29 Aug
Erfahrungsbericht von Marcelino K.

University of California Santa Barbara


Stadt: Santa Barbara
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Wirtschaft
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 03/2022 bis 07/2022
Heimathochschule: St. Gallen U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Allgemeine Informationen

Mein Namen ist Marcelino Kraus. Ich studiere VWL an der Universität St. Gallen. Ich habe mein Auslandssemester im 6. Semester an der University of California Santa Barbara (UCSB) während des Frühjahrssemesters absolviert. Am 28. März hat der “Spring Term” an der UCSB angefangen und endete am 10. Juni. Im Vergleich zu der HSG handelt es sich bei der UCSB um ein Quarter, welches wesentlich kürzer ist als ein normales Semester an der HSG.

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Universität

Die UCSB ist eine staatliche Universität. Sie liegt ca. 30-40 Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum entfernt in dem Studentenort Isla Vista. Der Bus ist für UCSB Studenten kostenlos. Der Campus der UCSB zeichnet sich durch seine Weitläufigkeit aus. Durch die gut vernetzten Fahrradwege ist es allerdings gut möglich, die verschiedenen Gebäude schnell zu erreichen.

Auf dem Campus gibt es mehrere Cafés und Fast Food Restaurants wie Subway und Panda Express, die einen großen Andrang finden. Zudem steht den Studenten eine große Bibliothek, die 24h geöffnet ist, zur Verfügung. Im Gegensatz zu der Bibliothek in St. Gallen, ist es dort erlaubt sich zu unterhalten. Allerdings nimmt die Anzahl an Quiet Floors von Etage zu Etage zu (d.h. im obersten Stock ist es nicht mehr erlaubt miteinander zu sprechen). Der oberste Stock zeichnet sich durch seinen Meerblick aus.

Die Uni hat zudem mehrere Fußball- und Tennisplätze, ein Gym und eine Lagune. Highlight ist allerdings der direkte Strandzugang der Uni. Für Austauschstudenten ist Alex Clarke verantwortlich. Er ist sehr hilfsbereit und antwortet immer sehr schnell.


Bidding/Crashen

Es gibt ein Portal für UCSB Extension Studenten, mit dem Academic Kurse gesucht und gewählt werden können. Dort kann man alle notwendigen Informationen finden, um die Bewerbung für die Kurse abzuschicken. UCSB Studenten haben Vorrang bei der Kurswahl und dürfen früher wählen. Daher kann es passieren, dass einige Kurse bereits voll sind oder man abwarten muss, ob weitere Übungsgruppen gebildet werden. Besonders bei Kursen, die UCSB Studenten für ihren Major brauchen (bspw. Economics), kann es länger dauern, bis man angenommen wird.

Falls man nicht über den formellen Weg in einen Kurs kommt, ist es auch möglich Kurse zu “crashen”. Das bedeutet, zum Kurs zu gehen, teilzunehmen und nach dem Kurs mit dem Professor Möglichkeiten zu besprechen, an dem Kurs teilzunehmen. In der Regel ist es dann möglich, den Professor davon zu überzeugen, dass man den Kurs braucht, um das eigene Studium fortzuführen und man bekommt einen Platz. Der Prozess ist etwas mühsam, jedoch habe ich alle meine gewünschten Kurse am Ende bekommen. Sobald man dann in einem Kurs ist, kann man alle Unterlagen und relevanten Informationen im Gauchospace finden, das interne Portal der UCSB.


Belegte Kurse

1. Global 1 / Global History, Culture and Ideology / 4 Units = 6 ECTS

Dozent: Professor Hamed-Troyansky

Prüfungsleistungen:

  • 2x Quiz (10%) – Single Choice
  • Final Project (35%) – Essay über ca. 2000 Wörter
  • Midterm Exam (30%) – Take Home Prüfung
  • Participation (20%) – Anwesenheit bei allen Übungseinheiten reicht für die volle Punktzahl
  • Map Quiz (5%) – In der Vorlesung, Aufzeigen von Ländern/Hauptstädten/Regionen auf einer Karte

Der Kurs besteht aus 2 Vorlesungen und 1 Übungseinheit pro Woche. Der Kurs ist interessant und ein A ist ohne großen Aufwand zu schaffen. Anwesenheit bei den Vorlesungen ist nicht verpflichtend/notwendig, zu den Übungen sollte man aber aufgrund der 20% Participation gehen. Insgesamt ist dieser Kurs sehr zu empfehlen.


2. Global 130 / Global Economy and Development / 4 Units = 6 ECTS

Global 130 wurde von Professor Aashish Mehta geführt. Behandelt werden aktuelle Theorien und Perspektiven der globalen politischen Ökonomie und der Entwicklungsstudien. Themen sind unter anderem die neue globale Wirtschaft, transnationale Unternehmen, transnationale Arbeitsmärkte, internationaler Handel und Finanzen, soziale und wirtschaftliche Entwicklung sowie Nord-Süd-Beziehungen.

Die Note setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

  • Current Event Quizzes, Quizze über aktuelle Geschehnisse in der Welt, jede Woche (16%)
  • Homework, jede Woche (28%)
  • Verbal midterm assessment, 2x mündliche Prüfung, in der vierten und neunten Woche, über Kursinhalte (2x 10%= 20%)
  • Course participation (14%)
  • Final Exam, über alle Kursinhalte, Multiple Choice (22%)

Pro Woche finden 2 Vorlesungen, in denen die Theorie abgedeckt wird, und eine Übung für die Anwendung der Theorie statt. Der Kursinhalt ist sehr interessant und deckt sich mit vielem, was schon an der HSG gelernt wurde. Zusammenfassend ist dieser Kurs mit viel Aufwand verbunden, aber es kann durchaus einfach eine gute Note erlangt werden.


3. Sociology 1 / Intro to Sociology / 4 Units = 6 ECTS

Sociology 1 wurde von Professor Yader Lanuza geführt. Die Kursnote setzt sich aus einem individuellen Research Project (35%), einem Gruppenprojekt (30%), 3 sogenannten Documentary Responses (15%) und einer Multiple Choice Midterm Exam (20%) zusammen. Das Final Exam war optional, um seine Kursnote zu verbessern. Der Kursinhalt ist durchaus interessant und mit wenig Aufwand ist hier ein A gut zu schaffen.


Vor dem Austausch

College Contact ist eine Organisation, die den Austausch für Studierende organisiert. Sie fungiert als Vermittler zwischen den Universitäten und den Studierenden. Das Bewerbungsverfahren ist kostenlos. Der Bewerbungsprozess ist zwar etwas zeitaufwändig und nicht mit einem “Click” erledigt, jedoch wird er durch College Contact um einiges erleichtert.

Bei Fragen kann man sich immer an die Organisation wenden und bekommt so ganz klare Anweisungen. Man benötigt einen Toefl (Ergebnis muss über 80 sein, was super einfach zu schaffen ist), eine Kopie des Reisepasses sowie eine Finanzierungsbestätigung und muss dann nur noch das F-1 Visum beantragen. Um die Kurswahl muss man sich vor dem Austausch noch nicht kümmern, da man Kurse erst vor Ort wählt.


Wohnen

Vorab: Kümmert euch frühzeitig um Housing!! Santa Barbara hat eine große Housing Crisis. Es ist sehr mühsam was zu finden und die Preise sind wahnsinnig hoch. Zu empfehlen sind Facebook Gruppen wie Santa Barbara Housing und Rentals, UCSB Housings, UCSB Housing Search, IV Housing for UCSB students.

Grundsätzlich kann man sagen, dass man unbedingt in IV eine Unterkunft suchen soll. Erstens ist hier der Weg in die Uni nicht weit und gut mit dem Rad zu erreichen, zweitens spielen sich her das ganze Leben und die Partys ab. IV wird komplett von Studenten bewohnt, was es einfacher macht Leute kennenzulernen und eine spaßige Zeit zusammen zu verbringen. Ich habe die Zeit meines Auslandssemesters in einer Fraternity gelebt.


Fraternity (Sigma Phi Epsilon)

Greek Life, Fraternities (Männerverbindung) und Sororities (Frauenverbindung) sind ein großer Bestandteil des Studenten- und vor allem Partylebens der UCSB. Ich hatte das Glück, über Kontakte ein Zimmer in einem der Häuser von Sigma Phi Epsilon (kurz: Sigep) zu bekommen. Das Haus befand sich in einer Region in Isla Vista, wo sich viele Verbindungen befanden.

Vorteile: Zu den großen Vorteilen gehören eine direkte Integration in das Partyleben verschiedener Verbindungen. Gerade als Junge ist es sehr schwer, ohne Kontakte auf eine Verbindungsparty zu kommen, weshalb der direkte Zugang in der Hinsicht sehr gut für uns war. Die Zimmer waren alle Doppelzimmer, jedoch konnte man bei uns gegen Aufpreis auch ein Doppelzimmer alleine bewohnen. Das Haus an sich war sehr groß (Wohnkapazität für ca. 30 Leute), wir hatten einen Beachvolleyballplatz, einen Basketballkorb und ein kleines Outdoor Gym. Zudem gab es einen Koch, der unter Woche mittags und abends Essen gebracht hat (im Mietpreis inklusive).

Nachteile: Das Haus war sehr heruntergekommen, dreckig und auf Hygiene wurde nicht viel beachtet (grundsätzlich aber oft so in Isla Vista). Zudem war es oft sehr laut und es wurde konstant laute Musik gespielt, was die Möglichkeit zu lernen deutlich eingeschränkt hat. Sucht man das typische amerikanische College Erlebnis mit groß organisierten Parties, ist das Leben in einer Fraternity genau das Richtige.

Ich würde zu 100% erneut zu Sigep gehen, da abgesehen von den Vorteilen, die wir als Teil des Hauses hatten, auch freundlich empfangen wurden und zum Großteil auch in die Aktivitäten der Fraternity integriert wurden. Jedoch ist zu beachten, dass, obwohl viele Fraternities Zimmer freistehend haben, sie diese nicht an irgendwelche Leute vermieten, sondern man über gemeinsame Bekannte mit ihnen in Kontakt treten muss. Sollte man niemanden kennen, der zuvor in einer Fraternity/Sorority gelebt hat, würde ich raten, diese einfach mal über Instagram anzuschreiben, das hat bei anderen funktioniert. Eine Liste der Fraternities/Sororities findet man bei https://www.greekrank.com/uni/119/fraternities/byrank/.


Overall Evaluation

Zusammenfassend würde ich die Universität California Santa Barbara für das Auslandssemester sehr empfehlen.

Man kann mit geringem Aufwand in vielen Fächern sehr gute Noten erzielen. Bei einigen Kursen muss man während des Semesters jedoch mit einem hohen Zeitaufwand rechnen, um sehr gute Noten erzielen zu können. Auch muss man aber bei der Kurswahl flexibel sein, da man keine Garantie hat, die gewünschten Fächer mit Sicherheit auch belegen zu können.

Man hat während des Studiums genug Zeit für Unternehmungen an den Wochenenden und auch, um unter der Woche an den Strand zu gehen und zu surfen. Somit bietet das Auslandssemester einen perfekten Mix zwischen Studium und Freizeit. Man muss aber beachten, dass, wenn man im Frühlingssemester geht, die Temperatur eher mild ist und man nicht mit durchgehend heißem Wetter rechnen kann.

Für jemanden, der einmal das amerikanische College Leben im vollen Umfang miterleben möchte, ist die Universität California Santa Barbara genau der richtige Ort.