4 Feb
Erfahrungsbericht von Katharina Z.

Regents University

Hochschule: Regents University
Stadt: London
Land: Großbritannien
Kontinent: Europa
Studienrichtung: Medienmanagement
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2013 bis 12/2013

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Meine Zeit auf der Regent’s University London European Business School

Hallo, mein Name ist Katharina und von 9.9. bis 9.12.2013 absolvierte ich ein Auslandssemester an der Regent’s University London European Business School. Ich studiere „Medienmanagement“ (Bachelor) an einer Fachhochschule in Österreich. Hier schildere ich meine Erfahrungen:

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Warum meine Wahl auf London fiel

Da ich aufgrund von mehreren Städte-Trips London schon relativ gut kannte und unbedingt in dieser Stadt leben wollte, fiel mir die Wahl nicht schwer. Unglücklicherweise bietet meine Universität keine Partnerhochschulen dort an, deshalb war ich ein „Free Mover“, der nicht auf eine Erasmus-Förderung zurückgreifen kann, sondern sich alles selber organisieren und finanzieren musste.


Zur Vorbereitung

Das International Office in meiner Universität empfahl mir College Contact. Es lief wirklich alles reibungslos. Ich füllte die geforderten Unterlagen aus und erhielt nach circa eineinhalb Monaten meine Zusage per Post zugeschickt. Alles ohne Probleme, darüber war ich sehr positiv überrascht. Als EU-Bürgerin musste ich mich auch nicht um ein Visum kümmern, was sehr praktisch war.


Zur Universität

Die Uni liegt wirklich sehr schön gelegen in einem großen Park, dem Regent’s Park, welcher einer der „Royal Gardens“ ist und deshalb unter bestimmtem Schutz steht und regelmäßig gepflegt wird. Die Universität ist ein großes altes Backsteingebäude, welches von Efeu überwuchert ist - das sieht im Herbst echt schön aus. Innen gibt es neben einer großen Cafeteria, einen Starbucks, eine Brasserie und dann sogar noch ein eigenes Restaurant. Die Innenausstattung war auch in Ordnung. Der einzige Mängel war jedoch, dass sie in manchen Teilen der Uni im Winter nicht geheizt haben, das war ganz schön kalt! Die Bibliothek ist ganz gut ausgestattet und man findet in einem der vielen Computerräumen sicher ein Plätzchen zum Lernen.

Es wurden von der Student Union der Universität oft Partys geschmissen, wie zum Beispiel eine Red & Black Party in einem riesigen Zelt mit Casino und Tanzflächen.


Zu den Kursen

Ich belegte einen „Principles of Marketing“- Kurs, der aus einer wöchentlichen Theorie- und Praxis-Stunde bestand. Wir sollten die aus der Theorie gelernten Inhalte in die Praxis umsetzen und verschiedene Aufgaben erledigen. Neben einer Gruppen-Arbeit (Ein Produkt erfinden; über den Entwicklungsprozess in einem gemeinsamen Blog schreiben und ein Video drehen) gab es noch einen individuellen Teil, bei dem wir Praxisbeispiele in unserem Blog beschreiben und mit der Theorie verbinden musstenn.

Ich belegte auch noch den Kurs „Advertising and Media in the Marketing Environment“ in dem man zwei Arbeiten, jeweils Theorie (Thema: Was macht Advertising effektiv?) und Praxis (Thema: Analysiere eine Marketing-Kampagne anhand Effektivität).

Dann hatte ich auch noch „Writing for the Media“. Dabei mussten wir verschiedene Artikel und Pressetexte schreiben. Der Vortragende war zwar sehr nett, konnte uns aber nicht wirklich viel vermitteln, da er wohl nicht so recht wusste, was er uns erzählen sollte und deshalb oft nach schon einer halben Stunde die Klasse beendete oder uns lange Youtube-Videos, z.B. wie man einen Pressetext schreibt, vorführte.

Einer meiner besten Kurse war Russisch, wo wir zu dritt mit einer Native Speakerin lernten, was mir wirklich sehr viel half!

Dann hatte ich auch noch „Business English for Exchange Students“, was man aber vergessen kann! Ich dachte, dass man vielleicht lernt, wie man am besten akademische Arbeiten schreibt oder Business Präsentationen hält, jedoch bestand ein großer Teil des Kurses daraus, wie man Verben bildet z.B. think + ABOUT smth. Dies war echt eine große Enttäuschung und ich war vollkommen unterfordert in diesem Kurs. Solche Sachen weiß man doch schon, bevor man ein Auslandssemester macht!

Sonst war ich aber recht zufrieden mit meinen Kursen und den Kursleitern, welche durchwegs nett waren. Ich hatte dann zu meiner Überraschung auch nur eine Endprüfung in Russisch, deshalb war ich auch schon Anfang Dezember nach nur drei Monaten mit meinem Semester fertig!


Zu den Studierenden

Ich schloss zwar schnell Freundschaft mit ein paar Austauschstudenten, jedoch fand ich es recht schwer, eine Verbindung mit den regulären Studenten aufzubauen. Wer glaubt, dass man auf dieser Uni englische Studenten findet, der irrt. Die Meisten kommen aus Frankreich, Russland, Indien, Südamerika etc. Da sich diese Uni auch nicht alle leisten können, sind vor allem Kinder von reicheren Familien hier. Am ersten Tag ist man ob der schieren Anzahl von Prada-, Givenchy- und Louis Vuitton-Taschen dann doch etwas erstaunt. Im Winter werden dann die Pelzjacken ausgeführt.

Damit tat ich mir dann doch etwas schwer, da ich es von meiner Uni gewohnt bin, in gemütlichen Sachen aufzukreuzen und sich nicht unbedingt aufstylen zu müssen. Manche waren sehr nett, jedoch hatte ich bei vielen das Gefühl, dass sie ziemlich arrogant waren und unter „ihresgleichen“ bleiben wollen. Das war ein großer Minuspunkt!


Zu meiner Wohnsituation

Ich bewohnte ein kleines Appartment mit einem winzigen Schlafzimmer, Küche, Bad und WC in der Studentenwohnheimkette Nido Notting Hill. Da ich mich mit WGs und guten Wohngegenden nicht so gut auskannte, hielt ich das für die kurze Zeit für die beste Lösung. Jedoch entsprachen die Bilder im Internet nicht der Realität, denn es war alles viel kleiner – und das für einen Preis von 250 pro Woche!!!!

Dies würde ich im Nachhinein nicht wieder machen. Der Preis war einfach überhaupt nicht gerechtfertigt. Ich hatte nicht mal eine gute Aussicht, ich blickte auf die Wand gegenüber. Außerdem wurden pro Waschgang 3 Pfund und für Trocknen 2 Pfund verlangt, was ganz schön viel ist, wenn man alle paar Wochen die Wäsche machen muss. Jedoch konnte ich nicht einfach ausziehen, da man durch einen Knebelvertrag das ganze Geld für die 4 Monate verloren hätte, welches man davor einzahlen musste. Viele meiner Freunde hatten Glück und erwischten eine nette WG, die viel größer war als mein Zimmer – und das für rund 600 Pfund im Monat. Für so etwas muss man aber echt suchen und Glück haben!


Zu den Kosten

Ich habe während meiner paar Monate in London noch nie so viel Geld ausgegeben. Vor allem Uni-Gebühren und Wohnen verbrauchten das meisten Geld. Dicht dahinter kommen die Kosten für die Tube und Essen. Ich war circa 1-2 mal die Woche bei einem Sainsbury’s, der in der Nähe war, und habe dort eingekauft. Dabei habe ich für wenige Sachen schon 25 Pfund bezahlt.

Ein paar Mal bin ich auch mit Freunden essen gegangen, dies kostet so circa 15 Pfund bei Hauptspeise und Getränk. Was ziemlich nervt ist, dass sie in vielen Restaurants, wie Le Pain Quotidien automatisch 12,5 % Trinkgeld verrechnen! Das ist schon ziemlich viel, vor allem wenn man nur was Kleines bestellt!

Eines meiner Lieblingsrestaurants wurde Jamie’s Italian von Jamie Oliver, welches man in London an so ziemlich jeder Ecke findet. Die bieten echt tolles Essen für relativ wenig Geld. Eine Hauptspeise kostet circa 9 Pfund und ist echt lecker!


Zur Tube

Wenn man nicht gerade in Nähe der Uni wohnt, geht ohne Tube gar nichts! Auch wenn der Tube-Plan nur 5 Stationen anzeigt, könnte dies sowohl 5 Minuten oder aber eine halbe Stunde Fahrt bedeuten. Ich hatte das Glück, dass ich es von Notting Hill zur Baker Street nicht lang hatte und nicht umsteigen musste.

Ich machte von der ermäßigten Student-Card Gebrauch (30% Rabatt auf Tages-, Wochen- und Monatstickets), die man sich im Internet bestellen muss. Trotzdem macht der Monatspreis noch immer 80 Pfund aus – nicht gerade billig!

Zwar gibt es noch die Möglichkeit einer „Pay As You Go“- Card mit aufladbarem Guthaben, jedoch kam das für mich gar nicht in Frage, da das Guthaben (Einzelfahrt ab circa 2,2 Pfund) recht schnell aufgebraucht wird. Die Tube ist wirklich toll vernetzt und man kommt relativ schnell von A nach B, wenn es nicht – wie so oft – zu Störungen, Rush-Hours und Verspätungen kommt.


Zum Ausgehen

Da ich in London lebte, wollte ich natürlich auch das Nachtleben erkunden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, sowohl Clubs, als natürlich auch Pubs! In Pubs muss man keinen Eintritt zahlen, was mir sehr gelegen kam. Außerdem ist es unüblich Trinkgeld zu geben, wenn man an der Theke bestellt. Eines meiner Lieblingsgetränke war ein Aspall Cider, eine Art Apfelwein, der echt lecker schmeckt.

In Clubs hingegen muss man meistens 20 Pfund Eintritt + Gaderobe zahlen. Außerdem sind die Getränke SO teuer. Ich musste mal 11 Pfund für einen Shot zahlen – das schlägt echt ins Budget. Es gibt dann auch noch die Möglichkeit mit einem Promoter reinzukommen. Oftmals reden dich die auf der Straße an und fragen dich, ob du nicht Lust hast, in diesen Club heute gratis reinzukommen und dann auch gratis Getränke trinken zu dürfen. Mir war das am Anfang ziemlich suspekt und ich wäre nie mit einem Fremden gegangen, aber da der Freund einer Freundin Promoter war, bin ich oft mit denen weggegangen, da es echt viel billiger war. Die Idee dahinter ist, dass die Clubs versuchen, durch Promoter viele Menschen – vor allem natürlich Mädels – in ihre Clubs zu bringen, damit es voller ist und die Stimmung ausgelassener.

Um in den Club reinzukommen, muss man als Mädchen hohe High Heels und ein Kleidchen und als Junge ein Hemd und schöne Schuhe tragen – sonst lassen sie dich nicht rein. Das war ich am Anfang gar nicht gewöhnt, weil man bei uns in viele Clubs eigentlich so reinkommt, wie man will, auch mit flachen Schuhen.

Die bekanntesten und beliebtesten Clubs in London sind fast alle rund um den Oxford Circus, was sehr praktisch ist, da von dort auch die meisten der Nachtbusse wegfahren. Da die Tube in der Nacht nicht fährt, sind Nachtbusse neben Taxis die einzige Möglichkeit nach Hause zu kommen. Die Busse sind meistens relativ voll, aber trotzdem sehr sicher und hell – ich hatte nie ein ungutes Gefühl.

Falls ihr Ideen für euer Wochenende braucht, geht auf die Website von Time Out London!


Fazit

Ich hoffe, ihr konntet durch meinen Bericht einen guten Einblick bekommen. Zwar würde ich im Nachhinein viele Sachen anders machen, jedoch habe ich meinen ersten richtigen Auslandsaufenthalt in London sehr genossen. Man muss nur beachten, dass das Leben in London sehr teuer ist! Die Universität ist zwar ganz gut, jedoch sind die Studiengebühren für so ein kurzes Semester sehr hoch und nicht immer berechtigt.