4 Apr
Erfahrungsbericht von Jenny B.

California State University Channel Islands


Stadt: Camarillo
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: BWL
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2017 bis 02/2018
Heimathochschule: Aachen RWTH

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Getting started

Normalerweise studiere ich BWL und wollte in meinem 5.Semester dann ins Ausland.

Da meine Hochschule kaum internationale Partnerhochschulen für meinen Fachbereich anbietet, war für mich relativ schnell klar, dass ich als sogenannter „Freemover“ ein Auslandssemester machen werde. Hierzu sind einige Vorbereitungen zu treffen, die aber durch die Zusammenarbeit mit College Contact keine große Hürde waren. Zuerst musste man sich natürlich entscheiden an welche Hochschule es gehen sollte, hierfür fand ich die College-Contact-Website super! Für die richtige Wahl muss man sich natürlich überlegen, welche Anforderungen man an eine Uni hat. Die California State University Channel Island ist natürlich durch die Größe (sehr kleine Uni) mehr oder weniger familiär und ich muss sagen der Campus ist einfach großartig und wunderschön. Dafür ist eventuell das Sportangebot und auch die Kurswahl nicht so groß, verglichen zu einer größeren Uni.

Nachdem man sich dann für eine Uni entschieden hat und sich bei College Contact angemeldet hat, kriegt man eine gute Übersichtsliste von College Contact, die einem sagt was man am besten zu welchem Zeitpunkt machen sollte. Neben dem Beantragen vom Visum (hierzu findet man ebenfalls super Informationen in den Materialien von College Contact), Zahlen der Tuition Fees und Buchen eines Fluges, sollte man auf jeden Fall auch nochmal die Gültigkeit des Reisepasses checken.

Bei der CSUCI ist es außerdem so, dass man die von der Uni genannte Krankenversicherung buchen muss. Diese geht aber nur bis zum Ende des Semeters, sollte man also vorhaben noch etwas länger zu bleiben und die GracePeriod auszunutzen, dann muss man sich auch noch um eine weitere Auslandskrankenversicherung kümmern.

Des Weiteren sollte man sich schon von Deutschland aus mit der Fächerwahl auseinandersetzen und sich überlegen, welche Fächer in Frage kommen und diese gegebenenfalls schon an der Heimatuni beantragen. Daneben ist es auch wichtig sich mit einer Unterkunft schon früh genug auseinanderzusetzen. Hierzu habe ich leider keine genauen Informationen, da ich über meinen Freund an eine Gastfamilie gekommen bin. Manche haben auch an der Uni gewohnt, wobei ich sagen muss, dass dies schon sehr teuer ist. Ansonsten kann man auch immer nach AirBnBs Ausschau halten.

Ankunft und Kurswahl

In der ersten Woche finden zwei Tage Orientierungstage statt, während denen man den Campus und auch die anderen „Internationals“ kennenlernen kann. Daneben habe ich mich auch in der Woche um eine SIM-Karte gekümmert. Im Target (oder auch in nahezu jedem anderen Supermarkt) gibt es Prepaidkarten, die man super leicht aktivieren kann. Meine Karte war damals von Cricket. Ich habe $40 gezahlt ($35 wenn man den Betrag monatlich von der Kreditkarte abbuchen lässt) und habe dafür freie Gespräche und SMS sowie 4GB (glaube ich) Datenvolumen bekommen.

Die Kurswahl kann zu Beginn etwas anstrengend werden. Die „Nicht-Internationals“ können ihre Fächer schon im Vorhinein anmelden und die meisten „Internationals“ müssen sogenanntes Classcrashing machen. Hierzu geht man zu den gewünschten Kursen hin und fragt den Professor vor oder nach dem Kurs, ob es für ihn ok wäre noch jemanden in seinem Kurs aufzunehmen. Falls ja, bekommt man einen Code mit dem man sich dann im „MyCI“ für den Kurs einschreiben kann.

Bei der Kursauswahl sollte man eventuell schon mal online schauen, ob generell noch Plätze frei sind und somit die Wahrscheinlichkeit höher ist noch einen Platz zu kriegen. Die meisten Professoren sind sehr entspannt, aber ich habe auch schon erlebt, dass Studenten nicht mehr aufgenommen wurden, also habt auf jeden Fall 2-3 Fächer mehr in der Hinterhand, falls ihr in einen nicht reinkommen solltet.

Ich habe im Endeffekt folgende Fächer belegt:

1. Drug Discovery and Development ECON 341

Dieser Kurs war ein Kurs mit Studenten aus naturwissenschaftlichen Fächern (Bio, Chemie) sowie Business-related Studenten. Es geht hierbei um die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten bis zum Verkauf. Er wird von zwei Professoren gehalten, die beide schon in der Industrie gearbeitet haben. Auch sie kommen zum einen aus der Chemie und zum anderen aus dem Businessbereich. In diesem Kurs hat man ein Midterm (nur Multiple Choice), ein Final (Multiple Choice und offene Fragen), einen Bookreport (hierzu muss man zwei Bücher lesen und diese vergleichen) und dann hat man noch ein Gruppenprojekt. Hierbei bekommt jede Gruppe ein Medikament zugeteilt und sollte dieses bezüglich Herstellung, Wirkung, Pricing und Marketing vorstellen. Ich fand diesen Kurs wirklich sehr interessant und mit etwas Aufwand auch gut möglich eine gute Note zu erhalten.

2. Entrepreneurial Management MGT 325

In diesem Kurs geht es darum, was man beachten sollte, wenn man plant sich mit einer Idee selbständig zu machen. Man lernt ein bestimmtes Business Modell kennen und muss dann sein eigenes Projekt aufziehen. Hierzu wird man in Gruppen aufgeteilt, die sich jeweils eine Idee überlegen müssen. Diese Idee wird dann mit Hilfe des Business Modells so aufgezogen wie man es eigentlich machen müsste. Man hat immer mal wieder Abgaben und am Ende eine Präsentation inklusive der Abgabe eines vollständigen (ca. 40 seitigen Businessplans). Dazu gibt es fast wöchentlich noch ein Quiz (Multiple Choice) und noch ein Final mit offenen Fragen. Alles in allem war es ein wirklich cooler Kurs und der Professor ist ziemlich lustig. Jedoch waren die Anforderungen des Professors nicht immer ganz klar, was es teilweise alles etwas schwierig gestaltet hat.

3. Management of International Business MGT 410

In diesem Kurs wird man ebenfalls zu Beginn schon einer Gruppe zugeteilt innerhalb dieser man regelmäßig Abgaben hat. Diese werden entweder innerhalb der Präsenszeiten im Kurs angefertigt oder außerhalb der Kurszeit. Die Gruppe bekommt zu Beginn ein Land zugeteilt. Zu diesem Land müssen dann unterschiedliche Recherchen durchgeführt werden (Cultural differences, Business, etc.) und diese entweder als Text oder in einer Präsentation vorgestellt werden. Fast jede Stunde hat man noch sogenannte „In-class activities“. Dort muss man an einem Quiz mitmachen oder beispielsweise Fragen online beantworten. Einmal innerhalb des Halbjahres muss die Gruppe noch einen Case vorstellen und es gibt insgesamt noch drei größere Test über die besprochenen Kapitel. Am Ende des Jahres muss die Gruppe zudem noch einen vollständigen Bookreport über alle behandelten Themen abgeben und eine Präsentation halten. Insgesamt ist zu sagen, dass man mit etwas Fleiß eine gute Note in dem Kurs bekommen kann. Teilweise ist der Unterricht etwas langweilig, der Professor versucht durch verschiedene Aktivitäten und Präsentationen den Kurs jedoch interessant zu gestalten.

4. Human Sexual Behavior

Für meine Anrechnung in Deutschland brauchte ich nur drei Kurse, jedoch muss man im Ausland insgesamt vier belegen, weshalb ich noch einen komplett anderen Kurs gewählt habe. Hierbei lernt man, wie der Name schon sagt, alles von der Geschichte bis hin zu Unterschieden im menschlichen Sexualverhalten. Die Professorin ist wirklich super nett und man hat insgesamt 4 Tests und eine Hausarbeit zu schreiben. Für die Tests kann man wirklich gut mit den Präsentationen der Professorin lernen.

Insgesamt lässt sich zu der Kurswahl in Amerika sagen, dass man für fast jeden Kurs Bücher besorgen muss. Diese kann man mit viel Glück eventuell in der Bibliothek ergattern, von anderen Studenten oder man muss sie schlichtweg kaufen. Das Kaufen ist leider nicht immer so günstig, da die Bücher doch schon recht teuer sind. Des Weiteren hatte ich den Eindruck, dass man als Student in Amerika schon sehr von den Professoren an die Hand genommen wird und inhaltlich wirklich schwer war keiner meiner Kurse. Man muss jedoch bedenken, dass man für eine gute Note auf jeden Fall viel machen muss. Durch die ganzen Abgaben, Präsentationen und Gruppenarbeiten hat man auf jeden Fall immer etwas zu tun, aber mit ein wenig Fleiß ist das wirklich kein Problem.

Campus und Anbindungen

Der Campus ist etwas außerhalb von Camarillo mitten im Grünen gelegen. Es ist ein wunderschöner, kleiner Campus. Es gibt eine wirklich gute und auch relativ günstige ($10 für All-you-can-eat) Cafeteria, einen „Marketplace“ mit kleinem Supermarkt, „Schreibwarenzentrum“, Copyshop und weiteren Essensmöglichkeiten. Daneben gibt es noch ein Gym, das nicht sehr groß ist, aber kostenlos für Studenten zur Verfügung steht. Die Library ist wirklich gut ausgestattet mit PCs, Gruppenlernräumen und auch Entspannungsecken. Durch die Größe des Campus ist es wirklich sehr familiär und super schön. Man kann überall ganz einfach zu Fuß hingehen und braucht weder Fahrrad noch Auto auf dem Campus.

Den Campus kann man mittels eines Busses erreichen, der von verschiedenen Stationen in Camarillo und Oxnard, abfährt. Falls diese Stationen jedoch nicht in der Nähe des Wohnortes liegen ist meiner Meinung nach ein Auto unerlässlich. Um auf dem Campus jedoch parken zu können muss man knapp $200 für ein Parkticket am Semesteranfang zahlen. Das Busticket hingegen kostet nur knapp $25.

Autokauf

Generell würde ich jedoch schon zu einem Autokauf raten. Ob in einer Gruppe oder alleine, ein Auto ist schon sehr sinnvoll. Durch wenige öffentliche Verkehrsmittel und weit verteilte Städte kommt man mit einem Auto einfach besser von A nach B. Falls ihr euch überlegen solltet ein Auto zu kaufen hier meine Tipps (diese stammen von meinen eigenen Erfahrungen, also keine Garantie für Richtigkeit):

Mein Auto habe ich damals bei Craigslist gefunden, hier sollte man auf jeden Fall aufpassen, da auch ein paar unseriöse Angebote vorhanden sein könnten. Worauf man bei einem Autokauf bezüglich des allgemeinen Zustandes achten sollte, wisst ihr wahrscheinlich besser als ich, aber generell läuft ein Autokauf dann wie folgt: Um ein Auto in Kalifornien anzumelden wird ein valider Smogtest sowie ein gültiger Title benötigt. Jeder Verkäufer ist eigentlich generell dazu verpflichtet einen Smogtest beim Verkauf abzugeben, das ist jedoch nicht Gang und Gebe, kann aber theoretisch verlangt werden. Dieser ist nach Ausstellung nur 90 Tage gültig, also am besten drauf achten, dass man hier keinen älteren bekommt. Falls ihr aus welchem Grund auch immer keinen Smogtest vom Verkäufer bekommt, rate ich jedoch trotzdem dazu, eine Auslesung bei einer Werkstatt vorzunehmen, um zu gucken, ob das Auto überhaupt generell einen Smogtest bestehen könnte. Des Weiteren könnt ihr noch prüfen, wann die nächste Rate für das Auto fällig ist. Auf dem Nummernschild steht immer ein Monat/Jahr drauf zu dem eine neue Zahlung sowie ein valider Smogtest nötig ist. Falls dies in naher Zukunft liegt, könntet ihr versuchen den Preis noch etwas runterzurschrauben oder ihr rechnet einfach mit ungefähr $150 mehr. Sofern sonst alles in Ordnung ist, wird der Verkäufer mit euch den sogenannten „Pink Slip“ bzw. (offiziell) den Title ausfüllen. Um ganz sicher zu gehen könnt ihr im Vorhinein auch noch einen VIN-Test machen, um bspw. zu gucken, ob auf dem Auto irgendwelche noch nicht bezahlten Schulden etc. sind. Nach Erhalt des Autos müsst ihr mit dem validen Smogtest und dem Title zum nächsten DMV fahren. Hier könnt ihr einfach ohne Termin hin oder Einfachheitshalber vorher online einen Termin machen. Somit meldet ihr dann euer Auto an, zahlt hierfür abhängig vom Kaufpreis noch eine Fee und erhaltet innerhalb von 2 Wochen euren Title.

Ansonsten benötigt ihr natürlich noch eine Versicherung. Diese könnt ihr ganz einfach (bspw. Bei Geico) online oder in einem der Büros mit eurem deutschen Führerschein anmelden.

Leben in Amerika/Kosten

Leben in Amerika kostet – und das nicht unbedingt zu wenig. Lebensmittel sind generell schon teurer als in Deutschland. Auswärts Essen kann dazu auch sehr teuer sein. Ein Essen mit Getränk kostet dort inklusive Tip schon mal gut und gerne $15 bis open end. Dafür kann man in Amerika auf Grund der sehr geringen Spritpreise super günstig von A nach B kommen und somit viel rumreisen. Wir haben uns immer mit mehreren Leuten für Wochenendtrips zusammen getan und ein Airbnb gemietet. (Außer in Vegas, da rate ich einfach immer zum Hotel).

Fazit

Ich würde mein Auslandssemester immer wieder in Camarillo machen. Die Gegend ist einfach wunderschön und man ist super schnell gefühlt überall. Wenn man jedoch das typische amerikanische „Collegefeeling“ erwartet ist man hier eventuell falsch. Klar, es gibt super viele verschiedene Gruppen, denen man beitreten kann, aber beispielsweise kein eigenes Stadion mit einer Mannschaft. Auch die Zusammenarbeit mit College Contact würde ich immer wieder jedem weiter empfehlen. College Contact hilft einfach immer und ist ein super Ansprechpartner.