Ein Auslandssemester in Spanien kann ich wirklich jedem ans Herz legen. Die Monate in Barcelona waren für mich eine unvergessliche Zeit voller neuer Eindrücke, spannender Begegnungen und persönlicher Entwicklung. Ich habe nicht nur fachlich viel gelernt, sondern bin auch menschlich enorm gewachsen, weil ich viele neue Erfahrungen sammeln durfte.
Vorbereitung
Für mich stand von Beginn an fest: ein Land am Meer. Deshalb war Barcelona schnell mein Favorit. Ich habe die Stadt als Erstwahl angegeben und mich riesig gefreut, als ich die Zusage erhielt.
Die Organisation lief größtenteils über College Contact, was vieles deutlich erleichtert hat. Ich musste meine Unterlagen dort einreichen, sie wurden geprüft und anschließend an die Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) weitergeleitet. Nach einer Anzahlung bekam ich schließlich die finale Bestätigung der Universität. Bei Fragen konnte ich mich jederzeit an die Organisation wenden, was mir gerade in der Anfangszeit viel Sicherheit gegeben hat.
Wohnungssuche
Eine passende Unterkunft zu finden, war schwieriger als gedacht. In Barcelona sind bezahlbare Wohnungen für Studierende generell knapp. Gemeinsam mit einem Kollegen habe ich intensiv nach einer Wohnung gesucht.
Am Ende haben wir uns für eine Wohnung im Stadtzentrum entschieden. Zwar verlangt SH Barcelona relativ hohe Servicegebühren, dennoch würde ich eine Agentur empfehlen. Man hat im Problemfall einen Ansprechpartner, Reparaturen werden organisiert und insgesamt fühlt man sich einfach abgesicherter. Die zentrale Lage war ein großer Vorteil, da wir fast alles schnell erreichen konnten. Vom Viertel El Raval würde ich persönlich eher abraten, da es keinen besonders guten Ruf hat.
Studium an der UAB
Der internationale Campus der Universitat Autònoma de Barcelona befindet sich in einer vergleichsweise zentralen Lage in Barcelona, unweit der bekannten Basilika Sagrada Família. Dort finden die Lehrveranstaltungen speziell für internationale Studierende statt. Da der Großteil der Studierenden aus dem Ausland kommt, bot der Campus ein sehr internationales Umfeld mit zahlreichen Möglichkeiten zum Austausch mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Gleichzeitig war der Kontakt zu einheimischen spanischen Studierenden jedoch eher begrenzt, da diese überwiegend am Hauptcampus der UAB außerhalb des Stadtzentrums studieren.
In meinem Semester waren besonders viele Studierende aus den USA vertreten, wodurch die internationale Gemeinschaft stark von der amerikanischen Kultur geprägt war. Dennoch kamen die Studierenden aus vielen verschiedenen Ländern, sodass ein interkultureller Austausch und das Kennenlernen unterschiedlicher Sichtweisen und Lebensweisen jederzeit möglich waren. Dadurch entstand eine offene und vielfältige Lernatmosphäre, die mein Auslandssemester sowohl akademisch als auch persönlich bereichert hat.
Ich habe drei Kurse belegt:
Econometrics In diesem Kurs ging es viel um Regressionsmodelle und statistische Auswertungen. Es gab zwei Prüfungen sowie ein Projekt. Wer Spaß an Statistik hat, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Man musste in dem Fach eine Zwischenprüfung, Endprüfung und ein Projekt mit Präsentation machen.
International Finance Hier behandelten wir Themen wie Wechselkurse, Optionen und Futures. Teilweise musste gerechnet werden, insgesamt fand ich das Fach jedoch sehr spannend und praxisnah. Auch hier gab es eine Zwischenprüfung, Endprüfung, Projekt und eine Präsentation.
Career Management Dieser Kurs war persönlich nicht ganz mein Favorit. Es ging stark um die eigene Karriereplanung, persönliche Werte und langfristige Ziele. Eine klassische Prüfung gab es nicht, dafür aber mehrere Abgaben während des Semesters.
In den ersten anderthalb Wochen gibt es eine sogenannte Add-&-Drop-Phase. In dieser Zeit kann man Kurse problemlos wechseln, falls man merkt, dass ein Fach doch nicht passt.
Leben in Barcelona
Das Leben in Barcelona war einfach fantastisch. Die Stadt bietet eine unglaubliche Vielfalt – von beeindruckender Architektur über unzählige Restaurants und Bars bis hin zum Strand direkt vor der Haustür. Besonders schön war, dass es von Januar bis April durchgehend angenehm mild war.
Kulinarisch gibt es viel zu entdecken, vor allem wenn man Tapas liebt. Auch das Nachtleben ist sehr abwechslungsreich – allerdings beginnt hier alles deutlich später als in Deutschland. Vor ein Uhr nachts sind Clubs meist noch leer, erst danach füllen sie sich langsam. Die Preise für Getränke sind teilweise hoch, weshalb viele vorher in Bars oder zuhause etwas trinken.
Wer die Umgebung erkunden möchte, hat ebenfalls viele Möglichkeiten. Ich habe Ausflüge nach Valencia und Madrid gemacht und bin für ein Wochenende nach Mallorca geflogen. Außerdem werden über Erasmus zahlreiche Reisen organisiert, in denen man teilnehmen kann.
Tipps für Barcelona
- Vom Flughafen am besten mit der Metro in die Stadt fahren – deutlich günstiger als ein Taxi.
- Das T-Jove-Ticket lohnt sich sehr: Für unter 27-Jährige kostet es etwa 43 € für drei Monate und ermöglicht unbegrenzte Fahrten.
- Restaurants: Los Caracoles
- Bars & Clubs: Ovella Negra, Downtown, Razzmatazz, Dow Jones, Cheers
Weitere empfehlenswerte Aktivitäten:
- Wandern bei Montserrat
- Tibidabo
- Sonnenuntergang bei den Bunkers del Carmel
- Ein Spiel des FC Barcelona besuchen
- Plaça d’Espanya
Fazit
Rückblickend bin ich unglaublich dankbar für diese Erfahrung. Dass Barcelona nur etwa zwei Flugstunden entfernt ist, machte es meiner Familie und meinen Freunden leicht, mich zu besuchen. Dieses Auslandssemester war für mich eine einmalige Zeit voller besonderer Momente, neuer Freundschaften und wertvoller Erkenntnisse. Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.
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