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California State University Northridge
Erfahrungsbericht

von Marco L.

13
Jan.
2026

Informationen

Hochschule: California State University Northridge
Stadt: Los Angeles
Land: USA
Studienrichtung: Wirtschaftsingenieurwesen
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 08/2025 bis 12/2025

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Fotos (7)

Vorbereitung und Wahl der Gasthochschule

Ein Auslandssemester war für mich schon zu Beginn des Studiums ein festes Ziel. Besonders wichtig war mir, in einem englischsprachigen Land zu studieren, um sowohl sprachlich als auch fachlich neue Erfahrungen sammeln zu können. Relativ schnell stieß ich dabei auf die Möglichkeit, über die DHBW zu einer der Partneruniversitäten der USA zu gehen. Bereits früh fiel mein Blick auf die California State University Northridge (CSUN) in Kalifornien, gelegen im Norden von Los Angeles.

 

Entschieden habe ich mich schließlich nach Gesprächen mit College Contact, einer Agentur, die viele Studierende bei der Organisation eines USA-Auslandssemesters unterstützt. Die Berichte früherer DHBW-Studierender, die Lage der CSUN und das breite Kursangebot überzeugten mich endgültig. Der Bewerbungsprozess erforderte zwar einige Dokumente – darunter ein Motivationsschreiben, das Transcript of Records, ein Sprachnachweis, ein Learning Agreement sowie ein Finanzierungsnachweis – verlief aber dank der Unterstützung durch College Contact sehr strukturiert und ohne Schwierigkeiten.

 

Nach wenigen Wochen erhielt ich die Zusage der CSUN, was den offiziellen Startpunkt aller weiteren Vorbereitungen darstellte.

Visumbeantragung und weitere Vorbereitungen

Für ein Semester in den USA ist ein F-1-Studentenvisum erforderlich. Der Prozess beginnt mit der Bezahlung der SEVIS-Gebühr, dem Ausfüllen des DS-160 Formulars und der Zahlung der Visumsgebühr. Auch wenn die Online-Formulare umfangreich wirken, ist der Ablauf klar beschrieben und gut machbar.

 

Der Höhepunkt ist der persönliche Termin im US-Konsulat. Ich absolvierte mein Interview in Frankfurt. Die Atmosphäre war überraschend entspannt, und es wurden nur wenige, sehr grundlegende Fragen gestellt – etwa zum Zweck meines Aufenthalts und zur Finanzierung. Bereits wenige Tage später erhielt ich meinen Reisepass samt Visum per Post zurück.

 

Parallel mussten die Studiengebühren der CSUN, die bei ca. 6.900 USD liegen, bezahlt werden. Hinzu kamen noch Versicherungsnachweise und weitere kleine administrative Aufgaben. Insgesamt sollte man für die gesamte Vorbereitung etwa zwei bis drei Monate einplanen.

Unterkunft – Wohnen im Student Housing

Während viele Studierende überlegen, ob sie On- oder Off-Campus wohnen sollen, haben wir uns bewusst für das Student Housing direkt auf dem Campus entschieden. Diese Entscheidung würde ich jederzeit wieder treffen.

 

Wir wohnten in den Dorms, also in einer klassischen Wohnheimsstruktur mit gemeinschaftlichen Bereichen, kurzen Wegen zur Universität und vielen sozialen Kontakten. Besonders gefallen hat mir, wie leicht man dort Anschluss findet. Innerhalb weniger Tage hatten wir Freundschaften mit amerikanischen und internationalen Studierenden geschlossen – etwas, das Off-Campus häufig deutlich schwerer fällt.

 

Der Campus bietet zahlreiche Wohngebäude, die in kleine Wohnviertel gegliedert sind und gemeinsam einen Poolbereich nutzen. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, sicher und typisch “american college-like”. Auch das Essen war durch die Meal Plans kein Problem. Zwar sind diese nicht mit der Vielfalt einer deutschen Mensa zu vergleichen, aber die Qualität war gut und völlig ausreichend.

 

Insgesamt würde ich das Student Housing mit 8 von 10 Punkten bewerten. Der Preis ist höher als bei Off-Campus-Lösungen, aber der soziale und organisatorische Mehrwert rechtfertigt diesen Aufpreis vollständig.

Die CSUN – Campus, Ausstattung und Atmosphäre

Die California State University Northridge ist mit rund 40.000 Studierenden eine der größten Hochschulen des Bundesstaates Kalifornien. Das spürt man sofort: Der Campus ist riesig, aber gleichzeitig sehr organisiert und modern gestaltet.

 

Die Universität verfügt über:

 

  • eine beeindruckende Bibliothek, die als Drehort für mehrere Hollywood-Produktionen diente,
  • zahlreiche Food Courts und Cafés,
  • einen Apple Store, einen Universitäts-Merchandise-Shop,
  • große Grünflächen und Outdoor-Bereiche,
  • und natürlich das Highlight: das Student Recreation Center (SRC).

 

Das SRC ist ein hochmodernes Fitnessstudio mit Kursräumen, Indoor-Sporthallen, Outdoor-Plätzen, einem Poolbereich und einer Kletterwand. Auf dem Campus finden fast täglich Events statt – von Sportspielen über Filmabende bis hin zu Welcome-Partys wie der „Matador Night“, die speziell für neue Studierende organisiert wird. Dieses vielfältige Campusleben hat entscheidend dazu beigetragen, dass man sich unglaublich schnell in die Universitätsgemeinschaft integriert fühlt.

Kurswahl und Studium an der CSUN

Die Kurswahl erfolgt in zwei Schritten: Zunächst gibt man Wunschkurse in der Bewerbung an, final zugeteilt wird jedoch erst während der Orientation Week. Ich erhielt zwei meiner vier Wunschkurse, und für den die anderen beiden wurde mir thematisch passende Alternativen angeboten.

 

Das Studiensystem unterscheidet sich deutlich von dem der DHBW. Anstatt einer abschließenden großen Prüfung gibt es über das gesamte Semester hinweg regelmäßige Assignments, Midterms, Präsentationen und Projekte. Dadurch bleibt der Lernaufwand zwar konstant, ist aber gleichmäßig verteilt und wirkt weniger überwältigend als eine große Abschlussklausur.

 

IS 312 – Systems and Technologies for Managers

Ein mittelgroßer Kurs mit überwiegend Business-Studierenden, der grundlegende Informationssysteme und moderne IT-Anwendungen behandelt. Während des Semesters gab es mehrere kleinere Assignments, zwei Midterms und ein Final Exam. Der Kurs war praxisorientiert aufgebaut, und der Dozent hatte einen eher lockeren und studierendenfreundlichen Unterrichtsstil.

 

IS 212 – Information Systems for Business Users

Ein Kurs zur praktischen Anwendung von Informationssystemen, häufig mit Demonstrationen und Übungen zu Office-Tools und Datenverarbeitung. Die Kursgröße war moderat, was den Austausch erleichterte. Bewertet wurde durch regelmäßige Abgaben während des Semesters sowie zwei Midterms und ein abschließendes Final.

 

ECE 422L – Computer Organization and Design Lab

Ein kleineres, technisches Laborformat, in dem hardwarebezogene Inhalte wie Prozessorarchitektur und digitale Logik praktisch umgesetzt wurden. Die Betreuung war eng, da viel in kleinen Gruppen gearbeitet wurde. Leistungsnachweise bestanden überwiegend aus Laborreports und praktischen Übungen.

 

ENT 310 – Entrepreneurship

Ein sehr interaktiver Kurs mit vielen Gruppenarbeiten und Präsentationen, meist in eher kleinen bis mittelgroßen Gruppen. Im Fokus standen das Entwickeln und Pitchen eigener Geschäftsideen. Die Bewertung basierte vor allem auf Gruppenprojekten, Präsentationen und der aktiven Mitarbeit, klassische Klausuren gab es gar nicht.

 

SOM 468 – Strategic Operations Management

Ein praxisnaher Kurs zu Themen wie Servicequalität, Prozessverbesserung, Lean-Methoden, Kapazitätsplanung und Overbooking-Strategien. Die Klasse war mittelgroß, der Unterricht interaktiv und mit vielen Fallbeispielen aus realen Dienstleistungsunternehmen. Bewertet wurde durch ein Midterm, zwei Term Projects und ein Final Exam. Insgesamt anspruchsvoll, aber sehr strukturiert und gut nachvollziehbar.

Campusleben

Das Campusleben ist ein zentrales Element des Studiums in den USA – und an der CSUN wird dies besonders großgeschrieben. Viele Studierende treffen sich im SRC, andere verbringen ihre freie Zeit bei Campus-Events, Konzerten oder Sportspielen. Ich war beeindruckt, wie lebendig der Campus selbst unter der Woche ist.

 

Auch spontane Aktivitäten – Beachvolleyball, Fitnesskurse, Filmabende, Poolpartys oder Picknicks – entstehen ständig, da die Wege kurz sind und man immer jemanden findet, der Zeit hat.

 

Für mich war diese soziale Komponente ein wesentlicher Teil des Auslandssemesters. Man lernt nicht nur internationale Studierende kennen, sondern vor allem viele Amerikaner, was den kulturellen Austausch bereichert und das englische Sprachtraining intensiviert.

Ausflüge und Reisen

Da wir uns gleich zu Beginn Camping-Ausrüstung gekauft hatten, konnten wir sehr flexibel und überraschend günstig reisen. Fast jedes Wochenende nutzten wir, um Kalifornien und die umliegenden Bundesstaaten zu erkunden. Die Westküste bietet eine unglaubliche Vielfalt – von Städten über Strände bis hin zu spektakulären Nationalparks.

 

Wir verbrachten viel Zeit in Los Angeles selbst: Santa Monica, Venice Beach, Malibu, Hollywood, das Getty Center sowie mehrere Veranstaltungen wie Comedy-Shows in der Laugh Factory.

 

Besonders eindrucksvoll waren unsere Roadtrips: Death Valley, Las Vegas inklusive einem Besuch der Sphere (Tomorrowland-Show), Valley of Fire, die Nationalparks Bryce Canyon und Zion, der Grand Canyon, Horseshoe Bend, Sedona und Flagstaff.

 

Einige größere Reisen unternahmen wir während Feiertage wie Thanksgiving. Dabei besuchten wir San Francisco, San Jose, Santa Barbara, San Diego, fuhren den berühmten Highway 1 entlang und flogen für mehrere Tage nach Hawaii (Maui), was eines der absoluten Highlights des gesamten Aufenthalts war.

 

Die Natur im Westen der USA ist überwältigend – besonders Sequoia und Yosemite Nationalpark zählen zu den beeindruckendsten Orten, die ich je gesehen habe. Ergänzt wurde das Freizeitprogramm durch Sportevents wie College Football (USC), NBA-Spiele der Lakers oder Football-Partien der LA Rams im SoFi Stadium.

 

Diese Reisen machten einen großen Teil unseres Erlebnisses aus und prägten die Zeit an der CSUN auf besondere Weise.

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Einkaufen und Alltag

Im Alltag zeigte sich schnell, dass Preise für Lebensmittel in den USA deutlich höher sind als in Deutschland. Dabei ist Walmart zwar die bequemste Option, aber nicht immer die günstigste. Besonders positiv überrascht hat mich Aldi, das es mittlerweile auch in Los Angeles gibt. Die Filialen sind europäisch geprägt und preislich wesentlich attraktiver als viele amerikanische Supermärkte.

 

Durch den Meal Plan waren allerdings viele Grundmahlzeiten gedeckt, was den Alltag erleichterte. Dinge wie Snacks, Getränke oder Lebensmittel für Ausflüge kauften wir meist bei Aldi oder Walmart ein.

Mobilität – Klare Empfehlung für Dirt Cheap Car Rental

Los Angeles ohne Auto ist praktisch unmöglich. Auch für die zahlreichen Ausflüge wäre man ohne ein eigenes Fahrzeug stark eingeschränkt gewesen. Wir entschieden uns für Dirt Cheap Car Rental in San Diego, und diese Entscheidung kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Die Preise waren im Vergleich zu allen anderen Anbietern unschlagbar niedrig, die Autos zuverlässig und die Abwicklung unkompliziert. Wir erhielten ein Fahrzeug der Kompaktklasse (z. B. Kia Forte oder Toyota Corolla), das perfekt für lange Strecken und Roadtrips geeignet war. Ohne das Auto wären viele unserer Reisen nicht möglich gewesen.

Kosten & Finanzierung

Hier eine vollständige, transparente Übersicht aller Kosten des Auslandssemesters:

 

Universität 

Studiengebühren: 6.900 USD (5.934 EUR)

Gebühr Extra-Unit (Laborkurs): 370 USD (318,20 EUR)

Bewerbungsgebühr: 150 USD (129 EUR)

Unterkunft (on campus): 7.300 USD (6.278 EUR)

Unterrichtsmaterial: 85 USD (73,10 EUR)

 

Visum

Antragsgebühr: 185 USD (159,10 EUR)

Sevis: 350 USD (301 EUR)

 

Versicherung und Mobilität 

Auslands-KV: 370 EUR

Flugzeug: 925 EUR

Autovermietung pro Person (2. Personen): 1.600 USD (1.376 EUR)

 

Kosten vor Ort

Alle Kosten inkl. Reisen: 6.300 USD (5.418 EUR)

 

Gesamtkosten USA: 21.281,40 EUR

 

Wichtig zu erwähnen: Man kann das Semester deutlich günstiger gestalten, wenn man weniger reist und seltener größere Trips unternimmt. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, so viel wie möglich zu sehen, weshalb die Kosten vor Ort etwas höher sind.

Persönliches Fazit

Mein Auslandssemester an der CSUN war eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens. Die Mischung aus einem modernen, lebendigen Campus, inspirierenden Kursen, internationalen Kontakten und der unglaublichen Vielfalt Kaliforniens war einzigartig.

 

Besonders prägend waren die vielen Reisen, die sozialen Erfahrungen im Student Housing und die Offenheit der amerikanischen Studierenden. Die Zeit in Los Angeles hat mich sowohl fachlich als auch persönlich enorm weiterentwickelt.

 

Ich kann jedem Studierenden, der über ein Auslandssemester nachdenkt, die CSUN uneingeschränkt empfehlen. Man erlebt dort nicht nur akademisch wertvolle Inhalte, sondern taucht in eine völlig neue Lebensweise ein – geprägt von Internationalität, Natur, Kultur und unvergesslichen Begegnungen.

 

Dieses Semester wird mir in jeder Hinsicht in Erinnerung bleiben.