1 Jul
Erfahrungsbericht von David M.

University of California Berkeley


Stadt: Berkeley
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 02/2015 bis 04/2015

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Vorbereitung

Von Beginn an war mir klar, dass es ins englischsprachige Ausland gehen sollte. Gereizt hat mich insbesondere die USA. Gleichzeitig wollte ich nicht an irgendeine „Feld und Wiesen“ Universität, sondern, wenn möglich, an ein weltweit renommiertes Institut. So bin ich schnell über College Contact auf die UC Berkeley Extension gekommen. Das IDP Entrepreneurship hat mich von den angebotenen Programmen am meisten angesprochen. Im Anschluss habe ich Kontakt zu College Contact aufgenommen und wurde hervorragend zu allen meinen Fragen beraten und im Bewerbungsprozess unterstützt. Da ich früh genug angefangen habe, konnte ich den ganzen Bewerbungsprozess (TOEFL, Finanznachweis, Motivationsschreiben etc.) relativ stressfrei über die Bühne bringen. Nach einigen Wochen habe ich schließlich eine Zusage bekommen und mich um Visum, Flüge und Unterkunft gekümmert.

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Unterkunft

Ich habe während meiner Zeit in Berkeley im I-House gewohnt, was ich unbedingt weiterempfehle. Die Kosten von $7500 pro Semester für ein Doppelzimmer und gemeinsame sanitäre Anlagen sind nicht gerade günstig, allerdings werden ihr in Berkeley generell kaum eine Wohnung unter $1000 pro Monat finden, zudem sind im I-House 3 Mahlzeiten inkludiert, für die ihr bei den örtlichen Preisen ansonsten auch sicher $500 zahlen würdet.

Die Lage zum Extension Gebäude ist nicht ganz optimal, da es einen ca. 25 Minuten langen Fußweg entfernt liegt. Nun aber zum positiven Teil: Mit ca. 600 Studenten aus der ganzen Welt findet man super schnell Anschluss, es werden viele gemeinsame Aktivitäten vom I-House angeboten und auch privat immer wieder Events und Reisen organisiert. Zudem konnte ich mein Zimmer bereits aus Deutschland buchen und musste mir infolgedessen vor Ort nicht mehr den Stress machen, nach einer Wohnung zu suchen. Da sich das I-House hoher Beliebtheit erfreut, solltet ihr euch so früh wie möglich dafür bewerben.


Die Uni: UC Berkeley Extension

Man muss ganz klar zwischen der Extension und der „normalen“ UC Berkeley unterscheiden. Die Kurse sind nicht die gleichen wie für die normalen Studenten, das Gebäude liegt abseits des Campus und das Niveau der Studenten und Lehrkräfte ist auch sichtbar niedriger. Weltweit führende Professoren und Nobelpreisträger wie an den anderen Departments der UC Berkeley finden sich an der Extension nicht wieder. Zudem zahlt ihr mehr für das Gym, erhaltet kein kostenloses Busticket und könnt auch von vielen weiteren Ermäßigungen für Cal students nicht profitieren.

Dafür sind die Zulassungskriterien für die Extension erheblich niedriger: Mit einem TOEFL score > 79 und 3 Jahren Studienerfahrung habt ihr die formalen Anforderungen schon erfüllt. Referenzschreiben, ein guter GPA etc. sind nicht nötig. Glücklicherweise ist bei den meisten deutschen Recruitern der Unterschied zwischen UC Berkeley und UC Berkeley Extension nicht bekannt, so habe ich durch diesen neuen Punkt in meinem CV schon ein Top-Praktikum und ein Stipendium erhalten.


Das Programm: IDP Entrepreneurship

Trotz niedrigem Niveau ist der Lernaufwand erheblich höher als an deutschen Universitäten, da ständig Essays und Präsentationen anzufertigen oder Bücher zu lesen sind. Von der Schwierigkeit her ist es dennoch leichter als an deutschen Universitäten und die Noten werden sehr großzügig vergeben.

Die Dozenten sind unterschiedlich stark qualifiziert und haben größtenteils einen Entrepreneurship-Hintergrund. Ein großer Pluspunkt des Programms waren die Gastbeiträge von tatsächlichen Unternehmensgründern aus dem Silicon Valley und der Fieldtrip zu einem Accelerator Programm in Redwood City. Die Klasse bestand aus ca. 30 Studenten mit unterschiedlichstem professionellem und akademischem Background aus der ganzen Welt, überwiegend jedoch Franzosen und Brasilianer. Zwischen den unterschiedlichen IDPs bestand ein enger Kontakt.


Freizeit

Kalifornien war genauso, wie ich mir das vorgestellt habe. In meinen vier Monaten hatte ich ca. 5 Tage Regen und sonst immer angenehme 15-25° (und das im Winter!). Den Windsurfern und Seglern empfehle ich den Cal Sailing Club in der Berkeley Marina, bei dem ihr für $100 und zwei Stunden freiwilliger Arbeit drei Monate lang nach Belieben surfen und segeln könnt. San Francisco ist nur wenige Minuten mit der U-Bahn entfernt und bietet atemraubende Kulissen. Dreieinhalb Stunden Fahrt in den Nordwesten und ihr seid im wunderschönen Skigebiet am Lake Tahoe. Diverse Nationalparks liegen ebenfalls im Umkreis der Bay Area.

Zum Feiern gibt es sowohl in Berkeley als auch in San Francisco genügend Möglichkeiten. Wer auch außerhalb der Uni sein Entrepreneurwissen und -Netzwerk erweitern möchte, kann an einem der vielen Meet-Ups in der Umgebung teilnehmen oder die nahegelegen Größen wie Google oder Facebook besuchen. Für Letztere muss man allerdings von einem Mitarbeiter aus dem Unternehmen eingeladen werden. Irgendeiner aus eurem neuen Bekanntenkreis kennt aber mit Sicherheit jemanden aus den Unternehmen.


Kosten

Im Vergleich zum Studium in Deutschland sind Studiengebühren (insbesondere wenn man bedenkt, dass es nicht die wirkliche „UC Berkeley“ ist) und Lebenshaltungskosten sehr hoch. Die Preise im Supermarkt sind mindestens doppelt so hoch und die Miete - selbst im Vergleich zu den teuersten Gegenden Deutschlands - um ein Vielfaches höher.

Alles in allem habe ich um die $20,000 bezahlt. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich während meines Auslandssemesters nicht zu sehr auf das Geld achten wollte und allein schon für zwei Wochenend-Skitrips am Lake Tahoe jeweils $600 bezahlt habe. Als kleine Erleichterung habe ich ca. 1000€ Auslands-Bafög erhalten (Inlands-Bafög erhalte ich nicht).


Fazit

Die Gegend und das I-House haben mich absolut begeistert. Ich habe mein Englisch selbst in dieser kurzen Zeit enorm verbessert und viele neue Freunde aus der ganzen Welt kennengelernt. Von der Uni selbst war ich ein wenig enttäuscht, da ich ein höheres Niveau erwartet habe. Ich hoffe in meinem Masterstudium für 1-2 Semester nach Berkeley zurückzukommen, dann aber an die Haas School of Business.