

Förderung für ein Auslands­semester in den Nieder­landen

Ein oder zwei Auslandssemester in den Niederlanden sind mithilfe von Förderungen finanziell gut zu stemmen. Dadurch können sich Studierende in Ruhe auf ihr Studium konzentrieren und einen Einblick in die Kultur der Niederlande gewinnen.

Auslands-BAföG

Eine der beliebtesten Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium in den Niederlanden ist das Auslands-BAföG. Obwohl im EU-Raum der landesabhängige Auslandszuschlag entfällt, lohnt sich die Antragsstellung in vielen Fällen trotzdem. Denn auch wer kein Inlands-BAföG erhält, hat Chancen auf die staatliche Förderung und profitiert von weiteren Zuschlägen für ein Auslandsstudium.

Mithilfe der Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium in den Niederlanden zahlt sich die Investition in die Zukunft aus.

Geförderte Studierende erhalten

  • einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten und zur Unterkunft
  • Unterstützung bei den Kosten für die Pflege- und Krankenversicherung
  • einen Reisekostenzuschuss
  • die Übernahme der Studiengebühren von bis zu EUR 4.600
  • gegebenenfalls einen Kinderbetreuungszuschlag

Für die Niederlande ist das BAföG-Amt in Köln zuständig.

Erasmus+ vom DAAD

Der Deutsche Akademische Austauschdienst e.V. vergibt regelmäßig Stipendien an deutsche Studierende, die ein Auslandssemester antreten. Für einen bis zu zwölfmonatigen Studienaufenthalt in den Niederlanden ist eine Förderung durch das Erasmus+-Programm vorgesehen. Dadurch entfallen die niederländischen Studiengebühren und die Geförderten erhalten einen monatlichen Zuschuss für ihren Lebensunterhalt. Voraussetzung ist allerdings eine bestehende Kooperation zwischen Heimat- und Zielhochschule.

Stipendien

Wer ein ganzes akademisches Jahr in den Niederlanden absolviert, hat die Möglichkeit, sich für das Jahresstipendium des DAAD zu bewerben. Die Förderung beinhaltet einen Zuschuss zu den Studiengebühren, Reisekosten, dem Lebensunterhalt sowie Versicherungskosten.

Für ein Auslandssemester vergibt College Contact zweimal jährlich ein Stipendium an Studierende verschiedener Fachrichtungen unabhängig von Noten oder sozialem Engagement. Stattdessen ist die persönliche und fachliche Motivation ausschlaggebend. Voraussetzung ist, dass die Bewerber ihr Auslandssemester in den Niederlanden als Freemover mit College Contact organisieren.

Viele Firmen, Organisationen oder Stiftungen fördern ebenfalls kurze Studienaufenthalte in den Niederlanden. Oft richten sie sich an Studierende bestimmter Fachrichtungen, mit einem sehr guten Notendurchschnitt oder mit dem Ziel, zusätzlich ein Praktikum zu absolvieren. Neben verschiedenen parteinahen oder religionsbezogenen Stiftungen zählen dazu auch solche, die weltanschaulich unabhängig sind. Insbesondere Gewerkschafts- und arbeitgebernahe Stiftungen sehen in der Stipendienvergabe eine besondere Form der Nachwuchsförderung.


Finanzierungs­möglichkeiten für ein Bachelor­studium in den Nieder­landen

Den Weg zum ersten Hochschulabschluss unterstützen nicht nur außeruniversitäre Einrichtungen, die sich für die Internationalisierung deutscher Studierender einsetzen. Auch von staatlicher Seite ist ein Bachelorstudium in den Niederlanden förderungswürdig.

Auslands-BAföG

Die finanzielle Förderung des deutschen Staates gilt auch für ein Bachelorstudium an einer niederländischen Hochschule, solange diese gleichwertig zu einer deutschen Hochschule ist. Wie beim Inlands-BAföG ist jedes Jahr ein neuer Antrag notwendig. Die Studiengebühren deckt diese Finanzierungsmöglichkeit für ein Studium in den Niederlanden allerdings nur für höchstens ein Jahr ab.

Niederländisches Studiendarlehen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es für deutsche Staatsbürger und Schweizer unter 30 Jahren möglich, ein niederländisches Studiendarlehen zu erhalten. Voraussetzung ist die Einschreibung an einer niederländischen Hochschule als Vollzeitstudent und ein Wohnsitz in den Niederlanden seit fünf Jahren. Wer erst zum Studium in das deutsche Nachbarland zieht, hat mit einem Nebenjob im Umfang von mindestens 56 Stunden im Monat Chancen auf das niederländische Studiendarlehen. Neben der Burgerservicenummer (BSN) benötigen Antragssteller also auch eine niederländische Krankenversicherung.

Diese staatliche Finanzierung besteht derzeit aus (Stand Frühjahr 2017)

  • einem Darlehen (Lening) von maximal EUR 481,60
  • einem Aufstockungsstipendium (Aanvullende beurs) von höchstens EUR 386,08 monatlich, wenn die Eltern eine bestimmte Einkommensgrenze unterschreiten
  • einem Kredit für die Studiengebühren (Collegegeldkrediet) an staatlichen und privaten Hochschulen in den Niederlanden
  • sowie einem Ticket für den öffentlichen Nahverkehr (Studentenreisproduct)

Die Förderung ist bei einem vierjährigen Studium höchstens sieben Jahre lang möglich. Das BAföG-Amt in Köln verrechnet den möglichen Auslands-BAföG-Betrag mit dem niederländischen Studiendarlehen. Wer länger als zehn Jahre studiert, muss das Stipendium zusätzlich zum Darlehen und dem Kredit zurückzahlen.

Den Antrag Aanvraag studiefinanciering hoger onderwijs stellen Studierende beim niederländischen Bildungsministerium am besten möglichst früh, da die Bearbeitung mindestens drei Monate in Anspruch nimmt.

Stipendien

Ein Stipendium ist eine tolle Möglichkeit, um sich den Traum vom Auslandsstudium in den Niederlanden zu erfüllen.

Auch für Studierende, die einen niederländischen Bachelorabschluss anstreben, gibt es passende Stipendien. Wie bei einem Auslandssemester, stehen bestimmte Fachrichtungen oder soziales Engagement oft im Vordergrund. Diese Art der Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium in den Niederlanden hat den entscheidenden Vorteil, dass Studierende sie später nicht zurückzahlen müssen. Die Stipendien decken beispielsweise Studiengebühren oder Reisekosten ab.

Die Suche nach dem richtigen Stipendium nimmt mitunter viel Zeit in Anspruch. Um die verschiedenen Angebote zu vergleichen, ist die Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine gute Anlaufstelle. Der Stipendienlotse listet beispielsweise für ein Studium in den Niederlanden den British Council-IELTS Award auf. Der Preis unterstützt ein englischsprachiges Studium, wie es an vielen niederländischen Hochschulen möglich ist.

Datenbanken dieser Art helfen auch Studierenden, die ein Masterstudium in den Niederlanden beginnen, das richtige Stipendium zu finden.


Weitere Stipendiengeber und Finanzierungs­möglichkeiten

Die Finanzierungsmöglichkeiten für ein Studium in den Niederlanden beinhalten neben staatlichen Förderungen und Stipendien ebenfalls Studienkredite und Bildungsfonds. Dabei ist es wichtig, sich genau über die Konditionen und Bedingungen zu informieren.

Einer der bekanntesten Studienkredite ist der KfW-Studienkredit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Diese Finanzierung vermitteln auch viele private Banken. Im Gegensatz zu einem Bildungsfond spielt der Fachbereich der Studierenden hier keine Rolle. In vielen Fällen unterstützt ein Studienkredit auch kürzere Studienaufenthalte in den Niederlanden wie ein Auslandssemester.