13 Apr
Erfahrungsbericht von Stefan R.

University of California San Diego

Stadt: San Diego
Land: USA
Kontinent: Nordamerika
Studienrichtung: Luft- und Raumfahrttechnik
Studientyp: Auslandssemester
Zeitraum: 09/2011 bis 03/2012

Hochschule:
Studieninhalte:
Studienbedingungen:
Freizeit:
Spaß:
Kosten:
Gesamtbewertung:

Bewerbung

Der Bewerbungsprozess für ein Quarter (ca. 10 Wochen) über College-Contact.com läuft problemlos und schnell ab. Nur für den Antrag auf ein Visum bei der amerikanischen Botschaft sollte man etwas Zeit einplanen.

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Die Studiengebühren mit derzeit knapp 7200$ pro Quarter(!) sind recht hoch. Dazu kommen noch weitere Ausgaben z.B. für Bücher, die in den USA schnell mal 100-200$ pro Buch betragen können. Die Kosten für Lebensmittel etc. sind auch nicht zu unterschätzen.


Universität

Die ersten Tage an der UCSD sind im Allgemeinen sehr stressig, da man sich die Kurse nicht vorher aussuchen kann, sondern zu den ersten Terminen hingeht und auf freie Plätze und eine Unterschrift des Professors hoffen muss. Daher sollte man die ersten zwei, drei Wochen mehr Kurse besuchen, als man eigentlich benötigt, bis man seine Kurse fest eingetragen hat. Dies gilt im Besonderen für beliebte Studiengänge wie Economics etc. Als Ingenieur hat man diese Probleme nicht, ich habe die ersten drei Kurse direkt bekommen.

Ungewohnt für mich war in der ersten Zeit, dass man auch während des Semesters (Quarters) arbeiten muss. Man bekommt im Prinzip jede Woche Hausaufgaben auf, die auch mit in die Endnote einfließen (je nach Fach zwischen 20-40%). Nach etwa 4-5 Wochen stehen dann die Midterms an, also Prüfungen über den Stoff der ersten Wochen. Der Vorteil der Hausaufgaben war für mich, dass ich mich regelmäßig mit dem Stoff beschäftigt habe, so dass ich mich nicht weiter auf die Prüfungen vorbereiten musste. Dies ist sehr praktisch, da alle Midterms in derselben Woche oder teilweise sogar am selben Tag liegen. Selbiges gilt für die Finals, die in der Woche nach Vorlesungsende geschrieben werden.

Das Niveau der Kurse kann ich natürlich nur für meinen Fachbereich (Mechanical and Aerospace Engineering an der UCSD bzw. Luft- und Raumfahrttechnik an der RWTH Aachen) vergleichen. Nach zwei Quartern kann ich feststellen, dass das Niveau an der amerikanischen Uni viel niedriger ist als an meiner Heimatuniversität, obwohl die UCSD und der MAE-Fachbereich als einer der Besseren in Kalifornien gilt. Das einzig Schwierige ist das Imperial System, an das ich mich während meines gesamten Aufenthalts nicht gewöhnen konnte.


Sonstiges

Die UCSD besitzt den Ruf einer Universität für „geeks“, was für die einheimischen Studenten auch meistens zutrifft. Diese schließen sich die meiste Zeit zu Hause mit ihren Büchern ein. Die besten Kontakte knüpft man mit ausländischen Studenten. Die UCSD liegt im Norden von San Diego, in La Jolla. Wenn man nach Clubs oder Partys sucht, ist man hier leider falsch. Die UCSD und Umgebung ist eher als Lernfabrik zu betrachten. Zum Feiern sollte man nach Pacific Beach oder Downtown fahren. Dort gibt es viele und auch gute Clubs. Nur die Taxikosten von 20$ bzw. 40$ sind recht hoch. Öffentlicher Nahverkehr durch San Diego ist nahezu nicht existent. Nur rund um die Uni existieren Shuttlebusse, die sehr praktisch sind. Deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man sich nicht ein Auto kauft und evtl. nach Pacific Beach zieht. Oder man macht einen Motorradführerschein (Kostenpunkt 32$).

Ein weiteres Highlight von San Diego ist natürlich die geographische Lage am Pazifik. Sehr zu empfehlen sind hier die Surfkurse vom Mission Bay Aquatic Center. Der Vorteil besteht darin, dass man sich für einen Surfkurs anmeldet, der einmal die Woche stattfindet, man aber zu jedem anderen Kurs gehen kann, solange dort genug Platz ist (was eigentlich immer der Fall ist).

Weiterhin sollte man die üblichen Ausflugsziele nicht verpassen (LA, San Francisco, Las Vegas, Grand Canyon, etc.). Ein weiteres sehr schönes Wochenende hatte ich in Mexico, obwohl die Amerikaner einen davor warnen, weil es zu gefährlich sei. Wenn man allerdings etwas weiter nach Süden fährt (z.B. Ensenada, ca. 2 Autostunden), merkt man nichts von der „Gefahr“. Sehr schöne Strände, sehr nette Menschen und sehr gutes (und scharfes) Essen. Würde ich immer wieder machen. Nur die Rückreise in die USA dauert recht lange, weil man Ewigkeiten an der Passkontrolle warten muss.


Fazit

Alles in allem kann ich ein Auslandssemester im Allgemeinen nur empfehlen. Mich hat es persönlich sehr viel weitergebracht und ich würde es immer wieder machen. Ob ich nochmal zur UCSD gehen würde, weiß ich nicht genau. Natürlich konnte ich stofflich einiges mitnehmen und der Lernaufwand war auch nicht sehr hoch, aber die soziale Komponente ist an der UCSD nicht sehr stark ausgeprägt z.B. im Vergleich zur San Diego State University. Jeder muss hier für sich selber entscheiden, ob er lieber an einer etwas „besseren“ Uni studieren möchte (UCSD) oder an der sogenannten „Partyuni“ (SDSU). Egal wie man sich entscheidet, San Diego ist auf jeden Fall einer der besten Plätze der Welt!