11 Dez
Erfahrungsbericht von Christian H.

Regent's University

Hochschule: Regent's University
Stadt: London
Land: Großbritannien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Masterstudium
Zeitraum: 09/2012 bis 09/2013

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbung

Der Bewerbungsprozess über College Contact lief problemlos ab, da mir alle Unterlagen vorlagen und ich sie somit über CC an die EBSL der Regent's University weiterleiten lassen konnte. Ein kleiner Hinweis für Studieninteressierte, die sich bis jetzt noch nicht mit Bewerbungen an Privatuniversitäten oder britischen Universitäten im Allgemeinen befasst haben: Von euch wird erwartet, ein Motivationsschreiben zu verfassen. Das bedeutet, dass ihr schreiben sollt, warum ihr euch für die Universität und das Programm interessiert, wie eine Teilnahme an dem Programm euch bei eurer Karriereplanung helfen kann und welchen Beitrag ihr leisten könnt. Macht euch über den letzten Teil nicht zu viele Sorgen, sondern überlegt euch einfach, welche Qualitäten in Hinblick auf bspw. Teamarbeit, Verhalten im Unterricht oder eure generelle Einstellung gegenüber neuen Erfahrungen euch auszeichnen.

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Unterkunft

Ich habe eine Wohnung im Nido, einem privaten Studentenwohnheim, gemietet. Das Nido ist relativ teuer, hat aber eine sehr gute Anbindung an die Tube (King’s Cross) und hat den Vorteil, dass ich mich weder um Internet noch um sonstige Formalitäten kümmern muss. Weiterhin ist ein Fitnessstudio vorhanden und im Preis inbegriffen.

Wer sich nach Alternativen umsehen möchte, kann von der Universität Hilfe erhalten oder sich auf einschlägigen Portalen wie Gumtree umschauen. Lasst euch davon, dass manche Stadtteile vielleicht etwas weiter entfernt von der Universität sind, nicht abschrecken. Dadurch, dass das U-Bahnnetz in London hervorragend ist, sind auch größere Distanzen gut zu überbrücken.


Studium

Das Studium an sich war die größte Neuerung, die sich mir bot. Bisher hatte ich an öffentlichen Universitäten in Deutschland studiert, was bedeutet, dass manche Vorlesungen von mehreren hundert Studenten besucht wurden. An der EBSL ist dies ganz anders:

Meine Vorlesungen werden von höchstens 30 Studenten gleichzeitig besucht und in den Seminaren sind die Gruppen noch kleiner. In unserer Einführungswoche gab es zahlreiche Veranstaltungen, um die Kommilitonen aus dem eigenen Pathway kennen zu lernen. Auch unser Pathway Leader stellte sich vor, gab uns sofort seine Telefonnummer und sagte, wir könnten ihn zu jeder Zeit per Telefon oder Skype kontaktieren. Er sei Dozent geworden, weil er gerne mit Menschen arbeite und dazu gehöre es auch, am Wochenende verfügbar zu sein. Wie dies schon andeutet, ist die Atmosphäre sehr viel persönlicher als an großen Universitäten.

Allgemein sind die Dozenten sehr gut gewählt. Die meisten von ihnen haben jahrelang in der Wirtschaft gearbeitet und können daher auch wirklich den Bezug zur „Realität“ herstellen. Zwar gibt es auch hier Dozenten, die eher durchschnittlichen Unterricht bieten, aber insgesamt kann ich mich nicht über sie beklagen, da sie praxisnahe und aktuelle Themen behandeln.

Die Vorlesungen schaffen es immer wieder, den Kontext zu aktuellen Themen herzustellen, was sich auch in der Literaturliste niederschlägt. Darüber hinaus wird erwartet, täglich zumindest die Überschriften der Wirtschaftsnachrichten zu lesen und gängige Kennzahlen (Aktienindizes, Renditen von Staatsanleihen, Rohstoffpreise, …) so gut zu kennen, dass man zumindest die Größenordnungen kennt und mitdiskutieren kann. Der Punkt des Diskutierens wird im Unterricht übrigens groß geschrieben. In Vorlesungen und (insbesondere) in den Seminaren wird sehr viel Wert auf Diskussionen und Argumentationsweisen gelegt. Ich habe es in den Veranstaltungen zu schätzen gelernt, dass unsere eigene Meinung willkommen ist und sogar gefordert wird, solange wir auf Fakten basiert argumentieren können. Die Relevanz der Argumentationsweise findet sich auch in den Prüfungen wieder, die selten eine eindeutige Lösung haben, sondern oft eine Analyse der Lage und eine logische Argumentation hin zu einer möglichen Lösung erfordern. Das ist einer der Punkte, die mir am besten gefallen, da nicht von Checklisten und eindeutigen, empirisch nachweisbaren Lösungswegen für wirtschaftliche Problemstellungen ausgegangen wird.

Die Prüfungen setzen sich aus Gruppen- und Einzelarbeiten zusammen. Es gibt meistens mehrere Prüfungen pro Modul, die entweder aus Präsentationen, Essays oder Klausuren bestehen. Im ersten Semester musste ich nur eine Klausur schreiben, der Rest bestand aus den anderen Prüfungsformen. Diese Art der Prüfung habe ich als sehr angenehm empfunden, da es nicht darauf ankommt, dass man sich Fakten und Formeln in mühsamer Arbeit einprägt. Vielmehr ist es wichtig, gewisse Fakten zu kennen, Zusammenhänge zu begreifen und dieses Verständnis in den Prüfungen unter Beweis zu stellen.

Der Arbeitsaufwand ist stellenweise recht hoch, aber durchaus machbar, wenn man mit der entsprechenden Einstellung an die Aufgaben herangeht – was man von Masterstudenten erwarten können sollte.


Universität

Leute, die bisher nur Massenuniversitäten kannten, werden an der EBSL einen Kulturschock erleben: Die Lage der EBSL – mitten im Regent’s Park – ist unschlagbar. Das Gebäude – vor allem, wenn man es durch den Hintereingang betritt – sieht so aus, wie man sich eine traditionelle britische oder amerikanische Universität vorstellt.

Die Räumlichkeiten sind zwar nicht perfekt, aber sie sind in puncto Funktionalität das Beste, was ich bisher an Universitäten erlebt habe. Die Computer im IT-Bereich sind modern und fast jeder Klassenraum hat eine moderne IT- und Präsentationsausstattung. Für Masterstudenten gibt es die „Postgraduate Area“, zu der man nur mit einer freigeschalteten Zugangskarte Zutritt hat. Dieser Bereich beinhaltet weitere Gruppenarbeitsräume, einen Gemeinschaftsraum und einen eigenen Computerraum.

Weiterhin bietet die Universität – in England Standard – einen Karriereservice. Dieser bietet Workshops und Einzelberatungen an, wobei vor allem die Einzelberatungen eine wertvolle Ressource sind. In den Einzelberatungen wird der Lebenslauf optimiert und es gibt Hilfestellung zu Anschreiben und Online-Bewerbungen. Für die Leute, die sich noch nicht für einen Karriereweg entschieden haben, gibt es auch dazu Beratungsmöglichkeiten. Die Workshops sind eher durchschnittlich, da sie sehr rudimentäres Wissen behandeln, aber ein paar Aspekte waren durchaus interessant.

Wie schon in anderen Berichten geschrieben wurde, sind die Bachelorstudenten der Prototyp der versnobten Kinder aus reichem Elternhaus. Viele dieser Studenten machen aus den in anderen Berichten genannten Gründen einen sehr oberflächlichen Eindruck. Als ich dies in vorherigen Erfahrungsberichten las, war ich mir unsicher, ob diese Universität der richtige Ort für mich sei, ließ es aber dann doch drauf ankommen, da ebenfalls erwähnt wurde, dass dies größtenteils im Bachelor so sei.

Nun, da ich hier bin, kann ich nur sagen, dass mir dieses Problem im Master überhaupt nicht aufgefallen ist. Auch hier fallen zwar einige wenige durchaus in die Kategorie „reich“, allerdings haben die Leute in meinem Kurs nichts vom Stereotypen des versnobten und verhätschelten Kindes, sondern sind durchaus bodenständige Leute, mit denen man vernünftig reden kann. Wahrscheinlich liegt das daran, dass im Master ein anderes Tempo als im Bachelor vorgegeben wird, man mit einer gewissen Motivation antreten muss und die Kriterien strenger sind als im Bachelor.


London

Um es kurz zu machen: Ich liebe diese Stadt. Der Personennahverkehr ist unschlagbar und die Stadt bietet Unmengen an Möglichkeiten. Ob man sich einfach die Stadt oder Museen anschauen möchte oder ob man Pubs und Clubs bevorzugt: für jeden ist etwas dabei – und zwar in einer Menge und Vielfalt, die jeden begeistern wird.

Zwar kann das Leben hier sehr teuer sein, aber dafür bietet die Stadt unglaublich viele Erlebnisse. Ich könnte jetzt anfangen, alle Vorteile im Detail aufzulisten, doch ich denke, dass jeder diese Erfahrung selber machen sollte.


Fazit

An die EBSL zu gehen war definitiv die richtige Entscheidung. Nach den theoretischen Inhalten in Deutschland kann ich meine Ausbildung nun mit einer praktischen und tagesaktuellen Sichtweise abrunden. Die Universität, der Unterricht, die Umgebung und meine Kommilitonen sind absolut geeignet, um in einem internationalen Umfeld zu studieren und neue Mentalitäten und Denkweisen kennzulernen. So werden in Diskussionen regelmäßig Meinungen geäußert, die ich in Deutschland nie gehört hätte, da sie von Leuten kommen, die in anderen Ländern leben und dadurch eine andere Sichtweise auf viele Sachverhalte haben. Ich kann jedem, der die Gelegenheit zu einem Studium an der EBSL bekommt, nur empfehlen sie wahrzunehmen.