29 Jan 2020
Auslandssemester an der Haas School of Business

Eine typische Woche von BWL-Student Julian an der UC Berkeley

Autor: Niklas Gruber

Julian berichtet uns von seinem Auslandssemester an der UC Berkeley!

Für viele erscheint ein Auslandssemester an einer Eliteuniversität wie der University of California Berkeley im ersten Moment wie ein unerreichbarer Traum. Glücklicherweise gibt es jedoch seit einigen Jahren das Berkeley-Haas Global Access Program, das es internationalen Studenten ermöglicht, ein Semester an der renommierten UC Berkeley Haas School of Business zu verbringen. Auch Julian von der Nordakademie hat diese Chance genutzt und sich dafür entschieden, mit College Contact nach Berkeley zu gehen, um seinem International Business-Studium im Start-up-Umfeld der Bay Area den letzten Schliff zu verpassen.

Um euch einen Blick hinter die Kulissen einer der besten Business Schools der Welt zu geben, haben wir Julian gebeten, uns eine typische Woche in seinem Studienalltag an der UC Berkeley zu beschreiben.


 

Montag

Julians Kurse nehmen viel Bezug auf die Bay Area und aktuelle Unternehmen.

Für Julian beginnt die Woche am Montagmorgen mit dem Kurs „Thriving at Haas and Beyond“. Hier dreht sich alles um das Thema Karriereplanung und die Frage, wie man erfolgreich an der UC Berkeley studiert. Am Anfang des Semesters haben alle Teilnehmer einen sogenannten Personal Development Plan entworfen, bevor der Kurs nach vier Einführungs-Sessions in eine Workshop-Struktur überging. Angeboten werden nun Sessions zu Themen wie Networking bis hin zu Design Thinking. „Die Workshops werden wöchentlich von Experten geleitet und bieten einem in zwei bis drei Stunden einen guten und kurzen Einblick in die einzelnen Themen“, erklärt Julian.

Pünktlich zur Mittagszeit geht es dann mit „Lunch and Learn“ weiter. Bei diesem Format, welches dreimal wöchentlich stattfindet, halten unter anderem MBA-Professoren bei einem gemeinsamen Mittagessen Vorträge zu einem ausgewählten Thema. Julian gefällt diese etwas andere Form der Mittagspause: „Bisher habe ich das Angebot immer montags und dienstags wahrgenommen. Das ist super entspannt und ich kann’s auf jeden Fall empfehlen!“

Nach der Mittagspause steht der Kurs „Fundamentals of Design Thinking“ auf Julian‘s Stundenplan, in dem sich alles um die Management-Technik Design Thinking dreht, die von vielen Start-ups und großen Konzernen verwendet wird, um innovative Produkte und Lösungen zu finden. Den Abschluss bildet Julians Lieblingskurs „Negotiation and Conflict Resolution“, der Verhandlungstaktiken lehrt, die man wöchentlich bei Einzel- oder Gruppenverhandlungen im Unterricht anwenden kann: „Der Kurs bringt mir am meisten, so etwas hatte ich bisher weder an der Schule noch an der Uni. Außerdem ist das der am besten strukturierteste Kurs, den ich in meinem ganzen Leben hatte, die Professorin macht das richtig gut!“

Nach Vorlesungsende um 18:00 Uhr wird dann noch weiter an Assignments gearbeitet. Auch wenn die Hausaufgaben oftmals aus mehrseitiger Textarbeit bestehen, ist das für Julian kein Problem: „Dieses Bulimie-Lernen kurz vor der Klausurenphase wie in Deutschland gibt's hier eigentlich nicht, da man wöchentlich Aufgaben bekommt. Man arbeitet viel mit Material der Harvard Business School und bekommt verschiedene Fälle von aktuell relevanten Unternehmen, das ist echt top! Ich habe das Gefühl, dass man für seine Mühe hier belohnt wird, je mehr Zeit man hineinsteckt und je mehr der Prof das Gefühl hat, dass du dir Gedanken gemacht hast, desto besser wird deine Note!“


Dienstag

Nach dem Vorlesungsmarathon zum Wochenbeginn kann Julian etwas entspannter in den Dienstag starten. Heute steht nur „New Venture Finance“ auf dem Plan, der bisher anspruchsvollster Kurs im Rahmen seines Auslandssemesters. Daher wird der Morgen mit der Vorbereitung für die Vorlesung am Nachmittag und der Bearbeitung der wöchentlichen Aufgaben zur Finanzierung von Start-ups verbracht. Der Stress zahlt sich für Julian sogar doppelt aus: „Zurzeit befinde ich mich mit dem Start-up, in dem ich arbeite, auch in der Finanzierungsphase, daher bringt mir der Kurs extrem viel. Meiner Meinung nach ist das der Kurs schlechthin, wegen dem man an die UCB gehen sollte - jede Woche kommen Gastdozenten oder Investoren vorbei und erklären, worauf man bei der Unternehmensgründung achten sollte - das ist etwas komplett anderes als in Deutschland.“


Die Haas School of Business gilt als eine der besten Wirtschaftsfakultäten weltweit.

Mittwoch

It’s Hump Day! Der dritte Tag der Woche fängt anders als gewohnt an, denn für Julian geht es dieses Mal nicht an die Haas School, sondern ans andere Ende des Campus ins Graduate Building. Dort findet „Mathematical Thinking & Problem Solving“ statt, Julians Wahlkurs aus dem vielfältigen Kursangebot der UC Berkeley. Professor Alan Schoenfeld, eine Koryphäe seines Bereichs, leitet den Kurs, in dem es um die Betrachtung von Problemen mit Hilfe von mathematischen Ansätzen und Methoden geht. Die geringe Anzahl der Teilnehmer kommt Julian natürlich auch zu Gute: „Wir haben zu siebt Privatunterricht bei einem Dozenten, der Multimillionär ist. Da kann man extrem viel lernen!

Abends steht das wöchentliche Meeting des Start-up Consulting Clubs auf der Agenda. Hier dreht sich anderthalb Stunden lang alles um das Marketing von Start-ups und die Beratungsmöglichkeiten, die einem offen stehen. Auch die Club-Angebote der UCB haben Julian überzeugt: „Die Mitglieder des Clubs sind alle total smart. Das war auch einer der Gründe, weswegen ich nach Berkeley gehen wollte. Das Umfeld ist supercool, hier haben alle etwas drauf und man kann echt viel von seinen Kommilitonen lernen!“


Donnerstag

In der zweiten Hälfte der Woche spielt die umliegende Region der UCB eine entscheidende Rolle. Los geht es donnerstags mit dem Kurs „Opportunity Recognition: Technology and Entrepreneurship in Silicon Valley“, der von einem früheren NASA-Mitarbeiter unterrichtet wird. Über Andrew Isaacs interaktive Lehrmethoden kann er nur Gutes berichten: „Andrew ist einer der besten Dozenten an Business Schools überhaupt, der ist schon seit 30 Jahren Vollblut-Prof und legt eine super Lehrweise an den Tag“. 
Den Rest des Tages nutzt Julian, um sich auf das Meeting mit seinem zweiten Club am nächsten Tag vorzubereiten.


Freitag

Um 9 Uhr geht es dann auch schon direkt mit dem Treffen des Inkubator-Clubs los. „Da geht's darum, dass man sich mit einer Idee für ein Start-up bewirbt und diese dann innerhalb von acht Wochen umsetzt. Für mich bedeutet das, dass ich in dieser Zeit mit zwei weiteren Co-Founders einen Prototyp für eine „Self-Heating Lunch Box“ bauen möchte, um diese dann später vermarkten zu können.“ Im Detail kümmert Julian sich um den Business-Background und die rechtlichen Vorkehrungen, die es vor dem Product-Launch zu beachten gilt.

Die Uniwoche endet mit einem ganz besonderen Highlight – einem „Site Visit“ bei einem der vielen spannenden Unternehmen der Region. Für Julian ein weiterer Pluspunkt des Programms, da er so Einblicke in den Alltag von Firmen wie zum Beispiel SAP, Apple oder Amazon bekommt.


Nicht nur die Kurswahl kann sich sehen lassen, auch das Freizeitangebot der UCB ist einzigartig!

Wochenende

Auch den Samstag nutzt Julian, um seiner Arbeit bei einem Start-Up nachzugehen oder Assignments zu bearbeiten. Da natürlich die Freizeit nicht zu kurz kommen darf, wird der Samstag auch damit verbracht, sich ein Footballspiel der Golden Bears anzuschauen: „Für $90 habe ich mir eine Semesterkarte gekauft, mit der ich Zugang zu allen Matches habe, das macht echt Spaß!“

Auch wenn der Sonntag eigentlich dafür gedacht ist, sich auszuruhen, zieht es Julian doch zumindest für ein paar Stunden in die Bibliothek. Eine geordnete Struktur ist für Julian dabei besonders wichtig: „Das Studium an der UCB ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wenn man hier drei Monate lang studiert, sollte man nicht mit fünf Stunden Schlaf arbeiten, das ist eher kontraproduktiv. Dementsprechend habe ich mir angewöhnt, dass ich mir die sieben oder acht Stunden Schlaf, die ich brauche, auch nehme. Ein geregelter Tagesablauf ist nun mal der Schlüssel für ein erfolgreiches Studium!


Wie ihr sehen könnt, ist in Julians Woche ganz schön was los! Die UC Berkeley bietet euch also die besten Möglichkeiten, euer BWL-Studium durch interessante Veranstaltungen und spannende Projekte in den Uni-eigenen Clubs im Business-Hub Kaliforniens zu bereichern. Wenn euch Julians Bericht Lust auf ein Study Abroad-Semester an der UC Berkeley gemacht hat, meldet euch bei unserer Studienberaterin Maya, die euch mit allen wichtigen Infos zum Studium in der Bay Area versorgt.

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