24 Mai
Erfahrungsbericht von Sophie S.

Hawaii Pacific University


Stadt: Honolulu
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Kommunikationswissenschaften
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 01/2019 bis 05/2019

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Wahl und Vorbereitungen

Von Beginn an meines Studiums war mir klar, dass ich mein 6. Semester im Ausland verbringen möchte. Als es dann darum ging sich näher mit den Möglichkeiten zu befassen, wurde mir bewusst, dass ich unbedingt in ein Land reisen möchte, indem ich surfen kann bzw. es richtig lernen kann. Meine Hochschule hat zwar einige Partnerhochschulen, allerdings kaum an Orten, wo man wirklich das ganze Jahr über surfen kann und kein Spanisch-B2 braucht, wie beispielsweise in Brasilien. Und so wie ich bin, habe ich angefangen ein bisschen zu spinnen und dachte mir „Wieso gehe ich nicht back to the roots mäßig an den Geburtsort vom Surfen zurück?“ - nach Hawaii.

Aus der Schnapsidee wurde dann langsam aber sicher Realität, indem ich mich über College Contact bei der HPU beworben habe. College Contact, hat mir als Free Mover, bei allen Uni bezüglichen Punkten geholfen und mit der Hawaii Pacific University kommuniziert. In diesem Zusammenhang kann ich die Organisation wirklich nur empfehlen. Bei jeglichen Fragen, von unispezifischen Fragen, über mein Visumantrag, bis hin zur Unterkunftssuche, haben sie mir immer innerhalb von kürzester Zeit eine ausführliche und super hilfreiche Antwort gegeben.

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Finanzierung

Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung für Hawaii war ich bereits zu spät dran für das „Fulbright Stipendium“, was bereits über ein Jahr im Vorfeld vergeben wird, aber die beste Finanzierungsoption ist, wenn man nach Amerika gehen möchte. Glücklicherweise habe ich mich nach der Zusage von der HPU erfolgreich für das PROMOS-Stipendium an meiner Heimatuni bewerben können. Zudem ist auch der Antrag auf Auslands-Bafög immer ein Versuch wert. Plus, alle Austauschstudenten an der HPU bekommen eine finanzielle Unterstützung, welches die hohen Studiengebühren von ca. 9.000$ pro Semester zumindest etwas senken. Nichtsdestotrotz der Besuch eines amerikanischen Colleges und die Lebensunterhaltungskosten, vor allem auf Hawaii, haben es in sich.


Ankunft und Unterkunft

Nachdem die ganzen bürokratischen und organisatorischen Vorbereitungen mit Visabeantragung und persönlichem Interview in der amerikanischen Botschaft, Flugbuchung und so weiter gelöst waren, ging es am 10. Januar 2019 los. Insgesamt war ich 30 Stunden unterwegs von Berlin, über London und LA, bis nach Hawaii. Im Vorfeld habe ich einen Transport vom Flughafen zu meiner WG gebucht, da in Hawaii keine großen Koffer und andere Gepäckstücke in den Bussen erlaubt sind.

Meine 3er-WG habe ich über einen Beitrag in einer „HPU International Student"-Facebook Gruppe gefunden. Inmitten vom Touristenhotspot in Waikiki habe ich mit zwei weiteren Austauschstudenten gelebt, einer Studentin aus Italien und meine Zimmermitbewohnerin kam aus Dänemark. Glücklicherweise haben wir uns ein Zimmer zu zweit geteilt und konnten so die extrem hohen Mietpreise auf der Insel teilen. 10 Prozent der hawaiianischen Bevölkerung ist obdachlos, was eines der größten Probleme des Paradieses hier darstellt. Der Hauptgrund hierfür sind auf jeden Fall die extremen Mietpreise (beginnend bei 1.000 $ pro Monat/Zimmer) sowie fehlende Krankenversicherungen.

Waikiki als Wohnort für ein Auslandssemester kann ich empfehlen, man ist in fünf Minuten am Strand, der besonders im Sommer gute Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene Surfer bietet, es wird immer etwas geboten, wie beispielsweise Hula Shows und die ganzen Straßenfeste finden direkt vor der Tür statt.


Uni

Die Hawaii Pacific University ist aufgeteilt auf zwei Standorte auf der Insel. Der Hawaii Loa Campus befindet sich an der Ostküste und ist vor allem ausgerichtet auf die Kurse „Marine Biology“ und „Environment“. Meine Kurse befanden sich alle mitten im Finanzzentrum, in Downtown Honolulu. Das Semester ging von Mitte Januar bis Anfang Mai. Knapp 5.000 Studenten besuchen die Hawaii Pacific University, welche eine der drei Universitäten auf der Insel Oahu ist. Die Mehrheit der Studenten kommen entweder von der Insel selbst oder dem Festland Amerikas sowie ca. 500 internationale Studenten. Unter den Studenten befinden sich  außerdem viele Soldaten und Veteranen, da Hawaii noch immer einer der größten Militärstandorte Amerikas ist.

Die Uni lehrt und lebt nach den drei hawaiianischen Werten: Pono (=ehrlich, ethisch korrekt), Kuleana (= Verantwortlichkeit, Gerechtigkeit für alle Interessen und Nationalitäten) und Aloha. Aloha bedeutet nicht nur Hallo und Tschüss, sondern hat gleichzeitig den tieferen Sinn von Warmherzigkeit, Freundlichkeit, Zuneigung und Liebe; aufgeschlüsselt bedeutet es „the breath of life“. Es gilt hier nicht nur als einfaches Wort, sondern umschreibt einen Lebensstil und Art, mit der man andere Menschen behandelt, welche besonders in der inneren Balance, Gelassenheit, positiven Art und Freundlichkeit der Menschen spürbar ist. Der Spirit von Aloha ist sogar gesetzlich niedergeschrieben, als Erinnerung für die Regierenden, die Bevölkerung mit ehrlicher Fürsorge und Respekt zu behandeln und für ihr Wohl zu sorgen.

Als Austauschstudentin konnte ich meine Kurse fächerübergreifend wählen, weshalb ich eine Mischung aus Psychologie, Kommunikation und Soziologie gewählt habe, besser gesagt  „Abnormal Psychology“, „Technical Communication“, „Interpersonal Communication“ und „Peace Studies“. Der Unialltag hat sich sehr von dem an meiner Heimatuni unterschieden. Es erinnerte mich sehr an meine Schulzeit: Mit ca. 15-20 Studenten pro Kurs waren die Klassen deutlich kleiner, es gab viele Hausaufgaben, Tests, Abgaben und Anwesenheitspflicht während des Semesters, wodurch jedoch die Prüfungsphase am Ende sehr entspannt war. Allgemein waren die Profs noch mehr interessiert an Diskussionen und Interaktionen, wodurch jedoch auch deutlich weniger Stoff durchgenommen wurde. Durch die ganzen Diskussionen sollte vor allem kritisches Denken gelehrt werden. Beide Systeme haben ihren Vorteil, allerdings war die Benotung sehr einfach und der Standard sehr niedrig. So bekommt man ohne Probleme in den Fächern ein A, sobald man die Abgaben einreicht und sich am Unterricht beteiligt, was meiner Meinung nach nicht sehr sinnvoll ist und zudem unmotiviert.

Der Fakt, dass Bildung durch die hohen Studiengebühren, plus Bücherkosten und ähnliches, so teuer ist, erklärt die vielen Sportstipendien. Zudem war es für mich eine gute Erfahrung zu sehen, wie privilegiert wir in Deutschland sind, dass jeder eine Uni besuchen kann und wir beispielsweise unsere Kurswahl nicht von den Buchkosten beeinflussen lassen müssen.


Leben auf Hawaii

Um ehrlich zu sein, hat mich der Aufwand während des Semesters auf Trapp gehalten und war keine Art von Alibistudium. Nichtsdestotrotz, das Leben am Strand ist einfach so viel schöner, speziell hier auf Hawaii. Es gibt nichts Besseres, als am Morgen vor der Uni eine Runde surfen zu gehen, eine der vielen traumhaften Wanderungen/Kletterrouten zu machen, von einer der Klippen zu springen, schnorcheln zu gehen oder mit Haien, Delfinen und Schildkröten zu schwimmen. Hawaii hat so viel zu bieten: Innerhalb von wenigen Minuten gelangt man zu einem der Traumstrände inmitten von atemberaubenden grasgrünen Bergen, findet wunderschöne Wasserfälle oder kann die anderen Seiten der Insel erkunden, die alle einen ganz eigenen Spirit und Lifestyle versprühen.


Fazit

Hawaii war eine unfassbare Erfahrung, mit vielen einzigartigen Stories, tollen Menschen und einer neuen Heimat, für die ich mehr als dankbar bin und jedem, der die Möglichkeit hat, nur empfehlen kann. Falls ihr noch mehr Informationen und Eindrücke von Hawaii erleben möchtet, hört in meinen Podcast rein unter folgendem Link: https://soundcloud.com/horads-88-6/sets/sophie-goes-paradise. Mahalo.