Vorbereitung & Bewerbung
Ein Auslandssemester stand für mich schon lange fest. Als sich dann die Möglichkeit ergeben hat, zusammen mit drei Kommilitonen nach Barcelona zu gehen, war die Entscheidung schnell getroffen. Barcelona vereint für mich alles, was ich mir von einem Auslandsaufenthalt erhofft habe: Großstadt, Meer, Sonne und ein internationales Umfeld.
Die Bewerbung lief über College Contact und war deutlich unkomplizierter, als ich erwartet hatte. Man bekommt feste Ansprechpartner, klare Checklisten und genaue Infos dazu, welche Unterlagen gebraucht werden. Gerade weil spanische Universitäten online oft nicht besonders übersichtlich sind, war das extrem hilfreich. Kurswahl, Einschreibung und Fristen wurden transparent erklärt, und ich hatte während des gesamten Prozesses das Gefühl, gut begleitet zu sein.
Auch Rückfragen wurden schnell beantwortet, was den Bewerbungsprozess deutlich entspannter gemacht hat.
Wohnungssuche & Ankommen
Die Wohnungssuche in Barcelona ist ehrlich gesagt einer der stressigsten Teile eines Auslandssemesters dort. Der Markt ist teuer, viele Angebote auf Plattformen wie Idealista sind entweder sofort weg oder unseriös. Wir haben unsere WG schließlich über Housing Anywhere gefunden. Das war zwar etwas teurer, dafür aber sicher und zuverlässig.
Wir haben zu viert in der Nähe des Camp Nou gewohnt. Die Gegend war gut angebunden, sodass wir schnell in der Innenstadt oder an der Uni waren. Pro Person haben wir etwa 700 € im Monat gezahlt – und das ist in Barcelona eher normal als teuer. Wer eine halbwegs gute Lage möchte, sollte mit ähnlichen Kosten rechnen.
Zu viert zu wohnen war für mich ideal. Gerade in den ersten Wochen, wenn alles neu ist, ist es sehr hilfreich, nicht allein zu sein. Man kann gemeinsam einkaufen, kochen, die Stadt entdecken und sich bei Uni-Stress gegenseitig unterstützen.
Ein Punkt, den man wissen sollte: Viele Wohnungen in Barcelona sind schlecht isoliert. Im Winter wird es nachts oft überraschend kalt, und hellhörig sind die meisten Wohnungen auch. Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder für eine WG entscheiden.
Studium an der UAB
Der Campus für internationale Studierende liegt mitten in Barcelona, in einem historischen Gebäude nahe der Sagrada Familia. Das war für mich ein großer Pluspunkt, weil man nicht jeden Tag lange pendeln muss.
Das Studiensystem unterscheidet sich deutlich von dem in Deutschland. Es gibt kaum klassische Vorlesungen, sondern viel Gruppenarbeit, Diskussionen, Präsentationen und regelmäßige Abgaben. Das sogenannte „Continuous Assessment“ bedeutet, dass man über das ganze Semester hinweg bewertet wird. Dadurch bleibt man zwar konstant beschäftigt, dafür sind die Prüfungen am Ende aber weniger stressig.
Ich habe folgende fünf Kurse belegt:
Managerial Skills
In diesem Kurs ging es viel um Teamarbeit, Kommunikation und persönliches Auftreten. Wir hatten ein Midterm-Examen und ein Final-Examen. Zusätzlich musste man jede Woche aktiv an Diskussionen teilnehmen, sich mit anderen austauschen und kleine Gruppenaufgaben bearbeiten. Alle paar Wochen gab es außerdem kleinere Abgaben. Der Kurs war sehr interaktiv und hat einen wirklich dazu gebracht, sich selbst und die Dynamik im Team besser zu verstehen.
E-Commerce and Online Businesses
Hier haben wir in Gruppen eine eigene E-Commerce-Website aufgebaut. Jede Gruppe durfte selbst entscheiden, welches Unternehmen sie gründen möchte. Während der Vorlesungen wurde uns Schritt für Schritt gezeigt, wie man eine Website erstellt, Produkte integriert und Online-Marketing nutzt. Das Gelernte konnte man direkt auf die eigene Seite anwenden. Bewertet wurden wir über drei angekündigte Knowledge-Check-Quizzes, eine Midterm-Präsentation und eine Final-Präsentation.
International Marketing Strategies
In diesem Kurs haben wir ein reales Unternehmen analysiert, das in einen neuen Markt expandieren wollte. Es gab ein schriftliches Paper, ein Midterm-Examen mit Multiple-Choice- und offenen Fragen sowie ein Final-Examen mit einer offenen Frage. Zusätzlich mussten wir eine Midterm- und eine Final-Präsentation in Gruppen halten.
Managing Services
Dieser Kurs war etwas klassischer aufgebaut. Wir hatten eine Midterm-Klausur auf Papier (Multiple Choice), eine Midterm-Präsentation sowie eine Final-Präsentation. Zwischendurch gab es außerdem kleinere Abgaben. Die Bewertung war hier etwas strenger als in den anderen Kursen.
Entrepreneurship
Dieser Kurs war sehr praxisnah. In Gruppen haben wir ein eigenes Start-up aufgebaut. Jede Woche gab es eine neue Challenge, zum Beispiel zur Idee, zum Geschäftsmodell oder zur Vermarktung. Diese Aufgaben mussten jeweils am Ende der Vorlesung abgegeben werden. Am Ende wurde das Start-up präsentiert, und aus den wöchentlichen Challenges und der Präsentation ergab sich die Gesamtnote.
Insgesamt waren alle Kurse gut machbar, solange man kontinuierlich mitarbeitet. Gute Noten sind definitiv realistisch.
Alltag in Barcelona
Barcelona ist extrem lebendig, international und abwechslungsreich – gleichzeitig sollte man aber auch vorsichtig sein. Taschendiebstahl ist ein echtes Problem. Mir wurde mein Geldbeutel aus dem Rucksack gestohlen, obwohl ich ganz normal durch die Stadt gelaufen bin. Danach habe ich meine Wertsachen nur noch vorne getragen. Das würde ich wirklich jedem empfehlen.
Für den Alltag ist das T-Jove-Ticket perfekt. Damit kann man unbegrenzt Metro, Bus und Zug fahren, auch ins Umland.
Ich war im Fitness Park angemeldet. Die Studios sind modern, aber oft sehr voll. Ich habe im ersten Monat 89 € inklusive Anmeldung gezahlt, danach 37 € pro Monat. Wichtig ist, rechtzeitig zu kündigen, sonst zahlt man automatisch weiter.
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Cafés, Essen & Reisen
Barcelona ist ideal, wenn man gerne in Cafés sitzt – zum Lernen oder einfach zum Abschalten. Meine Favoriten waren Aromme, Café Forno, Garbi Café, Anapana Coffee und Bloome by Sasha.
Auch kulinarisch hat die Stadt viel zu bieten. Besonders gut fand ich Petit Tapas, Honest Greens, La Patxoca, Ramen Tan Tan und Btao.
An den Wochenenden haben wir die Zeit genutzt, um zu reisen. Wir waren an der Costa Brava, auf Mallorca, Menorca und sogar in Marrakesch. Von Barcelona aus kommt man schnell und relativ günstig an viele Orte.
Fazit
Mein Auslandssemester in Barcelona war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Ich habe fachlich viel gelernt, vor allem aber auch persönlich. In einer neuen Stadt, auf einer anderen Sprache und in einem internationalen Umfeld zurechtzukommen, war eine unglaublich wertvolle Erfahrung.
Ich würde jedem, der Studium, Sonne, Stadtleben und Reisen kombinieren möchte, ein Semester an der UAB empfehlen.
Do’s & Don’ts
Do’s
- T-Jove-Ticket kaufen
- Cafés zum Lernen nutzen
- Wochenenden zum Reisen verwenden
Don’ts
- Wertsachen im Rucksack auf dem Rücken tragen
- Nur in Touristenrestaurants essen
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