Kommunikations­design im Ausland studieren

Die firmeneigene Webseite, der Flyer für das Konzert der Lieblingsband oder ein Plakat, das Lust auf Burger macht - in unserer heutigen Mediengesellschaft sind wir einer wahren Informationsflut ausgesetzt. Aus der Fülle an Botschaften filtern wir unbewusst diejenigen heraus, die uns visuell am meisten ansprechen.

Umso wichtiger ist es für Firmen, Restaurants, Eventagenturen und Co ihre Botschaften professionell in Szene zu setzen. Hier kommen die Kommunikationsdesigner ins Spiel. Ihre Arbeit besteht darin, Inhalte ansprechend zu präsentieren. Sie arbeiten mit allen Medien und gestalten Flyer, Plakate und Kataloge ebenso wie Werbefilme, Internetpräsenzen oder Apps.

Wandel eines Berufsbildes

Die Gestaltung eines Buchumschlags ist nur einer von vielen Tätigkeitsbereichen heutiger Kommunikationsdesigner.

Die Berufsbezeichnung Kommunikationsdesigner ist relativ neu und ersetzt den Begriff Grafikdesigner. Die Umbenennung des Berufs ist vor allem dem Siegeszug der digitalen Medien und dem erweiterten Tätigkeitsbereichs der Designer geschuldet.

Im Gegensatz zu früher geht es in ihrem Beruf nicht mehr allein um die grafische Gestaltung von Printprodukten. Vielmehr kommt es heute darauf an, ganzheitliche Kommunikationsstrategien zu entwickeln.


Studium des Kommunikationsdesigns

Der Studiengang Kommunikationsdesign bereitet auf die vielfältigen Aufgaben eines Kommunikationsdesigners vor. Die Studierenden lernen Printmedien und Onlinemedien zu gestalten, Kommunikationsstrategien zu planen und Werbekampagnen oder das Corporate Design für verschiedene Auftraggeber zu entwickeln.

Inhalte des Bachelors

Zu Beginn des Bachelorstudiums steht Gestaltungslehre auf dem Programm. Die Studierenden befassen sich mit unterschiedlichen Formen der Farbgestaltung oder Typographie sowie verschiedene Druck- und Reproduktionstechniken. In den hochschuleigenen Werkstätten haben sie die Möglichkeit, das Gelernte umzusetzen.

Von Anfang an steht auch die Arbeit mit dem Computer auf dem Lehrplan. Die Studierenden arbeiten mit verschiedenen Grafikprogramme und üben sich im rechnergestützten Entwerfen und Gestalten. In Kursen wie Design- oder Kunstgeschichte lernen sie die theoretischen Grundlagen.

In den höheren Semestern rückt die praktische Arbeit in den Mittelpunkt des Studiums. Die Studierenden arbeiten an eigenen Projekten. In der Regel besteht die Möglichkeit, einen von mehreren Schwerpunkten zu wählen, beispielsweise

  • Illustration
  • Multimedia-Design
  • Social Graphic Design
  • Buch- und Editorial Design
  • Typografie.

Kurse in BWL oder Marketing runden das Lehrangebot ab und sollen die Studierenden auf den späteren Berufsalltag vorbereiten. Das Studium schließt mit einer praktischen Abschlussarbeit samt wissenschaftlicher Thesis ab.

Das Masterstudium

Wer vorhat, sich nach dem Bachelor oder einigen Jahren Berufserfahrung weiter zu qualifizieren, hat die Chance, einen Master im Bereich Kommunikationsdesign anzuhängen. Die Studiengänge auf Master-Ebene sind in der Regel praxisorientiert und bieten die Gelegenheit, sich auf ein Fachgebiet zu spezialisieren. Schwerpunkte sind beispielsweise Editorial Design oder Interaktive Medien.


Von „Mappentest“ bis mündliche Prüfung – die Zugangshürden

Ein Studium im Bereich Kommunikationsdesign ist an Fachhochschulen, Kunstakademien und Universitäten möglich.

Die Aufnahmeprüfungen sind in der Regel recht hart und bestehen aus mehreren Teilen:

  • Bewerber müssen eine Mappe mit eigenen Arbeiten präsentieren, die als Nachweis der künstlerischen Befähigung dient.
  • Anschließend folgen mündliche und praktische Prüfungen.

Manche Hochschulen verlangen zusätzlich einschlägige Vorpraktika. Bewerber mit überragender künstlerischer Eignung werden unter Umständen auch ohne Abitur beziehungsweise Fachhochschulreife zum Studium zugelassen. Bereits bei der Aufnahmeprüfung wird deutlich, dass Bewerber für ein erfolgreiches Studium gestalterisches Talent und Kreativität benötigen. Außerdem ist ein solides technisches Verständnis gefragt. Bewerber sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass ein Großteil ihrer Arbeit am Rechner erfolgt.


Berufsfelder

Nach dem Studium sind viele Kommunikationsdesigner in Medienunternehmen, Marketingabteilungen großer Firmen oder in PR- und Werbeagenturen beschäftigt. Sie entwerfen Kommunikationsstrategien, gestalten Werbemittel, sind für die Internetpräsenz verantwortlich oder betreuen den Social-Media-Auftritt ihrer Firma oder eines Auftraggebers.

Auch Rundfunk- und Fernsehanstalten, Städte und Gemeinden oder Eventagenturen beschäftigen Kommunikationsdesigner. Nach einigen Jahren Festanstellung wagen viele Absolventen den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnen ihre eigene Agentur.


Weshalb sich ein Auslandsstudium lohnt

Kommunikationsdesigner benötigen ein Gespür für den Kundengeschmack und aktuelle Trends. Letztere werden oft im Ausland geboren. Ein oder mehrere Semester in einem anderen Land können eine bereichernde Erfahrung darstellen.

Vor Ort erhalten Kommunikationsdesigner Einblick in eine andere Designszene, knüpfen Freundschaften und feilen an den Fremdsprachenkenntnissen. Sowohl die gesammelten Inspirationen als auch die internationalen Kontakte und interkulturellen Kompetenzen bieten nicht selten Vorteile für das spätere Berufsleben.