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Università Cattolica del Sacro Cuore
Erfahrungsbericht

von Leonie Z.

18
Dez.
2025

Informationen

Hochschule: Università Cattolica del Sacro Cuore
Stadt: Mailand
Land: Italien
Studienrichtung: International Relations and Management
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2025 bis 12/2025
Heimathochschule: Fachhochschule Regensburg

Bewertungen

Hochschule:
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Studieninhalte:
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Studienbedingungen:
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Freizeit:
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Spaß:
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Gesamtbewertung:
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Fotos (7)

Milano, per amore

 

Mailand, September 2025: Sonne, Aperitivo, Straßen voller Modebewusster, der Duft von Espresso in jeder Ecke, Vespas, die durch die Gassen surren, Fiats Topolino, die scheinbar ein Eigenleben haben, Passanten, die dich minutenlang anstarren, und ich mittendrin, mit meinem Koffer zwischen Duomo und Porta Ticinese, bereit für ein Semester, das alles andere als gewöhnlich werden sollte. Genau hier startete mein Auslandssemester an der Università Cattolica del Sacro Cuore, mitten im Herzen Mailands, eine der angesehensten Privatuniversitäten Italiens, die mich nicht nur akademisch, sondern auch kulturell komplett gefordert und bereichert hat.

Bewerbung

Der Bewerbungsprozess über College Contact war sehr strukturiert und hat mir enorm geholfen, den Überblick zu behalten. Von Anfang an hatte ich eine persönliche Ansprechpartnerin, Stefanie, die mir jeden Schritt genau erklärt hat – von der ersten Informationsphase bis zur finalen Kurswahl. Zunächst habe ich mich online über College Contact beworben, woraufhin sie mir die nötigen Unterlagen, Fristen und Tipps zusammengestellt hat. Dann musste ich mich um Formalitäten wie Sprachzertifikat, Abitur- und Uni-Zeugnisse, Krankenversicherungsnachweis und den Codice Fiscale* kümmern.

 

College Contact unterstützte mich auch bei der Kommunikation mit der Gastuniversität, etwa bei der Online-Einschreibung, der Kurswahl und beim Learning Agreement, das von meiner Heimatuni unterschrieben und an die Università Cattolica weitergeleitet wurde. Durch diese Begleitung fühlte ich mich jederzeit gut aufgehoben und wusste, dass ich bei Problemen oder Fragen jemanden habe, der sich mit den Abläufen vor Ort auskennt.

 

(*Der Codice Fiscale, also der italienische Steuer-Code, wird einem von der Uni zunächst vorläufig inoffiziell ausgestellt, muss dann aber noch offiziell bestätigt werden. In meinem Fall habe ich den entsprechenden Antrag dazu online ans italienische Konsulat München geschickt und anschließend offiziell zugeteilt bekommen. Den Codice braucht man nämlich für sämtliche administrative Vorgänge in Italien!)

Wohnungssuche

Die Wohnungssuche in Mailand war dank Uniplaces erstaunlich unkompliziert. Ursprünglich wollte ich ein WG-Zimmer aus Preisgründen nehmen, doch schon beim Blick auf die zentral gelegenen Angebote in Uni-Nähe wurde klar: Diese lagen preislich zwischen 700 und 1.100 Euro – kaum günstiger als ein eigenes Studio, dafür mit weniger Privatsphäre. Also habe ich mich direkt nach einem monolocale, einem Einzimmer-Studio, umgesehen – und fündig geworden.

 

Mein Apartment lag zwischen Duomo und Porta Ticinese, in einem schnuckeligen, alten Mailänder Haus. Die Wohnung selbst war gemütlich, die Fenster etwas luftig, aber ansonsten perfekt für mein Semester. Der Vermieter vermietet gewerblich mehrere Apartments in diesem Haus, alles sehr professionell organisiert, und es gab sogar einen Custode, also eine Hausmeisterin, die sich um alles kümmerte. Im Dezember hatte sie sogar einen kleinen Christbaum aufgestellt, was dem Haus einen besonders charmanten Touch verlieh.

 

Auch die Lage war unschlagbar: 15–20 Minuten zu Fuß zur Uni, Supermärkte wie Carrefour und Esselunga in der Nähe, U-Bahn-Stationen schnell erreichbar, und man war mittendrin im lebendigen Mailand, ohne den ganzen Trubel direkt vor der Haustür zu haben. Rückblickend war es eine perfekte Entscheidung, auf ein eigenes Studio zu setzen – sowohl von der Privatsphäre als auch von der Lage her – und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Kurse und Uni

Akademisch war das Semester intensiv und praxisnah. Zwar ist es „fachlich“ nicht unbedingt schwieriger als in Deutschland, aber dadurch, dass man in dem mit nur 3 Monaten doch recht kurzen Semester zahlreiche Abgaben & midterm exams & final exams hatte, war es sehr zeitintemsiv. Und zudem belegte ich fünf Kurse, jeder mit 6 ECTS, die unterschiedlicher nicht hätten sein können:

 

Luxury Business Insights: Hier ging es tief in die Welt der Luxusbranche, besonders Fashion und Schmuck. Die Professorin war selbst Schmuckdesignerin, dazu Gastvorträge von Vacheron Constantin und Moschino. Das Highlight war das Abschlussprojekt „Luxury Brand x Gen Z“, das sogar an Azimut Yachts weitergeleitet wurde – Ideen, die realistisch umgesetzt werden könnten.

 

Personal Marketing: Selbsterkenntnis, Elevator-Pitches, Open-Book-Klausur – ein Kurs, der zeigte, wie wichtig es ist, die eigenen Stärken überzeugend zu präsentieren.

 

Digital Marketing Principles: Online-Strategien, Social Media, Gastvorträge von Oris und Nestlé Italia. Besonders spannend: ein Abschlussprojekt zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen von Nestlé.

 

Entrepreneurial Finance: Finanzplanung, Business Pitches, Investorenrecherche – der arbeitsintensivste Kurs, der mir aber das Gefühl gab, wirklich praxisnah für die Wirtschaftswelt vorbereitet zu sein.

 

Discovery of Italy through its Culinary Traditions: Der charmanteste Kurs, der italienische Kultur nicht nur theoretisch vermittelte, sondern auch praktisch beim Kochen erlebbar machte – inklusive einer Kochprüfung und einer finalen Gruppe-Präsentation (wir wählten das Thema „The Role of Olive Oil in Italy‘s History and Identity“).

 

Die Betreuung vor Ort war top. Professoren sind jederzeit per E-Mail erreichbar, holen sich vor jeder Vorlesung erst mal einen Espresso, und man kann problemlos Fragen stellen. Italienische Studierende trifft man im International Curriculum allerdings selten, der Kontakt entsteht eher durch Erasmus-Treffen oder private Initiativen. Es bestünde aber die Möglichkeit Kurse aus dem Academic Curriculum zu wählen. Dieses ist das „normale“ Kursangebot im Rahmen der Bachelor- und Masterstudiengänge der Italiener. Allerdings dauert das Semester dann bis etwa Ende Januar/Anfang Februar und das war mir dann doch etwas zu lang, weshalb ich mich dagegen entschieden habe. Dadurch bestanden meine Kurse dann ausschließlich aus internationalen Studierenden und die Kurssprache war stets Englisch. Beim Academic Curriculum hätte man auch Kurse auf Italienisch haben können. Und apropos Italienisch: die Uni bietet auch spezielle Italienisch-Sprachkurse an, die aber 2 mal die Woche Spätabends stattgefunden haben. Deshalb und auch weil ich an meiner Heimatuni schon Italienisch hatte, habe ich keinen Sprachkurs belegt.

Leben in Milano – Do‘s & Dont‘s

Und ja, Mailand selbst ist ein Erlebnis. Do’s & Don’ts, die man kennen sollte: Niemals in Jogginghose einkaufen gehen, bloß nicht zu langsam am Bürgersteig schlendern, die Mailänder starren gerne lange einen an, Parksünder haben Hochkonjunktur, und man bezahlt im Restaurant nicht am Tisch, sondern an einem Kassen-Counter. Vorsicht vor Pickpockets, besonders an U-Bahn-Ausgängen und belebten Plätzen– mir wurde fast die Geldbörse geklaut, als weit und breit eigentlich niemand war. Auf der positiven Seite lieben die Italiener Hunde, so dass mein Hund, der mal zu Besuch war, sofort das Highlight aller war.

Freizeit

Die Freizeitmöglichkeiten sind schier unbegrenzt: San Siro für Fußballfans (dort war ich 2 Mal; ob Inter oder AC Milan ist eine Glaubensfrage!), Montenapoleone für Modebegeisterte, Navigli und Corso Garibaldi für Aperitivo-Abende (auch 1 Mal mit unserer Professorin zum Abschluss), Parco Sempione, Giardino Indro Montanelli und Biblioteca degli Alberi für ruhige Momente, Museen ohne Ende – Museo della Scienza e Tecnologia, Museo del Novecento, Pinacoteca di Brera, ADI Design Museum, … – und wer sich für Events interessiert, erlebt hier Fashion Week, Design Week und Beauty Week hautnah. Für spontane Wochenendtrips lohnt sich Ryanair, easyJet oder Wizz Air, Flüge nach München ab Milano-Linate schon ab 70 Euro, andere italienische/internationale Städte zwischen 20 und 60 Euro.

 

Und auch mit dem Zug lässt sich Mailand perfekt als Ausgangspunkt für Entdeckungen nutzen: So war ich etwa auf der Rennstrecke in Monza – zwar kein Renntag, aber im Rahmen einer Tour durfte man mit dem Mini-Van über die Strecke fahren, was echt ein Highlight war. Parma lockte mit einer Schinkenverkostung, Turin mit Schokolade und dem beeindruckenden Automuseum, Pavia überraschte klein, aber oho, Bergamo beeindruckte mit seiner Altstadt hoch über der Neustadt. Und für entspannte Tage am Wasser sind der Gardasee, Peschiera und Desenzano, innerhalb von nicht mal einer Stunde erreichbar, ideal. Viele meiner Freunde haben noch weitere Trips unternommen, etwa nach Venedig, Nizza, Rom oder in die Dolomiten. Ich selbst habe mich eher auf die kleineren Juwele in der Umgebung konzentriert, da ich ohnehin häufig in Italien unterwegs bin und die großen Highlights schon kannte – so konnte ich Orte entdecken, an die man sonst selten für einen kurzen Ausflug fährt.

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Kosten

Auch die Lebenshaltungskosten in Mailand sollte man realistisch einplanen. Für Lebensmittel habe ich etwa 300 Euro pro Monat ausgegeben, hauptsächlich in Supermärkten wie Carrefour, Esselunga oder Pam. Discounter wie Aldi oder Lidl sind leider nicht so zentral gelegen, daher eher unpraktisch für den täglichen Einkauf für mich gewesen. Wer gerne auswärts isst, sollte zusätzlich 100 bis 150 Euro pro Monat einplanen – ein Cappuccino oder Espresso kostet zwischen 1 und 2 Euro, ein Mittagessen in einer Trattoria rund 10 bis 15 Euro, ein Aperitivo in Navigli oder Corso Garibaldi meist 8 bis 15 Euro inklusive Buffet.

 

Mailand bietet kulinarisch wirklich alles: von klassischer italienischer Küche wie Pasta, Risotto alla Milanese oder Cotoletta alla Milanese bis hin zu internationalen Restaurants und kleinen Cafés. Besonders spannend fand ich, dass man bei einem Aperitivo oft für den Preis des Getränks auch ein kleines Buffet mit Snacks und Vorspeisen bekommt – perfekt, wenn man die Mittagspause mal verlängern oder Freunde abends treffen möchte. Wer das italienische Leben wirklich spüren will, sollte sich außerdem trauen, mit den Einheimischen zu plaudern, denn das macht den Alltag nicht nur leichter, sondern hilft auch, die Sprache zu üben und sich in der Stadt schnell heimisch zu fühlen.

 

Und da wir von Kosten reden: Als Freemoverin musste ich auch die Studiengebühren ganz normal bezahlen, die bei mir bei 4500 Euro lagen. Diese konnte ich aber durch ein Stipendium vom DAAD fast vollständig abdecken.

Fazit

Die größte Herausforderung war die schiere Größe und Geschwindigkeit Mailands: dichte Vespas, endlose Menschenmengen, Smog und der Druck, immer am Puls der Stadt zu bleiben. Aber genau darin lag auch der Reiz – man lernt, schnell zu agieren, flexibel zu sein und die italienische Lebensart zu genießen. Neben all den akademischen und kulturellen Highlights hat sich auch mein Italienisch spürbar verbessert. Anfangs habe ich mich oft gescheut, die Sprache aktiv zu benutzen, aber durch alltägliche Situationen – Einkäufe, Friseurbesuche, U-Bahn-Fahrten, Gespräche mit Nachbarn oder im Supermarkt – wurde ich zunehmend sicherer. Mittlerweile kann ich mich deutlich confidenter im Alltag auf Italienisch verständigen, was das Leben in Mailand noch authentischer und einfacher gemacht hat.

 

Mein Fazit: Das Auslandssemester an der Università Cattolica del Sacro Cuore war fachlich, kulturell und persönlich eine unglaublich bereichernde Erfahrung. College Contact hat mich perfekt unterstützt, die Uni bot ein praxisnahes, internationales Curriculum, die Stadt Mailand war eine ständige Inspirationsquelle, und die Kombination aus Arbeit, Kultur und Spaß war einfach einmalig. Wenn ich könnte, würde ich es sofort wieder so machen.