16 Feb
Erfahrungsbericht von Cedric W.

UNSW Australia

Hochschule: UNSW Australia
Stadt: Sydney
Land: Australien
Kontinent: Ozeanien
Studienrichtung: Wirtschaft
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 07/2015 bis 11/2015
Heimathochschule: Konstanz U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Wenn ich mein Auslandssemester in einem Wort beschreiben müsste, dann würde das Wort „erlebnisreich“ es wohl am besten treffen. Ich möchte vorweg sagen, dass ich mich bei College Contact recht herzlich für die Organisation meines Auflandsaufenthaltes bedanken möchte. Alles lief einwandfrei und es gab keine Probleme – top!

Nachdem ich nach meinem Abi schonmal in Australien Work & Travel genießen durfte, zog es mich für mein Auslandssemester wieder nach Australien, um genauer zu sein nach Sydney.

Ich wusste ja in etwa, was mich dort erwartet, jedoch wurden meine Erwartungen unglaublich übertroffen – sowohl in akademischer Hinsicht als auch in persönlicher.

Nun ein paar Worte zur UNSW bzw. das Schulsystem in Australien:

Die UNSW gehört in vielen Rankings zu den Top-50-Universitäten der Welt und im Bereich Accounting & Finance zu den Top 20!

Da ich in Deutschland eher ein mittelmäßiger Student bin, hatte ich etwas Angst, dass das Niveau extrem anspruchsvoll sei und ich einen erheblichen Zeitaufwand inverstieren müsste, um gut abzuschließen.

Dies stimmt auch, ich habe noch die entspanntere Version mit nur 3 Kursen gewählt, jedoch hat man im Vergleich zu meiner Heimatuniversität einen größeren Aufwand unterm Semester, dafür ist es m.M. nach am Ende viel relaxter und bei allen Fächern reichte bei mir eine Woche Lernen, um alles nochmal zu wiederholen.

Es ist generell viel verschulter als in Deutschland, im Vergleich zu meiner Universität gab es in Sydney Anwesenheitspflicht, etliche Papers, Presentations, Homework und group projects unter dem Semester. In Deutschland habe ich eine 90-Minuten-Klausur, die über die Semesternote entscheidet.

Nun jedoch zur UNSW, die Universität ist relativ nah an Coogee-Beach gelegen, was es natürlich im Sommer relativ attraktiv macht.

Der Campus ist relativ groß, d.h. es kann schon passieren, dass man von lecture zu lecture mal schnell 20 Minuten laufen muss.

Ansonsten gibt es beinahe täglich Aktionen (spontan fällt mir ein Streichelzoo ein, oder auch ein Redbull-race-course, an dem man etliche Preise gewinnen konnte), sowie free-food, was das Campusleben Abwechslung verreicht!

Die UNSW wird von allen anderen Unis als auch von Einheimischen als Asian-University bezeichnet, vermutlich aus dem Grund, weil mindestens die Hälfte der Studenten einen asiatischen Hintergrund hat. Dies kann von Vor- und Nachteil sein, je nachdem, wie man es sieht. Für mich war es eher ein Nachteil, da ich doch sagen muss, dass eine Integration in die Klassengruppen eher schwieriger fällt – vielleicht liegt das aber auch an meiner Person.

Ansonsten ist der Vibe im Campus positiv, es gibt genug Grünfläche, die zum chillen einlädt und auch Organisationen bzw. Clubs, die genügend Möglichkeiten bilden, sich zu betätigen.

Nun zu den Kursen, es ist so, dass ich großen Respekt hatte, was sich im Endeffekt aber ohne Grund zur Sorge herausgestellt hat.

Ich hatte folgende Kurse:

  • Introductory Finance (Fins 1613):

Der basic Finance Kurs war für mich relativ easy, da ich den Inhalt z.T. schon von meiner Heimatuniversität kannte.

Es gibt einen Midterm und eine Klausur am Ende, wobei die Gewichtung auf 40%-50% zählt. Die restlichen 10% werden durch tutorial attendance und participation ausgefüllt.

Ich persönlich hab den Midterm sowas von in den Sand gesetzt (wie der Großteil), habe aber dafür die Endklausur gerockt sodass ich kurz unterm HD endete.

Ansonsten kann ich euch empfehlen, den Kurs im zweiten Semester zu machen, da der lecturer deutlich bessere Ergebnisse aufweisen kann, als dass es bei mir der Fall war.

  • Politics and Economics (Econ3106):

Ein relativ neuer Kurs von einem italienischen Prof, der echt sehr cool drauf war. Der Arbeitsaufwand ist relativ viel, d.h. man hat 6 homeworks, ein group project, einen Midterm und eine Endklausur.

Es wurde generell als „Politics“ getarnt, im Endeffekt war es jedoch 80% game-theory-bezogene Politikinhalte.

Ich habe mir relativ viel Stress gemacht, da die Folien in der Vorlesung teils sehr schwer zu verstehen waren.

Die Endklausur war jedoch die leichteste Klausur, die ich je in meinem Leben geschrieben habe, wodurch meine Endnote sehr zufriedenstellend war.

  • Introductory Econometrics (Econ2206):

Vor Econometrics hatte ich den größten Respekt, da es bei uns extrem hohe Duchfallquoten gibt. Ich wollte dem aus dem Weg gehen und habe mich entschieden, Econometrics in Sydney zu schreiben. Blöd war nur, dass wir dasselbe Textbuch haben, also wurde ich vom Niveau her nicht bevorzugt, eher im Gegenteil.

Der Vorlesungen waren zum Einschlafen, ich bin nach der 3. auch nicht mehr hingegangen. Es war ein komplettes Selbststudium, was ich eigentlich auch von daheim gewohnt bin. Ich habe die Pass tutorials mitgenommen (eine Art freiwillige Nachhilfe, die umsonst ist – wird in allen Introductory-Kursen angeboten), was mir sehr geholfen hat.

Der Arbeitsaufwand war extrem hoch, da man auch nebenbei noch relativ viel mit Stata arbeiten muss.

Im Endeffekt empfand ich es so, als ob sich nach einer Weile die Sachen wiederholten und man kam in den Rhytmus.

Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich an manchen Tagen mehrere Stunden an Econometrics dran gehockt bin, bis ich es verstanden habe. Im Endeffekt hat es sich ausgezahlt, ich habe sogar ein HD erhalten.

Grundsätzlich ist es so, dass mein Arbeitsaufwand unterm Semester sehr hoch war. Da man jedoch andauernd am Ball ist, tun sich auch keine Lücken auf, sodass man eigentlich immer up-to-date ist, was das Lernen auf die Endklausuren und auch Midterms erheblich erleichtert.

Von einem Niveau einer Top-50-Universität habe ich nicht viel miterlebt, jedoch gab es auch Leute, die vier 3-year-Finance-Fächer hatten und anscheinend von Arbeitsaufwand nur so überhäuft worden sind.

Für fast alle Stundenten der Uni Mannheim und z.B. der Erasmus Universität in Rotterdam, die ich getroffen habe, war das Niveau einfacher, als es daheim der Fall ist.

Genug zu der UNSW, ihr fragt euch wahrscheinlich, wie es denn mit der Freizeit aussieht?!

Es ist so, dass ich zugeben muss, noch nie so viel Party gemacht zu haben als in Sydney.

Daher bin ich auch der Überzeugnung, dass gute Noten positiv mit Alkohol korrelieren ;).

Zuerst habe ich in Coogee für 2 Monate gewohnt, wobei wir nacher nach Bondi umgezogen sind, wegen Streiteren mit unserem Landlord. Das Leben ist unglaublich relaxt und einfach in Australien, alle sind happy und gechillt drauf.

Es ist jedoch so, dass in NSW ein neues Gesetz Partygängern das Feiern vermiest.

Es gibt ein Lockout law, welches besagt, dass die meisten Clubs um 4 Uhr nachts schliessen müssen. Ab Mitternacht werden keine Shots mehr verkauft, sondern nur noch Longdrinks, Alkohol wird generell nur in Plastikbechern ausgegeben.

Bei einem Wochenausflug nach Melbourne konnten wir es nicht fassen, dass dort die Clubs bis 11am aufhaben – so gesehen ist Sydney schon okay zum Feiern, aber auch nicht das Gelbe vom Ei.

Die Strände sind atemberaubend, da kann wohl keine andere große Stadt in Australien mithalten.

Die Lebenshaltungskosten sind relativ hoch, Miete unter 600 Euro im Monat ist eigentlich nicht unmöglich.

Der billigste Kasten Bier liegt bei ca. 25 Euro, und das Essen kostet mal schnell 20 Euro in einem 08/15-Restaurant.

Das sollte euch aber nicht abschrecken, ich musste auch gegen Ende hin als Kellner arbeiten, als ich gemerkt habe, dass ich noch 80$ auf meinem Konto hatte. Dafür sind dreistellige Trinkgeldbeträge in einer 6-Stunden-Schicht normal, von daher gleicht es sich aus. Australien ist auch 4-20 friendly für diejenigen unter euch, die es interessiert.

Alles in allem kann ich es nur jedem ans Herz legen, diese Erfahrung zu machen.

Ich habe mit 3 Jungs zusammen gewohnt, und habe jetzt ziemlich gute Freunde in Verona, Oslo und Barcelona.

Wir treffen uns tatsächlich auch schon 3 Monate nach unserem Aufenthalt wieder und machen Europa ein bisschen unsicher.

Die Leute die ich kennengelernt habe sind verantwortlich dafür, dass meine Zeit in Sydney unvergesslich ist.

Wer Fragen an mich hat soll sich einfach melden, ich stehe gerne zur Verfügung und helfe weiter!