Mein Aufenthalt an der UW Madison war eine unglaublich schöne und spannende Erfahrung, die ich bereits auf dem Rückflug angefangen habe zu vermissen.
Ankunft
Das Abenteuer begann Ende August, als ich in Madison vor dem Semesterstart angekommen bin. Man wird von Anfang an in die Gemeinschaft dort aufgenommen, nicht zuletzt durch die ganzen Aktivitäten, die vom VISP (Visiting International Student Program) organisiert werden. An der Stelle und im folgenden Verlauf kann ich nur empfehlen, jegliche Veranstaltung mitzunehmen. Bei Fragen während der Bewerbung und dann vor Ort wird man auch sehr nett von dem VISP-Team unterstützt.
Hochschule
Die Uni selbst ist groß und über die ganze Innenstadt verteilt und es gibt mehrere Gebäude, die schön am See liegen. Wenn das Wetter mitspielt, kann ich empfehlen, sich ein BCycle-Fahrrad-Abonnement zu holen, um schnell durch die Stadt zu kommen. Bei mir war es außergewöhnlich lang bis Ende Oktober sehr warm, weshalb das besonders gut ging, aber normalerweise wird es schneller sehr kalt und dann muss man auf die überfüllten Busse umsteigen.
Essen bekommt man an der Uni bei Memorial Union oder Union South. Allerdings finde ich, dass das Essen dort vergleichsweise teuer ist für zum Teil kleine Portionen. Man kann auch in den Dining Halls essen gehen, was aber ohne Meal Plan auch schnell teuer wird. Wenn man trotzdem nicht selbst kochen möchte, gibt es genügend Restaurants in der Stadt, die extra Studentenangebote haben.
Wenn man aber selber kochen möchte, würde ich zum Einkaufen zum Capitol Centre Market gehen. Nach einem ersten Kulturschock in den anderen Supermärkten war der Laden ein echter Segen. Die Öffnungszeiten sind lang und das Angebot an frischen Sachen ist echt groß für seine für amerikanische Verhältnisse kleine Fläche.
Studium
Meine belegten Kurse an der Universität waren gut strukturiert und hatten viele Materialien online zur Verfügung. Für Personen aus dem Computer-Science-/Mathe-/Statistikbereich kann ich die Kurse Linear Optimization und Spatial Statistics empfehlen, vor allem aufgrund der Professionalität der jeweiligen Professoren. Der zweite Kurs ist zwar ziemlich anspruchsvoll, man schafft es aber, sehr viel daraus mitzunehmen.
Nicht nur die Kurse, sondern die Kursauswahl selbst ist auch ganz gut gestaltet. Dadurch, dass man schon ein paar Monate vor Semesterstart die Kurse wählen kann, weiß man schon grob, welche Kurse man wahrscheinlich bekommt und welche nicht. Einsteigerkurse sind relativ einfach zu bekommen, aber Fortgeschrittenenkurse eher schwieriger. Das Gute ist aber, dass es Wartelisten gibt, über die man dann vielleicht in den ersten zwei Studienwochen doch noch reinrutscht.
Freizeit
Abseits des Studiums bietet die Uni ein riesiges Sportangebot. Es gibt zwei große Sportzentren mit allem, was das Herz begehrt. Neben der selbständigen Nutzung der Anlagen empfiehlt es sich hier auch, ein paar der angebotenen Kurse zu buchen. Die sind oft gratis oder sehr billig und man kann dadurch seine Sportart verbessern und gleichzeitig mit mehreren Locals in Kontakt kommen.
Es gibt auch Clubs, die nicht sportfokussiert sind. Auch diese sind sehr empfehlenswert, um mit den Locals in Kontakt zu kommen, wodurch auch weitere Sachen entstehen können. Durch so einen Kontakt wurde ich zum Beispiel von einer Familie zu einem Thanksgiving-Dinner eingeladen.
An der Stelle lässt sich insgesamt auch mal über die Personen in Madison, Wisconsin, sagen, dass sie sehr offen, herzlich und hilfsbereit sind. Der extrovertierte Umgang ist zwar ein bisschen ungewöhnlich, aber hinterlässt einen positiven Eindruck.
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Wohnen
Die Wohnungssituation ist ein bisschen schwierig, da man keine wirkliche Hilfe von der Universität bekommt und es logischerweise schwer ist, eine Wohnung an einem Ort zu bekommen, an dem man noch nicht ist. An der Stelle gibt’s eigentlich zwei Optionen:
Option 1: Man kann in einem der großen kommerziellen Gebäude leben. Die sind zwar oft sehr teuer und überzeugen auch nicht immer durch bauliche Qualität, aber bieten für die Zeit eine Unterkunft in Gemeinschaft mit anderen.
Option 2: Es gibt in der Stadt und in Downtown Madison viele Häuser mit mehreren Appartements und WGs. In so einem Haus habe ich gewohnt.
Was wirklich besser ist, kann ich nicht sagen, da ich keinen direkten Vergleich habe. Ich war allerdings in meinem Appartement sehr zufrieden. Zu mehr Personenkontakt kommt man aber in den größeren Gebäuden.
Fazit
Insgesamt kann ich nur jedem empfehlen, dieses Abenteuer zu wagen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und die ganzen Kontakte und Erinnerungen halten hoffentlich noch lange. Wer nach einer Uni mit Qualität in einer Umgebung voller netter Leute sucht, ist in Madison auf jeden Fall richtig.
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