Wie die Anmeldung läuft
Bei uns an der DHBW läuft es so, dass man sich über die DHBW für das Semester einträgt, das war im Mai im Jahr vor dem Auslandssemester. Anschließend meldet sich College Contact und begleitet einen kostenlos durch den gesamten Prozess. Das hat bei mir gut geklappt, man wird wirklich an die Hand genommen. Im Vorfeld werden verschiedene Dokumente angefordert, also lieber früh anfangen, die zusammenzustellen. College Contact meldet euch dann mit euren Kurswünschen an der UAB an.
Sobald das durch ist, werden 500 € der Studiengebühren als Reservierung fällig, erst dann sind die Kursplätze wirklich sicher. Den Rest der Studiengebühren zahlt man Anfang Dezember. Visum braucht ihr als EU-Bürger keins, das ist unkompliziert.
Finanzen: Was euch erwartet
Ich versuche hier so konkret wie möglich zu sein, allerdings hängt viel davon ab, was ihr in Barcelona macht oder ob ihr euch eine Wohnung teilt:
- Studiengebühren: ca. 3.500 €
- Miete: bei mir rund 6.000 € für das Semester Das klingt viel, und das ist es auch. Wer sich eine Wohnung teilt, kommt deutlich günstiger weg. Einzelwohnungen fangen bei rund 1.000 € pro Monat an, also plant dementsprechend.
- Flug: ca. 400 €
- Transport vor Ort: ca. 70 €
- Lebensmittel: ca. 500 € Etwas günstiger als in Deutschland, wenn man natürlich ständig auswärts isst, dann wird es teurer.
- Reisen und Freizeit: 1.000–1.500 €, je nachdem wie aktiv man ist
Beim Transport lohnt sich das T-Mobilitat Joven Ticket: rund 50 € für 90 Tage, gilt fürs gesamte Netz in Barcelona U-Bahn, Tram, Bus. Auch die Metrostrecken zum Flughafen. Das kauft am besten gleich zu Beginn. Eine extra Krankenversicherung braucht ihr nicht, die EHIC-Karte reicht innerhalb der EU. (Rückseite eurer Krankenkassenkarte)
Wohnung: Früh anfangen, Kleingedrucktes lesen
Die Wohnungslage in Barcelona ist wirklich angespannt. Ich kann nicht genug betonen: Fangt so früh wie möglich an zu suchen. Viele Online-Anbieter verlangen hohe Einmalgebühren, und dann kommen noch Nebenkosten und Endreinigung dazu, die den Preis ordentlich nach oben treiben. Genau hinschauen, was wirklich im Preis enthalten ist.
Am günstigsten ist definitiv eine WG bzw. ihr teilt euch Wohnungen mit Kommilitonen, die ihr aus Deutschland gibt. In Barcelona selbst Studentenwohnheim, aber auch diese sind relativ teuer. Die Uni hat zwar Zimmer, allerdings sind die beim Hauptcampus außerhalb der Stadt und trotzdem recht teuer. Deswegen lieber was in der Stadt holen und sich wirklich früh drum kümmern.
Die Uni selbst
Die UAB liegt in einem historischen Gebäude, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das hat schon einen besonderen Flair. Das Gebäude ist sehr zentral gelegen, fußläufig ist man in ungefähr 10-15 Minuten bei der Sagrada Familia. An sich findet man sich auch sehr schnell zurecht.
Was man aber wissen sollte: Rund 90 % der Studierenden kommen aus den USA. Das macht das „interkulturelle Erleben“ ein bisschen einseitig. Vor allem bei Gruppenarbeiten habe ich und viele meiner deutschen Kommilitonen gemerkt, dass die Arbeitsmoral sehr unterschiedlich ist, manchmal kommt von manchen kaum etwas. Klare Kommunikation ist da absolut wichtig, auch wenn sie nicht immer hilft. Klingt vielleicht nicht sehr interkulturell, aber mein ehrlicher Tipp: Wenn es geht, sucht euch für Gruppenarbeiten deutsche oder europäische Kommilitonen.Generell ist diese hohe US-Studierendenzahl auch bei anderen Programmen in Spanien so. Und versteht mich nicht falsch, sie sind alle super nett und ich hatte eine gute Zeit mit ihnen, ich habe aber in den Gruppenarbeiten am Ende 90% aller Aufgaben gemacht.
Das Kursangebot ist ausreichend, ich hatte aber bei einem Kurs Schwierigkeiten einen passenden Kurs in Barcelona zu finden. Das liegt aber an unseren Vorgaben der DHBW.
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Die Kurse im Detail
International Finance (Pieter Bailleul) hat mir wirklich Spaß gemacht. Inhalte gut erklärt, faire Benotung, das Niveau liegt etwas unter den deutschen Unis, aber ich habe trotzdem einiges gelernt. Gefallen haben mir hier vor allem die vielen Cases, die man gemacht hat und so Praxisnähe hat.
People Management (Arrantze Danes) war spannend, weil man nicht einfach nur Theorie paukt, sondern den ganzen Prozess als Gruppe durchlebt, von Teambonding bis zur Kündigung. Manchmal muss man da aus seiner Komfortzone raus, was ich im Nachhinein als positiv sehe. Die Dozentin merkt auch, wenn jemand mehr leistet als andere, und benotet entsprechend. Ich konnte viel mitnehmen und muss sagen, dass das Bonding im Kurs sehr besonders war und einfach eine gute Atmosphäre.
E-Commerce (Otilia Driga) wirkt auf den ersten Blick erschlagend. Wenn man aber die Aufgaben gut aufteilt, ist es gut zu schaffen. Man entwickelt ein eigenes E-Commerce-Business, eine Strategie, eine Website und geht in zwei Analysephasen noch mal kritisch drüber. Mein gesamtes Team (wir waren ein rein deutsches Team) hat am Ende eine 1,0 bekommen. Sie vergibt aber auch schlechte Noten, wenn die Leistung nicht stimmt, also nicht unterschätzen. Man kann sagen, wer leistet wird belohnt, wer faul ist, bekommt das in der Note zurückgespiegelt.
Entrepreneurship & New Venture Creation (Ana Zinenko) war zu Beginn einer meiner Lieblingskurse. Am Ende hat mich meine Gruppe so sehr frustriert, dass ich das meiste alleine gemacht habe. Da rund 70 % der Note eine Gruppennote ist, steht und fällt alles mit der Gruppe. Rückblickend würde ich den Kurs nicht noch mal wählen, auch wenn meine Endnote sehr gut war. Wer ihn belegt: Kümmert euch von Tag eins um eine verlässliche Gruppe.
Freizeit und soziales Leben
Die Uni bietet über ESN (Erasmus Student Network) wirklich viel an, Stadttouren, Ausfahrten, Parties. Über ESN kommt man z.B. für 10 € in die Sagrada Família, was ich sehr empfehlen kann. Generell ist Barcelona eine Stadt, die einen nie langweilt.
Meine persönlichen Highlights:
- Sagrada Família: ein Muss, einfach beeindruckend. Über ESN für 10 € rein.
- Parc Güell: wunderschön, lohnt sich auf jeden Fall.
- Montserrat: ca. eine Stunde mit der Bahn raus, entspannte Wanderung, tolle Aussicht. Perfekt für ein Wochenende. (Die Fahrt bis zur Talstation ist im T-Joven mit drinne)
- Valencia Las Fallas: einer der besten Ausflüge des Semesters. Unbedingt machen, wenn es zeitlich passt.
- Mallorca: Mit dem Flugzeug kommt man sehr günstig und in 30-40 Minuten Flugzeit. Und abseits vom Ballermann hat Mallorca sehr schöne Landschaft.
- Wochenendtrips in umliegende Städte sind generell sehr einfach, Barcelona ist dafür super gelegen.
Und bleibt immer offen! Als ich mit ESN in Valencia war, hatte ich zum Beispiel meine Gruppe verloren und habe dann aber eine Gruppe Jugendlicher Spanier*innen kennengelernt, mit denen ich dann einfach eine wunderschöne Zeit hatte. Generell sind in Spanien alle offen, lasst euch auf Gespräche ein und saugt alles auf, was geht.
Sicherheit
Ich hatte persönlich keine Probleme, aber ich habe mitbekommen, dass einige Kommilitonen beklaut wurden. Wertsachen in der U-Bahn und in touristischen Gegenden lieber gut im Blick behalten.
Fazit
Der Aufenthalt war großartig und eine der besten Zeiten meines bisherigen Lebens. Rückblickend hätte ich manche Dinge früher angegangen, hier meine wichtigsten Tipps auf einen Blick:
- Wohnung so früh wie möglich suchen, der Wohnungsmarkt ist wirklich angespannt.
- T-Mobilitat Joven Ticket direkt zu Beginn kaufen, das lohnt sich sofort
- ESN nutzen, da es günstige Events, viele Kontakte, tolle Ausflüge gibt. Einfach machen
- Bei Gruppenarbeiten von Anfang an auf die Zusammensetzung achten, das entscheidet oft über Noten und Nerven und spart Stress am Ende
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