2 Okt
Erfahrungsbericht von Julia K.

University of California Irvine


Stadt: Irvine
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Psychologie
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 08/2015 bis 08/2015
Heimathochschule: Marburg U

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Ich war dieses Jahr für 6-wöchige Summer Sessions an der University of California, Irvine und würde euch hier gerne von meinen Erfahrungen berichten.

Irvine liegt 60 km südöstlich von Los Angeles und hat ca. 200 000 Einwohner. Sie gilt als eine der sichersten Städte in Amerika und ist auch sehr wohlhabend. Wir haben aber von Irvine außerhalb des Campus nicht viel gesehen, da man ohne Auto nicht wirklich gut da wegkam. Wir haben deshalb oft Uber, eine Art privates Taxiunternehmen, gerufen (die Taxis bestellt man ganz leicht per App, sie sind billiger als normale Taxis und meistens innerhalb von 5-10 Minuten da). So sind wir auch zu den wunderschönen Stränden gekommen, wo ich leider eigentlich viel zu selten war, da man nicht mal eben nach der Uni zum Strand laufen konnte.

Ich studiere Psychologie und habe dort die Kurse „Developmental Psychopathology“ und „Forensic Psychology“ (da es das in Deutschland nur an 3 Unis oder so gibt) bei dem gleichen Professor belegt. Der Professor war ein begnadeter Redner und hat seine Vorlesungen sehr lebhaft gestaltet, gespickt mit Video- und Zeitungsausschnitten sowie vielen Erfahrungsberichten aus seiner Arbeit im State Prison. Dorthin hat er auch eine Exkursion für seine Studenten organisiert.

Was ich besonders vorteilhaft fand, war, dass die Summer Sessions in den deutschen Semesterferien liegen, sodass man nicht ein Semester dranhängen muss, nur weil man ins Ausland möchte. Außerdem habe ich gehört, dass die Zugangsvoraussetzungen, um an so einer renommierten Uni zu studieren, während der Summer Sessions nicht so streng sind, wie wenn man dort zu den regulären Semesterzeiten studieren möchte. Der Stoff, der normalerweise in einem ganzen Semester (hier ca. 10 Wochen) gelehrt wird, wird in den Summer Sessions in 5 Wochen durchgezogen. In meinem Fall bedeutete das pro Kurs 2x pro Woche 2:50h Vorlesung. Ich musste noch ein 5-seitiges Paper (mit Zitierregeln) verfassen. Das ist natürlich von Kurs zu Kurs unterschiedlich.

Nach zweieinhalb Wochen hatten wir die Midterm Exams, bei uns in Form von Multiple Choice Klausuren. In „Developmental Psychopathology“ war zumindest die erste Klausur einfacher als die Klausuren an meiner Uni. Es war aber im Endeffekt alles machbar. Kauft die geforderten Kursbücher gebraucht, als E-Book oder schon im Vorhinein, denn vor Ort kosten sie ein halbes Vermögen!

Die Uni war sehr gut ausgestattet mit Computerräumen und modernen Bibliotheken. Die Vorlesungen wurden in Schulklassengröße abgehalten, sodass es viel interaktiver war als in den großen deutschen Hörsälen. Das riesige moderne Fitnessstudio inklusive Pool konnten wir kostenlos nutzen und war innerhalb von 4 Minuten zu Fuß zu erreichen. Ein Supermarkt sowie Restaurants (meist Fast Food) waren auch innerhalb von 10 Gehminuten zu erreichen. Lebensmittel sind aber vergleichsweise teuer. Im University Center (ca. 25min Fußweg) gab es noch einen anderen Supermarkt namens Trader’s Joe, der etwas günstiger ist aber in dem man leider nicht alle Dinge für den täglichen Gebrauch findet. Was wir bemängeln könnten, wäre, dass es in den Wohnheimen kein W-Lan gab und auch mit unserem mitgebrachten Access-Point funktionierte es oft nicht, was das Arbeiten und Recherchieren „zuhause“ manchmal schwierig gestaltete.

Die Organisation durch das Summer Session Team und viele zusätzliche einheimische Studenten war klasse. Man wurde am Anfang gut an „die Hand genommen“: Bei der Schlüsselübergabe bei der Ankunft hat z.B. jeder eine Karte bekommen, wo jeweils das Wohnheim sowie das Unigebäude eingezeichnet war, zu welchem man musste. Sie waren alle immer super freundlich, hilfsbereit und interessiert an unseren Herkunftsländern. Am ersten Tag gab es eine Campus Tour und eine Orientierungsveranstaltung, wo die wichtigsten Dinge erklärt wurden. Zum Einrichten des „student account“ (das Online Portal EEE, auf welchem Vorlesungsfolien, weitere Kursmaterialien sowie die Noten veröffentlicht wurden und welches zur Kontaktaufnahme mit dem Professor, teaching assistants oder anderen Kursteilnehmern diente) sowie zum Bestellen des „official transcripts“ (der offizielle Nachweis über die erbrachten Leistungen zum Anrechnenlassen an der Heimatuniversität) gab es extra Workshops.

Der Campus ist echt riesig und am Anfang denkt man, man würde sich schnell verlaufen, aber wenn man einmal weiß, wie man zu seinem Gebäude auf dem Campus kommt, ist das kein Problem mehr. Man sollte die Klimaanlagen und die Temperaturen am Abend nicht unterschätzen. Ich hatte leider die meiste Zeit eine Erkältung an der Backe, weil mein Körper die Klimaanlagen gar nicht mochte.

Mit amerikanischen Studenten bin ich kaum in Kontakt bekommen. Mit ihnen saß ich nur zusammen in einem Klassenraum. Die, mit denen ich geredet hatte, meinten, dass unter dem Semester noch mehr los wäre und man noch viel mehr das typische Campusleben miterleben würde. Da ich aber in dem Arroyo Vista Housing so viele nette Leute unter den internationalen Summer Sessions-Teilnehmern gefunden habe, habe ich das auch nicht groß vermisst.

An den Wochenenden habe ich mit vielen internationalen Studenten Kalifornien entdeckt. So waren wir z.B. in L.A., San Diego, Las Vegas sowie in 2 Nationalparks. Im Sequoia National Park haben wir den zweitgrößten Baum der Welt gesehen. Außerdem haben wir einem der 7 Weltwunder, dem Grand Canyon, einen Besuch abgestattet. Die Kulisse war einfach atemberaubend. Ich habe sehr viele der angebotenen Ausflüge über die Uni gebucht, viele haben sich aber auch einfach Mietwagen gemietet und haben z.B. einen Roadtrip an der Küste entlang bis nach San Francisco gemacht. Man kann sich gut mit den anderen zusammentun und gemeinsam ein Auto mieten. So haben wir dann Santa Barbara und San Diego besucht. Von San Diego zurück bin ich mit Amtrak, der Bahn, gefahren, was im Endeffekt günstiger als die Hinfahrt mit dem Auto war und auch nicht länger gedauert hatte.

Es war eine unvergessliche Erfahrung mit unglaublich vielen Eindrücken, die in kurzer Zeit auf einen einprasseln! ich habe sehr viele neue Leute aus der ganzen Welt kennengelernt, die ich jetzt alle besuchen kommen soll. laugh

Last but not least möchte ich mich bei College Contact für die tolle Organisation im Vorhinein bedanken. Ihr standet uns stets mit Rat und Tat zur Seite und wir mussten nie lange auf Antworten per Mail warten! Danke smiley