12 Sep
Erfahrungsbericht von Mustafa B.

University of California San Diego


Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Psychologie
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 03/2022 bis 06/2022
Heimathochschule: Hamburg HMS

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Ich wollte mein Auslandssemester gerne in einem englischsprachigen Land durchführen, da sich dadurch die alltägliche Kommunikation für einen ersten Auslandsaufenthalt einfacher gestalten würde und ich dadurch auch meine Englischkenntnisse auf natürlichem Wege weiter fördern könnte. Zudem habe ich mich für das Universitätssystem in den USA interessiert.

Bei der Durchsicht der Universitätskooperationen von College Contact bin ich auf die University of California San Diego (UCSD) gestoßen, die einen vergleichsweisen guten akademischen Ruf hatte und zudem in einer äußerst interessanten und schönen Stadt lag. Die darauffolgende Organisation war tatsächlich etwas zeitaufwendiger, als ich es zuerst eingeschätzt hätte, aber den Aufwand ist es im Nachhinein betrachtet definitiv Wert gewesen! Insbesondere der Bewerbungsprozess um das Visum war mit einem gewissen Aufwand verbunden sowie auch nochmal mit zusätzlichen Kosten. Ich persönlich hatte den Vorteil, dass ich wegen einer besonderen Regelung zur Corona-Pandemie jedoch nicht persönlich bei der US-Botschaft in Berlin erscheinen musste. Die Tuberkulose-Testung für die UCSD war bei meiner Bewerbung übrigens für Studenten aus bestimmten westeuropäischen Staaten (inklusive Deutschland) anders als eigentlich angekündigt nicht notwendig gewesen. Somit könnt ihr die circa 50 Euro für den Test sowie eine leicht invasive Diagnostik, für dieses in Deutschland eigentlich recht unübliches Verfahren, sparen.

Ich war Teil des University & Professional Studies (UPS)-Programms an der UCSD, im Rahmen dessen sich vor allem internationale Studenten für diverse Kurse an der Universität einschreiben konnten. Neben den Studenten aus Deutschland waren in dem Programm noch vor allem Studenten aus Frankreich, Schweden, Norwegen, China und Korea. Insgesamt waren wir in dem Quarter eine Gruppe aus circa 120 internationalen UPS-Studenten. Es gab aber noch einige weitere Programme und Wege, über die Studenten einen zeitlich befristeten Auslandsaufenthalt an der Universität absolviert haben konnten. Zudem ist auch der Anteil an regulären internationalen Studenten an der UCSD um einiges höher, als ich es aus deutschen Universitäten bisher kannte, was für eine hohe Diversität und Internationalität auf dem Campus sorgt.

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Unterricht

Inhaltlich waren die Kurse an der UCSD ähnlich aufgebaut, wie ich es von den Universitäten in Deutschland kannte. Das dortige System war jedoch komplett anders. Die Studenten hatten jede Woche mehrere Abgaben und Quizzes und zusätzlich noch eine größere Prüfung zur Mitte und zum Ende des Quarters, welches insgesamt lediglich circa zehn Wochen dauerte. Das war ein neuer Lernansatz für mich, welcher für bestimmte Lerntypen meiner Ansicht nach jedoch durchaus von Vorteil sein kann. Falls jedoch jemand gerne ein Forschungspraktikum an der UCSD absolvieren möchte, muss das auf jeden Fall im Vorfeld mit einem dortigen Professor abgesprochen werden, da das eine gewisse Vorausplanung benötigt.


Campusleben

Zudem verfügt die UCSD über einen ausgesprochen großen und gut ausgestatteten Campus, was ich ebenfalls nicht von deutschen Universitäten so gewohnt war. Es gab dort einen eigenen Supermarkt, einen Friseur, einen Starbucks sowie noch zahlreiche weitere Cafés und Kantinen, die auf dem gesamten Campus verteilt waren, der sich übrigens bis zu einem der dortigen Strände erstreckt. Ich selbst habe es in dem einen Quarter übrigens nicht geschafft, den gesamten Campus zu erkunden.

Besonders empfehlenswert ist es, den Sonnenuntergang beim „Torrey Pines Gliderport“ zu beobachten. Einen besonders schönen Ausblick auf das Meer hat man auch vom Balkon des Sixth College oder vom Rooftop Garden beim 6. Stock des Keeling Apartments. Beim Price Center, dem Student Center sowie der Canyon Vista Kantine finden sich auch Hängematten zum Entspannen in der freien Zeit.

Im Hinblick auf die dortige Gesellschaft war es für mich interessant zu beobachten, dass die Menschen in den USA (oder zumindest in Kalifornien) bezüglich vieler Angelegenheiten um einiges offener sind, als ich es bisher aus Deutschland kannte. Das bezieht sich insbesondere auf die Diversität verschiedener Religionen und Kulturen. Es gab auch diesbezüglich mehrere Veranstaltungen und Events auf dem Campus, die von entsprechend internationalen Studenten ausgetragen worden sind. Insgesamt ist das Campusleben auf der UCSD sehr lebendig und von vielen studentischen Initiativen geprägt. Ich kann es sehr empfehlen, nebenbei eine dieser Initiativen und Associations zu besuchen oder zumindest mal vorbeizuschauen, da man so sehr gut Menschen auch außerhalb der Gruppe des UPS-Programms kennenlernen kann. Ich persönlich habe dadurch Menschen kennengelernt, zu denen ich danach immer noch einen guten Kontakt hatte und die ich danach teilweise sogar in Deutschland wiedergesehen habe.


Unterkunft

Personen, die sich ebenfalls für einen Auslandsaufenthalt an der Westküste der USA interessieren, sollten sich bewusst sein, dass die Lebenshaltungskosten dort tatsächlich um einiges höher sind als in Deutschland. Außerdem ist dort auch der öffentliche Personennachverkehr weniger gut ausgebaut.

Ich würde deswegen empfehlen, eine Unterkunft in der Nähe der Universität zu organisieren. Ich persönlich habe in einem geteilten Apartment im Costa Verde Village gelebt, was ich über „Anatolia Corporate Housing“ gebucht habe, was ich persönlich größtenteils weiterempfehlen kann. Die Unterkunft liegt zudem in La Jolla, was bei vielen Menschen dort als der wahrscheinlich schönste Stadtteil von San Diego gilt. Es lohnt sich meiner Ansicht nach nicht, erst dort persönlich nach einer Unterkunft zu suchen, da Apartments dadurch oft, anders als erhofft, wenig bis kaum günstiger sind als die von Deutschland aus gebuchten Apartments. Der zusätzliche Aufwand zahlt sich dadurch deswegen in der Regel nicht aus.


Freizeit

Es sollte zudem auch ein gewisses Extra-Budget für Wochenendausflüge in der Umgebung eingeplant werden, da es dort wirklich eine hohe Dichte an berühmten Orten und Sehenswürdigkeiten gibt. Ich bin persönlich neben San Diego auch noch in Las Vegas, Los Angeles, Hawaii und San Francisco gewesen sowie dem Joshua-Tree Nationalpark und New York. Viele weitere Personen aus meinem Programm haben auch einen Roadtrip nach dem Ende des Quarters gemacht und dadurch mehrere berühmte Destinationen miteinander verbunden.

Insgesamt kann ich ein Auslandssemester an der UCSD jeder Person weiterempfehlen, die eine tolle Zeit an einer angesehenen Universität in einer wirklich ausgesprochen schönen Stadt haben möchte. Insgesamt war das Auslandssemester an der UCSD einer der interessantesten und wahrscheinlich auch schönsten Zeiten, die ich bisher in meinem Leben erlebt habe.