Motivation und Ziele
Für mich stand schon früh fest, dass ich während meines Masterstudiums ein Auslandssemester machen möchte. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben, ein neues Hochschulsystem kennenzulernen und dabei sowohl fachlich als auch persönlich neue Erfahrungen zu sammeln. Die USA haben mich dabei besonders interessiert, weil ich schon immer erleben wollte, wie das amerikanische Universitätssystem aufgebaut ist. Und sind wir mal ehrlich: Ein Semester in Kalifornien am Strand zu leben, ist ein ziemlich überzeugendes Argument!
Die San Diego State University hat mich vor allem durch ihren guten Ruf im Bereich Business und den starken Praxisbezug der Lehrveranstaltungen überzeugt. Außerdem fand ich die internationale Atmosphäre auf dem Campus und die Lage in San Diego sehr attraktiv. Ich hatte mir vorgenommen, mein Studium aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und meine Englischkenntnisse im akademischen Alltag zu verbessern. Gleichzeitig war es mir wichtig, mich persönlich weiterzuentwickeln und die Erfahrung zu machen, für mehrere Monate weit weg von zu Hause zu leben.
Kurswahl
Während meines Aufenthalts habe ich ausschließlich Business-Kurse belegt. Besonders positiv fand ich, dass alle Lehrveranstaltungen sehr praxisnah gestaltet waren.
Der Kurs Organizational Behavior and Leadership (BA 673) war besonders interessant. Neben den theoretischen Grundlagen zu Führung und Organisationsverhalten wurden regelmäßig kleine Online-Simulationen durchgeführt. Diese Simulationen haben ermöglicht, verschiedene Führungssituationen praktisch zu erleben und die theoretischen Inhalte deutlich besser zu verstehen.
Im Kurs Managing the Growing Firm (MGT 744) stand vor allem Gruppenarbeit im Mittelpunkt. Jede Gruppe arbeitete mit einem Start-up-Unternehmen zusammen und entwickelte Strategien, wie dieses nachhaltig wachsen kann. Durch die enge Zusammenarbeit konnten wir viele praxisnahe Erfahrungen sammeln.
Der dritte Kurs war Project Planning and Management (MIS 697). Hier bestand die Prüfungsleistung aus mehreren Quizzes während des Semesters sowie einem abschließenden Projekt. Dadurch war man kontinuierlich mit den Inhalten beschäftigt und musste den Stoff regelmäßig wiederholen. Auch dieser Kurs war sehr gut organisiert.
Insgesamt haben mir alle drei Kurse sehr gut gefallen. Besonders hervorzuheben ist der persönliche Kontakt zu den Professoren. Die Professoren waren jederzeit ansprechbar, nahmen sich Zeit für Fragen und unterstützten die Studierenden aktiv während des gesamten Semesters. Dadurch entstand eine angenehme Lernatmosphäre.
Die Anerkennung der belegten Kurse verlief problemlos. Bereits vor Beginn des Auslandssemesters hatte ich gemeinsam mit dem International Office meiner Heimuniversität ein Learning Agreement erstellt. Dadurch war bereits im Vorfeld sichergestellt, dass die absolvierten Kurse nach meiner Rückkehr anerkannt werden konnten.
Unterkunft
Ich habe mich bewusst für eine Unterkunft außerhalb des Campus entschieden und im Studentenwohnheim The Rive gewohnt.
Die Wohnanlage verfügt über ein eigenes Fitnessstudio, einen Pool sowie Gemeinschaftsbereiche und bietet insgesamt eine sehr angenehme Wohnatmosphäre. Auch die Lage war sehr gut, sodass viele Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Freizeitangebote zu Fuß erreichbar waren.
Die Wohnungen bestehen aus Vierer- bis Sechser-Wohngemeinschaften. Je nach Buchung kann man entweder ein Einzelzimmer oder ein geteiltes Zimmer beziehen.
Ein Nachteil war, dass der Einzug erst einige Tage nach dem offiziellen Orientation Day möglich war. Deshalb mussten wir für die ersten Tage ein Hotel buchen, bis wir in unsere Unterkunft einziehen konnten.
Transport und Sicherheit
In San Diego ist ein Auto sehr empfehlenswert, da der öffentliche Nahverkehr im Vergleich zu Deutschland weniger gut ausgebaut ist. Viele Austauschstudierende mieten sich daher gemeinsam ein Auto. Ich kann dafür Dirt Cheap Car Rental empfehlen, da dort auch Langzeitmieten zu günstigen Preisen angeboten werden.
San Diego habe ich insgesamt als eine sichere Stadt empfunden, insbesondere die Gegend rund um die Universität. Wie in jeder Großstadt sollte man abends aufmerksam sein und abgelegene oder schlecht beleuchtete Orte meiden.
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Empfehlungen für andere Studierende
Ich empfehle zukünftigen Austauschstudierenden, eine Unterkunft möglichst in der Nähe der Universität zu wählen. Einige Studierende entscheiden sich dafür, am Pacific Beach zu wohnen. Zwar ist die Lage dort direkt am Meer sehr attraktiv, allerdings befindet man sich weit entfernt vom Campus und vom studentischen Leben.
Die meisten Austauschstudierenden und amerikanischen Studierenden wohnen rund um die Universität. Dadurch entstehen viele spontane Treffen, gemeinsame Lernphasen und Freizeitaktivitäten, sodass man deutlich leichter Kontakte knüpfen kann.
Außerdem empfehle ich, sich frühzeitig um Unterkunft, Learning Agreement und Visum zu kümmern sowie genügend Zeit für Reisen innerhalb Kaliforniens und der USA einzuplanen.
Fazit
Ich kann ein Auslandssemester an der San Diego State University nur weiterempfehlen!
Das Auslandssemester war eine der wertvollsten Erfahrungen meines bisherigen Studiums. Ich habe nicht nur fachlich viel gelernt, sondern mich auch persönlich enorm weiterentwickelt. Wer vor der Entscheidung steht, an einem Austauschprogramm teilzunehmen, dem kann ich nur raten, diese Chance zu nutzen. Man lernt nicht nur ein anderes Hochschulsystem kennen, sondern auch viel über sich selbst, entwickelt neue Perspektiven und sammelt Erfahrungen, die weit über das Studium hinaus von großer Bedeutung sind.
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