14 Jun
Erfahrungsbericht von Lena M.

Hawaii Pacific University


Stadt: Honolulu
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Wirtschaft, Psychologie
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 01/2023 bis 05/2023
Heimathochschule: Darmstadt HS

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Über mich und mein Vorhaben

Mein Name ist Lena und ich bin Bachelor-Studentin der Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt. Bereits während meines „Gap-Year” in den USA 2019/20, wurde mir klar, dass ich gerne einmal an einer amerikanischen Universität studieren würde. Zu Beginn meines Studiums wollte ich mir diesen Traum gerne durch ein Auslandssemester erfüllen. Da ich bereits viel vom Festland der USA sehen konnte, zeigte sich der Bundesstaat Hawai’i als eine perfekte Möglichkeit, um auf Englisch zu studieren und auch noch eine neue Kultur und Gesellschaft innerhalb der USA kennenzulernen. Dies vor allem, da Hawaii und auch die ausländische Gastuniversität sehr divers sind und hier viele verschiedene Kulturen zusammenkommen. Im 5. Semester habe ich dann ein Semester an der Hawai’i Pacific University in Honolulu (USA) verbracht.

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Vorbereitung und Kontaktaufnahme

Da mich die Länder und Partneruniversitäten meiner Hochschule nicht so sehr ansprachen, ich aber für mein Auslandssemester gerne an einen Ort wollte, der mir richtig zusagt, habe ich mich nach Möglichkeiten umgeschaut als „Freemover“ meinen Aufenthalt zu organisieren. Auf allen Websites, auf denen ich mich informiert habe, wurde betont, dass es ein großer Aufwand sei sich allein an einer ausländischen Universität zu bewerben. Als mir eine Freundin dann von College Contact erzählte und von ihren positiven Erfahrungen berichtete, habe ich mir die Website das erste Mal angesehen.

College Contact hat viele verschiedene Partnerhochschulen, mit denen sie zusammenarbeiten, als ich beim Durchscrollen auf Hawaii gestoßen bin war mir direkt klar: Da möchte ich hin. So einfach war es dann auch entschieden. Der Bewerbungsprozess war zwar aufwändig, durch das Beratungsteam von College Contact fühlte ich mich aber nie allein. Jede noch so kleine Frage (von denen ich wirklich viele stellte) wurde mir schnell und supernett beantwortet.

Der erste Schritt des Bewerbungsprozesses ist das Unterlagensammeln, hier bekommt man vom Beratungsteam alle wichtigen Informationen und Dokumente. Diese kann man dann ganz einfach an College Contact zurücksenden, sie werden auf Vollständigkeit überprüft und dann bei der Partnerhochschule eingereicht. Da die HPU eine Universität mit hohem Anteil an internationalen Studierenden ist, gab es auch von der Uni selbst viele Möglichkeiten Fragen zu stellen.

Beispielsweise wurden Infoveranstaltungen online abgehalten, darunter zählten auch Video-Calls mit aktuellen internationalen Studierenden an der HPU, die ich persönlich als sehr spannend und hilfreich empfand. Wenn die Bewerbung an der ausländischen Hochschule erfolgreich ist, kann mit den nächsten Schritten weitergemacht werden. In meinem Fall: Visum, Kurswahl und Unterkunftssuche.


Visum und Aufenthaltsgenehmigung

Nachdem ich von der HPU angenommen wurde und auch mein Stipendium erhalten hatte, begann für mich die Beantragung des Visums für die USA. Da ich diesen Prozess bereits für mein vorheriges Auslandsjahr als AuPair durchlaufen hatte, stellte er für mich nicht wirklich eine Schwierigkeit dar. Für die Beantragung benötigt man generell seinen Reisepass, sowie ein paar Informationen zur Universität und die Dauer des Aufenthaltes. Außerdem ist die Beantragung eines Visums auch mit Kosten verbunden, diese hängen aber auch immer von verschiedenen Faktoren ab.

Generell ist es zu empfehlen, früh genug mit der Bewerbung zu beginnen. Da mein Auslandsaufenthalt nur durch das DAAD-Stipendium möglich war, habe ich hiermit nach der Stipendienzusage angefangen.

Neben einem Visum benötigt man außerdem noch weitere Formulare wie zum Beispiel ein „I-20", diese werden aber direkt von der Gastuniversität zugesandt. Diese Dokumente sollten man ausgedruckt mitzunehmen, da man sie an der Grenze
vorzeigen muss. Außerdem wird meist in einem kurzen Gespräch nach dem Grund des Aufenthalts gefragt.

Ich persönlich bin am ersten Tag der „Orientation Days” der HPU im Wohnheim angekommen. Viele andere Studierende waren aber schon ein paar Tage vorher da, das würde ich im Hinblick auf „Jetlag” etc. auf jeden Fall empfehlen.


Kurswahl

Nach Bewerbung und Zulassung muss sich natürlich auch in die Kurse eingetragen werden. Da ich vor meinem Auslandssemester schon alle Kurse in meiner Heimathochschule belegt hatte, habe ich mir keine Kurse von der HPU anrechnen lassen. Demnach hatte ich also freie Wahl. Die HPU stellt einen Academic Calendar zur Verfügung, der alle Kurse aufzeigt und auch die jeweiligen Voraussetzungen angibt.

ich habe mich vor allem auf Kurse konzentriert, in denen ich meine „Soft Skills” verbessern kann, da mir diese Möglichkeit in Deutschland ein bisschen gefehlt hat. Die Eintragung ist ziemlich einfach, ich kann aber empfehlen, die Kursauswahl kurz nach Veröffentlichung vorzunehmen, da manche Kurse auch sehr schnell voll werden.

Ich habe belegt:

  • Introduction to Communication Skills
  • Public Speaking
  • Academic Writing
  • Introduction to Leadership

Nach den Visabestimmungen muss man als Austauschstudent*in mindestens 12 Credits belegen, in meinem Fall also 4 Kurse à 3 Wochenstunden.


Unterkunft

Die Zimmersuche in Honolulu stellte für mich eine der größten Herausforderungen dar. Besonders durch die große Entfernung ist es schwierig, privat eine Unterkunft „off-Campus” zu finden. Einige Studierende haben über Facebook Marketplace ein Zimmer gefunden, andere haben erst in einem Airbnb gewohnt und dann vor Ort gesucht. Ich persönlich wollte gern eine sichere Variante nutzen, die ich auch schon von Deutschland auch fest buchen konnte. Hierfür bieten sich die Studentenwohnheime der HPU an. Es gibt verschiedene Standorte, man sollte am besten darauf achten, wo man seine meisten Kurse hat und es daran anpassen.

Einige Wohnheime haben keine oder nur eine sehr geringe Küchenausstattung, weshalb man zu seinem Wohnheimplatz noch einen „Meal-Plan” dazu buchen kann. Hier kann man zwischen 8-16 Meals pro Woche wählen. Das Essen in der Mensa hat im Vergleich zu vielen deutschen Universitäten aber nochmal eine bessere Qualität und ist auch mit einer Salatbar ausgestattet. Hier gilt außerdem das „All-you-can-eat”-System. Ich kann den Meal-Plan mit 8 Meals pro Woche sehr weiterempfehlen.

In Bezug auf die Kosten muss man auf Hawaii generell mit hohen Mieten rechnen. Die Gebühren für Wohnheim und Meal-Plan bezahlt man schon im Voraus und muss ungefähr mit 1.100 Dollar pro Monat für ein geteiltes Zimmer im Wohnheim rechnen. Der Preis für den Meal-Plan ist immer abhängig von der Anzahl der gewählten Meals pro Woche. Generell kann ich ein Zimmer im Wohnheim empfehlen, falls man privat eine Unterkunft suchen möchte, sollte man aber auf mögliche „Scams” achten, da diese besonders in Hawaii oft vorkommen.


Freizeit

Neben dem Studieren und Lernen für meine Kurse gab es auf Hawaii auch unzählige Möglichkeiten, die Natur und die Kultur der Inseln kennenzulernen. Wöchentlich gab es einen Newsletter des „Campus Activity Boards” der Uni, der neben Vorträgen oder Workshops auch viele Freizeitaktivitäten wie Wandern, Surfen oder Ausflüge ins Museum angeboten hat, für die man sich anmelden konnte. Generell finde ich diese Möglichkeiten echt super, vor allem zu Beginn, wenn man sich noch nicht so genau auskennt. Allerdings gab es pro Aktivität nur sehr wenige Plätze, weshalb man schnell sein musste und oft auch keinen Platz bekommen hat. Auf Hawaii hatte ich auf jeden Fall die Möglichkeit, die hawaiianische und asiatische Kultur besser kennenzulernen. Da ich vorher noch nie in Asien war, fand ich es besonders spannend an Feiertagen mehr über die Traditionen und den Glauben der Kultur zu lernen. In Hawaii ist es beispielsweise sehr wichtig, respektvoll mit der Natur umzugehen.

Durch viele Wanderungen und Ausflüge ans Meer habe ich persönlich noch mehr über die Natur gelernt und das Gefühl, dass ich sie noch mehr wertschätze. Ich habe beispielsweise das erste Mal an einem „Beach CleanUp” teilgenommen und möchte das gerne auch in Deutschland so weit wie möglich weiterführen. Der Respekt für die Natur und das Engagement zum Erhalt von Artenvielfalt auf Hawaii hat mich sehr beeindruckt und die Wichtigkeit dieses Themas noch einmal deutlich gemacht. Die hawaiianische Kultur ist außerdem sehr familiär und achtet sehr auf Respekt und Unterstützung anderer. Durch das Aushelfen in einer Obdachlosenhilfe zeigte sich mir dies noch einmal mehr und hat mich außerdem inspiriert mehr über die sozialen Probleme auf der Insel zu lernen. Ich glaube, dass man als Tourist diese Seiten der Kultur kaum kennenlernen kann, da man hierfür mit Einheimischen in Kontakt kommen muss. Mein Auslandssemester hat mir das aber möglich gemacht und so meine Werte weitergebildet und Vorurteile über das paradiesische Inselleben aufgelöst.

Ich kann es sehr empfehlen, sich ehrenamtlich im Auslandssemester zu engagieren. Auf Hawaii gibt es unzählige Möglichkeiten zu helfen und die Erfahrung sowie die Perspektive, die man hierdurch erlangt, ist wirklich unbezahlbar.

Rückblickend hätte ich gern früher begonnen, mich noch mehr außerhalb der Universität einzubringen, da ich hier einige meiner besten Erfahrungen machen konnte. Natürlich ist Hawaii auch ein perfekter Ort, um Surfen zu lernen. Ich persönlich habe diesen Sport wirklich für mich entdeckt und war so oft es ging auf dem Meer draußen.

Meine Freundesgruppe hat sich auch an einigen Wochenenden ein Auto gemietet und so konnten wir die Insel noch einmal mehr erkunden. Ich hatte das Gefühl, dass die Menschen in Hawaii generell sehr aktiv und viel unterwegs sind. Das ist sehr motivierend und inspirierend. Innerhalb meiner 4 Monate habe ich auch 3 weitere Inseln in Hawaii besucht und kann dies auch empfehlen. Jede der Inseln ist so unterschiedlich und es lohnt sich, so sehr einmal aus dem Stadtleben von Honolulu herauszukommen und die Natur und das Leben auf den Nachbarinseln zu erkunden.


Dos & and Don'ts

Dos

  • Frühzeitig beginnen (ich habe inklusive Stipendiumsbewerbung ca. ein dreiviertel Jahr vor Start mit der Vorbereitung begonnen)
  • Kurse eher vormittags legen (wenn das für euch möglich ist, empfehle ich Kurse morgens oder Mittags, so hat man noch viel mehr vom Tag und kann an den Strand etc.)
  • Wanderschuhe mitnehmen (ein sehr großes Must, Wanderungen waren ein großer Teil meines Aufenthalts)
  • North Shore erkunden (der nördliche Teil der Insel ist einfach wunderschön)
  • Surfen (MUST do, es ist so wunderschön auf dem Meer draußen zu sein und die Wellen sind z.B in Waikiki wirklich für Anfänger geeignet)

Don’ts

  • Keine Pullis und langen Hosen mitnehmen (in den Vorlesungsräumen etc. ist es stark klimatisiert, hatte am Anfang wirklich etwas gefroren)
  • Nur auf Oahu bleiben (wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr unbedingt die anderen Inseln sehen, gerade Kauai ist einfach wunderschön)
  • Nicht auf Stipendien bewerben (auch wenn es etwas aufwändig ist, hat mir das Stipendium den Aufenthalt ermöglicht, man sollte es also auf jeden Fall probieren)