6 Mai
Erfahrungsbericht von Sandra R.

Regents University

Hochschule: Regents University
Stadt: London
Land: Großbritannien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Eventmanagement
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2012 bis 12/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Mein Auslandsaufenthalt in London 2012

Mein Name ist Sandra und ich studiere Messe- Kongress- und Eventmanagement an der Karlshochschule International University. In dem 5. Semester hatte ich die Möglichkeit ein Semester im Ausland zu studieren. Es war gar nicht so einfach eine Uni zu finden, die genau das anbietet, was ich studiere. Zudem mussten die Kurse im Ausland den Inhalt meiner Kurse im Inland abdecken. Viele meiner Freunde an der Uni rieten mir, mich an College Contact zu wenden. Diese verfügen über Kontakte zu verschiedenen Universitäten weltweit und bieten ihre Hilfe kostenlos an.

Ich entschied mich also für die European Business School London und ich kann diese Uni nur weiter empfehlen. Die European Business School ist ein Teil des Regent’s College, was seit diesem Jahr den Status einer Universität erreicht hat und somit Regent’s University London heisst. Es gibt ingesamt 7 verschiedene „Schools“ unter anderem das Regent’s American College London, Regent’s School of Fashion & Design and London School of Film.

Das Bewerbungsverfahren lief super unkompliziert ab. College Contact bat mich, ihnen Dokumente die für die Bewerbung nötig sind zu schicken und sobald alles komplett war, wurde es an die Universität im Ausland geschickt. Zu diesen Dokumenten gehörte unter anderem auch die Wahl der Kurse. Dazu muss ich sagen, dass es etwas kompliziert war, da alle 5 Jahre die Kurse neu strukturiert werden und ich hatte das Glück in diesem Jahr zu sein. Die Umstrukturierung der Kurse wird also erst wieder 2017 stattfinden. Ich habe folgende Kurse gewählt: Business Strategy in Events, International Destination Management, Cross- Cultural Perspectives on Management, Contemporary Issues in International Events Management.

Die Umrechnung der Kurse in ECTS-Punkte stand bei den Kursen und der Kursbeschreibung direkt dabei, so dass man sich gut orientieren konnte. Ich durfte nicht mehr als 30 ECTS-Punkte für das Auslandssemester erwerben, da es im Lehrplan so vorgeschrieben ist. Das variiert natürlich von Uni zu Uni. Ich fand es etwas schade, dass manche Kurse eine so hohe Gewichtung hatten, denn so konnte ich keine Sprachen mehr wählen. Andere wichtige Dokumente, die für die Bewerbung notwendig waren, sind Ausweiskopie, Europäische Versicherten Karte, Immatrikulationsbescheinigung und ein aktuelles Foto. In England braucht ihr nicht unbedingt eine extra Versicherung abschliessen, wenn eure Krankenkasse europweit gültig ist, man kann jedoch auch zusätzlich eine Versicherung abschliessen, die dann auch Kosten wie Krankenhausaufenthalte, Transport usw. übernimmt.

Zusätzlich zu den allgemeinen Informationen über die Uni, informierte mich College Contact auch über die Kosten, die ich für den Zeitraum einplanen muss. Das ist unglaublich wichtig. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung wenn ich sage, plant lieber noch etwas mehr ein. Man weiss ja, dass das Leben in London teuer ist, doch es ist was anderes, wenn man es wirklich erlebt.

Die Kommunikation zwischen College Contact, der Auslandsuniversität und mir verlief einwandfrei und alles verlief auch sehr organisiert. Sobald die Zusage von College Contact kam, bekam ich die Rechnung für die Studiengebühren, die dann auch in den darauffolgenden Wochen bezahlt werden sollten. Die Unterkunftssuche habe ich selbst in die Hand genommen, da mir das Leben auf dem Campus zu teuer war und die Plätze auch alle schon belegt waren. Wenn ihr auf dem Campus leben wollt, dann fragt mindestens ein halbes Jahr vorher an, wieviele Plätze verfügbar sind. Ich habe mich durch jegliche Foren im Internet gekämpft, um etwas Passendes und vor allem etwas Erschwingliches zu finden. Das Wohnen an sich ist das Teuerste in England. WG’s direkt in der Nähe der Uni, die dann auch nur 1-3 Stationen vom Oxford Circus entfernt sind, haben durchschnittlich ca. 600 Pfund gekostet, das sind ca. 720 Euro. Das ist schon heftig, wenn man bedenkt, dass man ja auch noch Lebensmittel und evtl. eine Fahrkarte braucht. Die Lebensmittel in London sind ebenso ziemlich überteuert, erst recht in den „Express“ Läden, die es häufig in der Innenstadt gibt. Informiert euch lieber vorab, wo es günstige Lebensmittelgeschäfte gibt, wie z.B ASDA, Morrisons und Lidl, wobei ASDA noch das Günstigste ist.

Wenn ihr euch entscheidet weiter ausserhalb zu wohnen, da dort die Mieten geringer sind, z.B in Zone 3, dann braucht ihr eine Oyster Travelcard. Mit der könnt ihr alles fahren. Als Studenten habt ihr das Glück 30 % Ermässigung zu bekommen, somit zahlt ihr für Zone 1-3 zwischen 80-90 Pfund im Monat. Das ist in Euro umgerechnet natürlich auch wucher, aber sonst sind es 120 Pfund jeden Monat. Wenn man sich für Zone 2 entscheidet, kann man auch alles mit dem Bus fahren und dann gibt es Tickets nur für die Nutzung des Busses, die um einiges günstiger sind. Es gibt aber auch noch die „Pay as you go“ -Möglichkeit. Ihr zahlt 5 Pfund für die Karte (als Pfand) und dann ladet ihr soviel Geld drauf wie ihr braucht. Ist eine relativ günstige Möglichkeit, wenn man in Zone 1 wohnt, da man dort auch nicht alles zu Fuss erreichen kann. Weitere Infos zu Preisen und Zonen findet ihr hier: http://www.tfl.gov.uk/tickets/14416.aspx.

Ich habe in Zone 3 gewohnt und habe zwischen 45 und 60 Minuten in die Uni gebraucht. Das Fahren mit der Tube ist wirklich stressig teilweise, aber man kann günstiger wohnen. Mein Lehrer an der Uni riet mir ausserhalb zu wohnen, weil es sich im Endeffekt mehr rentiert weniger Miete zu zahlen, dafür aber mehr Fahrtkosten zu haben. Ich persönlich würde euch raten, nicht so weit ausserhalb zu wohnen, denn das Reisen jeden Tag ist dann doch ziemlich ermüdend mit dem Umsteigen und den ganzen Menschen, von denen man zerquetscht wird. In England heisst es zwar „keep calm and carry on“, macht aber kaum jemand.

Ganz wichtig zu beachten ist auch, mit WEM ihr einen Mietvertrag abschliesst. Ich war bei der Agentur Foxtons, die ist ziemlich bekannt dafür, dass sie für ihre Dienste ziemlich viel Geld verlangen. Alleine die Bearbeitungskosten lagen schon bei 350 Pfund (+ 20 % VAT) und dazu kommen noch 6 Wochen Kaution, so dass man erstmal einen Schock bekommt. Man bekommt den Schlüssel für die Wohnung auch nicht früher als am Mieteintrittsdatum. Ihr musst auch beachten, wer genau für die Wohnung zuständig ist. Es gibt die Möglichkeit, dass Foxtons für die Unterkunft zuständig ist oder eben nicht. In dem zweiten Fall tritt meistens ein privater Vermieter in Kraft und der ist auch euer direkter Ansprechpartner. Generell kann ich sagen, dass unsere Vermieterin kaum nen Schimmer hatte von ihrem Job und es im Endeffekt nur um Geld geht. Wir haben uns überreden lassen den Vertrag für längere Zeit abzuschliessen und da wir früher das Land verlassen haben, mussten wir eine Gebühr zahlen, da wir den Vertrag frühzeitig gekündigt haben. Im Endeffekt wurde unsere Kaution dann einbehalten und es war ein ewiges hin und her, weil niemand eine Ahnung hatte und man immer wieder verwiesen wurde. Also macht den Vetrag nur solange ihr ihn wirklich wollt.

Der Wohnungsmarkt generell ist dort etwas kritisch, denn jeder will dort leben und deswegen können sie auch so hohe Preise verlangen. Passt einfach auf mit wem ihr nen Vertrag macht und macht auf jeden Fall nicht den Fehler, irgendwo eine grössere Summe Geld zu hinterlegen, nur um die Wohnung zu reservieren. Am einfachsten ist es wohl sich eine bestehende WG zu suchen. Die ersten Monate lebte ich zusammen mit meiner Freundin woanders, sie war eine Privatperson und verreiste für einige Zeit, so dass ihre Wohung leer stand. Das war noch am Besten, denn dort hatten wir keinerlei Probleme mit Vermieter, Agenturen oder Kaution, da die Hauptmieterin ja verantwortlich war. Beide Wohnungen, die wir hatten, waren 1 Zimmer Wohnungen bzw. Sogenannte Studioflats. Ich habe zusammen mit meiner Freundin zwischen 750 und 800 Pfund gezahlt, was schon mit das Billigste war. Dazu sind die Wohnungen in England oftmals auch sehr altmodisch ausgestattet, so hatten wir z.B in einer der Wohnungen keine Abzugshaube und die Isolierung war prinzipiell schlecht, so dass wir auch Schimmel in der Wohnung hatten. Das ist natürlich nicht generell so, aber schaut euch einfach alles genau vorher an und checkt so die grundlegenden Dinge.

Mein Semester war in dem Zeitraum vom 3.09.12 bis 21.12.12. Die erste Woche an der Uni war natürlich die Einführungswoche, die sogenannte „ Induction Week“. Als ich dort ankam, war ich unglaublich beeindruckt und ich hatte sofort das Gefühl, ich habe mich für die richtige Uni entschieden. Wir haben uns zuerst alle versammelt und dann gab es Vorträge zu verschiedenen Themen, zum Beispiel Studenplänen, Fehlzeiten, Examen, Nutzung der Universitäts Fazilitäten wie die Bibliothek und Zugang zum W-Lan. Das Uni Gelände liegt inmitten vom Regent’s Park und sieht einfach traditionell Englisch aus. Viele Grünflächen, viele Möglichkeiten,die Pausen auch ausserhalb der Uni verbringen zu können und auch um sich sportlich zu betätigen.

Die Tage waren gut gestaltet durch abwechslungsreiche Programme, wie z.B Ralleys, Barbecues und allgemeine Come-Togehters. Die Ralley war eine gute Möglichkeit die grosse Stadt London kennenzulernen und man sah Dinge, die man vorher nur aus Fernsehen und Zeitungen kannte. Es waren unglaubliche Eindrücke, denn alles ist einfach total riesig und die Stadt ist überfüllt von Menschen aus der ganzen Welt. Man sagt zurecht, dass London die Welthauptstadt ist. Daran muss man sich zuerst wirklich gewöhnen, aber nach der Zeit findet man sich zurecht. Zu den bekanntesten Sehenwürdigkeiten zählen unter anderem: Big Ben, Westminster Abby, Tower Bridge, London Eye, Downing Street 10 und Buckingham Palace, aber natürlich gibt es noch etliche weitere „Musst-Sees“. Das Tate Museum direkt an der Themse ist ein sehr beliebt, da es viel zu sehen gibt und es kostenlos ist. Es befindet sich in der Nähe der National Gallery und der Tower Bridge. Ich war in dem Musem und mir hat es sehr gefallen, wobei ich normalerweise nicht so oft ins Museum gehe. Ich war insgesamt 6 Monate da und prinzipiell denke ich, dass die Zeit viel zu kurz war, denn ich denke ich habe gerade einmal 30 % gesehen. Erkundigt euch vorab, was es alles zu sehen gibt und dann könnt ihr euren Aufenthalt dementsprechend gestalten. Ich empfehle unbedingt Camden Market, Covent Garden, Carnaby Street und Spaziergänge an der Themse.

Wie ich schon vorher sagte, war ich sehr glücklich mit der Wahl meiner Uni. Das liegt grösstenteils an den Modulen und Lehrern. Also ich hatte sehr kompetente und professionelle Lehrkräfte und die Module waren sehr gut strukturiert und durchdacht. Ich hab in diesem Semester sehr viel dazu gelernt und in England hat man auch noch das Glück, dass das Englisch perfekt ist. Zudem waren die Lehrer alle sehr hilfsbereit und jeder hat seinen Unterricht wirklich vielfältig gestaltet. So war in einem der Module ein Ausflug geplant und ich hatte die Möglichkeit 4 Tage lang die Stadt Edingburgh und Umgebung kennenzulernen. Natürlich war das nicht ganz umsonst, aber das Geld hat sich gelohnt, ich glaube ich habe 240 Pfund gezahlt. Der gesamte Trip war auf dem Bereich Event- und Destinations Management ausgelegt und wurde von einigen Inland Studenten mit organisiert. Mir hat es dort super gefallen und ich kann euch generell nur empfehlen, sich auch Zeit zu nehmen, Städte ausserhalb zu bereisen. Ein absolutes MUSS ist Brighton. Liegt 1 Zugstunde von London enfternt und ist bekannt durch tolle Strände, Promenaden mit einizartigen Läden, wunderschöne Piers die einem Freizeitpark mit Karussels und Süssigkeitständen ähneln und dem Brighton „Wheel“.

Um auf die Hilfsbereitschaft der Lehrkräfte zurückzukommen, möchte ich euch von einem blöden Missgeschick erzählen. Also meine Klausuren waren im Dezember, wo auch mein Semester zu Ende ging. Ich war gerade vor meinem letzten Exam und wollte noch ein bisschen lernen. Ich ging zum Prüfungszimmer, jedoch war niemand da und ich hatte auch niemand anderes aus meinem Kurs gesehen. Ja so kam es dazu, dass ich mein Exam verpasst hab, weil ich das Datum verwechselt habe. Ich war ziemlich panisch, da es prinzipiell nicht die Möglichkeit gibt, ein Exam nachzuschreiben. Ich bin zu einem meiner Lehrer und er hat mir sehr geholfen und sagte es wird in einem Board Meeting darüber entschieden was passiert, ich sei auf keinen Fall durchgefallen. Ich habe mich stets bemüht, Leistung zu zeigen und das hat sich natürlich auch darauf ausgewirkt, denn er wusste, es war nicht meine Absicht. Da ich meinen Aufenthalt verlängert habe, habe ich im Februar nachgeschrieben und somit war das erledigt. Die Pläne mit den Daten für die verschiedenen Prüfungen hängen im Gang aus, wo ich zugeben muss, dass ich das sehr unorganisiert fand. Es war einfach eine riesen Liste und man suchte ewig nach dem Datum, Ort und Uhrzeit der einzelnen Prüfungen. Bezogen auf die Regel, dass Examen nicht nachgeschrieben werden können, gab es eine Änderung in diesem Jahr, denn die allgemeine Durchfallquote war teilweise ziemlich hoch und es bedeutete, man muss das ganze Semester wiederholen. Die Regel ist nun abgeschafft und man kann die Klausuren nachschreiben, aber das natürlich auch mit Beschränkungen. Zu dem Thema und zu allgemeinen Fragen findet ihr unter folgendem Link unter „FAQs“ Antworten: http://www.ebslondon.ac.uk/studyabroad/undergraduate.aspx.

Ich denke durch diesen Bericht konntet ihr nun einige Eindrücke gewinnen und ich hoffe es hilft euch bei der Wahl ders Landes und der Universität. Viel Glück bei der Suche und viel Spaß bei der Planung.