8 Okt
Erfahrungsbericht von Marcel Z.

University of California Los Angeles

Stadt: Los Angeles
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Geologie
Studientyp: Summer Sessions
Zeitraum: 08/2014 bis 09/2014

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Kurse

Da ich in Deutschland Chemie studiere und mich im Bereich Umweltchemie spezialisiere, habe ich die Möglichkeit an der UCLA genutzt, umweltwissenschaftliche Kurse zu belegen. Der erste Kurs hieß AOS 104: Air and Water Pollution und war am Institut für Atmospheric and Oceanic Science beheimatet. Der zweite Kurs, GEOG 5: People and Earth’s Ecosystem, wurde am geografischen Institut unterrichtet.

In AOS 104 lernten wir die verschiedenen Schadstoffe kennen und wie man ihre Konzentration im Modell berechnen kann. Es war also ein eher ingenieurwissenschaftlicher Kurs, der auf den Berechnungen basierte. Es gab vier Hausaufgabenblätter, bei denen uns aber die Dozentin half. Grundsätzlich scheint es in den USA üblicher zu sein, die Office Hours zu besuchen, um Fragen zu stellen und sich detaillierter über den Vorlesungsstoff - oder auch mal etwas Privates - zu unterhalten. In diesem Kurs war die Vorlesung allerdings genauso unspektakulär wie viele in Deutschland auch - Power-Point-Slideshow.

In GEOG 5 lernten wir verschiedene Instrumente kennen, mit denen man umweltrelevante Themen einordnen und bewerten konnte. Z.B. schauten wir uns das industrialisierte Nahrungsmittelsystem an, welche Umwelteinflüsse es hat und wie man es nach verschiedenen Denkansätzen, z.B. dem Markt, Ethik oder nach der politischen Ökonomie bewerten kann. Es gab wöchentliche Thought Responses in Form kleiner Aufsätze und in der letzten Woche eine Gruppenarbeit, in der wir verschiedene Länder vertraten und CO2-Emissionen kappen sollten (oder auch nicht). Insgesamt also ein eher sozialwissenschaftlicher Kurs, der aber aus allen Disziplinen Informationen und Methoden schöpfte.

Schon Fernweh bekommen?

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Unterkunft

Untergekommen bin ich in einem Studentenwohnheim auf dem Campus, in der Rieber Hall. Es gibt dort nur Zweier- oder Dreierzimmer mit geteiltem Bad (und ohne KÜCHE!). Dafür gibt es Meal Plans, nach denen man 11-, 14- oder 21-mal pro Woche in der angegliederten Mensa so viel essen kann, wie man möchte. Die Auswahl ist riesig, allerdings wurde es mir als Vegetarier schnell langweilig, denn die Gerichte, die sich abwechselten, enthielten Fleisch. Nach ein bisschen Rumfragen durfte ich aber auch in andere Mensen – was im normalen Semester ohnehin möglich sein soll. Immerhin gab es am Campus einen Whole Food Supermarkt mit anständigen Lebensmitteln. Es kam in den sechs Wochen aber auch vor, dass ich mir mal meine Ruhe gewünscht habe. Mein Zimmernachbar hat das Zimmer fast nie verlassen und in der Lounge konnte ich auch nicht in Ruhe lernen. Morgens wird unsinnigerweise immer der Hof mit Maschinen gekehrt, abends treffen sich dort ab und zu Gruppen.


Campus

Alle Institute liegen auf dem Campus, der landschaftsgärtnerisch schön gestaltet ist. Auch die Gebäude machen etwas her – doch Vorsicht vor den Klimaanlagen! Es mangelt nicht an Sportmöglichkeiten – mehrere Pools, Sporthallen, Gyms,… standen zur Verfügung und das meiste sogar kostenlos. Am Hauptplatz, dem Bruin Plaza, gibt es einen großen UCLA-Store, der vor allem UCLA-Kleidung anbietet (damit rennen auch alle rum) und ein bisschen Papierkram und Lebensmittel, allerdings genauso teuer wie Whole Foods, das für seine Preise bekannt ist. Im Obergeschoss gibt es einen billigen Friseur (so sehen dann die Haare auch aus), eine Post, ein Blutspendezentrum (Deutsche dürfen nicht spenden) und Fastfoodrestaurants. Außerdem findet man an diesem Platz das Ashe Health Center, das erste Anlaufstelle bei Verletzungen und Krankheiten ist. Alle Wege sind innerhalb von 20 Minuten zu Fuß schaffbar. Im Dashew Center gibt es immer mal wieder internationale Veranstaltungen und es werden preiswerte Bustouren angeboten.

Der schönste Ort… zum Lernen ist das Obergeschoss der Powell Library, … zum Schwimmen ist der Park Pool, … um Kunst verschiedener Kulturen zu erleben ist das Fowler Museum.


Los Angeles

Die UCLA liegt in Westwood, fast am westlichen Rand von Los Angeles. Noch westlicher liegt Santa Monica und der Ozean mit kilometerlangen Sandstränden (1h Busfahrt). Nördlich findet man North Hollywood mit seinen vielen kleinen Theatern (1h), südlich geht es über Culver City nach Long Beach (sehr weit ohne Auto). In Richtung Osten liegen West Hollywood (0,5 h), Hollywood (1h) und Downtown LA (1,5…2 h). Zum Ausgehen gibt es ein paar Bars in Westwood. Wer mehr vor hat, findet in Downtown LA die angesagtesten Clubs, West Hollywood ist für seine Schwulenbars bekannt. Im Fairfax-Viertel befinden sich das LACMA (Los Angeles County Museum of Art, hier gibt es freitags kostenlose Jazzkonzerte) und der Farmers Market mit dem kleinen Einkaufsviertel The Grove. Sehr nahe am Campus liegt das Getty Center, das hervorragende Ausstellungen hat – und das umsonst.


Reisen in Kalifornien

Ich selbst bin am verlängerten Wochenende durch Labor Day nach San Francisco gereist. Für diese Stadt braucht man mindestens drei Tage, es gibt einfach zu viel zu entdecken. San Diego ist auch sehr sehenswert, das kann man aber vielleicht sogar an einem Wochenende erkunden. Gereist bin ich mit den Greyhound-Bussen, weil die Züge viel teurer waren. Ich habe aber auch (zu spät) von einer Mitfahrbörse der UCLA gehört.