24 Jan
Erfahrungsbericht von Raoul S.

AUT University

Hochschule: AUT University
Stadt: Auckland
Land: Neuseeland
Kontinent: Ozeanien
Studienrichtung: Ingenieurwissenschaften
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 07/2013 bis 11/2013

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Neuseeland (NZ) ist echt ein super schönes Land mit atemberaubender Natur und den nettesten Menschen, die ich jemals getroffen habe. Ich kann mich sogar an eine Situation erinnern, als ich mit meinem Rucksack und einer Karte am Straßenrand stand um mich zu orientieren, und mir mindesten fünf Kiwis (so werden die Neuseeländer genannt) weiter geholfen haben, ohne dass ich darum gebeten habe. Einer hatte mir sogar angeboten, dass ich die Nacht bei Ihm und seiner Familie verbringen könnte, falls ich keine freie Unterkunft mehr finden sollte. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass mir dies in einem kleineren Ort auf der Südinsel passiert ist. In Auckland selber (zumindest im Down Town Bereich) erschienen mir die Menschen dann doch gewohnt hektisch vom Alltag. Dieser Bereich um die Queen Street herum ist aber recht überschaubar und man kommt relativ schnell in entspanntere Gegenden.

Die AUT selber ist auch im Down Town Bereich von Auckland, weswegen man sich nicht ganz dem Großstadtwahnsinn entziehen kann. Aber wie gesagt: Innerhalb weniger Minuten ist man dann zum Beispiel in Mt. Eden und der Waterfront, an der man bis nach St. Helliers (der nächste Sandstrand) laufen kann, ist auch sehr nah. Das Studium an der AUT an sich war ganz anders als ich von Deutschland her gewöhnt war. Die ersten Wochen waren echt entspannt und ich hatte echt viel Leerlauf. Das hat sich dann aber spätestens nach dem Semesterbreak geändert. Die letzten Wochen waren dann echt voll gepackt mit Assignments und nebenbei musste man ja noch für Klausuren lernen. Diese zählten dann aber, anders als zu Hause, nur um die 60% der endgültigen Note.

Des Weiteren muss ich zu diesem Thema noch sagen, dass ich Kurse sowohl aus dem ersten Jahr des Studiums (Level 5) als auch aus dem dritten Jahr des Studiums (Level 7). Die Level 7 Kurse waren erwartungsgemäß herausfordernd, aber auch spannend und Interessant. Die Level 5 Kurse dagegen waren schon fast zu einfach. Teilweise wurde Stoff der achten Klasse behandelt und ich habe mich echt fehl am Platz gefühlt. Aber ich denke dies liegt auch mit am Neuseeländischen Schulsystem, welches anscheinend nicht all zu viel Wert auf Mathematik legt (was im naturwissenschaftlichen Bereich ja essentiell ist) und die Unis daher sich darum bemühen müssen die (neuen) Studenten auf ein gleiches Level zu bringen.

Zu dem Studium an einer Uni gehört natürlich auch das Studentenleben. Dazu gab es echt viele Angebote von AuSM (der Asta der AUT). Zum Beispiel wurde in der ersten Woche eine Schaumparty organisiert, was total bescheuert war, weil Juli ja im neuseeländischen Winter ist, aber Spaß hat es trotzdem alle Male gebracht. Wovon ich allerdings enttäuscht war, war dass das International Office kaum etwas mit uns unternommen hat. Es gab am ersten Tag kurze Willkommensrede und dann in der ersten Woche noch eine Party mit frei Essen. Dann wurde noch ein Wochenende organisiert, an dem man die Maori Kultur besser kennen gelernt hat (absolut empfehlenswert!!!!). Allerdings musste man dafür aber wieder drauf zahlen. Auch eine Abschlussveranstaltung gab es nicht. Das habe ich echt schade gefunden! Was die Leute vom International Office aber sehr gut gemacht haben, war sich um individuelle Probleme zu kümmern. Zum Beispiel musste ich mein Visum verlängern, was sie direkt erledigt haben, ohne dass ich noch irgendetwas machen musste.

Das Studentenleben hat des weiteren hauptsächlich im AUT eigenem Studentenwohnheim an der Wellesley Street (WSA) abgespielt. Dort waren zwar immer alle herzlich willkommen und die Partys echt lustig, aber für Leute wie mich, die nicht dort wohnten, war es dann doch irgendwann schwerer den Anschluss zu den Leuten dort zu halten. Vor allem kurz vor den Klausuren. Da hätte ich mir mehr Aktionen für die internationalen Studierenden vom International Office gewünscht! Der Grund warum ich damals nicht in das WSA eingezogen bin, waren die immens hohen Mietpreise. Mit ca. 250NZ$/Woche (Ohne Internet) waren die Zimmer dort um die 50NZ$ höher als vergleichbare Zimmer in der Umgebung. Man muss es also für sich entscheiden, was es einem Wert ist. Dazu ist aber auch zu sagen, dass NZ allgemein sehr teuer ist. Weiterhin fand ich auch die sehr hohen Studiengebühren ungerechtfertigt. Anders als in Deutschland war z.B. noch nicht einmal ein Busticket inklusive und Internet an der AUT selber musste auch bezahlt werden.

Dennoch bereue ich diese Entscheidung kein bisschen, denn NZ ist ein atemberaubendes Land und so viel Multikulti wie dort habe ich auch noch nie erlebt.