1 Feb
Erfahrungsbericht von Nils W.

San Diego State University


Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Gesundheit
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2017 bis 12/2017
Heimathochschule: Duisburg-Essen U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bevor es losgeht

Einmal unter Palmen studieren. Einmal in Kalifornien wohnen. Einmal den amerikanischen Traum leben! Es war schon immer mein Wunsch an der Westküste zu studieren und damit den „kalifornischen Lifestyle“ selbst zu erleben. Doch bevor die Reise losgeht, gilt es den ganzen Papierkram zu meistern. Dank der großartigen Hilfe von College Contact hält sich dieser in Grenzen. Sei es zu Visa-Fragen, finanziellen Angelegenheiten oder allgemeinem Vorbereitungsfragen, College Contact war jederzeit ansprechbar und half mir professionell. Generell würde ich empfehlen so früh wie möglich mit der Planung zu beginnen. Dadurch habt ihr in der Endphase weniger Stress und könnt somit die Vorfreude auf fünf sonnige Monate genießen.

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Anreise und Unterkunft

Beim Buchen der Flugtickets entschied ich mich sofort Hin- und Rückflug zu buchen. Wenn ich nochmal fliegen würde, würde ich nur den Hinflug buchen. Während des Semesters lernt ihr nämlich so viele Leute kennen und ihr könnt euch am Ende die Option lassen, eventuell noch nach New York, Hawaii etc. zu fliegen. Natürlich hat man dadurch eine kleine Ungewissheit, jedoch ergibt sich wirklich viel Spontanes in San Diego. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Flexticket zu buchen. So könnt ihr euren Rückflug kurz vor Ende noch verschieben.

Zu Beginn des Auslandssemesters sollte man sich entscheiden, ob man gerne in Strandnähe oder in Uni-Nähe wohnen möchte. Beides hat Vor- und Nachteile. Die meisten Internationals wohnen am Strand in Pacific Beach. Das hat den Vorteil, dass man wenige Gehminuten vom Strand entfernt wohnt und somit zu jeder Zeit ans Meer kann. Außerdem ist PB neben Downtown eine Partymeile, wo regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Jeden Dienstag ist „Taco Tuesday“, was bedeutet, dass zum einen die Tacos sehr günstig sind (2$-3$ pro Taco), aber auch die Getränke. Die meisten Studenten treffen sich an diesem Tag abends im Duck Dive und gehen anschließend ins Backyard. Da jedoch die öffentlichen Verkehrsmittel nicht wie in Deutschland organisiert sind, muss man sich ein Auto mieten und je nach Verkehr ca. 20 Minuten zur San Diego State University fahren. Neben den Kosten fürs Auto muss man auch eine einmalige Parkgebühr für die Uni bezahlen. Zu gewissen Uhrzeiten kann es schwierig werden einen Parkplatz zu finden.

Um diesem ganzen Pendlerstress zu entgehen, entschied ich mich in Uni-Nähe zu wohnen. Denn für die Freizeit ist Uber (Fahrdienst-App) die perfekte Möglichkeit. Außerdem wollte ich das berühmte amerikanische „College life“ aus nächster Nähe erleben. Allerdings ist es nicht so leicht eine Wohnung/Haus von Deutschland aus zu finden. Anfangs versuchte ich einen Platz im Studentenwohnheim zu bekommen. Doch die Kosten sind hier sehr hoch.  Auf craigslist.com findet man viele Angebote für Unterkünfte, die nur wenige Gehminuten von der SDSU entfernt sind. Doch hier muss man aufpassen, weil es viele unseriöse Anbieter gibt. Die Bilder sind teilweise nicht immer aktuell. Ich selber hatte etwas Glück, da ich wenige Tage vor meiner Anreise die Zusage für ein Haus in Uni Nähe erhielt und erst vor Ort bezahlen konnte. Ich wohnte fünf Minuten mit dem Longboard (zu Fuß 10 Minuten) von der Uni entfernt. Mein Vertrag lief nur für das Semester, also musste ich mir auch keine Gedanken über einen Nachmieter machen.

Viele, die ich kennengelernt habe, wohnten die erste Zeit in einem Hostel und machten sich vor Ort auf Wohnungssuche. In den Hostels kann man auch seine potentiellen Mitbewohner kennenlernen. Dennoch war ich sehr froh bereits etwas Festes zu haben und so nutzte ich Uber direkt nach meiner Ankunft in San Diego, um zu meiner Unterkunft zu gelangen.


Über die Universität

Im Vergleich zu Deutschland sind die Studiengebühren wirklich sehr hoch pro Semester. Allerdings sieht und merkt man auch warum. Der Campus ähnelt einer Hotelanlage. Alles ist sauber und gepflegt. Der Campus ist riesig, es dauert etwa 20 Minuten, um von dem einen Ende bis zum anderen zu gelangen. Auch die typischen Studentenverbindungen wohnen in ihrem Main House dort. An der SDSU kann man auch entspannen. Sei es unter Palmen in der Nähe des Schildkröten-Teichs, wo übrigens auch Kolibris zu finden waren, oder im Student Union Gebäude. Hier sind zahlreiche Sessel zum Sitzen.

Das Sportangebot der SDSU ist ebenfalls riesig. Als American Language Institute Student ist die Aztec Recreation Center Mitgliedschaft für euch umsonst. Das bedeutet, ihr könnt das Fitnessstudio und den Pool jederzeit nutzen. Allein das Fitnessstudio ist so groß, dass neben den „normalen Geräten“ Turnhallen, Kletterwände und private Kursräume zu finden sind. Zusätzlich könnt ihr viele Kurse, wie zum Beispiel Surfkurse, belegen. Dazu bekommt ihr Tickets für Spiele der SDSU-Mannschaften immer umsonst. Football Spiele sind ein absolutes Muss! Vor den Spielen treffen sich alle zum Tailgate auf dem Parkplatz, um schon in Stimmung für das Match zu kommen. Die Basketball Spiele sind ebenfalls sehenswert.

Aztec Nights bietet regelmäßig Events an der Uni an. Unter anderem sind das Shows oder Game Nights. Außerdem findet an einigen Montagen eine „Monday Movie Night“ statt an denen Filme mit Snacks gezeigt werden. In den Aztec Lanes könnt ihr umsonst bowlen oder gegen eine kleine Gebühr Billard oder Tischtennis spielen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bibliothek 24/7 geöffnet hat und ihr  rund um die Uhr lernen könnt. Außerdem gibt es mehrere Fast Food Restaurants in einem Food Corner. Hier findet man bekannte wie Panda Express, Dominos, Subway, Chipotle und noch viele mehr! Verhungern werdet ihr dort definitiv nicht! An der Campusgrenze hat ein Trader Joes aufgemacht. Hier sind die Preise für Obst mit am günstigsten.


Kurswahl und meine belegten Kurse

Das frühere „Course Crashing“ wurde abgeschafft. Die Kurse lassen sich jetzt bequem online wählen. Allerdings haben die Amerikaner Vorrang bei der Kurswahl. Etwa eine Woche vor dem Semester-Start wird um Mitternacht das System zur Anmeldung freigeschaltet und ihr könnt euch für eure Kurse eintragen. In der ersten Uni-Woche ist die Add&Drop Phase aktiv. Hier könnt ihr eure Kurse besuchen und euch ein Bild davon machen. Wenn euch der gewählte Kurs nicht gefällt, könnt ihr ihn in dieser Phase abwählen. Am Ende solltet ihr nur für die Kurse eingetragen sein, die ihr wirklich machen wollt und die, die Vorgaben der Unit-Anzahl erlaubt.

Die Kurse in Amerika erinnern etwas an die Schulzeit in Deutschland. Ich saß mit 18 Leuten in einem Klassenraum und es wurden Hausaufgaben und mündliche Beteiligung verlangt. Der Schwierigkeitsgrad ist meistens von den Dozenten abhängig und somit verschieden. Im Master durfte ich nur drei Kurse, ohne zusätzlichen Kosten, wählen. Im Vergleich zu den Bachelor-Kursen ist der Arbeitsaufwand höher. Da man während des Semesters viel für die Uni erledigen muss, sind die Klausuren nicht ganz so schwer wie in Deutschland, aber auch nicht viel leichter. Meine Kurse waren:

PH 602 Biostatistics

Dr. Hector Lemus

Die Note setzt sich in diesem Kurs aus drei Prüfungen zusammen (30%, 30%, 40%). Der Dozent ist sehr engagiert und jederzeit ansprechbar. Er geht auf Studenten ein und versucht den Stoff so leicht wie möglich zu vermitteln. Es war sehr angenehm, dass dieser Kurs nur aus den drei schriftlichen Prüfungen besteht, die stets fair gestellt waren. Ich würde den Kurs auf jeden Fall weiter empfehlen!

PH 641 Introduction to Health Services

Dr. Tracy Finlyason

Hier setzt sich die Endnote aus mehreren Aufsätzen, Hausaufgaben, Gruppendiskussionen, der Anwesenheit, Beteiligung und zwei Klausuren zusammen. Der Vorteil ist, dass die Endnote nicht allein von Klausuren abhängt. Jedoch muss man ständig lernen und mitarbeiten. Die Klausuren bestehen aus Short Answers und Essays, sodass man eine Menge dafür auswendig lernen muss. Die Dozentin ist wirklich freundlich, engagiert und witzig. Ich würde den Kurs Studenten empfehlen, die in kurzer Zeit sehr viel auswendig lernen können.

PH 742A Health Services Financial Management

Dr. Jong-Deuk Baek

Auch dieser Kurs setzt sich nicht nur aus Prüfungen zusammen. Während des Semester schreibt man eine aufwendige Case Study, die einer Seminararbeit gleich gesetzt werden kann. Außerdem sind neben der Anwesenheit und Beteiligung Hausaufgaben zu erledigen. In diesem Kurs schreibt man zwei Klausuren. Der Dozent ist manchmal etwas unsicher, jedoch sehr freundlich und hilfsbereit. Wer viel auswendig lernen kann und ein gutes Zahlenverständnis besitzt, wird hier keine Probleme haben.


Leben in San Diego

Stellt euch vor, ihr wacht auf und es scheint jeden Tag die Sonne. In der ganzen Zeit hat es vielleicht fünfmal geregnet. Selbst Ende Dezember waren es 25 Grad. Die Leute sind alle gut gelaunt und freundlich. Allgemein sind die Menschen in San Diego viel gelassener und entspannter. San Diego allein bietet unheimlich viel. Zum Beispiel könnt ihr eine Wanderung zum Potato Chip Rock machen, vom Mount Soledad habt ihr eine super Aussicht auf San Diego, wenn ihr wollt könnt ihr sogar jeden Tag an einen anderen Strand fahren.


Reisen

Mein Plan war es von Anfang an, innerhalb des Semesters spontan auf Reisen zu gehen. Daher hatte ich keinen festen Road Trip von Deutschland aus geplant. Obwohl mein Vorlesungsplan nicht optimal zum Reisen war, habe ich dennoch alles gesehen was auf meiner Bucket List stand. Denn San Diego ist eine gute Ausgangslage für Wochenend- oder Road Trips. Während des Semesters bleibt auf jeden Fall genug Zeit, um auf Reisen zu gehen.
Einige Orte, die ich gesehen habe:   

  • Los Angeles (verlängertes Wochenende)
  • Joshua Tree Nationalpark (Tagestrip)
  • Julian (Tagestrip)
  • Grand Canyon, Bryce Canyon, Antelope Canyon, Zion Nationalpark, Lake Powell, Horseshoe Bend (Road Trip über Thanksgiving)
  • Las Vegas (über ein Wochenende während des Semesters)
  • San Francisco (über ein Wochenede während des Semesters)
  • Tijuana

Sonstiges

  • Was wirklich positiv an der SDSU ist, dass es jederzeit Wasser umsonst gibt. Auf dem Campus findet man Wasserspender mit gefiltertem Wasser. Auch in Restaurants werden auf Nachfrage  Cups für Wasser verteilt.
  • Ins Fitnessstudio gelangt ihr nicht mit eurer Karte oder eurem Studentenausweis, sondern mit eurem Händeabdruck und den letzten fünf Ziffern eures Studentenausweises. Handtücher bekommt ihr auch bei jedem Besuch.
  • Ich würde jedem empfehlen sich ein Longboard für den Campus zu besorgen. Es macht unheimlich Spaß damit in San Diego und über den Campus zu cruisen.
  • In Los Angeles auf jeden Fall zum Wisdom Tree wandern und über die Hollywood Hills hinter das Hollywood Sign.
  • Zu Beginn des Semester die California ID beantragen, dann müsst ihr nicht immer euren Reisepass mitschleppen.
  • Ein Party Abend in Tijuana. Es ist sehr günstig dort, aber ich würde niemals dorthin fahren ohne jemanden der Spanisch kann!
  • Dirt Cheap Car Rental war die beste Autovermietung.
  • Trip über Thanksgiving planen, da ihr hier einige Tage frei habt und es sowas wie Mini-Ferien sind, die man nutzen muss!
  • Genug Geld einplanen! San Diego ist leider sehr teuer und es kommen versteckte Kosten auf euch zu.
  • Als SDSU-Student erhaltet ihr bei Amazon eine Free-Six-Month-Trial für Prime. Schnellerer Versand und Zugang zum Prime Programm. Bücher würde ich nicht kaufen, sondern über Amazon mieten.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Auslandssemester an der SDSU ein unvergessliches Erlebnis war. Diese Erfahrungen kann mir niemand mehr nehmen. Ich bin froh jeden einzelnen Tag genossen zu haben. Wenn ich noch ein Auslandssemester machen sollte, würde ich sofort an die San Diego State University zurück. Es war die beste Entscheidung meines Lebens!


Kontakt

Gerne könnt ihr mich bei Instagram (nilswest7) für weitere Fragen kontaktieren.