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University of California, Berkeley
Erfahrungsbericht

von Simon C.

07
Juli
2026

Informationen

Hochschule: University of California, Berkeley
Stadt: Berkeley
Land: USA
Studienrichtung: Rechtswissenschaften
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 01/2026 bis 05/2026
Heimathochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Studienbedingungen:
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Freizeit:
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Spaß:
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Gesamtbewertung:
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Fotos (10)

Wenn ich heute auf mein Semester an der UC Berkeley zurückblicke, fühlt sich die Entscheidung dafür gleichzeitig sehr logisch und trotzdem immer noch ein bisschen verrückt an. Logisch, weil Berkeley für vieles steht, was mich schon lange interessiert: internationale Perspektiven, öffentliche Politik, Menschenrechte, globale Zusammenarbeit, wissenschaftliche Exzellenz und ein Campus, auf dem gesellschaftliche Debatten nicht nur in Seminarräumen stattfinden. Verrückt, weil der Schritt am Anfang natürlich trotzdem groß war. Ein Semester in Kalifornien, an einer der besten öffentlichen Universitäten der Welt, weit weg vom normalen Jura-Alltag in Deutschland – das entscheidet man nicht einfach mal nebenbei.

 

Der Wunsch, für ein Semester in die USA zu gehen, war schon länger da. Ich wollte einmal erleben, wie Studium an einer großen amerikanischen Universität funktioniert, wie dort diskutiert, gearbeitet und gelernt wird. Gleichzeitig wollte ich aus meinem gewohnten juristischen Rahmen herauskommen und Kurse besuchen, die stärker an der Schnittstelle von Recht, Politik, Menschenrechten, Entwicklung und internationaler Zusammenarbeit liegen. Berkeley war dafür eigentlich der perfekte Ort.

 

Trotzdem gab es vor der Entscheidung auch einige Bedenken. Gerade die organisatorischen Fragen waren nicht ohne: Visum, Finanzierung, Krankenversicherung, Wohnungssuche, Kurswahl, Flug, Anrechnung, Bewerbungsunterlagen – alles musste irgendwie gleichzeitig geklärt werden. Dazu kam die aktuelle politische Lage in den USA, die man aus Deutschland natürlich sehr aufmerksam verfolgt. Gerade als internationaler Student fragt man sich dann schon, wie sicher und planbar so ein Aufenthalt wirklich ist.

 

Umso wichtiger war für mich die Unterstützung auf dem Weg dorthin. Meine Familie hat mich von Anfang an bestärkt, diesen Schritt zu gehen. Gleichzeitig war auch klar: Ein Semester in Berkeley ist finanziell kein kleines Projekt. Deshalb waren Stipendien und Fördermöglichkeiten extrem wichtig. Hier hat mir auch College Contact sehr geholfen. Die Beratung war super unkompliziert, persönlich und – was man gar nicht oft genug sagen kann – kostenlos. Gerade wenn man am Anfang vor einer riesigen Menge an Informationen steht, ist es enorm hilfreich, jemanden zu haben, der den Prozess kennt, Fragen beantwortet und einen Schritt für Schritt begleitet. Auch das College Contact Social Media Stipendium hat mir bei der Finanzierung meines Aufenthalts geholfen und den Schritt nach Berkeley ein Stück realistischer gemacht.

Universität und Studium

Auch das Berkeley Global Access Program selbst hat einen sehr gut an die Hand genommen. Gerade am Anfang, wenn man neu ankommt, Kurse wählen muss, organisatorische Fragen hat und sich erst einmal auf dem Campus zurechtfinden muss, ist das viel wert. Man hat nicht das Gefühl, einfach irgendwo abgesetzt zu werden, sondern wird wirklich begleitet. Das macht den Einstieg deutlich leichter – besonders, wenn man zum ersten Mal an einer amerikanischen Universität studiert.

 

In Berkeley angekommen, habe ich dann schnell gemerkt, dass die Universität ihrem Ruf absolut gerecht wird. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Kombination aus akademischer Exzellenz und Offenheit. Einerseits ist Berkeley ein Ort, an dem man von Menschen lernt, die in ihren Feldern wirklich ganz oben stehen – von international anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Praktikerinnen und Praktikern, Pulitzer-Preisträgern, NASA-Missionsleitern, führenden Expertinnen und Experten im Bereich Public Policy, Menschenrechte und Verfassungsrecht, und ja, auch Nobelpreisträgern. Andererseits wirkt das Studium dort oft viel persönlicher, als man es vielleicht von einer so großen Universität erwarten würde.

 

Einige meiner Kurse waren sehr klein, sehr intensiv und unglaublich fordernd. Man sitzt nicht einfach passiv im Hörsaal und schreibt mit, sondern diskutiert, präsentiert, schreibt Papers, bekommt Feedback, überarbeitet, arbeitet in Gruppen und ist eigentlich ständig gefordert, eine eigene Position zu entwickeln. Das war am Anfang anstrengend, aber auch extrem bereichernd. Besonders spannend fand ich, wie selbstverständlich verschiedene Disziplinen miteinander verbunden wurden. Recht wurde nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Politik, sozialer Realität, internationalen Institutionen und konkreten gesellschaftlichen Problemen. Für mich war das eine sehr wertvolle Ergänzung zu meinem Jurastudium in Deutschland.

 

Neben den Kursen war mein Engagement außerhalb des Unterrichts fast genauso prägend. Beim Student Policy Institute at Berkeley habe ich ein Team geleitet, das für die Stadt Berkeley untersucht hat, wie sie ihren Biotech- und Life-Science-Cluster weiter ausbauen kann – gerade auch mit Blick auf die Konkurrenz zu San Francisco und anderen Standorten in der Bay Area. Dafür standen wir im Austausch mit Foundern, Venture Capitalists, Developern und weiteren Akteuren aus dem Ökosystem. Das war unglaublich spannend, weil man plötzlich nicht nur theoretisch über Innovation, Standortpolitik und Wirtschaftsförderung spricht, sondern direkt versteht, wie das Silicon Valley tickt und funktioniert. Man merkt, wie eng Universitäten, Start-ups, Kapital, Stadtentwicklung und persönliche Netzwerke dort miteinander verbunden sind. Für mich war das einer der Momente, in denen Berkeley nicht nur ein Studienort war, sondern ein direkter Zugang zu einem der spannendsten Innovationsräume der Welt.

Campusleben

Ein weiteres Highlight war mein Engagement bei UCBMUN. Da ich schon in Deutschland sehr stark im Model-United-Nations-Bereich aktiv bin, war es für mich besonders schön, auch in Berkeley an diese Erfahrung anzuknüpfen. UCBMUN ist auf einem extrem hohen Niveau organisiert, und es war beeindruckend zu sehen, wie professionell und leidenschaftlich dort gearbeitet wird. Gleichzeitig war es auch ein sehr schöner sozialer Anknüpfungspunkt. Über MUN lernt man schnell Menschen kennen, die ähnliche Interessen haben, internationale Politik spannend finden und Lust haben, neben dem Studium richtig viel auf die Beine zu stellen. Für mich war das ein Stück Zuhause in einem neuen Umfeld, aber gleichzeitig auch eine völlig neue Perspektive auf MUN in den USA.

 

Was mich an Berkeley außerdem besonders beeindruckt hat, waren die Menschen. Natürlich ist es am Anfang etwas surreal, wenn neben einem im Kurs jemand sitzt, der schon eine Million LinkedIn-Follower hat, bereits sein erstes Millionen-Start-up verkauft hat oder neben dem Studium an Projekten arbeitet, bei denen man sich kurz fragt, wie das zeitlich überhaupt möglich ist. Aber genau das war nicht einschüchternd, sondern eher inspirierend. Berkeley ist ein Umfeld, in dem man sehr schnell merkt: Vieles, was man vorher für unrealistisch gehalten hat, ist vielleicht doch möglich. Nicht, weil alle perfekt sind, sondern weil so viele Leute einfach anfangen, Dinge ausprobieren, groß denken und sich gegenseitig pushen. Diese Energie nimmt man mit.

Freizeit und Reisen

Natürlich bestand das Semester nicht nur aus Uni, Papers und Meetings. Gerade die Freizeit hat das Ganze erst wirklich komplett gemacht. Berkeley selbst ist schon ein besonderer Ort: politisch, lebendig, manchmal chaotisch, wunderschön gelegen und mit diesem ganz eigenen Campusgefühl. Dazu kommt San Francisco direkt vor der Tür. Ich habe versucht, so viel wie möglich von der Stadt und der Bay Area mitzunehmen: Spaziergänge durch verschiedene Viertel, Ausflüge ans Wasser, Golden Gate Bridge, Cafés, Downtown, Aussichtspunkte, Sonnenuntergänge und einfach dieses Gefühl, plötzlich in einer Gegend zu leben, die man vorher nur aus Filmen, Bildern oder Erzählungen kannte.

 

Ein Erlebnis werde ich wahrscheinlich nie vergessen: mein erstes Mal Skydiving – direkt über der Golden Gate Bridge. Aus einem Flugzeug zu springen war einer dieser Momente, bei denen man vorher nicht ganz sicher ist, ob das wirklich eine gute Idee war, und danach sofort weiß, dass man es nie bereuen wird. Dass es an Berkeley sogar einen eigenen Skydiving Student Club gibt, sagt eigentlich schon ziemlich viel über diesen Ort aus. Dinge, die zu Hause völlig außergewöhnlich wirken, werden dort auf einmal Teil des Campuslebens.

 

Auch meine Reise nach Chicago war ein großes Highlight. Nach Wochen in Kalifornien noch einmal eine ganz andere amerikanische Stadt zu erleben, mit anderer Architektur, anderem Wetter, anderer Energie, war unglaublich spannend. Dazu kamen viele kleinere Momente, die im Rückblick fast genauso wichtig sind: spontane Abende mit Freunden, Gespräche nach Kursen, lange Wege über den Campus, Lernphasen in Cafés, Wochenendtrips, Stadtlichter bei Nacht und dieses Gefühl, für ein paar Monate wirklich Teil von etwas Neuem geworden zu sein.

Fazit

Der Abschied fällt mir deshalb wirklich nicht leicht. Am Anfang war Berkeley ein Ziel, ein Programm, ein Punkt auf meiner Planungsliste. Jetzt ist es ein Ort, mit dem ich echte Erinnerungen verbinde. Ich habe dort gelernt, gearbeitet, neue Freundschaften geschlossen, Herausforderungen gemeistert und viele Dinge erlebt, die mich wahrscheinlich noch lange begleiten werden. Es ist erstaunlich, wie schnell aus einem fremden Campus ein vertrauter Ort werden kann.

 

Wenn ich anderen Studierenden etwas mitgeben würde, dann vor allem: Traut euch. Natürlich gibt es offene Fragen. Natürlich ist die Organisation anstrengend. Natürlich kostet so ein Schritt Zeit, Energie und Geld. Aber wenn ihr die Möglichkeit habt, ein Auslandssemester zu machen, dann nehmt sie ernst. Bewerbt euch, fragt nach Unterstützung, sucht nach Stipendien und lasst euch nicht von den ersten Hürden abschrecken.

 

Für mich war Berkeley eine akademische Herausforderung, ein persönliches Abenteuer und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit – und bin mir sicher, dass es kein Abschied für immer sein wird!

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