Forbes America’s Best Value Colleges Ranking

Bereits seit 2008 führt das US-Wirtschaftsmagazin Forbes gemeinsam mit dem Center for College Affordability and Productivity (CCAP) eine nationale Rangliste mit „America’s Top Colleges“. Ein Teil dieses Rankings ist das sogenannte „America’s Best Value Colleges“, für das Forbes seit 2016 eine neue Methodik entwickelt hat. Bei diesem Ranking steht eine Frage im Vordergrund: Welche Hochschule ist die Investition wert und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis? Forbes und das CCAP haben über 650 Hochschulen auf diesen Aspekt hin überprüft: Große Forschungsuniversitäten, führende Liberal Art-Colleges, sowohl private als auch öffentliche Hochschulen. Die besten 300 Hochschulen erhielten eine Platzierung im online veröffentlichten „America’s Best Value College“-Ranking.

Das America’s Best Value Colleges Ranking von Forbes: Methodik

Die University of California Berkeley hat nicht nur einen herausragenden Ruf: Tatsächlich lohnt sich hier ein Studium auch in finanzieller Hinsicht!

Gemeinsam mit dem Center for College Affordability and Productivity (CCAP) hat Forbes Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt, um die Hochschulen mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis zu ermitteln. Die Methodik besteht aus einer Formel aus fünf allgemeinen Kategorien und ihren prozentualen Gewichtungen, dividiert durch die Studiengebühren (Brutto):

Qualität (35%) + Abbruchrisiko (15%) + Studiendauer (15%) + Alumni-Gehälter (25%) + Alumni Skills (10%) / Brutto Studiengebühren

Folgende Kategorien fließen in das Ranking ein:

  • Qualität (35%): Basierend auf dem Forbes Top Colleges Ranking von 2015 mit folgender Methodik:
    • Studierendenzufriedenheit (25%) mit Daten aus Social Media-Bereichen, wie Facebook und RateMyProfessors.
    • Erfolg nach dem Abschluss (32,5%): Gehälter (10 %), Forbes America’s Leaders List (22,5%)
    • Verschuldung der Studenten (25%)
    • Abschlussquote
    • Akademischer Erfolg der Studenten (10%): Anteil der Studenten mit anerkannten Stipendien (7,5%) und Anteil der Studenten, die ihr Studium mit einem Ph.D. fortsetzen (2,5%)
  • Abbruchrisiko (15%): Basierend auf Daten des Integrated Postsecondary Education Data System (IPED)
    • Anteil der Studenten, die ihren Abschluss nicht innerhalb von sechs Jahren erreichen. Erreichen beispielsweise 80% eines Jahrgangs innerhalb von sechs Jahren ihren Abschluss, dann verbleiben 20%, die in den Faktor „Abbruchrisiko“ einfließen.
  • Studienzeit / Abschlusserfolg (15%):
    • Forbes blickt gleichermaßen auf die IPEDS-Daten in Bezug auf die durchschnittliche Anzahl an Jahren, die Studierende, die innerhalb von sechs Jahren ihren Abschluss erreichen, für den Abschluss benötigen. Eine hervorragende Hochschule hat einen Durchschnitt von vier Jahren, eine weniger erfolgreiche Hochschule beispielsweise einen Durchschnittswert von 5,7 Jahren.
  • Alumni-Gehälter (25%): Basierend auf Daten von PayScale und der U.S. Department of Education College Scorecard
    • Forbes verwendet hier ein eigenes gemischtes Modell, um die „mid-career earnings“ (Einkommen im mittleren Karriereabschnitt, nach zehn Jahren Arbeit) zu berechnen.
      • PayScale ist zwar Marktführer in Bezug auf globale Daten bezüglich zum Einkommen, allerdings basieren diese Daten auf Eigenangaben.
      • Die College Scorecard basiert auf Steuererklärungen und bezieht die Daten nur von ehemaligen Studenten, die staatliche, finanzielle Unterstützung erhalten haben.
  • Alumni Skills / Mehrwert (10%): Basierend auf einer von Brookings entwickelten Formel für ein Ranking-System, das sich auf den Mehrwert bezieht, den eine Hochschule bietet.
    • Der Mehrwert ist die Differenz zwischen dem tatsächlichen „mid-career“-Einkommen der Alumni und dem geschätzten Einkommen auf Grundlage von Studentencharakteristiken (Vorbildung, Rasse und Ethnie, Familieneinkommen) sowie des Hochschultyps (Lage der Hochschule, Niveau der Abschlüsse etc.)

Die oben aufgezählten Kategorien werden durch die Brutto Studiegebühren der Hochschule dividiert. Hiermit sind alle Gebühren gemeint, die mit dem Besuch der Hochschule anfallen (keine Lebenshaltungskosten). Bei öffentlichen Hochschulen wurden die unterschiedlichen Gebühren bei „in-state“ und „out-state“ mitberücksichtigt: Hat ein College z.B. 5% Out-state-Studenten, während ein anderes 25% hat, so wird dies auch die Berechnung der Studiengebühren beeinflussen. Die Daten zu den Studiengebühren werden ebenfalls vom IPEDS (Integrated Postsecondary Education Data System) zur Verfügung gestellt.


Auszug aus America’s Best Value Colleges Ranking

In diesem besonderen Ranking sind im Jahr 2016 mehr als 50 staatliche Hochschulen vertreten. Sieben Public Colleges dominieren die Top 10, wie die University of California, Berkeley, die University of Florida, die University of California, Los Angeles oder die University of California, San Diego. Diese Unis haben nicht nur einen guten Ruf, sie sind ebenfalls ein “Great Deal”.

Gehört ebenfalls zu den Besten im Forbes Best Value Colleges Ranking: Die UC San Diego.

Top 10

1. University of California, Berkeley
2. Brigham Young University
3. University of Florida
4. University of California, Los Angeles
5. University of California, San Diego
6. Massachusettes Institute of Technology
7. University of Illinois, Urbana-Champaign
8. Georgia Institute of Technology
9. Harvard University
10. University of California, Irvine


Partnerhochschulen von College Contact in den Top 100

23. University of Washington
25. University of California, Santa Barbara
26. University of California, Davis
56. University of Chicago
76. University of Minnesota
86. Boston University

Weitere College Contact-Partnerhochschulen im Ranking

118. Michigan State University
178. University of Denver
188. University of San Diego
259. Northeastern University
280. Embry-Riddle Aeronautical University, Daytona Beach
290. University of California, Riverside


Bewertung des America’s Best Value Colleges Ranking

Im Gegensatz zu vielen anderen Rankings spielt das jeweilige Renommee der Hochschule oder ihre Forschungsintensität beim Forbes-Ranking keine Rolle – was in diesem Fall zu Ergebnissen führt, die vielleicht auf dem ersten Blick überraschen: Die Top Best Value Colleges sind nicht die privaten, an der Ostküste angesiedelten und vor 1800 gegründeten Universitäten. Hier sind es die vergleichsweise jungen und öffentlichen Einrichtungen an der Westküste, die vor allem auf die MINT-Fächer fokussiert sind, die besonders gut abschneiden. Allen voran: Das University of California System.

Positiv zu beurteilen ist die Tatsache, dass sich die Indikatoren in erster Linie auf die Studierenden beziehen, wobei diese selbst, sei es über Facebook oder die Plattform RateMyProfessor, zu Wort kommen. Ebenso fließen so ausschlaggebende Faktoren wie Verschuldung und spätere Verdienstmöglichkeiten in Bezug auf die Höhe der Studiengebühren mit ein. Faktoren, die in anderen Rankings in aller Regel überhaupt keine Rolle spielen.

Das Ranking nimmt eine allgemeine Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses US-amerikanischer Hochschulen vor. Konkrete Aussagen über die Qualität der Lehre und Forschung oder über die Qualität bestimmter Fachbereiche leistet es dabei allerdings nicht.

Website Forbes America’s Best Value Colleges Ranking:
http://www.forbes.com/sites/chasewithorn/2016/03/29/the-full-list-of-forbes-best-value-schools-2016