31 Jan
Erfahrungsbericht von Kevin K.

University of California San Diego


Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Informatik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2021 bis 12/2021
Heimathochschule: Aachen RWTH

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Ich hatte lange geplant, nochmal einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren und gerade die USA waren dabei natürlich ein interessantes Ziel: Zum einen war dort ein Semester trotz Corona sehr planungssicher (und für mich dann sogar in Vollpräsenz), zum anderen ist es natürlich ein traumhaftes Ziel: Gute Uni und hohe Lebensqualität lassen sich dort einfach vereinen.

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Bewerbung

Die Bewerbung an sich war dabei wirklich sehr schnell und einfach: College Contact hatte mir alle notwendigen Informationen zur Bewerbung an der University of California San Diego (UCSD) geschickt und nachdem ich alle notwendigen Unterlagen beschafft hatte, kam die Zusage schon innerhalb einer Woche – und auch die Beantragung des F1-Visums war recht schnell (wobei ich hier Glück hatte, dass gerade das Frankfurter Konsulat geöffnet wurde).


Ankunft & Wohnungssuche

Dann ging es auch schon los; den Flug hatte ich recht kurzfristig gebucht, die Preise schienen für mich aufgrund von Corona konstant geblieben. Die Wohnungssuche war hingegen ein echtes Abenteuer: Die Mietpreise in San Diego sind sehr hoch. Viele Bekannte haben in Hostfamilien gelebt oder über RoomChazer günstige WGs gefunden – allerdings kann man sich dort die Mitbewohner nur bedingt aussuchen. Ich hatte letztendlich das Glück eine WG mit anderen Studierenden, die ich teilweise über College Contact, aber auch andere Seiten, wie Facebook, kennengelernt habe, zu wohnen. Es gibt auch noch Anatolia Housing, was ich wohl beim nächsten Mal wählen würde – es ist stressfreier und man lebt mit vielen anderen Internationals zusammen.

Besonders interessant fand ich das Solana Beach Host Family Programm, wovon ich von anderen Studierenden erfahren habe: Man wird von einer Gastfamilie vom Flughafen abgeholt und kann die ersten Tage in einer Gastfamilie verbringen, bevor man in seine endgültige Wohnung umzieht.


Transport

Öffentlicher Nahverkehr in San Diego ist okay. Man kommt eigentlich überall hin, aber braucht wesentlich länger als mit dem Auto. Zur Universität wurde gegen Ende des Semesters eine neue Zugverbindung eröffnet, mit der man wesentlich schneller ankommen kann.

Ich hatte kein Auto gemietet und habe größtenteils Bus & Bahn benutzt, aber auch öfter auf Freunde zurückgegriffen, die ein Auto hatten. Gerade Ausflüge sind ohne Auto praktisch unmöglich.

Universität und Kurse

An der Universität wird man im UPS Programm eingeschrieben. Dabei muss man die Kurse im Class Crashing wählen und erfährt erst nach ein bis drei Wochen, ob man zu den Kursen zugelassen wird. In den ersten Wochen habe ich dementsprechend circa acht Kurse belegt. Es war sehr hilfreich, da die Professoren die Inhalte und Erwartungen vorgestellt haben. Dies hat mir meine Kurswahl wesentlich vereinfacht. Wichtigste Erkenntnis für mich war, dass man sich nicht auf die verfügbaren Plätze im Online-System verlassen sollte: Auch wenn das System anzeigt, dass ein Kurs voll ist und selbst eine lange Warteliste existiert, habe ich nach einiger Zeit dennoch Zusagen für diese Kurse bekommen. Auch habe ich im persönlichen Gespräch mit den Professoren weitere Tipps zur Einschreibung bekommen – teilweise benötigt man von diesen sogar die Zustimmung, dass ich die Voraussetzungen erfülle und der Professor mit dem Enrollment einverstanden ist.

Die Kurse selber kann ich größtenteils nur weiterempfehlen: In CSE258 – Recommender Systems und Web Mining wird man darauf vorbereitet, in einer finalen Abgabe sein eigenes Recommender System zu entwickeln. Während des Semesters wird man dabei in die verschiedenen Konzepte eingeführt, die man dafür benutzen kann. Dieser Kurs war mit Abstand der spannendste und der Professor hat mich wirklich für das Thema begeistert, allerdings war es auch der Kurs mit dem höchsten Arbeitsaufwand.

Außerdem habe ich mich noch für MGT172 – Business Project Management und MAE/ECE 148 – Introduction to Autonomous Vehicles entschieden. Letzteren Kurs kann ich nur bedingt empfehlen: Die Kursbeschreibung klingt sehr ansprechend. Auch der Kursaufbau und Start waren interessant: In kleinen 4er Teams haben wir ein kleines Spielzeugauto bekommen, wo wir die ersten Komponenten selbst im 3D-Druck erstellen mussten. Hilfreich dabei war, dass wir Studenten mit unterschiedlichen Vertiefungen waren – von Maschinenbau bis Informatik. Diese Praxisnähe war für mich tatsächlich ungewohnt und spannend. Später allerdings verlor der Kurs recht schnell den Fokus. Ziel war es, ein autonom fahrendes Auto zu bauen. Wir waren frei und durften wirklich alles selbst ausprobieren, von der Integration verschiedener CV-Bibliotheken in die Kameraerkennung bis hin zu neuen Erkennungsmethoden wie einem Lidar. Allerdings blieb es leider recht oberflächlich und der Kurs verlor schnell an Struktur. So waren die Lernziele stark davon abhängig, wie viel Zeit man in den Kurs investieren wollte.


Fazit

Während meines Semesters habe ich in Pacific Beach in einer größeren WG gewohnt. Die Gegend ist wirklich traumhaft: Egal ob zur Uni, zum Strand oder zum Club: Alles ist quasi vor der Haustür. Außerdem kann man die Wochenenden für atemberaubende Ausflüge nutzen: Ob Yosemite, Grand Canyon oder einem Wochenendtrip nach Mexiko. Insgesamt habe ich die Zeit sehr genossen, auch wenn die Uni während des Semesters viel Zeit beansprucht hat.